Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 20 (1922)
- Issue
- Heft 20 (30.5.1922)
- Date
- 1922-05-30
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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20. Nr. 26. :rs L cmlnn leschä x' fiel ritätc egrüß icnige echilii ratür: wieder versinkt, eine eigenartige, geschlossene Kultnrwelt vor der Gemalt der Zivilisation. ' JäStscheS Matinee. Im Atittelpunkt des zu Gunsten des Jüd. Nationalfonds verstalteten Matinees stand der Bortrag Ernst Siinons's über „Heinrich' Hein«". Man ist daran gewöhnt, an der Zerrissenheit der Seele Heines und beim Widerspruchsvollen seines Lebens verständnislos vorbeizugehen. Ernst Simon belehrte jedoch seine Zuhörer eines Besseren und zeigte damit, daß er an.'der- Seite des unvergeßlichen Rabbiners Dr. Nobel in wenige» Jahre» tiefe Einblicke in den Geist und in die Geschichte des Judentums und ein durchdachtes Verhältnis zn den Erscheinungen des jüdischen,Lebens sich erwarb. Leider können wch hiev nur. einige Striche vonr äußeren Rahmen des Bortrages geben. Simon schilderte zuerst das Phänomen Moses Mendelssohn, der in sich den Rationalismus seiner Zeit neben der Tradition des Judentums vereinigte, zwei Gegensätze, die vielleicht einmal. in einem rbauil außergewöhnlichen Menschen wie Mendelssohn »eben ein- * ander bestehe» könnten, sonst aber katastrophal wirken »inßten und auch wirkten, denn unter diesen Auspizien »ahm die verheerende Assimilation ihren Anfang. Auch Heine wuchs in einem Hanse auf, das einerseits die jüdische Tradition noch formell lebte, andererseits im Rationalismus! der Zeit dachte. Eine solch' feine' beschwingte, begabte Zeele, wie sie Heine eigen war, suchte nach Einheit und Kraft. Er suchte sie zuerst im Judentum, indem er sich dem herein für Kultur und Wissenschaft der Inden" anschloß. Doch der Verein stand so abseits dem lebendigen. Judentum, daß Heine ins ihm keine'Genüge finden konnte, "ttebrigens ließ sich diel Mehrzahl der Mitglieder des Vereins in kurzer Zeit taufe». Auch Heine ging diesen Weg, doch ans der Sehnsucht. nach Einheit und Kraft. Er, der fjrti b?nx religiösen Sozialismus eines Saint Simon anschloß und die soziale Theorie seines Freundes Marx skeptisch beurteilte, hat mit diesenr religiös ^orientierten Sozialismus gezeigt, wie nahi." er dem Judentum, ohne es zu wissen, gestanden hat. In inanchen wenigen Augenblicken leuchtete ihm. die Größe des Judentums auf, — doch er war das Opfer feiner Zeit. In unseren Tagen hätte er sicherlich den Weg zmn Judentum gefunden. '5 Der künstlerische Teil der Veranstaltung bestand aus Orgelspiel, Gesang des Kammersängers H aus Erl und Rezitationen der Damen Saga» und B r 0 d. ge« st. de sr.sol!s. Di ts 'da Juden a l i k :r Di ' Schü sta-g Lehll '. All! te vv! ndetei nossen »fessor k -187: Stell tiona runPs r h V c aus Buhü' utttwr Fische! sowoh erfolg« s.,Ta> Jahr, in de - .Präirts r. de Chor marist i> altuni e jetzt shNUNj Gesuc •m<a 0 des 1 eine« samilii geben ließe» samilii legte, if che N-Zen m bo - f 'S os . bl zurück. l. eil t 7500 Ruhe- 1 Rab. Seittt q1 ä Si FriÄ. Shnagogen-Konzert. Das Programm des ersten Synagogenkonzerts, veranstaltet in der Synagoge Königsteinerstraße, konnte, wenn muh leinen Ueberblick, so doch einen Einblick in nnserq mnsilalische