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Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums · 1930-01-01 · 11 (1930) · p. Seite 31

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Journal
Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
Volume
11 (1930)
Date
1930-01-01
Page
Seite 31 (sequence 33)
Language
German
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IRI
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Wissenschaftlicher Bericht aussichtlich wird die Ausgabe im Laufe des kommenden Jahres zum Abschluß kommen. Porath hat die Bearbeitung von Ibn Esras Jesajakommentar im Wesentlichen beendet und sich jetzt der Arbeit an dem Kommentar zu den kleinen Propheten zugewandt. Mit dem Druck des Jesajakommentars soll gewartet werden, bis auch die Ausgabe des Kommentars zu den kleinen Propheten fertiggestellt ist. Als Thema für Bamberger ist eine Untersuchung der Philosophie Gabirols bestimmt worden, welche die für das System dieses Denkers grundlegenden Begriffe von Materie und Form einer genauen Analyse unterziehen soll. Alle Darstellungen der Philosophie Gabirols heben die Schwierigkeiten und Widersprüche hervor, die sich in der Entfaltung dieser Grundbegriffe geltend machen, und die verschiedenen Versuche, ihrer Herr zu werden, haben zu wesentlich voneinander abweichenden Deutungen des Systems geführt. Eine eindringende Spezialuntersuchung, welche die Begriffe durch das System Gabirols hindurch verfolgt und ihre verschiedenen Fassungen auf ihre Motive zurückführt, kann sowohl für das begriffliche Verständnis der Philosophie Gabirols wie für ihre geschichtliche Einordnung zu neuen und wichtigen Ergebnissen führen. Für das kommende Jahr ist als erste Arbeit auf dem bisher in unserem Forschungsinstitut noch nicht gepflegten Gebiet der Bibelwissenschaft eine Sammlung der innerbiblischen Parallelen in Aussicht genommen. Die Arbeit ist derart gedacht, daß zu jedem Abschnitt und Vers der Schrift die sachlich, literarisch oder grammatisch verwandten Stellen notiert werden. Für das Verständnis des biblischen Textes bieten diese innerbiblischen Parallelen das wertvollste Hilfsmittel. Schwierigkeiten und Dunkelheiten des biblischen Sprachgebrauchs klären sich durch den Vergleich mit verwandten Stellen oft von selbst auf. Jeder Bibelkommentar muß dieses Material zu Rate ziehen, und es ist auch in der alten und neuen Bibelliteratur ständig benutzt worden. Bisher aber mußte jeder Bibel erklär er sich von Fall zu Fall das erforderliche Material selbst zusammenstellen, und es ist niemals der Versuch gemacht worden, es systematisch zu sammeln. Eine solche systematische Sammlung nimmt nicht nur dem einzelnen Forscher eine Menge unnötiger Arbeit ab, sie kann auch eine Vollständigkeit erreichen, die bei gelegentlichem und zufälligem Aufsuchen der Parallelen nicht zu erzielen ist. Die Arbeit eignet sich im besonderen Maße für ein Institut wie unsere Akademie, weil ihr Schwerpunkt in der Darbietung des Materials, nicht in der subjektiven Ausdeutung des Textes liegt. Nur sekundär w7erden etwaige textkritische Konsequenzen, die sich aus den Parallelen ergeben, oder Parallelen, die erst bei einer Änderung des massoretischen Textes zu Tage treten, berücksichtigt werden. Für die Durchführung der Arbeit soll ein Hilfsarbeiter eingestellt werden. Ihre Leitung übernimmt Torczyner, der einen genauen Arbeitsplan entworfen hat. Von der im Auftrage der Cohen-Stiftung unternommenen Arbeit Leo Rosenzweigs über das Reformwerk Hermann Cohens ist der 1. Band im wesentlichen abgeschlossen. Die hebräische Uebersetzung der jüdischen Schriften Cohens ist von Torczyner zum großen Teil durchgesehen worden und wird im Herbst in Druck gehen können. Daneben nimmt auch die Uebersetzung der Religion der Vernunft ihren Fortgang. Von der gemeinsam mit der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums veranstalteten Mendelssohn-Ausgabe ist nach den beiden zu Mendelssohns Jubiläum erschienenen Bänden jetzt auch der erste Band aus der Abteilung Schriften zum Judentum, der 7. der Ausgabe, herausgekommen. Ferner befinden sich der erste Band des Briefwechsels in deutscher Sprache und der zweite der Schriften zur Philosophie und Aesthetik im Druck. Der Schriftführer: Julius Gultmann.

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