Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 21 (1923)
- Issue
- Heft 38 (26.1.1923)
- Date
- 1923-01-26
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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SmH » m « jawa« pwft Biairkufa Der fowyiWH» Einmarsch ln» RnhrgeRst. Wenn es Frank'elch auf den Ruin Europa» odgefetzen Hot, fo ergreift es die richtig» Methode.' Da» wir nun schon srlk Wochen im Ruhrgebiet ror uns fetzen, ist der systemaüsterte Lahnstnn. Wa» Fra, krssch wirtfitzaftlich urch politisch erreichen wird, steht noch datzin: aber wa» es «»her schon erreicht Hai. steht fest: eine Welle von choft und Erbitterung geht durch bat unter* drückte deutsche Volk, und hierin liegt ein entscheidend neuer Faktor ln der euroxäischrn Pülltik fest dem fagenlmnten FriSens^uß. Wenn. Lloyd George gesagt hat. dich der Einmarsch der Franzosen ins ZKchrgÄet das uächt gste politische Ereignis Europa» feit Jahrhunderten ist, fo hat er woR das Richtig« getroffen — oder geahnt. Aber eine» nach doch gesagt werden: Die Parteien, die selbst nie viel bessere» für den Dgncr ouvgürach: haben, al, da», wa» die Franzosen nun an uns verüben, die auch diese Gelegenheit aur Erregung der schlimmsten Masseninstlnkte gegen die Luden de* nutzen. Men gut daran, sich ruhiger zu verhalten — oder gayz zu schweigen. Ihr Protest wird bei dem Gegner keinen ollzuttesrn Eindruck machen und cidleicht da, Gegenfell von dem Hervorrufen, war er de» obfichtigt. Umso träfriger, energischer — und Wirkung» voller wirb der Protest all derer fein, die für Freiheit drr Rationen auch dann eintrrten. wenn sie nicht selber drr getretene Teil sind: D l e s e m Protest schlichen wir Juden tu» aüe vollem Herzen an. ein: „An den Wassern Dab^flons fatzm rykund weinte»... /' Eicherlich war die Statte Her Lerwüsttmg, über die ich schrich von üesstem Vodruck. Hier, begraben in Schutt wch Lehochügetn, lag alle», wi» von Rebukqdaezar wch sckner LEHerchtzast.gÄllebrn war. Wie währtzitt Rer Pnychet Re. ÄMige Zerstörung Bahy^ lvns andren ßWeWchen Ättimph Mars eigenen Bellkes varausgesagt.. Ror Mcknen Auae» lag der sichware BÄmsts der «rsüNrn Prophydung, well ichwußle, daß -hint-rr der Syrischen Wüste Gotte» aurerwähltes Volk eben jetzt dabei war, Ziem Wickler auszubaum. . - Bagdad ist in meiner 6ede immer noch mit etwas Wunderbarem verknüpft, denn anstatt ops gewöhnlichem Wch« mtt der Lahn oder mit dem Dampfer zu reisen, beförderte mich ein leibhaftiger Zauberteppich von dem rasch skchenden Tigris in einer unglaublich kurzen Zeitspanne zu den Ufern de» trügen Nil. Trotz dem Re Echndlkgkeit meine» Wuges «schreckend war, wurde dadurch doch nicht für einen Augenblick die Herr t'che Fernsicht unterbrochen die sich an diesem ereignisreichen Tage unter mir ausbrettcte. Al-; wir von Bagdad aufftiegen. kreuzten wir über dem ' igri»: und kaum hatten wir di» Sicht aus diesen mächtigen Strom vetteren. nl» sein Zwillingsbruder. der f. iptyrat, vor un» oustoucht»; ol» wir diesen mit einer, trehung gekreuzt Hutten und er ln her Entfernung zu ßvvinden begann. tmcht» tie groß» Syrisch« Düst» vor ii » auf, rn d wir wurden dem Land» der Derheitzung enlgtgkngeführt. Einmal während de» Flug» mußten wir, einer Störung am Apparat