Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- Jahrgang 1911
- Issue
- III. Heft (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 62 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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- 62 - war! Wohl bin ich den sogenannten Kinderjahren entwachsen, aber jung bin ich, sehr jungt! Schon hat man mir im Leben gleichfalls verächtlich zugerufen: „Als ich einst „jung" war da ging ich drauf los, da kämpfte ich unentwegt - —a In Eines schmolz es zusammen: als ich ein Kind und jung war---- es rann durch die Adern, tobte im Blut und drängte sich endlich aus dem Innern herauf: und bin ich nicht ein Kind und bin ich nicht jung? Ja, ich bin jung! So tagte es trotzig im Hirne mir; dann quoll es jubelnd aus dem Herzen, o Glück zu sein! und,--jung, ein Kind!! Da wurde es mein Sieggesang. Jetzt bin ich ein Kind im Lebenskampfe! Ruhelos treibe ich im Lebensmeere von Welle zu Welle. Von Enttäuschung zu Enttäuschung, von Fortschritt zu Fortschritt! Ich bin ein_ Kind!, denn ich glaube, glaube mit der ganzen Inbrunst meiner Seele! Ich glaube, glaube!! jubelnd werf ich mich ans Werk, mein Tagewerk! Das führt nicht ins Reich des Ruhmes, nicht in Behaglichkeit des Reichtums, still, unbekannt verläuft es, und doch glaube ich: Einst kommt der Tag, da werdet ihr mein Streben erkennen müßen, müßen! Meinernstes Streben und Wollen! Das ist mein Glaube! Leben du tust dich vor mir auf! Jauchzend habe ich dich erkannt: errungen, erzwungen willst du sein! Ich werde dich erringen, erzwingen, freudig rufe ich's aus! Das ist mein Glaube! Ich bin ein Kind!!!--- „Als ich ein Kind war, redete ich wie ein Kind." — Hedwig Erfurth, Berlin.