Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 15 (1917)
- Issue
- Heft 1 (5.1.1917)
- Date
- 1917-01-05
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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«Wcknt w-ch-ntlich am Freitag. Kt* 3» S«M«rt tuVl Mt. 1- _ $auT »ei der Post akmwert SV Pf»., frei in* 4 ffo. *cs 9tmu* «ehr. — Bn MÄwa durch »«« fisr «eNtschlosd »md Och^rrchch.S»-»rnDK. L.S0. ^ÄlSÄlte «£TftWiMft «dtzd« «w. 2.- ,.WW» ' JtwwMwy «Pia w wm MM> >M> ' «Iß»... will "■ I ' lfm ■ m .MWWW.M-Ü. n Aedaklisn.^tnti>*&lpfkuixm: . M. rr Cavtgeftr. 7. Fernsprecher Amt Hansa 290i AeraNOg^er: E»W Jnserti»n»prris für die ninfqejpattene Petitzeile 8S Pkg.. für bie Stefiame^rüe Mk. I.—? Bei WrederhoLi^«» erbrechender Rabatt. Stellen-Anaebore und -Gesuche, Wotznungsinseratt. »eiraisr-Annoncen I.'» Pig. die sechsgespalte« Petitzeite ohne ßen Rabatt. Play, und Tarum-Pvrschrist ohne BerbirrMchkeit. oncen-Annahme bei der Exved. und in a.Annoneen^8nvea»S. :o bei dem Postscheckamt in Frankfurt a. SR. unter SK. 4864, tzetztz«. »e» 11. Tewes »«77 (5. Ja««ar 1917) *r. 1 fff ttattfttfte Um es vorMAzu nehmen: der Delegiertentag hat einen duvMvs positiv gerichteten Verlauf genommen. Und seit langer Zeit hat man wieder das GefüHl, daß tvir einen großen Schritt vorwärts gekommen sind. Damit soll nicht gesagt sein, daß der Berich der DarteileitungWer ihre Tätigkeit seit Juni 1914 ein WfriedenftelLender gewesen wäre: die Opposition, die in diesemBlatte seit mehreren Monaten eingesetzt und eine intensivere politisch, ine besondere aus dem Gebiete der Ostiudensrage - gefordert hat, rvar stark vertreten, stärker vielleicht, als man erroartet hatte, und dies, obwohl von denjenigen Zionisten, die am schärfsten in der Opposition gestanden hatten, eine ganze Anzahl den Beratungen fern blieb. Auf dem Delegiertentag wurden ihre Klagen und Forderungen zunächst von Jakob Reich- Mnchen und Heinrich Margulies-Berlin. dann auch von Careski-BerKn vorgebracht, und trotz der heftigen, oft leidenschsftLiäkeu Form, in der es zum Teil geschah, war das Ergebnis Beine BerschLrftmg, sondern ein fruchtbarer Ausgleich: Die Opposition kann mit dem Ausmaß dessen, was sie erreicht (nicht erzwungen) hat, zufrieden sein. .' Die Streitfrage war eine doppelte: zunchW handelte es sich darum,. die extremen Kräfte der national kulturellen Strömung einerseits, der national po l irischen andererseits zujammenzuvindeu und durch ein stärkeres Betonen der letzteren dem von vielen Seiten befLrcheßen UeberwWhenv der elfteren ein GeMNgewicht zu schaffen. Dies ist erfreulicherweise geschahen und das, was manchem als gefährlicher Konftilt crsWen, wurde - in einer Weife überbrnckt und gelüst, wie wir es seit larprem er strebt haben: Die national t ul t u r e l l e n Arbeiten sind lim AnMuß an das vortreffliche Referat von Schocken dem Zentralkomitee abgenommen und und einem besonderen Ausschuß unterstellt worden, der u. a. aus Martin Buber, Hugo Bergmann, Max Brod, Blumenfeld und S. Schien besteht. Dieser Ausschuß Arbeitet für sich und finanziert sich, selbst. Die Parteileitung, das Zentralkomitee, ist dadurch endlich zu dem geworden, als was wir sie irmner gern gesehen hätten: zu einer rein nalwnaivotilisch n Instanz, zur politischen Vertretung der potirischen Organisationen. Die Gefahr, daß die extremnationalkulturellen Mitglieder des Z. K. ihren Einfluß dazu benutzen, um ihre kMurellen Anschauungen und Entwicklungsstufen zu Parteiforderungen werden zu lassen, ist auf ein Minimum geschwunden. Es ist zu hoffen, daß das so erleichterte Zentralkomitee eine größere Arbeitsfähigkeit und Arbeitskraft wird entfalten können. Die Widerständcv denen es begegnen wird, find geringer geworden, und wenn Oppenheimer und Friedemann gegen die Organisation keine anderen Vorwürfe zu erheben haben, als