Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 6 (1925)
- Date
- 1925-01-01
- Page
- – (sequence 56)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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I. Der Zusammenbruch unserer Umwelt lenki den Blick mit verstärkter Kraft nach innen. Wir bedürfen ideeller Werte, wenn wir uns nicht verlieren, wenn wir unser jüdisches Bewußtsein über all das, was ihm in der Gegenwart feindlich und gefährlich ist, hinüberretlen wollen. Schon bevor der Zusammenbruch die Gefahr allen offenbar machte, erhob ein junger Gelehrter, Dr. Franz Rosenzweig aus Kassel, einen Mahnruf, durch die Begründung einer Akademie für die jüdische Wissenschaft die wissenschaftlichen Kräfte für die geistige und seelische Erneuerung des Judentums wirksamer als bisher zu machen. Hermann Cohen nahm den Ruf auf. Die Gedanken seiner letzten Monate gehörten der Akademie. Er hat sie dem Judentum als ein Versprechen hinterlassen, das der Erfüllung harrt. Trofe der Ungunst der Zeit fand der Gedanke Mittler und Helfer. Die Summen, die notwendig sind, den Grund zu legen und einen Anfang zu machen, sind vorhanden. Die Arbeit kann in einem engeren Kreise beginnen. Zwei bis drei Jahre werden hinreichen, um die Akadmie innerlich und äußerlich auszubauen und sie mit den ersten Veröffentlichungen hervortreten zu lassen. Bis dahin bedarf sie des Vertrauens, bis dahin und darüber hinaus