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Blau-Weiss-Blätter · 1918-03-01 · 4 (3.1918) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
1 (1917-1919)
Issue
4 (3.1918)
Date
1918-03-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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für jeden das notige Material zur eigenen Beurteilung enthalten,- Ich will jedoch versuchen/ ganz-' kwH die.Notwendigkeit dieser euren, / ausschließlichen Entscheidung zu zeigen? x > Die wirtschaftliche Zukunft eines. Landeswird durch die Entwicklungsmog- Rchkeitender drei Wirtschaftselemente, der Industrie; des Handels und der Landwirtschaft bestimmt. Die bisher in Palästina bestehende Industrie ist ohne Bedeutung. Aber auch die Zukunft wird, wenn man die Aussichten der nächsten Jahrzehnte nüchtern zu erwägen sucht und nicht mit säkularen Möglichkeiten rechnet kaum eine sehr graste Industrie entstehen lassen, denn das Erfordernis einer starken Industrie, reiche Mineralschätze, sind nicht vorhanden oder bisher nicht gefunden vordem Es gibt in ganz Syrien nicht ein einziges, in Betrieb befindliches Bergwerk, das der Rede wert wäre, und nach amtlichen Angaben erreichen die gesamten jährlichen Einnahmen aus dem Bergbau in ganz Syrien kaum 200000 Fres. Auch alle Berichte von großem Mineralvorkommen verdanken ihre Existenz der Reklame, die für den Verkauf von Konzessionen gemacht wurde, und in Wahrheit haben sich gerade die für die Industrie notwendigen Mineralien, die im Lande vorhanden find. als nicht abbauwürdig herausgestellt. v Die Industrien, die ihr Rohmaterial der Landwirtschaft entnehmen, setzen wieder einen ungleich stärkeren Anbau landwirtschaftlicher Produkte, insbesondere der Fruchtbäume, voraus. Da aber diese bis zur vollen Ertragfähigkeit meist mehr als ein Jahrzehnt gebrauchen, so dürste auch eine bedeutende Steigerung der laud-' wirtschaftlichen Industrie erst nach Jahrzehnten zu erwarten fein. ' 1 . Für alle akademischen, technischen Berufe, die in einer größeren Industrie Beschäftigung finden könnten, fehlt diese als notwendige Voraussetzung. Selbst wenn man annimmt, daß nach Friedensschluß die Palästinafrage die für uns denkbar günstigste Lösung findet, und ungeheure Mittel zur wirtschaftlichen Erschließung des Landes, also vor allem zum Hafen-, Straßen- und Eisenbahnban zur Verfügung stehen werden, so dürsten auch hierbei für unsere Akademiker wenig Aussichten vorhanden sein, denn die ausländischen Gesellschaften, die solche Aufträge übernehmen werden, pflegen, wie überall üblich, ihre eigenen Ingenieure und Angestellten zur Ausführung anzustellen. Und sollte selbst der eine oder andere als Hilfsarbeiter Verwendung finden, so steht der Bedarf zu dem bisher schon bestehenden Angebok von akademischen Kräften in gar keinem Verhältnis. ' „ :: ' Der Handel setzt entweder eine exportfähige Industrie oder eine exportfähige Landwirtschaft voraus. Der Binnenhandel, also die Verschiebung der eigenen Erzeugnisse innerhalb des Landes, spielt bei einem Agrarland wie Palästina eine ganz geringe Rolle. Industrie ist nicht vorhanden und kann in den nächsten Jahren noch nicht entstehen. Die Landwirtschaft exportiert heute bereits für einige Millionen,- doch ist dieser Handel in seinen Hauptzweigen genossenschaftlich so organisiert, daß er in wenigen Händen liegt. Der Import von Waren wird zwar bei stärkerer Einwanderung bedeutend steigen, aber für alle diese möglichen Berufe sind genügend .Kräfte vorhanden, und der Umfang dieses Handels wird selbst im besten Falle noch in so bescheidenen Grenzen bleiben, daß stets nur ein geringer Bedarf an Kanfleuten vnd anderen, durch den Handel bedingten Berufen, entstehen könnte. Solche berühmten Schlagwörter, wie „Palästina, das Mittlerland zwischen Orient und Oecident", und die Vergleiche mit früheren Zeiten, in denender einstige Welthandel zwischen Mesopotamien und Aegypten seinen Weg über Palästina nehmen 04

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