Entlvicklung vermitteln. Das bereichert sicherlich unser Kunstempfinden, belebt unsere künstlerische Produklion und stärtt das Bewußtsein Unserer Eigentümlichkeit. - Die Darbietung zeigte außerordentliches Niveau: Frau Jr.min gs voller und edler Sopran bot das „Johsschimchö" (in der Bearbeitung vv» Lewaudowsky) und ließ ahnen, welche Farbensülle, welcher Klangreiz dem Hebräischen eigen ist. FrU Schmuck ler spielte warm und be- Kondltorei und Caf<& j Plu Laabenstein Hohenzollernstrasse 18. Telephon: Hansa 985. Sp ezialitSt: Ananas-Törtchen und Pralines. statd Ischen . Zivil des i« -Fels > Nach ct-Log« istischai aiionsd über Blu Vilnoer rradez» ch va> nd dil M tilSUv Jedem das Setnige. Roman von M. Pulvermann, l - (Fortsetzung.) Er chlhu sich' mit dein seidenen Taschentuch über die feuchte Stirn. „Ich 'wußte ganz genau, welche Aufgabe ich^ mir-stellte, als ich zu Ihnen kam, falls Ihre ^Bemerkung' dahin. zielen sollte, daß ich nicht bei vollem Verstände bin," rief Klaßner,. den jene Worte , in Gärung' versetzt!, hatten. „Ich werde sogar Ihr Kompliment über mein forsches- Draufgängertum gern annehmen, weil es mich als einen Menschen bezeichnet, bei dein man es sich ziveinral überlegen sollte, ehe man mit ihm anbandelt. Und jetzt, da Njir beide genau luiffeit,' wie wir miteiiianbfec sieben, will" ich Ihnen iM guten Glauben, ohne Hinterhalt sagen, daßj ich es bin, der Alice Mahlow heiraten wird und 'nicht Sie. Ich weiß Koar nicht, wie ich'Ihre Anspielung (auf Kleinen Beraf -aufsaffen soll, aber daran liegt m.ir sehr svenig. Nur will ich die günstige, .Gelegenheit, die sich, mir hier bietet, nicht vorübergehen lassen, bevor ich Ihnen und- Menschen Ihresgleichen gezeigt, daß Ihr alle iM Euren Millionen," unbewußt ahmte er Burgers Sprechweise - nach, „in geistiger Hinsicht tief untev uns'Federfuchsern steht, und daß nicht alles nach Eurem Geldsack geht. Das bin ich meinen Berufsmid Standesgenossen schuldig. Wie bereits, erwähnt, Ihnen persönlich trage ich nichts nach, nur trifft es sich unglücklicherweise Zur Sie, daß-Ssie ein Exempel jener Klasse bildest!)" Burger warf, den Kops zurück und lachte injit gurgeln? der Stinune. - . »Ich glaubees gern, daß Sie ans uns Menschen mit dem Geldsack etwas scheel blicken. Die Trauben sind wohl Wer?" , - - . , ^-"Klaßner inachte eine verächtliche Bewegung,, zwang sich aber , bäld wiederzicr Ruhe. „Sie irren! -Ich'' wxnigsixns bin zufrieden mit dem. Uns ich besitze. Ich bin «ns den Rcichtmn nicht neidisch »nd wiißKnstig, Freilich bin ich mir bewußt, daß das 1 lerne sich nicht imr durch-Meißel, Pinsel oder Feder be- Inndet; — Gold ist ebenfalls gemünzter Verstand." . Burger lachte wieder. ,/Das haben Sie sehr schön-gesagt. Sic sind wirklich nicht auf den Kopf gefallen. Sie sehen! ein, daß Sie mit den Krallen nicht zum Ziele kommen, darum wollen Sie es jetzt mit den Smninetpfötchen versuchen. Sthchnf.es?" . , 1 „Sie irren sich abermals!" rief Klaßner mit glühenden Augen.- „Ich habe nicht die geringste Neigung, Neue Jüdische Presse. herrscht einen Biolinsatz Max Bruchs; die Oberkantoren Fleischmann und Scheuermann brachten uns mit prächtiger Stimme alte Synagögengesänge nahe; endlich ergänzien die Orgelsolischn Würzburger und Landmann und der Ehor unter Frank Rothschilds! Leitung die vornehme Auswahl feltener musikalischer Genüsse. Wenn wir. auch den erlesenen Wert der Darbietimg anerkennen, so müssen wir doch betonen, daß die Wahl des Raums für die Synagogen -Konzerte weder die religiöse, noch die künstlerisch^ Seite in ungestörtem Erleben ausschwingen läßt.