Judaica
- Journal
- Judaica
- Volume
- 3 (1936)
- Issue
- 15-16 (Februar 1936)
- Date
- 1936-02-01
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Kanonen und Wägen dabei waren, konnten diese nicht an einem Tage expediert: werden. Da die Kälte immer mehr zunahm, und sehr viel Eis auf der Donau ging, wurde die Brücke in der Nacht durchgerissen, und mußte das Militär dann mittels Plätten herübergebracht werden. Das dauerte bis Ende Dezember. Mit dem i. Jänner 1849 ist hier eine geregeltere Behörde unter Aufsicht der Militärbehörde eingeführt worden. Aber noch Ende 1848 bevor Windischgrätz von hier fortgezogen ist, sind die meisten gravirten Persönlichkeiten erschossen worden nähmlich der zweite Vizegespan, der evangelische Geistliche Razgha und ein Ingenieur, mehrere sind in Haft geblieben u. s. w. So endete das furchtbare Jahre 1848. Mit dem Jahre 1849 war die Stadt Preßburg vom ungarischen Militär befreit und hat die Sache angefangen, ihren regelmäßigen Gang zu gehen, die Verbindung mit Wfen war hergestellt. Das ungarische Militär hat sich theils nach Komoirn, in die Festung, theils noch tiefer nach Ungarn begeben, somit haben sich die weiteren politischen Biegebenheiten in Pest und weiter unten in Ungarn abgespielt, wie res aufc der Geschichte bekannt ist. Im Frühjahr 1849 ^er damalige Stadthauptmann Vetsera mich und meinen Bruder Hermann rufen lassen und uns aufgefordert eine Lieferung für die Offiziere bei Koniorn zu übernehmen. Selbe bestand aus Einrichtungsstücken und Decken, für Zelte, welche wir binnen 3 Tage im Dampfschiffsbureau einem Oberlieutnant übergeben sollten. Selber ist mit den Gegenständen abgereist, ohne uns eine Bestätigung darüber zu geben, worüber wir Prozeß führen mußten und erst im Jahre 1852 zu unserem Gelde kamen. Der Betrag war 1300 fl. Im Jahre 1849 sich hier sonst nichts Wesentliches zugetragen, als dass die Russen hier im Sommer durchmarschiert sind und auf der Sauhaide kurze Zeit gelegen sind, hernach sind sie tiefer nach Ungarn gegangen. Zu Michail 1849 bin ich wieder in mein neues Geschäftslokal übersiedelt, welches ich ordentlich herrichten ließ und habe getrachtet es in Gang zu bringen, das Geschäft ist auch recht gut gegangen. Zum Schlüsse des Jahres 1849 habe ich Inventur gemacht und habe gefunden, daß der Schaden mir wieder hereingebracht worden ist. Ich habe mir auch vorgenommen, da ich miterlebt habe, daß man in einer Nacht um sein Vermögen kommen kann, einen Theil des Geldes aus dem Geschäft z;u ziehen, um die Kinder beim Heranwachsen zu versorgen, ohne dem Gjöschäfte zu viel zu entnehmen. Wie Heynau in Pest und bei Vifägos im Jahre? 1849 gewirtschaftet hat, ist ja aus der Geschichte bekannt. — Das 1850 war ein gutes Geschäftsjahr. — Im Jahre 1851 am 14. März ist meine Frau mit einem Mädchen entbunden, welches wir nach meiner gottseligen Großmutter nähmlich Rosa nannten. Gerade 1851 bin aus der Wohnung im NagelschmidtSchem Hause, wo ich 14 Jahre gewohnt habe ausgezogen ins Mosozysche Haus, welches neu gebaut war und habe auf meine Kosten die Verbindung vom Geschäfte in die Wohnung machen lassen. 26