wegen', bei bin .Zeiten Hebers" niedergehen. irgendwo ln der Mitte zwischen Euphiat und Jordan. Wir wurden sogleich von einer Beduinen. Horde umringt. Re von allen Himmelsrichtungen auf Kamelen, Pferden und zu Fuß erschienen — cito Lotte, junge Frauen mb Kinder— uugmlchei, l!ch erstaurt über den Riesenvvgrl, der sich in ihr« Mitte nledergelasten hatte. Ihre Annäherung geschah jedenfalls sehr vorsichtig, und schließlich standen sie oder hockten st» in cespeltvvller Eit/erpung in einem groben Kreis um uns her. bi» dann ein alter Scheck, kühner als Re übrigen Mut genug faßte, uni vvrwSrI» zu gehen und eine Schwinge des gigantischen Vogels zu berühren wagte Dann, als da» fremdartige Ungeheuer weder hackt« nrch biß, .noch aufflieg oder.zuschlyg, schwörmlen auch R< übrigen vorwart», alle voll Rsugier md Begiedre, in geschlossenen Gruppen zu prüfen. yrao für ein Dämm: unter ihnen erschienen wärr. ettrq ein sicher, wie er in den Märchen von ^tausend und «ir e Nacht" beschrieben wird. Sie zrigtm M olle meist freunrl'ch unk brachen nur in Rufe de» Erstaunen» m d der Bewunderung au», als ste heimllch und verstosflrn Blicke uittcr Re große Maschine zu tun wagten. Dies« Zustand glücklichen und kindlichen Vertrauens wurde i.dcffm auf überraschende Art uyckrbrvchep. al» die Ma.chir.c plötzllch ihre Ptopdler zu schwintzrn begann urb bet 1000 Pf«detrast^4W»rpt »Mp fKschtboren Lärm verursachte, gercche al« oh HlWerte von Maschinengewehren zu einer Salve aHgeschöjsrn würden. Me danach aüsbrechende Pan» spottet jÄer Beschreibung. Frauen kreischten, Rinder Männer siele- Übereinander in ihrerH^tWrHkoDknm:arabisch- Stxettrosse. durch Pett'chrnh^e aygeßmert, brachen audem GeMtsrreiS. vM ^umpen.Rajnüen mUgenflen Re vor Schrecken ghckksten, als ste vor dem feuriger Üngcheuer flohen: ^": ' Als indessen diese unrersälschlen Söhne Jsmäelc- M überzeugt hatten, daß ^c:r DLmpn -keineswegs Bl-: . jpuSte, sondern nuv erschreck lich .lärm ende Worbcrcitungep traf, seinen Flug M beginnen, hielten sie ein und lachten laut über Ihre eigene polnische Blamage. . Ei« zauberische.und veteinsanite .Vegend ist dic Syrische Düfte, und es war ein. der Freude, fast des Heimkehren«, alsich einige StimdeNspäler die Hügel Judäa» vor mir sichirte/ünd zur -Rechten davon den Berg Hermon. ' Ich blickte' hernieder aus dieWgel der Moabtter, oiüleicht auf Pisgah, NMyg WWWHßje. and, als wohl? Sing ihm: „Ergieß über sie deinen Zorn und der Ausbruch deiner Wut treffe ste." Lehre ihn: .Heil dem, d« dir das vergllt, wa» du uns getan» Heil dem, -er deine Rind« am Fel, -«schmettert." Sprich ihm vor: „Alle» Böse komme vor dich und vergilt ihnen, wie sie mir getan." Rennst.dy diese schönen Lieder? Rur keine Liebe — du bist ja nur eine Jüdin . .. tUebertragen ron Benno Rohn.) Etwa» über moderne Synagogen. L. D« Rabbiner von Dresden, Prof. Dr. W i n t e r, erzählt: Line» Tages erbat sich ein Professor am Dresdener Teckmikum die Erlaubnis, mit seinen Schülern Re Synagoge zu besichtigen und bat zugleich den Rabbiner. Label zu sein. Es geschah so. Der Profestor zeigte seinen Schülern die von dem berühmten Baumeister Semper erbaute Synagoge und erklärte ihnen dabei den Baustil der Synagogen. Zum Schluß bemerkte er: an dieser Synagoge