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Judaica · 1937-02-01 · 21-22 (Februar 1937) · page 47

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Judaica
Volume
4 (1937)
Issue
21-22 (Februar 1937)
Date
1937-02-01
Page
– (sequence 47)
Language
German
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trieb von liturgischen, rituellen, pädagogischen, kulturellen und philantropischen Institutionen gestaltet hat. An seiner Frau hat er eine ebenbürtige Förderin seiner Aufgaben. Ihr Haus wird ein Mittelpunkt der guten jüdischen Gesellschaft. So ergibt sich für Frau Risa eine ausserordentlich grosse Möglichkeit, vielfache menschenfreundliche Werke zu fördern. Tausenden die Not zu lindern und Hilfe zu bringen. Die alten Traditionen finden auch weiterhin in ihrem Hause Pflege. Vom Ahnen Sussmann Sofer, dem hochgeachteten Freund des Chatam Sofer, dessen Schwiegervater schon 1765 in Pressburg lebt, bis zum späteren Nachfahren zieht sich durch die Familie der rote Faden der Thora und der Tradition in Leid und Freud. Notizen Das blau-weisse Maskenfest der Makkabäa. Ein Thema, das vielleicht ausserhalb des Rahmens unserer Zeitschrift fiele, wenn diese Tanzunterhaltung nicht die einzige Kulturtat des jüdisch-nationalen Führers wäre, unter dessen Patronanz diese durchaus nicht dem Ernst der Zeit entsprechende Tanzorgie geschieht. Der jüdische Führer muss doch etwas mehr als maitre de plaisir sein können, der Tanz ist die einzige Kulturtat der primitiven Völker. Mit der Tanzkunst ragen wir nicht über den mittelafrikanischen Neger; auch nicht mit unserer Lust an Aufwand von Edelsteinen und Perlen. Welcher rätselhafte, ursächliche Zusammenhang besteht doch zwischen dem Tanz und dem goldenen Kalb, dessen kultuelles Zeremoniell der Tanz ist. Selbst der orthodoxe Flügel bleibt nicht unberührt davon. Vom „Scheitel55 bis zur Sohle hochelegante Damen waren diesmal zu sehen, perückende Erscheinungen, die, bis cs selbst dem Morgen graute, den csärdäs gehopst haben. „Die Hauptsache ist Geld!'5 Man hat etwa 150.000 bis 200.000 Kronen ausgegeben, um 40.000 Reingewinn hereinzubringen. Aber an der Bahre Hugo Meisls horchten die Vertreter des Sportes der ganzen Welt achtungsvoll auf niegehörte Worte, die unser Landsmann, der Wiener Oberrabbi und Historiker, Dr. Taglicht sprach: „Er war ein Mann, der ganz erfüllt gewesen war von dem Ideal des Sports, da er durchdrungen war von der Überzeugung, dass es sich hier nicht um die Ertüchtigung des Körpers handelt, sondern auch um die Bildung des Charakters, um die Erziehung zur Genauigkeit, besonders aber zur Selbstbeherrschung und Vornehmheit. Seltsam bekannte Worte! Klang nicht ähnliches immer in den Festen der Makkabäa, als sie vor 24 Jahren im Juni 1913 gegründet worden ist? Die Hinterlassenschaft des Majors Henry Bettelheim. In der No 7-8 der „Judaica” haben wir einen Nekrolog über den in London kinderlos verstorbenen Major Henry Bettelheim veröffentlicht. Unsere ausgedrückte Vermutung, dass der Vater des Majors ein Pressburger gewesen ist, wurde durch eine Zuschrift der englischen zuständigen Behörde bestätigt, nach deren Daten der Vater des Majors Alexander geheissen hat und 1821 in Pressburg geboren ist. Die Tante des Majors, gibt die englische Behörde an, hiess Maria und war an einen Konr schöner verheiratet. Ihr Sohn, David wäre Lehrer gewesen. Die Mutter des Majors soll Clementine Pradoe (wahrscheinlich Frade auf jüdisch) geheissen haben. In den Matriken der orth. Gemeinde war kein Anhaltspunkt zu finden. Unsere Recherchen im Komitatsarchiv, Konskriptionsliste 1848 haben ergeben, dass Maria Koritsän, damals 32 Jahre alt, als Witwe im Hause ihres Vaters, Moses Bettelheim 64 Jahre alt und dessen Frau Terez 56 Jahre alt, wohnt, mit ihren Geschwistern, Josefa 14 J„ Sängerin, Bernat 12, Hanni 4, Adolf 3 J. Alexander dürfte nicht mehr in Pressburg gewohnt haben. Zwischen der 32 j. Maria und der 14. j. Josefa gab es gewiss noch Kinder. Diese Familie und deren Nachkommen sind wohl die Erben des tollkühnen Majors Bettelheim, der als 63-jähriger im Weltkriege als Freiwilliger unter French gedient hat und in Jerusalem eingezogen ist. David Koritschoner wird 1839 als Schüler der Primärschule als Vorzugsschüler prämiiert. Wir, das Volk des Buches. Der eben erschienene Bericht des Schulministeriums teilt mit, dass in 15.734 politischen Gemeinden der Republik 17.089 Bibliotheken bestehen, 628 mehr, als im J. 1930. Die deutschen Bibliotheken sind von 458 im Jahre 1920 auf 377c gestiegen, es gibt 2958 slovakische und 732 ungarische Bibliotheken. Und wir 45

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