-Die Synagoge wirs prosaniert; das Kunstwerk durch ihre wesensfremde Elemente verzerrt. Denn es ist töricht, Kunst und Religion, schlechthin gleichsetzen zu wollen, weih beide die Seelen läutern und mit dem Drang nach Ewigkeit beschwingen. Zumal innerhalb unserer vornehmlich durch Ethos bestimmten Religion kann Kunst mir eine untergeordnete, dienende Steliung einnehmen (ohne daß man> die Religion deshalb kunstseinctlich heißen müßte). Schöpfungen, ganz aus dem Gemeinschastsbewußtsein erlvachsen, die in höchster» Maße jüdische B 0 l k s k n,1 st wären, deren aesthettsche Fülle n >c r dem Religiösen zustrebt — solche Schöpfungen fänden von selbst in der Synagoge Eingang; denn es liegt ursprünglich in der Idee' der Synagoge, daß sie Schauplatz aller jüdischer Angelegenheiten ist. Die im Shnagogenkouzert gebotenen Werke waren — abgesehen von den älteren Kültgesängen — 'Ausströmungen individueller Sphären, mehr oder iveniger gefärbt von distanziertem Empfinden Vereinzelter, sreinden Einflüssen angepaßt. So iverden uns Perspektive» für eine Kunst, die iin Gemernschaftsleben organisiert wurzelt! Und sind wir erst mit ihr gesegnet,' dann darf die Synagoge Ort anch des künstlerischen Gottdienstes sein. Alfred Jacob. GemeinSevertrelung der Jsr. Gemeinde. Die Gehälter werden ab 1. Mai gemäß de» Ge- -haltssähen der preutz. Staatsbeamten erhöht. Die K a s n a le i n n ahm e n der Rabbiner soll abgelöst »nd die Rabbiner als Entschädigung für den Ausfall in 'Klasse 13 versetzt werden. Die Angelegenheit wird der verstärkten Finanzkonunission überwiesen. Beim Kapitel P s i i ch t st n n d e n z a h l lag ein Brief der Kantoren Levy und 1 Scheuermann vor. Dieser Brief bemängelt,.daß der Angestelltenmisschuß nicht herangezogen worden ist- und ertläri die niedrigere Honorierung der Kantoren-Religwnslehrer für unberechtigt. Dr. Hirsch und I a c. Wolfs trat warm für die Sache der Briefschreiber ein, während von anderer Seite geäußert wurde, daß man nicht, aus einem einzelnen Falt die Besoldnngsordmingl durchbrochen sehen will. Die Besoldungsordnung wird cmgenonunen und die?lngelrgenheit der Kantoren in die Kommission verwiesen. - ( (Schluß folgt.) Rotizr».? Das Sch 0 wn ans - Ler nen des Talmud-Thora- Vereins findet ^Donnerstag, den 1. Juni, abends 10>(. Uhr, in der Aula der Religionsschule, Hermesweg 2ö/27 statt. Jnc T a 1 in u ü - T h 0 r a - B e r e i n (Hörsaal Börneplatz Synagoge) Smnstag, den 3. Jmci hält Dr. Rabin am.2. Tag Schvwuaus abends kH/2 Uhr einen Bortrag mit dem Thema Mattan tau roh. Teilnahme von Damen ist erwünscht. Ihnen zn grollen oder zu schmeicheln. Wie ich Ihnen bereits sagte, werde ich Alice-Mahlow heiraten; damit hören ja alle Beziehungen zwischen Ihnen und mir vollständig auf. Ich wollte vorhin nur andeuten, daß, weil das Gold Ihnen eine gewisse Macht innd dadurch ein geioisses Recht verleiht, es doch, nicht Mehr als billig ist, daß Sie auch gewisse Pflichten übernehmen. Meinetwegen genießen Sie bis zum. Ueberdruß, verschafsen Sie sich alle Freuden und