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Judaica · 1936-07-01 · 17-18 (Juli 1936) · page 25

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Judaica
Volume
3 (1936)
Issue
17-18 (Juli 1936)
Date
1936-07-01
Page
– (sequence 25)
Language
German
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Historische Notizen Zu Abraham Hirsch Lemberger (Siehe judaica 1-2) Die äussere Erscheinung des letzten Pressburger Landespräsidenten des einheitlichen ungarischen Judentums wird von Philipp Korn, Hauptmann a. D. in seinem Roman, „Der Schnorrer von Pressburg und Wien” eindrucksvoll geschildert: Herr Abraham Hirsch Lemberger war unter allen den Gemeindevorstehern, welche Pressburg je besass, der weiseste und der würdigste. Er war ein schön gewachsener schlanker Mann, trug schwarzseidene Beinkleider und schwarzseidene Strümpfe und Schuhe mit silbernen Schnallen, einen braunen oder schwarzen langen Rock, weisse Halskrawatte und einen Zylinderhut. In allen seinen Bewegungen war er sehr gemessen und in seiner Sprache gebrauchte er gewählte Ausdrücke. Er musste'sehr oft beim Kaiser Franz II. in Vertretung ungarischer Judengemeinden um Audienz anhalten, die ihm stets gewährt wurde. (Dieser Roman des Grossbuchhändlers und späteren Hauptmannes der Kossutharmee, Anton Philipp Korn ist in keiner der Listen seiner Werke auf gezählt.) Jüdische Ärzte Im Jahre 1875 gab es in Pressburg 103 Ärzte, darunter 32 Ju den. Die Zahl der Juden in Pressburg hat durchschnittlich 10% der Bevölkerung ausgemacht. (Im Pressburger Komitat?) Zu Martini von Schay Anmerkung. Die Martini Zeremonie wurde jedenfalls nicht als .Steuer, sondern als Auszeichnung empfunden. Bei Gelegenheit dieser Audienz wurden ja stets freundliche Worte für das Judentum, »oft auch Kundgebungen von politischer Bedeutung gehört. Eduard (v.) Frankl, der Sagenkundige, erzählt uns noch folgende interessante Mär:. Im Herbste des Jahres 1848 flüchtete das Kaiserhaus bekanntlich nach Kremsier. Wie immer gab es auch am Kaiserhofe Pessimisten und Optimisten. Die Einen jammerten schon finis Austriae und sahen den Untergang des Habsburger Hauses gekommen, die Anderen versicherten, daß diese Episode die Freiheitsbewegung kompromittieren werde und Alles sich fern Besten wenden werde. Immerhin lauschte man ängstlich auf Jede kleinste Kundgebung für oder gegen den Kaiserhof. In dieser ängstlichen Spannung erregte es helle Freude, :al!s idie Nachricht anlangte, daß die Preßburger Judengemeinde mit ihren Gänsen zur Martini-Audienz gen Kremsier anrücke! Die Preßburger Gänse haben schier das Kapitol gerettet! 23

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