Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 17 (1919)
- Issue
- Heft 15 (11.4.1919)
- Date
- 1919-04-11
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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W Rk. 15 Lorv Neacousfield «rrd Vas Judentum. Äeußerüngen in seinem Roman Tancred.^) / (Schluß aus Nr. 47 v J.i „Die Juden haben sich niemals mit ihren Eroberern vermischt. Sie sind zwar häufig unterworfen worden, und ihr Staat'teilte darin nur das Schicksal aller jener Staaten, die zwischen größeren, feindlichen Reichen gelegen waren. Syrien war das Schlachtfeld der großen Monarchien. Jerusalem ist keineswegs öfter wie Athen, erobert : worden, und das Schicksal der Heiligen Stadt war dann niemals schlimmer als das der griechischen; aber die Inders fochten leider mit solcher Tapferkeit und machten gegen die Sieger so viele Aufstände, daß sie schließlich aus ihrem Paterlande verpflanzt werden mußten. Ich bin der Meinung, daß die jüdischen Gemeinden von heute, meist von den zehn Stämmen abstammen oder Nachkömmlinge jener Gefangenen sind, die schon vor Christi- Geburt aus Palästina hinwcggefiihrt wurden, denn diese Auffassung scheint allein gewisse Dinge zu erklären, die sonst ganz rätselhaft bleiben würden. Aber das nebenbei. Wi» wollen ruhig annehznen, daß alle Juden in allen Städten der Welt Abkömmsinge jenes Mobs seien, der einst um das Kreuz herum stand und seine Frechheiten in die Lust heulte. Aber jetzt eine aiwere Frage. Mein Großvater ist ein Beduinenscheikj das Haupt eines der mächtigsten Stämme der Wüste. Meine Mutter '.war seine 'Tochter. Er ist ein Jude, fein ganzer Stamm besteht aus Juden, sie lesen die fünf Bücher Mosis, gehorchen deren Gesetzen; leben in Zelten und machen jich ans nichts etwas als aus Gott, Moses und ihren Pferden. Waren die auch bei der Kreuzigung in Jerusalem und haben die auch etwas mit dem Pöbelgeschrei von damals zu tun gehabt? Meine Muttex heiratete einen Juden aus oer Stadt, und : einen, der wert war, ans dem Throne Salomonis zu sitzen, , und vor dieser Frau läuft ein Keiner, christlicher Halunke mit einem runden Filzhut, auf dem Kvpfe^er in Smyrna mit Feigen schachert, weg auf die andere Seite der Straße, cheil er nicht Niit jemand aus einem Volke in Berührung kommen will, das einst seinen Heiland gekreuzigt hat; jenen Heiland, der, wie er selber zugibt, ein Fürst unseres . königlichen Hauses ist! Nein, niemals werde ich eine Christin werden, ich könnte heu Uuftitu nicht .hinunterschlucken! Uebrigens steht es auch nicht in euren Büchern. Diese wurden von-Juden Verfaßt; die ihre Geschichte zu genau . kannten, um den Leuten solche Fabeln aufzutischen!" Ihr Auge blitzte, ihre wunderschöne Wange bedeckte sich einen Augenblick mit einer rosigen Wolke des Unmuts. Tancred sah ihr erstaunten Blickes und aufs höchste gespannt in das stolze Gesicht und sagte dann: „Sie sprechen von Dingen, die mich aufs höchste interessieren und deretwegen ich hierhergekommen bin. Wer sagen Sie mir, -sie können doch nicht leugnen, daß, was auch immer die Ursache sei, das Wunder unzweifelhaft vorhanden ist, daß die Juden ganz allein von den alten Rassen lübriggeblieben und in alle Länder zerstreut sind, und dies gleichsam loie znin Au, denken an ihre dunkle und mächtige.'Vergangenheit." - „Ihr heutiger Zustand mag wunderbar, aber er braucht keine Strafe zu sein. Aber warum wunderbar?'Ist es wunderbar, daß