daß sie statt eines Minimalprogrammes wie eine Partei) ein Maximalprogramm (wie eine Sekte aufstellt, so haben sie jetzt keinen Anlaß mehr, sich ron uns fern zu halten .Es ist ferner zu hoffen, daß wir in diesem ersten Versuch, in einer Landesorganisariou die Landesorganisation die kulturellen von den politischen Aufgaben zu trennen, nur den ersten Schritt zu einer klärenden Reform des gcsamtziomstischen Organisation^ und Gedankengebäudes erblicken dürfen: vielleicht wird der nächste Kongreß erkennen, daß er feine Macht verdoppelt, wenn er sich wieder \\i einer rein nationalpolitischen Instanz erklärt, dem die nationalkulturellen Aufgaben unterstehen als ein Teil unter vielen, genau so, wie das Ministerium für Kultus und Unterricht dem Gesamtministerium eines Volkes untersteht: Der zweite Standpunkt war die Stellung der Leitung zur Ostjudenftage und zum Komitee für den Osten. Bildete sich im ersten Teil die Opposition gegen die Blumenfeldsche Tendenz, die seine „physische" Volksausgabe mit seiner „metaphysischen" unter Zuhilfenahme gewagter Ideologie zu verknüpfen, so unternahmt sie in binnn Teil der Debatte den Versuch, die Frage der politischen Arbeit im Osten und im Zusammenhänge damit: die Frage der .-usammenarbeu mit andere,! Organisationen avfzurollen und zu klären. Es ift ohne Zweifel ihr großes Verdienst, 'daß es ihr gelang, hier eure klare Ädtssprachc zu erzwingen: Fricdemann -bedauerlicherweise wurde Oppenheimer aus formalen Gründen das Wort nW erteilterstattete zum ersten Mal vmt größerem Kreise -. einen ausführlichen Bericht Wer die pssitiv-geleistete Arbeit des Komitees Dr den Osten. Bon der Parteileitung trat ihm H. Berger entgegen und versuchte, seine Atigaben, die in der Tat sehr stark den Eindruck tatsächlich vollbrachten positchen .Arbeit h'merließen ,zu bestreiten. So stchch endlich einmal klipp und klar MrAfa^ gegen AjMatze: für den Uniformierten natürlich m wenig zureichendes Ergebnis aber wenigstens ««kr bMEis gebrochen, und es gelang, einen Antrsg zur Annahme zu bringen, nach welchem eine zionistißtze, vertrauliche Kommission beauftragt wurde, sich an Händ des von Friedemauu borge hytenen MgteriM ein wirklich erschöpfendes Urteil Wer die Arbeit des Komitees zu bilden Dieses Anerbieten bedeutete ganz ohne Zweifel ein Entgegenkommen Friedemanns: er bol die Hand $sr VerfbW«lg und forderte zur gemeinschaftlichen UrbM ans: Und in der Tat: es ist ein unhaltbarer IjiGaNh. daß in einer Zeit, wie der jetzigen, die psWische Vertretung des jüdischen Volles, mit jener Organisation in Fehde liegt, die seit 2', Fahrn ernstlich bemüht ist -- es sei dahingestellt, um roelchem Erfolg —- durch positive politische Arben jenen ungeheuren Anforderungen gerecht zu n-erderl, die heute an die Führer des jüdischeil Volkes herantreten. Und darum muß hier ausgesprochen werden: es i st dringe n d z u ,v ü ns ch e rr, dop :em auch vor, Selten der zionistischen Organisation >eglrck>e Scharfmacherei vermieden wird. Das Auftreten der Opposition und der Beifall, den sie fand, haben wohl jeden Zweifel darüber behoben, daß die Mehrzahl der Zionisten statt unfruchtbarer Zersplitterung eine Zusammenfassung aller ivahrhati positiv gerichteten Kräfte verlangt, und eine ehrliche Arbeitsgemeinschaft zum Wohle des Volkes dringend erhofft. Aber nicht nur in der Stellung zum Komitee für den Osten, auch in anderen Dingen ml) mau, daß es Wille der Zionisten geworden ist. den Weg einer großen Arbeitsgemeinschaft zu bestreiten, mag man daran an knüpfen, daß Martin Buber auf Tr. Apfels letzte Rede auf einer Tagung neutral, r Jugendvereine verwies, oder daß Map Strauß eine größere Vorsicht in der Auswahl derjenigen Männer empfahl, welche die Verhandlungen mit andere:? Organisationen zu führen haben, oder das Heinrich MargulieS auf den amerikanisch-jüdischen