Vergnügungen,-die für Geld käuflich sind; aber suchen Sie nicht die ganze Welt zn -beherrschen mid jeden Ihre Macht fühlen zn lassen. Glauben Sie nur nicht, mit Ihrem Gelde auch die geistige Selbständigkeit, anderer unterdrücken zu können! ). Sie glauben, schon alles getan zn haben, wenn Sie von Ihrer reichgedeckten Tafel hin. und wieder denk Hunde anch einen Knochen hinwerfen. Oder haben Sie schon jemals versucht, sich zn der Höhe Ihrer Verpflichtungen, Ihrer Verantwortlichkeit aufzuschwingen? Ist Ihnen denn schoii^.jeinals der Gedanke gekommen, daß Sie nur dann . Ihren eigenen Fortbestand sichern, wenn Sie auch die Welt um sich bestehen lassen? Haben Sie versucht, mich und die Menschen meiner Klasse zn verstehen, einen Einblick in unser Schassen zu erlangen, da doch Ivir allein nur geschult und befähigt sind, den Wert jener Dinge, außer dein Golde, zu erkennen mid die Vorgänge des Lebens richtig zu bewerten.? Wer hat denn die Schätze der Natur Ihnen zugänglich gemacht, wer die, Kraft der Elemente in Ihre Dienste'gestellt? Wer hat neue, Weltteile entdeckt wld Ihnen den Weg zum Reichtum gezeigt? Sie, die Genußmenschen, oder wir, die Darbenden, die Denker und Forscher?" - »Fahren Sie nur ruhig weiter fort," sprach Burger,^ sich vergnügt die Hände reibend; „Ihre Schwär,nerei gefällt mir außerordentlich ^gut." Diese Worte brachten Klaßner wieder zn sich. Ruhig fuhr erfort:- . ' „Ich betone nochmals, daß ich jetzt nicht persönlich spreche. Ich halte Sie sogar mich sür einen ehrlichen Menschen, den das Geimßleben doch nicht vollauf befriedigt. Wo .aber Alice Mahlow in ^Betracht kommt, da inuß ich meine Person höher als. die Ihrige bewerten, weil ich fiir sie denke und ineinen »Geist 'anstrenge, währe,^ Sie aus Ihrem, Geldsack misruh'en; sch enthülle für sie die Zeichen des Hinsmel^, tvährond Sie Ihre Nase in deq StÄlh., vergraben."- v ~ . „Jedermann nach seinem Geschmack," erwiderte Burger achselzuckend." , ' ’ ' v - Seite 3 Letzte Neuheiten von Nachmittags- und Abendkleider in Wolle und Seide. Waschkleidee und Wasdtbfoseu. Hans Nerger, Hochstr. 26 pt Nach langjähriger Unterbrechung fmdet Freitag früh 3 Uhr in der Hauptsynagoge eine Mädchenkonj irination statt. Wir hatten schon gedacht, daß diese der Kirche nachempfundene Neueinrichtung wieder aügejschasst worden wäre. Den» die Barmizwoh bedeutet keine Prüfung in den Glaubenslehren — dies ist dem Judeq srenid —, sondern den Eintritt der Verantwortlichkeit des Knaben vor dem Gesetze, welcher Mt bei den Mädchen: bereits ein Jahr vorher stillschweigend in Wirksamkeit trat. In unserem Zeitalter der Mischehen und der Tansen sollte man doch besonders ängstlich ans die Hochhaltung der Eigenart des Judentums bedacht sein. Ara»rk«r»er tBetmtftaUnngeiw T a I m u d -Thora-Verein (B: Dr. Braun, G: Groß, L: Lipinsky, U: Unna, T. Tnrtschinsky, Q: Qelbaunr, B: Versicherter) Hörsaal Börneplatz. Samstag, 11*): Schnlchan Aruch (U), 3»/»: Raschi (L), nach Acincha: Schüler-Vortrag, % Std. v. N.: Miko (U). Sonntag, »ach Schacharis: Mischna (G). S3A: Schnlchan Aruch (L), 1>>/-*): Gemoro (U). Montag, nach Schacharis: Schnlchan Aruch (11), 6lA: En Jakanw (U). Dienstag, nach Schacharis: Mischna (G), 8>,(. abends!: Newiiin (U). Mittwoch, nach Schacharis: Mischna (G), 6*A: Chauwaus Halewowmis (B). Donnerstag, nach Schacharis: Schnlchan Aruch (U), 8h-*): Gemoro (U). - Freitag, nach Schacharis: Mischna (G). Kurs s. Dmnen: Mittwoch,!