Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 9 (1928)
- Date
- 1928-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 45)
- Language
- German
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Bericht des Verwaltungs-Vorstandes Die Akademie für die Wissenschaft des Judentums steht in ihrem 10. Lebensjahre. Aus bescheidenen Anfängen ist eine Organisation geworden, die in sechs Abteilungen ihres Forschungsinstituts und bei der ihr angeschlossenen Hermann-Cohen-Stiftung an 30 Gelehrte beschäftigt. Die Reihe der bisher erschienenen Veröffentlichungen umfaßt 11 Werke, 4 weitere sind im Druck, eine große Anzahl in Vorbereitung. Für die steigenden Aufgaben sind von Jahr zu Jahr größere Aufwendungen nötig. Das abgelaufene Geschäftsjahr erforderte Barausgaben in Höhe von RM. 97 000,—, das sind RM 22 000— mehr als 1926. An der Steigerung sind beteiligt: die Veröffentlichungen der Akademie mit einem Plus von RM 15 000,—, Hilfsarbeiten für das Forschungsinstitut mit einem solchen von RM 4C00,—, Zuschüsse zur Herausgabe von Moses Mendelssohns Gesammelten Schriften mit einem Mehr von RM 1000,— und die allgemeinen Unkosten, hauptsächlich infolge Büroverlegung und Einrichtung einer Verlagsabteilung, mit RM 2000,— mehr als im Vorjahr. Dagegen sind die Beträge für Gehälter und Honorare an die Gelehrten sowie die Bezüge der Verwaltungsbeamten ungefähr die gleichen geblieben. Die Einnahmenseite zeigt gleichfalls wesentliche Veränderungen, nur in umgekehrter Richtung. Die Beiträge und Spenden haben um ungefähr RM 18 000,— abgenommen; nicht etwa wegen Rückgangs der Mit gliederzahl — ein solcher liegt nicht vor — sondern, weil eine Sonderwerbung größeren Stils, wie sie 1926 zum Wiederaufbau des Grundfonds stattgefunden hatte, im Berichtsjahre aus Rücksicht auf die Ungunst der Wirtschaftslage unterlassen wurde. Einen gewissen, wenn auch bei weitem nicht hinreichenden Ausgleich brachte der Beginn der Aufwertung unseres Altanleihebesitzes und das Anwachsen des Bücherbestandes durch die Fertigstellung neuer Veröffentlichungen. Jedoch konnten diese Eingänge den laufenden Jahresausgaben nicht zugute kommen, da die Aufwertungsbeträge dem unantastbaren Grundfonds zufließen und die Bücherwerte sich erst in langsamem Absatz auswirken. Die Zusammensetzung der Beiträge und Spenden ist annähernd die gleiche wie in den früheren Jahren. Fast ein genaues Drittel, etwa RM 25 000,—, kommt auf Subventionen von Gemeinden, Landesverbänden und Logen, ein zweites Drittel auf größere Zuwendungen einiger Mäcene, zumeist Mitglieder des Verwaltungsvorstandes, das letzte Drittel auf die regulären Beiträge der rund 1000 Mitglieder und Förderer. Es ergibt sich aus der Steigerung der etatsmäßigen Ausgaben auf der einen und der Verminderung der reinen Einnahmen au? der anderen Seite, daß der Ueberschuß des Vorjahres sich in einen Verlust verwandeln mußte, der buchmäßig rund RM 23 000,— beträgt. Ebenso ungünstig schneidet diesmal die Hermann Cohen-Stiftung ab, die bekanntlich von der Akademie getrennt verwaltet wird. Auch hier sind die Ausgaben, insbesondere für Gehälter und Honorare, erheblich gestiegen, die Einnahmen aus Beiträgen und Spenden aber gesunken, mit dem gleichen Ergebnis: im Vorjahre ein Guthaben bei der Akademie, in diesem Jahre eine Schuld an sie. Auch hier liegt ein gewisser Teilausgleich in den entstehenden Bücherwerten. Mit der Eröffnung ihres eigenen Verlages betrat die Akademie völlig neuen Boden. Der Akademie-Verlag arbeitet als Verlagsabteilung des Vereines, zwar nach kommerziellen Grundsätzen, aber unter Wahrung eines möglichst niedrigen