Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 2 (1920-1921)
- Issue
- 11-12 (8.1921)
- Date
- 1921-08-01
- Page
- – (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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Dschungelbuch* verdichteten zum ersten Male alle Liebe, die das englische Volk für ein primitives Leben, für woodcraftr die Kunst der Wälder, empfindet, zu einem Kunstwerk von unnachahmlichem Reize. Immer wieder beruft sich Baden-Powell, beruft sich Hargrave auf den Dichter, der »so viel dazu getan hat, um die heranwachsende Jugend mit dem richtigen Geist zu erfüllen*. Unter den Tieren des Dschungels wachst Mangli, das Söhnchen einer indischen Holzhackerfamilie auf, lebt das Leben der Wölfe und ist ein Mitglied der großen Bruderschaft des Dschungels. Die Gesellschaft der Wölfe ist aufs vornehmste gegliedert und gipfelt in Akela, dem - alten, starken und erfahrenen Führer. Die feinsten Gedanken über die Würde und den inneren Zusammenhang im Leben einer natürlichen Gruppe werden in den Geschichten lebendig! und deutliche Fäden ziehen sich von hier zur englischen Bewegung und zu den Neupfadfindern. Die Abenteuer Manglis sind nicht nur schöne Erzählungen, sondern dienen der Idee eines Bildes von Mensch und Volk, die nicht gesagt, sondern gestaltet ist Langsam löst sich Mangli von der Gemeinschaft der Tiere los, aber niemals kann er „als Mensch" vergessen, was er im Dschungel erfahren und erlebt hat »Kim* ist das herrlichste Buch, das ein Junge von 13, 15 Jahren in die Hände bekommen kann. Das gegenwärtige Indien erzog Kim, den kleinen ..Iren, der ein halber Eingeborener wird, einen Jungen von ganz jenem Wesen und jenen Eigenschaften, die dem Boy Scout voranleuchten. Und es ist eine symbolische Handlung, nicht nur eine ^bequeme Einführung, wenn Baden-Powell die Geschichte Kims zu Beginn seines Handbuchs erzählt Die drei Bücher sind längst ins Deutsche übersetzt worden; ihre Lektüre zeigt einem viel ursprünglicher und farbiger als Aufsätze und Hinweise, worin die Kraft und Schönheit des Boy Scout Lebens besteht, welche Form es auch immer angenommen hat Anmerkung. Der Einleitungsaufsatz und die Bemerkungen dieses Heftes entstammen, wenn auch nicht in der Form der Niederschrift, so doch im Inhaltlichen dem Nachdenken so vieler Menschen, daß das Fehlen des „Autorennamensa sich ebenso von selbst versteht wie bei den Uebersetzungen aus dem Englischen. Ueberall dort, wo keine diesbezüglichen Angaben gemacht sind, sind sie aus dem Hauptwerk Baden - Powells, Scouting for Boys, a handbook for Instruction in good citizenship, nach der 4. Auflage 1911, ausgewählt Im Buchhandel gibt es noch keine Gesamtübertragungen der eigentlichen Scoutliteratur, doch sollen nach umlaufenden Gerüchten von drei Seiten her deutsche Ausgaben in Vorbereitung sein. 219