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Neue jüdische Presse · 1919-09-19 · Heft 37 (19.9.1919) · p. Seite 8

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
17 (1919)
Issue
Heft 37 (19.9.1919)
Date
1919-09-19
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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V 6«te 8. Neue Jüdische Kresse. Nr. 37. bittbt für seine Kranken. : . ' . : _ _ . . . ... . Ununterbrochen und trotz der Nöte des Krieges, die kaum irgendwo so sehr, fühlbar waren, wie in Jerusalem, h«t das „Schaare-Zedek- Hospital“ zum Wolile der von Krankheiten heimgesuchten jüdischen Bevölkerung Jerusalems gewirkt. Die untenstehenden Angaben der Leistungen des Hospitals während der Kriegsjahre, sprechen mehr als Worte für die Bedeutung dieses Liebeswerkes. Nicht für die Gesunden bitten wir, * ,,W^° wir flehen für schwerkranke Menschen, die hilfesuchend all unsere 1Pformten klopfen! "MW ' Möge darum ein jeder in dieser ernsten Zeit durch reichliche Spenden das Reinige dazu beitragen, dass wir unser segensreiches Werk fortsetzen können, welches bei der herrschenden Teuerung mehrals je für seine Existenz zu kämpfen hat. Angesichts der ernsten Zeit, machen wir namentlich auf unsere Ge'dächtnisstiftungeu aufmerksam und bitten die Bedingungen eiozufordern. . Der Vorstand des Allgemeinen Jüdischen Krankenhauses „Schaare Zedek“ in Jerusalem. September 1§19. Verwaltung«»!!* Frankfurt am Main. Postscheck-Konto des Allgemeinen Jfidischen Krankenhauses „Schaare Zedek“ Frankfurt a. M. No. 7785. Schriftführer: Herr Emil Golds'ehmidt, ßöderbergweg 63. Kassier: Herr Karl Mosbaeher, Vogelsbergstrasse 32 (i. Fa. Carl Pessel & Co.) i Aus den Berichten der Betriebsverwaltung des Allgemeinen jfidischen Krankenhauses „Schaare Zedek“ in Jerusalem. Es worden verpflegt: Im Jahre: Personen: zus. Verpflegungstage: 1911 durchschnittlich 570 durchschnittlich 11381 1912 1913 1914 1915 1916 1917 1618 5-70 570 1028 1028 1028 1881 1161 11381 11381 14098 14093 14093 18106 16909 Gleichzeitig in der POLIKLINIK gratis behandelte Fülle. rund 8000 .. .9000 16000 .. 19000 .. 22500 Spezial-Uebersicht der Erkrankungen und Heilerfolge - a) an Fleckfieber im Jahre fl915 von 76 Füllen 56 geheilt 1916 . 734 „ 524 1617 716 611 1918 232 „ 188 „ 1919 (I. Quartal) „ 43 „ 38 „ b) an Genickstarre 1917 von 40 Fällen 18 geheilt 1918 „ 144 „ 59 1919 (I. Quartal) 23 11 „ ‘Alle diese Leistungen waren unter Valuta- und Teuerungsverhältnissen zu bewältigen, die zu den schwierigsten zählen, die je dagewesen! Zum Verständnis diene folgendes: Unser Verwalter ans Jerusalem schrieb bei Ausbruch des Krieges u. a.: . - . . Der Wert des Silberfrancs, welche hier eine gebräuchliche Münze war, wurde sofort auf ca 85°/0 heruntergesetzt. Die Banken weigerten sich, von auswärts gekommene auf hier trassierte Schecks einzulüsen; nur einige kleine Schecks löste sie zum Kurse von 90°/0 ein .... die wichtigstem Artikel zum Leben sind in Händen der Kleinhändler (fellachische Bauern), die nur Gold oder'mindestens Hartgeld (Silber)- annehmen! Höchstpreise gibt es hier nicht! | Ein Be i-ra» ielder Folgen! Nach einem Schreiben unseres Verwalters fom 6. November 1916: ., . . Kaufe ich nnn z. B. von ‘einem Fellqjhen 10 Kantar Brennholz zum Preise von 66 Piaster (ein tfirk. £, hat 100 Piaster) so berechnet der . Fellache — wenn ich Gold habe — den Napoleon mit 88 Piaster, also für 660 Piaster 7% Napoleons d. h. Frcs. 150.