>'/,: Dinim (U). Fortbildung siirjunge Leute: Samstag. Sonntag, 3h», Montag/Mitttvoch, 7>/» abends, Montag. 7 Uhr früh: Geinoro (U., G. n.. T.). Fortbildung siir Knaben. 15 Stunde» wöchentl., Samstag, Btontag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag. Freitag (ll., G-, V.. O.). Ez Chajim (Dozenten: Liverhant, Turcinski Temersohn, Schereschewsky), Kurse in acht Klassen und einer Borbereitungsklasse in Chumesch, Tefilloh, Mischna, Gemoro hauptsächlich für Schüler hiesiger Schulen, Zahl der erteilten Stunden 71), Unterrichtslokale Hermesweg 27 a und Unterlindau 23 b. Sonntag, U/»—IVe « Montag—Donnerstag. 2»/»—8'A „ S amtag, 2^/2—5 ' ’ Montag, Dienstag, Donnerstag. 5'/»—7h» d Samstag, 5»/»—6»/4 » Aus dem Rutzlaud der Zareuzeit. Gräfin Kleinmichel schreibt in ihren jetzt erschienenen Erinnerungen: *) Religionsschule .Hermesweg 27. „Jawohl, und jede Frau ebenfalls, folglich auch Wice Mahlow nach ihrem Geschmack. Burger, bedenken Sie doch, an Ihrer Seite geht das Mädchen zugrunde, cur Meiner aber wird sie sich noch -des Lebens erfreuen. Das aber gibst mir das volle Recht, die Forderung an Sie zn stellen: Geben Sie Miee frei, damit sie meine Frau werden kann!" ... Burger sprang mit einem lauten Ausruf auf, den man als ein tierisches Brüllen hätte bezeichnen können. „Ich Alice aufgeben! Da können Sie lange zappeln! Mensch, was verlangen Sie von mir! Sie smd 'aus dem Holztvege, wenn Sie glauben, Adolph Burger mtt solchen Narreteien nasführen und zudecken zu können! Ihre Zunge scheint auf gut geschmierten Rädchen zn laufe». Mich aber werden Sie doch nicht übertölpeln!" - Er wurde etwas ruhiger und fuhr dann fort: „Es tut mir Jett), Klaßner, daß wir beide, so auseinanderkonrmen, aber es ist Jl)re eigene --schuld. Sie find jetzt'.aufgeregt. Soll ich Ihnen vielleicht eine Flasche Sodawasser kommen lassem?" ' „Burger geben Sie Alice frei. Geben Sie ihr ihr Wort zurück!" - - „Ich werde es bleiben lassen, und sie Mutz, ihr Wort ebenfalls halten." > , Ohne ihn noch anzublicken, verließ Klaßner das Zimmer, schloß die Tür teise hinter sich, während Burger, er wußte selbst nicht, geschah es aus Abneigung, oder Bestürzung, keinen Versuch machte, ihn zurückzuhalten. Aus der langen Heimfahrt hatte Klaßner Zeit genug, über 'das Resultat feiner Unterredung nachzudenken. Erreicht hatte er eigentlich nichts, ja, noch weniger als nichts. Er hatte alle seine Pfeile verschossen und war waffenlos' zurückgeblieben. Dennoch hatte er nicht -das Empfinden eines Mißerfolges, weil er doch das Resnttat schon iM Voraus geahnt chatte. Burgers Antwort entsprach ganz den Eigenschaften seines Charakters: unerschütterliche Festigkeit. Alices Widerstreben, seine eigene Ueberredungskimst, das waren für Burger nur alltägliche, unbedeutende Hindernisse, die jener ohne große Schwierigketten überwinixn konnte. Er wäre ja auch nicht Adolph Burger, wenn er vor solchen Kleinigkeiten hätte znrückweichen -sollen. Das war ja auch für Klaßner der Grund gewesen, die weitere Verhandlung abzubrechen, weil er wußte, daß er es mtt einem Gegner zn tun hatte, der entschloffen war, das Feld zu behanpkn. und den Sieg davonzutragen^. (Fortsetzung folgt.) '/