Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 6 (1925)
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 6 (sequence 59)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2707513-2707526--248-2707816- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 6 — liehe Arbeit verlangt methodisches Können. Es kann nicht verschwiegen werden: die jüdische Wissenschaft steht in der Feinheit und Tiefe der Forschung hinter den anderen artverwandten Wissensgebieten zurück. Der Tadel wird aber nur als Voraussetzung für die Besserung geäußert: das Forschungs-Institut soll es ermöglichen, die entwickelteren Methoden anderer Wissensgebiete auf das jüdische Gebiet zu überpflanzen und auf ihm zu selbständiger, seiner Eigenart entsprechender Entwicklung zu bringen. Die Vielseitigkeit und Fülle drängt zur Gliederung. Das Forschungs-Institut soll neun Sektionen umschließen: eine biblische, eine hellenistische, eine talmudische, eine literarhistorische für Mittelalter und Neuzeit, eine islamische, eine sprachwissenschaftliche, eine historische, eine religionswissenschaftliche und eine religionsphilosophische. Die Sektionen sind gegeneinander aber natürlich nicht streng abgegrenzt: die Sprachen, die Texte, die Inhalte, die Ideen, die Prinzipien und Methoden verbinden sie hundertfach und schaffen aus ihnen die große Einheit der Wissenschaft des Judentums, die aber statt des üblichen ungegliederten und verworrenen Durcheinanders nicht nur der genannten Gliederung in Stoffgebiete, sondern vor allem auch der prinzipiellen in Sprachwissenschaft, Philologie, Geschichte und Philosophie als Voraussetzung bedarf. Alle auf die Erkenntnis des Gewesenen gerichtete Arbeit ist an das Schriftwerk gebunden. Die kritische Sicherung aller Teile des jüdischen Schrifttums — eine sich in vierzehn Sondergruppen glie-