Judaica
- Journal
- Judaica
- Volume
- 1 (1934)
- Issue
- 1-2- (August-September 1934)
- Date
- 1934-08-01
- Page
- Seite 22 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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ben ist und auch in der Liste der zahlreichen Trauerreden und. Elegien nach dem Chatam Sofer nicht verzeichnet ist. Er war auch. Mitarbeiter der hebräisch-literarischen Zeitschrift „Bikkure haittim" (nicht „Koclibe Jizchak", wie in der U. J. Z. irrtümlich bemerkt wird.) Gabriel Südfcld war Mitglied der noch jetzt bestehenden chassidischen Synagoge ,,r\nsche Sefard" in Pest, wohin er wohl zuerst als Sephardi gekommen sein mag und dort unter chassidischem Einfluß geraten zu sein scheint. Auch der kleine Meier Simcha, wie Nordau in der Kindheit gerufen wurde,, mußte frühmorgens in die „Polische Schul" eilen. In merkwürdigem Gegensatz zu diesem chassidischen Geiste Südfelds, der wie uns Nordau (1912) geschrieben hat „zu strikter Talmudjude war, um sich konterfeien zu lassen" steht das wenig gekannte romantische Schauspiel „Mathilde Douglas", das ihn zum Verfasser hat. Die beiden hier abgedruckten Dichtungen, das chassidische „Schir tiferet" und die schottische Schä* feridylle zeigen das große Register des Geisteslebens Südfelds,, Gegensätze, die sich in seiner großen Seele vereinigen ließen, die er aber vergebens zu lehren und auf Andere zu übertragen vermocht hat und solcherart von Enttäuschung zu Enttäuschung taumeln mußte. „Seine Preßburger Zeit scheint [nicht angenehm gewesen zu sein" schrieb uns Nordau. „Es war seine erste Erfahrung in Ungarn. VieHeijcht hat sie ihm keine angenehme Erinnerung gelassen. Jedenfalls sprach er selten und wenig von Preßburg." Größer aber als jeder zeitliche Erfolg war der tiefe Eindruck, den dieser Tantalus auf die empfängliche Seele seines Kindes gemacht hat. Er goß nicht nur seine Leiderschaft für die Ursprache seines Stammes in die Seele des aufhorchenden Knabens, er lehrte ihn gar die von Geschlecht zu Geschlecht überlieferte Ladino-Sprache, welche seine Ahnen, die spanischen Juden gesprochen hatten. Denn in der ärmlichsten Kammer der Drei-Trommelgasse, da erlebte der kleine Max Simon Südfeld sein „heimliches Kaisertum". Da raunte der verbitterte Vater ihm die überlieferte Familiensage zu „die über Segovia, Tunis zu Pumbeditha, der großen Talmudhochschule des Altertums zurückführte"... daß sein Ahnherr der Finanzminister und theologische Schriftsteller Don Isak Abrabanel gewesen sei, der das Exil vorgezogen hat, um seinem Glauben treu zu bleiben. Don Isak Abrabanel besaß aber seinen Stammbaum, der bis zum Königshause Davids geführt hat. Und wenn einst der Posauner.schall der Erlösung ertönen werde, würde die Glorie des Hauses, das jetzt im Staube liegt, wieder erneuert werden,. — Erhob sich nicht auch der ferne vom Lager Israels lebende Geistesfürst Max Nordau zu seiner vollen historischen Größe, als am nächtlichen Horizonte des Galuth der erste Morgenstrahl dämmerte? Lag nicht die souveräne Macht biblischen Gerechtigkeitswillens in lall seinen gewaltigen Apostrophen an sein Volk und an die Menscheit... wollte er nicht darum in Zions geweihter Erde ruhen. . . unweit von den Gräbern des Malehut bet David.. . versammelt zu seinen Vätern! 22