sind zwei Fehler, die gegen den richtigen Synagogenbaustil verstoßen, Fehler, die nicht Semper schuld zu geben sind, sondern von diesem aus Wunsch der Gemeinde zugelassen «erden mußten. „Sehen Sie", sprach er zu seinen Schülern, „da oben ln der Frauengalerie müßten Gitter sein und hier unten ln der Mitte gehört da» sogenannte Almemor hin, von dem au» die Thora vorgelesen wird: in der Mitte, damit auch wlrNich Re Thora von allen Selten her gehört wird." Und er fügte hinzu: ,,C» ist ein Jaminer, wie charakterlos in d« modernen Zeit Synagogen gebaut werden"^und indem « gen Jahrhundert» erbartte Mflagyge imtt.MMrn der Gemeind« bezeichnete, b«mertte er: ,Lch «Mmich verpflichten. au» dieser Snagöse ohne vlele^Lendttungen in kurzer Zeit eine protestantische Rirche zu machen." Llterarrscher Anzeiger ich da» «eit» Panorama überall blickte» da» sich »v.i, Libanon bi» soft znm Golf von Akado und weithin dj» MM Lußersien Meere ou»dehnte. stellt» ich fest, daß ich üb« »in etwa zweimril so grvßeo Gebiet blickt. dt, da» dem großen Gesetzgeber im Traum erschienen Mose» konnle vielleicht von Dan kn» Berseba schauen, und der tzerrehatt» ihm verheißen, daß diese» Land ins Erbteil der #it:ber Israel fein sollt», von meirer cr» ß höhlen Ctclltwg au» konnte ich, wie ich schon sestgestellt - .Hobe, viel m»er bilden, und e» erwachte etwa» in mir. al» ob dereiW der Tag kommen würde, an dem di« Kinder Jsrar^, die Tumzen ihres GeRet» vlAlckcht Rel - wett« fieckettlwürdvn. ol» über das GeRet, da» mir heute orzuftt Lien ver,Mnnt war. 4 Während )ch noch darüber nachkann, «blickte ich plötzlich den ^.drdanstrvm wie ein» gßoße Schjauge tu.« :tt mir. Unk« alten «Schlachtfelder —. die Felder, m-f denen dir (taAnt Israels^-tapfer für die Wisderhet lung Palästirvs grfechien hatjen — lagen offen vor . nir und ers' tüen mich mit igitemder Freude. Ta» Mello^a ur.d all sein« Benvöstung erhob sich ,ivch einmal chb dem Blick» und ich war froh, weit g<> .iug von dieserHtbschculichen Dernichiungostätte eni e:. t zu sein. Wer »ein Buch „Mil den Judean» ln Palä« sttna" gelesen ydt. wird mich ganz »«stehen und mit mir fühlen. ' Jeiicho, bleßjtabt der Ebene» tauchte neben uns auf» und Re ungasioche Dildni» von Judäa breitet« sich in ihrer nackten^insruchtbarkett ror uns aus.'Dann erhoben sich die Turmspitzen, Lome und Mlnarei» von Je-,.. mlrle.n, u« bald waren wir über der heUigett Stadls' von der jeM Umrißiinie sich klar im hasten SönneiW schrin abzelchnete. - Die ollgemeiit« Unsnrchtbattkeit war der hfmÄfjtz-.: chendste Zug der ^ranhHaft gewesen von düyWphM : blick an, da wir den Eujchrvt überschütten:hMn..Ü» . wir die Hugcl Judäa».hinter uns ließen,. MosHr iD- -inen Gegensatz trafen unsere AUyen Wer^nWl^HMM in diesem behatzllchm^>ch^RrkMOti''WchWH!WßM man Ackerbau, Weihkgrün, Bäumii, Weg» und^^ bahnen sehen, 'währeitd die blaue See an feinen,. :nttang schimmerte. , '; ' £ Wahriich, von Dan U» Ber'c-Ha, sah uns «n in7 jÄKHr yinsicht i begehrenswert« Land eMeßry,. W^in ^den -Wirzen' drei 'Jahi en, seit ich cs verlassen hatte» mHer.5 videntjliche For ffchrifte gejnacht zu >HWH. " war erfreulich,- Ctädte und Lö^r^ wleHüW: Ti koah und -Tel .Amiui. chk Oivngen^Magen UM gärten von RijchonT»DcmMiß WWMgHW von Rechvboth altMWn zu sehÄr I MMMg für, daß jüdische AMMscheMGUunhW' Kapital reichlich und M guten Zw«ch»7.