Kougrra verwies, oder schließlich, daß Blumenfeld iah': erklärte, wir wären beute stark genug, um bündntSsährg sein ans allen diesen und vielen anderen, ingcn ging das Eine hervor: der Wille, die e'arne fische Mauer niederzureißen, .dre zwischen uns und den anderen steht und eine Grundlage zu Waffeu, auf der gemeinsam am Schicksal unseres Volkes ge arbeitet werden kann. Wirklich, wir können zufrieden fein: beide Gedanken, die wir vertraten und oft in eiuer Kchärfe vertreten mußten, die uns selbst unertvünscht Er, - sind zum Durchbruch gelangt: der Gedanke der Ä sührung unserer Organisation auf ihr praftisch politisches Progranun und der Sicherung^ gegen allzustarkes Erdrücktwerden von metapWischtzrlJAvlogie und der Gedanke der Berstrndigrmg'.Süd Versöhnung, und der Einheit deS jüdischen BoÄes. Wir schmeicheln uns nicht, es erzwungen^' es ist der Geist t*>r Zeit, der hier zmwT kommen ist und der. für uns spricht, groß, die Gefahr nock> größer: ein zersplitterftH'- iveltfremd sicki zerfleischendes Judentuyr dieser Stunde d,V Volkes letzten UntergangF^ einiges und gesammeltes' Volk kann'' &£?§ bestehen — wir begrüßen den DelegiertentOg ^i Schritt auf dtzesem Wege— nchge er nicht züspät, gekoinmen sein! Heinrich MargMes. Wir behalten unsere endgültige WteÜnngrroch'mU" bi» zur rmMten Rümmer vor da wer arü der Beröffentlichmkg des Berichtes wie auch der Reden aus technischen Gründen zurrickhakten müssen. — Einsdveilen begnügen mir uns.dmnit, unsere Genugtuung 'Ms-wspwchen über den erfreulichen BesU,l,ch des DetegErtentages bestiglüb, eines Zusammengehensuird einer Zusammenarbeit mit anderen Organisationen, der ganz in unserem Sinne mrsgefallen ist. Der gesund« Menüheikverstand und die Liebe z>rm ' jüdischen Volke s«gtcu ob über 1>agc Theorien und uirreises' Prin^ipievmeiertum. Angesichts der großen Not) in der wir Uns tnonien. tan befinden, mußten sie verstummen, ünb für dir n> a b r e n Interessen der Natron Platz machdn. Die Zctafmfmui t» Lo»,. Tie vor kurzem tu Lodz abgehaltene Konferenz der jüdischen Turnvereine üt Polen ha: mit einem sehr wichtigen, positiven Ergebnis geendet: es wurde ein a l l g c meiner j ü d i s ch e r T u r n e r v e r > band in Polen geschaffen. -Damit erfährt die jüdische Turn- und Spvrtbervegung in Polen eine Organisierung der Kräfte, eine Organisierung, die ihr eiire viel freiere imd nutzbringende Entwicklung gestatten wird. Keine Parteilichkeit soll fortan in den jüdischen Turnvereinen hvri'schrn ein Geist, dev u a t i o n a l - s ü d i s ch e Geist, soll sie eilten, organisieren, leiten, soll auch die offizielle Sprache der Vereitle hebräisch und jiddisch, die Kvmlnando-° spräche hebräisch sein, um so den Nationalcharakter überall zir lvahren. Von jedem nationalen Juden ist diese erste Tnrnkonscren.^ voll mrd freudig ' zu begrüßen, ist doch hier eine gesunde, fruchtbringende Grundlage für die Entfaltung der jüdischen Tnrnben«g.ung gelegt irud für die Heranbildung physisch kräftiger uitd nalionalgennnter Juden, deren wir künftighin besonders sehr bedürfen ivrrden, vorgesorgt. Wir rufen dein neugegründeten Verbarrd den jüdischen Turnergriiß zu: „Ehasak!" Nachstehend geben wir eiltet! ausführlichen Be rieht unseres Mitarbeiters wieder. Aiu W>. ulld Dezember .faltd hier die erste Konferene der jüdischen Turn- und Sportvereine Polens statt. Kl Delegierte von 17 polnischen Städten nahmen all den Beratungen teil: auch erschienen viele Gäste lind Vertreter der Presie. zur Vcrsanlmtuilg. Nach einer wierlichen Erönllungsanspr.nste * Vor,ivenden. Tr. P r i b n l s k i, begannen die 7)^ barten, die redoeu am ersten Tage ergebnisG-. -liefen. Tie aur r-ociten Tage aufgerwmmc-'t. - HT - handlungeit betrafen hauptsächlich dte lind die Gründung einer zeruralen 2V.n-.-ejt-uifa-- liou. stcaeb ftarfen n'.rd lanaen mirb