—. Habe ich kein Goldgeld, so'nimmt er bestenfalls jede türk. Note nur mit 40 Piaster; in diesem Falle also fordert er dann Frcs. 375,16 cts. Auf diese Weise entspricht heute hier ein Napoleon einem Wert von Frcs 50.— (anstatt Frcs 20.—), ein engl. £ ca. Frcs. 62%. So wie ich das Beispiel mit Holz gebracht habe, so verhält es sich auch beim Einkauf anderer, sowohl im Grossen wie im Kleinen, sowohl hei Hühnern, Eiern, Miloh, Gemüse etc. als auch bei Grossvieh etc. Valuta-Gestaltung! Ein türk. ■£ gleich 100 Piaster, normal ca. Frcs. 22.- 1914 Frcs. 22.— sank 1915 auf Frcs. 18.— ah 1916 Mitte März von „ 16.85 bis „ Ende April auf „ 12.60 Ende 1916 auf „ 8.— Anfang 1917 auf „ 7,75 Ende Oktober 1917 auf „ 3.60 wert. Biese Verhältnisse haben sieh in demselben Masse verschlimmert, wie die Valuta sank* Beispiele der P r e i s g e stal tun g während der Kriegsjahre! - per Kilo Mk. 1914 1915 1916 1917 1918 1919 . Schwarzbrot » » —.30 ‘ —.40 —.95 1.40 bis 4.— steigend —; - Bös „ „ —.40 1.55 2.76 —.55 —.77 —.93 , , Zucker „ „ —.44 1.05 5.20 —.60 1.30 1.33 Kartoffeln „ ‘ „ —.15 —.30 -.70 — - — T- Bohnen „ „ >—? , 2.10 1.40 1.80 .. Erbsen . „ — — 2.10 5.75 ' — Unsen- „ — — 2.10 . 2.36 —.83 . Eier „ stack — —.4>A 0.04% -.80 — - — ■ - Chinin snlph. „ Kilo 52.— 165.— 800 — — — — i Antipyrinersatz 2L30 60.— 70.— — . — — -Aspirin „ „ ' 6.—. 40.— 60.- — — — Köhlen „ Tonne 80— - 200.— — — — — . Petroleum . st Liter . —.30 2.70 5.80 p. Blech ~ (14,4kg.) 50- 10.68 Spiritus 'M '' —.60 2.55 4.60 — “ Seit der Besetzung Jerusalems ist zwar eine erfreuliche Besserung in Bezug auf epidemische Krankheiten eingetreten, insofern, als durch die Schaffung hygienischer Verbesserungen, wie „VVasserleitung“ und durch die bessere Zufuhr von Nahrungsmitteln, günstigere Vorbedingungen geschaffen sind (siehe z. B. Statistik des Fleckfiebers), Indessen Ist' nach wie vor der allgemeine Gesundheitszustand der Bevölkerung hei der herrschenden Armut ein' schlechter. Zudem ist durch die anhaltende Teuerung und durch die Valutaverhältnisse ein ungeheuerer Aufwand an Bär« mittein erforderlich. Es ist nur mit der grössten Anstrengung unter der kräftigsten Hilfeleistung aller Kreise möglich, den unbeschreiblich gesteigerten Anforderungen einigermaßen gerecht zn werden. ' Wir bitten daher um tatkräftige Unterstatzung, sowohl durch Spenden für die laufenden Ausgaben, als auch' an Zuwendungen zum Kapitalfond ln Form von Stiftungen I Ste hle ftebaftion unb dm Lnserutmtell verantwortlich: SulhSeiL, Frankfurt a. M., Druck von Voigt & ©leihet, Frarfffurt o. M. V 539838

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