Gott über sein Volk gewacht hat? Und konnte er es besser beschützet als durch die Verleihung von Fähigkeiten, 'die höherer Act sind (als die, deren sich unsere Wirtsvölker erfreuen?" I ■' > .. . * - „Zwischen Bethlehem und Hebron ist Kanaan noch immer ein Land, wo Milcht <nnd Honig fließt, obwohl es sich mit jenem malerischen und fruchtbaren, Teile Palästinas, »'der im Norden der Heiligen Stadt liegt, nicht «»gleiches f läßt. Samarih und Gakilea sind noch heute Gegenden, die durch ihre Fruchtbarkeit und Schönheit das Wort vom „gelobten Lande" verständlich machen, und die prächtigen . Ebenen von Esbrelon, Sebulön und Genezareth und die ' User des schattigen Jordans erzählen noch heute von dem ehemaligen Meichtum und dem entzückenden Anblick des alten Palästinas. . ' Eine Stunde hinter Bethlehem trifft man in einem abgeschlossenen Tal auf eine der wenigen übriggebliebeneij Bauten der großen jüdischen Könige. Die Anlage ist in 'jeder Beziehung ihrer Macht iriid Einsicht würdig. Ich meine die kolossalen Wasserreservoire, -die uns, den Felsen gehauen und von einer öirtzigenj Quelle gespeist wurden, deren Wasser dann in einen Aquädukt von durchbohrtem Stein -übergingen, und die noch'bis ans eine verhältnis- , mäßigmoderne Zeit herab Jerusalem mit Wasser versorgten- Sie sind drei Am-dee Zahl, die Länge der Bassins wechselt zwischen fünf und sechshundert Fuß. ihre Breite äst ungefähr dieselbe, ihre Tieft hat man bisher noch nicht ' messen können. Sie stehen untereinander in.Verbindung, ko daß das Wftsser des Höchsten Reservoirs-durch das mittlere hindurch in das dritte räch niedrkgst gelegene hincinfloß. 'von-dem aus es erst in den .Aquädukt überging. Sie sipd -mit einem harten Zement von derselben Art wie jenes, -bas die Pyramiden bleckt, ausgelegt, Und es ist höchstwahrscheinlich, daß einst hängende Gärten um sie herum! angelegt waren. :- Mi' Araber, ««rnen noch heutd diese Bassins die Teiche Salomos, und es liegt gar kein Grund vor, diese Trabis tion irgendwie anzuzweifeln. Mündliche Ueberlieferung .ist weit glaubwürdiger und sicherer, als die durch geschriebene Dokumente, besonders bei Völkern, bei denen keinerlqi ..stürmische Ereignisse die Kette der Erinnerung zerbrochen 'hüben, wo die häuslichen Ssttten seit ewigen Zeiten stets dieselben/ geblieben sind, und wo die Wahrheit und di« /mündliche Tradition schon aus dem Grunde geehrt wirdj> . weil sie. die einige Möglichkeit der Ueberlieferung ist. ■ ly. *) Eine vo^ügliche Übersetzung, besorgt von Oscar Levy-London> ist. bä Georg Müller, München und Berlin - erschienen (510. Seiten/ Preis 6 Mt.). ES unterliegt' deswegen keinemZweifel, daß diese Reservoire vom/König Salomo angelegt worden sind und baß diefts abgelegen« Tjal vpich Zeiten der Schauphch seines großartigen Lebens gewesen ist. Hier waren seine Lustgärten, diese Abhänge waren mit seinen phantastischen Terrassen bedeckt und diese Hügel Mr,mit seinen unzähligen LusthÄisern besetzt. Die Quelle^ welchsi diese köstlichen Gewässer lieferte, nmt vielleicht Die „verschlossene Quelle"—) mit welcher er seine Braut verglich, und hier war auch der Garten, wo die reizende Königin von Sana die Weisheit Israels ans die Probe shelltk und dem großen König« die zipei äußerlich ganz gleich asusfehenden Blumengirlanden vorlegte, um ihn vor feinemj zitternden Hjose zu fragen, welches die richtige sei. Sie sind vergangen und verschollen — jene Taten der Schönheit und jene Worte der Weisheit! Nichts ist mehr zu entdecken von jenem .entzückenden Garten, in dem einst die ergreifeiche Lyrik des gekrönten Dichters und könig- - lichen Weisen erscholl, in dem vielleicht so mancher seiner nrwahren und geistreichen Sprüche zuerst verkündet wurde. Eine öde, wilde, einsante Talschlnicht findet sich heute an ftiner Stelle, und jetzt steht in ihr mit, träumerischem Auge und über die Brust gekreuzten Armen unser Tancred und legt sich die Frage vor: „Sollte eS wirklich roahr sein, daß alles eitel ist?" ' Waruni diese schreckliche Verwüstung? Warum gibt es keine Könige, nreh^ deren, Wort« und Weisheit jahrtausendelang aufeinanderfolgende Geschlechter trösten und führen und deren Namen allein noch heute den Orientalen, vom mittelländischen Meire bis in das Innerste Asiens hinein zu begeistern imstande sind? Warum kommen heute nicht mehr kluge Königinnen aus ihren arabischen Palästeih um jener prächtige „HauS vom Waide Libanon".***, zu besuchen oder nach Baalbek oder Tadmor zu wallfahrten, die noch heute in ihren Rujinen di« ehemalige Pracht und Größe verraten? ' Und doch erkühnt sich so ein flachnäsiger Franke, der vor Eitelkeit platzt und vor lautem Geschästswirrwarr nicht zck Atem kommen kann — ein Angehöriger einer Rasse, di« vielleicht in einem erst ihalb trocken gelegten nordischen Moraste ihren Wohnsitz hat --> und spricht von Fortschritt! Fortschritt wohin und woher? Angesichts von Reichen; die heute zu Wüsten geworden sind, angesichts von Trümmern großer Städte, von denen eine einzige Säule und ein einziger gestohlener Obelisk genügt, um den Hauptschmuck ihxer aus schmutzigem Lehm errichteten Hauptstädte zu bflben, angesichts vergessener Künste, ruinierten Handels, halbtoter Literatur und geschwächter Bevölkerungen schwatzt so ein Europäer mjNnter von Fortschritt, weil er mittels einiger technischer Hilfsmittel auf einer sogenannten wissenschaftlichen Grundlage eine Gesellschaft errichtet hat, die Komfort für Zivilisation HW und mißversteht!" * „Israel besitzt zwar keine Weinberge mehr, aber sein ewiges Gesetz befiehlt noch heute deck Kindern dieses Lölkes, bas gfeft der Wehnheft zu feiern. Eine Rasse, die noch das Fest der Weinlese feiert, obgleich sie keine Trauben mehr sammeln kann, wird und muß einst ihre Weinberge wieder zurückgewinnen. Welch eine erhabene Unerbittlichkeit des Gesetzes! Welch eiserner Gehorsam! Welch ein unbezähmbarer Trotz in diesem Volke! j Letcht ffällt «4 dem glücklichen Sephardi, dtm Juden der niemals die sonnigen Gestade des Mittelmeeres verlassen hat — leicht fällt es ihm, obwohl auch -er sein Land verloren hat, in seiner schönen asiatischen Stadt - oder in seinem maurischen Und arabischen Garten jene schönen, alten Zeremonien zu befolgen, denn er lebt' noch in einem glücklichen Klima, in' einem! Klima, welches diese Zeremonien verständlich macht. Wer man stelle sich einen Sohn Israels in .einer schmutzigen Gasse einer' kalherh nordischen .Stadt vor, in di« die Sonne, unter deren Strahlen allein 'die Trauben reifen, überhaupt niemals hineinscheint. Utnb doch feiert auch er das Weinleseftst des purpurnen Palästina! .... . In dieser genauen Beobachtung orientalischer Riten inmitten unserer Angelsächsischen, deutschen und flawischen Länder liegt etwas, höchst Merkwürdiges. Oder ist es etwa nicht merkwürdig, daß die Abkömmlinge jener Beduinen, die