ÄMeD den waren, fett ich ^chßch?yeWkchid^Hm;M^'"'^ ten Mat gesehen hättL- Räch Süden, wir läng» Rr iffiste ütz« Gaza^^^^nied«:^ aller Lager-Grund, bei -Rasa in SW, unhifo^vWp^en wir un» zur Vase van Ct Arisch, quer hüM M MKyl- Müste» über. Heu Suez-Kanal und landeten dMsW, käho. an. de» Ast»« Alle» in allem war mes für mich. .Rw ÄtKWWnßp 'anter und wundervoller Ausflug, schvdhl hinstchlli^ der Schnelligkeit, mit-der wir reift«n, alL aM)liWen^ des herrllchen Panoramas, von dem-nM der^Wechi teste Teil der Dlick war, den ich au, der vogelMu^>5 hatte aus das Gelobt» Land werftn dürsetr.? Welt- Felix v. Lüschqn, Völktze. Lost«. Kproch«»- verlag Berlin 19». Der Drttvertog wcmdte sich an v. Luschan. mit der Dittc, »ln drm Laien verständliche» Handbuch Dber die Rassensragc zu schreiben, da» ihn ,Fb«r den ganzen ,Komplex der Pro. bleme ln populärer" — und doch wWnschastlicher — ..Form unterrichtet". Der oerdlenswolle klnthröpolögr^ Ist dieser vu> gäbe in säst l-orbitdlicher Wels« gerecht.geworden. Jin La«> seiner sehr überzeugenden Auslührungen zeigt , er die , Oberflüchlich7ett der ..rassenkundlgef" Dilettnyten. Er widerlegt die Leg nde von den an sich minderwertigen Rassen und deckt srrnerhiil auf, daß es ebenso unsinnig ist. pan einer.^rischen Rasse zu sprechen, wie von einer loNLkäpsigen Grammatik zu fabeln, Begrlff», di» in ihrer UmnSgiichkelt burdjauj ein. ander korrespondleren". von speziellem Jntereff« für uns!,« sein« Behandlung des jüdischen Volk«,. «, stellt seiner M einung noch di. Der- Mischung dreier Typen dar, de« armenoihcn (die Adlernase ist armenisch), de» semitischen und n^rdeuropläsch-n. Auch auf Zionlemu« geht v. Luschan «In. yhm selbst steht er ..ganz kühl gegenüber". Sein« Ablehnung dt« Lloulsmu, wird in ca. 20 Zelle» begründet, sodaß man mit Bedauern feststellen muß, daß er tn diesem Punkt von seiner sonstigen, «vhldurchdachten und umsassenden Argumrntalion obweicht. Aber dennoch: alle» in allem könne» wir ihm und dem Verlag sür diese» Luch nur dankbar sein. E» sollt« in keiner Bibliothek «ine» gebildeten Juden fehle». — ,v Sfftj» 'z*i Sitzung Rer Gemei.'Levektretung vom 17. Jauu« IVS.^ A Zunächst wt.rien eine Reihe von Vorlagen, da» Steuenvesen der Gemeinde "betreffend. etlchM Die Avvgestaliutig deo Steuerbüros und'vis 'AüstÄWfMn:''f' Hil'skrästen wurde beschloffen, sowie die Crhcbüntz einer Äti tusfteuer für 1022 von 1556 der L>..rrmmensM«r , 1021 und eine Ergänzungssteuer im fünfscchen. UrlW ^! der Kultussteuer. Bel Zenstten, deren ElnkommsyßchWÄ für 1921 den Betrog von 10000 Mark nicht'WksteMMM soll der Borstand eine Degreffion oder Freistellung her-i.^ beiführen dürfen. " < Zu einer längeren Debatte führte die Frage der Aue-, Zahlung der Gehälter an die Lehrer der PhilaMroMsE Bon verschiedenen Seiten wurde «in« in der-Tqg?»-^ press« über diesen Gegenstand veröffentlichte Notiz cküssI schärffte vemrtellt, während Herr Dr. Hirsch deck Stayh-f punkt der Lehrer verteidigt« und deren Nottage^ sch'l^ derte. Cr wie Herr Jakob Wolfs verlangen baldige Re-Ej Vision der Schulordnung. . v Im Anschluß an die öffentliche Sitzung fand eine tticht öffentliche statt.