Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 7 (1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 42 (sequence 42)
- Language
- German
- Belongs to
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42 Bericht des wissenschaftlichen Vorstandes hundert hervorgegangenen Untersuchungen über den württembergischen Minister Süß Oppenheimer gewidmet. Die Durcharbeitung der größtenteils noch unbenutzten Akten des Stuttgarter Archivs hat ganz neue Einblicke in das Wesen und in die Wirksamkeit dieser vielumstrittenen Persönlichkeit gewährt. Einen ersten Ueberblick über ihre Resultate gibt ihr in diesem Heft enthaltener Aufsatz. Daneben hat sie die Arbeit am zweiten Teil ihres Werkes über den preußischen Staat und die Juden fortgesetzt. Um den Fortgang ihrer Aktensammlung zu beschleunigen, haben wir ihr, wie bereits erwähnt, als Hilfsarbeiter Herrn Dr. Levinson beigegeben, der sich durch verschiedene, auf archivalischen Studien beruhende Arbeiten auf dem Gebiet der neueren Geschichte bereits bekanntgemacht hat. Ihrem Abschluß nahe ist die Arbeit von Herrn Dr. Leo Strauß über die Bibelwissenschaft Spinozas und seiner Vorgänger, über deren Hauptgesichtspunkte Herr Dr. Strauß selbst in diesem Heft berichtet. Der im vorigen Bericht geäußerte Wunsch, für die von Herrn Prof. Landauer und Herrn Dr. Sperber vorbereitete Ausgabe des Prophetentargums auch die ausländischen Handschriften nutzbar machen zu können, hat in diesem Jahre seine Erfüllung gefunden. Herr Dr. Sperber befindet sich bereits seit längerer Zeit in England, um die in den dortigen Bibliotheken vorhandenen Targumhandschriften durchzuarbeiten. Von besonderer Wichtigkeit sind einmal die vokalisierten jemenitischen Handschriften des britischen Museums, dann die in Oxford und Cambridge befindlichen, aus der Geniza in Cairo stammenden, Targumfragmente, die wohl die ältesten erhaltenen Textzeugen sind. Schon seit längerer Zeit hat Herr Dr. Speyer seine Arbeit über die biblischen Erzählungen im Koran im wesentlichen beendet. Er wollte sie indessen nicht abgeben, ohne die im Erscheinen begriffenen Koranstudien seines Lehrers Prof. Dr. Josef Horovitz (Frankfurt), deren Ergebnisse für seine Arbeit in vieler Beziehung wichtig waren, berücksichtigt zu haben. Nachdem jetzt das Werk von Herrn Prof. Horovitz erschienen ist, wird Herr Dr. Speyer seine Arbeit, die weit über den ursprünglich vorgesehenen Umfang hinausgewachsen ist, demnächst vorlegen* Es ist schließlich noch von einem neuen wissenschaftlichen Unternehmen zu berichten, an dem die Akademie allerdings nur mittelbar beteiligt ist. Aus Anlaß des 200. Geburtstages von Moses Mendelssohn, der 1929 stattfindet, soll eine kritische Ausgabe seiner Schriften veranstaltet werden. Die Familie Mendelssohn, welche die Mittel für die Ausgabe zur Verfügung stellt, hat auf Vorschlag von Herrn Prof. Dr. Sobernheim die Veranstaltung der Ausgabe in die Hände der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums und unserer Akademie gelegt. Es hat sich indessen als zweckmäßig erwiesen, daß die beiden Körperschaften die Arbeit nicht unmittelbar übernehmen, sondern daß sie einem selbständigen Komitee anvertraut wird, dem neben den Herren Franz v. Mendelssohn und Paul von Mendelssohn-Bartholdy je zwei Vertreter beider Körperschaften angehören. Die Vertreter der Akademie sind die Herren Sanitätsrat Dr. Bradt und Prof. Dr. Guttmann. Das Komitee hat zur Leitung der Arbeit einen aus den Herren Proff. Elbogen, Guttmann, Mittwoch bestehenden Ausschuß eingesetzt. Die Arbeit an den philosophischen Schriften soll von Guttmann, die an den das Judentum betreffenden nichthebräischen Schriften von Elbogen, die an den hebräischen Schriften von Mittwoch geleitet werden. Die Bearbeitung des Briefwechsels und der Schriften über schöne Literatur und Kunst ist Herrn Studienrat Dr. Bruno Strauß übertragen worden. Als Hilfsarbeiter werden die Herren Dr. F. Bamberger, cand. phil. Ch. Borodianski, Dr. S. Rawidowicz und Dr. Leo Strauß bei der Ausgabe beschäftigt. Der Schriftführer Julius Guttmann.