Kanckan vor mjehr als dreitausend Jahren eroberten^ noch heute jenen Steg feiern, durch den einst ihre Ahnen Trauben und Wein gewannen? Man stelle sich ein menschliches Wesen vor, bas in dev Judenstraße zu Hamburg -ober Frankfurt oder, wenn man will, in der Rühe von HoundSbicht oder von MinorieS, geboren ist, ein Wesen, das. nur geschaffen scheint, um die erblichen Beleidigungen seines Volkes pflichtschuldigst entgcgenzunehmen, das keinerlei Erziehung genossen hat, nicht den geringsten Schönheitssinn besitzt, noch irgend welchen besseren Geschmack in sich entwickeln »kann,.— hum stelle sich solch ein menschliches Wesen vor, das in Nebeln' und Schmutz fast verkommt, das sich mit der gemeinsten, wenn nicht gär entehrendsten Arbeit abgibt, dcw beständig darauf laiüerfr-v wen es betrügen oder bewuchern kann, bassich in deck entwürdigendsten Verhältnissen befindet, in Verhältnissen, die schon langst irgend eine unreine, nichtkaukasische und nicht das mosaische Gesetz befolgende Rafft erdrückt haben würden, —Man stelle sich im Geist« solch ein Msen vor, und zugleich mit der Vorstellung — ich weiß es wohl —< toftfr in das Herz eines' jeden Vorurteil, Mneigung, nein Abscheu urw Haß einziehen. Und doch, wenn die Jahreszeit herankommt, so ziehen in das Herz selbst des verachteten WeftnS Gefühle und Vorstellungen ein, die zu allen ZMen als die schönsten und heitersten der Menschheit gegolten haben. Grüble der leb- . haften Freude und des überschänmenden Dankes, Gefühle, die Poeten begeistert und Götwr geschaffen haben; Gefühle, die nur eine einzige Veranlassung den Kindern dieser GcdS —) Hohelied. Kap. 4 Vers 12. : **•)!. Könige 7.2. " einflößen ,kann: die Weinernte im Heimatland« der Traube: . Frühmorgens steht er auf, geht auf einen der Marktplätze Whitechapels und kaust dort einige Weibenzweige, die' er schon vorher bestellt" hajt und die wahrscheinlich von den Flnßuftrn der Grafschaft Essex stammen. Dann geht er rasch wieder nach Hause, räumt den kleinen Hof ftines erbärmlichen Wohnhauses aus, baut seine Laubhütte, deckt ihr Dächlein mit den schönsten Früchten und- Blumen, die er sich besorgen konnte und unter denen »die Myrte und Zitrone einen besonderen Platz einnehmen; nick schmückt die Decke mit bunten Lampen aus. Wenn bann der Abendgottesdienst iu der Synagoge zu Ende ist, so nimmt ev hier in. der freien Lust mit seiner Frau und seinen Kinderü das Abendessen ein, ganz, ats ob er sich noch in den lieblichen Dörfern Galiläas und unter dem sanften Sternenhimmel Syriens befände. Und dann folgt das Kidduschgebet, dev jüdische. Segen über die jüdische Mahlzeit, wobei das Brot gebrochen! und verteilt und ein ScWuch Weines ans dem bereitstehenden Becher getrunken wird, — und der arme Jude befolgt mit diesem Kiddnsch 'genau dieselbe Zeremonie/ die einst der' göttliche Fürst aus israelitischem Stamme bei dem denkwürdigen Mahle beobachtete, und die t»is jener Zeit an in . dar. Chrisiienheft als 'Abendmahl be-> zeichmt wird. Vielleicht spricht er auch gerade den besonderen Dankessegen des Laubhüttenftstes, einen Segen, der Gott für die Weyileft 'preist, die seine Kinder nicht mehr feiern können, aber der den großen Gott auch an ftin Versprechen erinnert, daß sie einest Tages wieder dazu imstande ftin werden." ' ' f Literarische Rundschau. Sorly Ster de» Antisemitismus. , * Unter dem Titel „Ein Jahr russische Revolution" bringen die „S. M.