Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- Jahrgang 1911
- Issue
- III. Heft (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 55 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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- 65 - Der Jüngste Tag. 1. A uf dem Berge von Golgatha Steht das stille Kreuz des Leidens. An dem Kreuze hängt ein Leichnam, Kalt und bleich und abgehärmt. Auf dem Berge von Golgatha Wehen leise, fromme Winde, Und sie flüstern und sie singen Von des Himmels ew'gem Heil; Singen von der Menschheit Pflichten, Von dem Glücke der Entsagung, Von der Demut und Ergebung In den Willen des Geschicks. — Klagend tönen ihre Weisen; Denn noch immer fröhnt die Menschheit Schnellverrauschtem Augenblicke, Flüchtig bitterem Genuß. Ja, noch immer geht auf Erden Lucifer von Tür zu Türe, Reißt die Sterne grinsend nieder, Aller frohen Ehrfurcht gram. Auf dem Berge von Golgatha Steht das stille Kreuz des Leidens. Und der bleiche Christus lächelt: „Einmal, einmal kommt die Zeit . . .