Judaica
- Journal
- Judaica
- Volume
- 3 (1936)
- Issue
- 19-20 (November 1936)
- Date
- 1936-11-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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schrieben wurde. Jakob Ulmo ist ein prominentes Mitglied der bekannten schwäbischen Familie Ulmo-Günzburg. Da über diese Familie und besonders über ihren Ahnherrn, Simon Ulmo aus Günzburg an der Donau, schon eine grosse Literatur1) vorhanden ist, ist auch Jakob Ulmo, dessen Nachkommen den Familiennamen Ullmann tragen nicht unbekannt und da er im öffentlichen Leben eine grosse Rolle spielte, ist es natürlich, dass er für seine Schönleh einen Gatten aus besten jüdischen Kreisen wählt. Nach der eigenhändigen Inschrift auf der letzten Buchseite, war dieser kein Geringerer, als ein Enkel des Hoffaktors Samson Wertheimers in Wien, nämlich Joseph Josbel Wertheimer, der an der erwähnten Stelle das Buch in hebräischer Kursivschrift mit der Angabe versieht, dass er es am Tage der Hochzeit mit Schönleh Ulmo von seiner Schwiegermutter Fradche geschenkt bekommen habe. Er nennt sich Joseph Josbel, Sohn des Löb Wertheimer aus Wien. Durch diese Heirat knüpften sich Familienbande um zwei der angesehensten und einflussreichsten Häuser des 18. Jahrhunderts. Auch Jos. Wertheimer war Hoffaktor und starb nach dem Mannheimer Memorbuch 1787, Jakob Ulmo ist am 3. Jänner 1776 gestorben. Durch dieses Psalmbüchlein erfahren wir den Namen seiner Frau und Tochter. Das leere Blatt vor dem Titel ist von einem Sofer (Mannheim 1772) mit dem Eigentumsvermerk der Frau Schönleh versehen worden. Das Psalm-Buch der Frau Sara Malka Leidersdorf (Ein verkanntes Pressburger Kunstwerk) (Bibliothek der königl. ung. Akademie der Wissenschaften, Kaufmann-Stiftung. Photographiert im Atelier des Ung. Nationalmuseums.) Von S. B. In der herrlichen Bibliothek von hebräischen illuminierten Handschriften, welche die Familie des Prof. David Kaufmanns der königl. ungarischen Akademie zum Geschenke gemacht hat, befindet sich ein Psalm-Büchlein, das auf dem ersten Blick nicht seine Pressburger Beziehung erraten lässt. Zu dem, mit grosser Sachkenntnis und Gründlichkeit verfassten Kataloge dieser unschätzbaren Handschriftensammlung, den der grosse Gelehrte, Rabbiner Dr. Max Weiss im Aufträge der Familie Kaufmann herausgegeben hat, ist bei der Beschreibung des erwähnten Psalm-Büchlein der Irrtum unterlaufen, dass Dr. Weiss den Namen des Besitzers statt Leidersdorf als Wilmersdorf liest. Da auch der Name des Kalligraphen nicht angegeben wird, ist aus dem Kataloge nicht der genealogische Wert der Handschrift und ihre Pressburger Beziehung 1) Loewenstein, Beitr. 2. Gesch. d. Juden Deutschi. I. S. 193. Hier berichtet Loewenstein zuerst über diese Familie, ausführlicher behandelt er die Ulmo- Günzburgs in den „Blättern f. jüd. Gesch. u. Lit.” I.—III. 1901—03, ferner Gcnealogie der Günzburgs, Petersburg 1899, S. 133. 13