-H." aus Maxim Gorki's Zeitung „Rowaja Shisn" auch folgende Aeußernngen des russischen Dichters über den Antiftmitismus: . . . Der Antiftmitismus lebt aber fort. Er hebt allmählich, vorsichtig sein garstiges Haupt, zischt, verleumdet , und spritzt den giftigen Speichel des Haffes um sich. WaS ist denn los? Wan bedenke nur: unter den anarchistisch gesinnten Bolschewisten befinden sich zwei Juden. Ich glaub« sogar, drei. Manche sprechen von sieben und sind überzeugt, daß diese sieben Simons den von 170 Millionen Menschen bewohnten Tempel Rußlands - niederreißen werden. ■ Das könnte man dumm und komisch nennen, wenn ■ es nur nicht so «mein wäre. Der rachsüchtige Gott der Juden wollte eine ganze Stadt verschonen, weil sich in ihr unter lauter Sündern ein einziger Gerechter befand. Und Menschen, ,die sich zum milden Heiland bekennen, glauben, daß für die Sünden von zwei oder sieben Juden das ganze jüdische Volk büßen muß.^. Dann müßte man auch sagen, daß für den reinrassigen russischen Sünder Lenin alle Bewohner des Sim- . birsker Gouvernements sowie der angrenzenden Gebiet« auMkommen haben. * Unter den Menschewiken! gibt es sehr viel.mehr Juden als unter den BolschevWdn; aber meine Korrespondenten stellen sich unwissendund tun so. als ob sie überzeugt wären, daß alle Juden Anarchisten seien. Das ist eine sehr üble Verallgemeinerung. Ich bin überzeugt, ich weiß, daß die Juden in ihrer Masse —. zu meinem Erstaunen — viel mehr vernünftige Lieb« zu Rußland zeigen als viele Russen. Die meisten merken es nicht, obwohl es sehr in die Angen fällt, wenn man die Artikel jüdischer Journalisten liest. . - Tie ,Mfttsch", eine Zeitung, die man auch nicht lieben darf, die aber trotzdem.Achtung verdient, hat sehr viele .■ jüdische Mitarbeiter. Auch! unter den Mitarbeitern der , „Rowvje Wremja" gibt es Juden, aber diese Zeitung nannte vor nicht langer Zeit die „Rjetsch" ein „Juden-' Statt". Die Mitarbeiter der „Rjetsch" zeigen auch nicht die leiftste SpuSvon Sympathie für die Bolschewisten. Es gibt noch tausend andere Beweist dafür, daß. die Gleichung: Jude — Bolschewik, eine dumme Gleichung ist, die von zoologischen Instinkten gereizter Russen ausgestellt wurde. N Ich werde die Beweist natürlich nicht anführen: anständige Menschen brauchen sie nicht, für die anderen sind sie aber nicht überzeugend. Idiotie ist eine Krankheit, die sich durch Suggestion nicht heilen läßt. Für diejenigen, die an dieser Krankheit. leiden, ist es klar: da es unter den Juden siebenundeinhalb Bolschewisten gibt, so ist das jüdische Volk an allem schuld. Folglich ... « Folglich beginnt der anständige und gesunde Russe wieder Angst und qualvolle Schande für sein Rußland und für den russischen Dickschädel zu empfinden, der in schwierigen Lebenslagen seinen Widersacher immer außerhalb ftiner selbst,,nicht im Wgrnnde seiner eigenen Dummheit zu suchen Pflegt. Ich hoffe, daß meine zahlreichen Korrespondenten mit dieser Antwort über die „Judenftage" zufriedengestellt , sind. Und ich füge noch hinzu, daß es für mich diese Frage überhaupt nicht mehr gibt. . Ich glaube nicht an einen. Erfolg der verleumderischen Propaganda der Antisemiten. Ich glaube cm di« Vernunft des russischen'Volkes, an sein Gewissen, au die.. Aufrichtigkeit ftines Strebens nach Freiheit, die jede. Beo- . gewaltigung von Menschen ausschließt., Ich glaube, daß' „alles vergeht und nur die Wahrheit,beDht."