Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 13 (1915)
- Issue
- Heft 48 (10.12.1915)
- Date
- 1915-12-10
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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ifeifaflB p llt. 48 des Iriiiiktiirtec Hcaetitififißu lainiiieiiftiattcs. Abrahams Weltkrieg und der jetzige. - Eine Betrachtung von Bcnj am in Wechsler, Frankfurt a. M. > ■ In topographischer Ausdehnung^ betrifft . der, heutige Weltkrieg Europa,'Asien und Afrika; der damalige aber berührte auch schon Asien und, Slfrita, wie ja auch dw Verheißung (Geil, 15,18) lautete: „Deinem Samen gebe" ich-dieses Land vom Flusse Egyptens (beur Ril) bis zum großen Strome Euphrat", — und die -Richtlinien der Ktilttirkäutpfe und des Weltgeschehens, verbinden im jüdisch ) messianischen Werdegang in kausaler .Richtung and} heil Krieg am allertefytm Tage noch, mit dein zu Abrahams Zeiten. Es mag daher gestattet sei,» auf denselben in wenigen Strichen einzugehen. — Er, der, Wanderling aus Babylon (klr KaSdim, seine b-eburtsstätte), erkämpfte sich mit seiner unitheistischen Er-, lenntnis gegen die kraß vorherrschende Politheistische seinen Weg bis Egypten und zurück bis Hebron. Sein Blind *niit b>ott und fein Grab" Machpela dort wurden die Gebnrtsstätte jüdischer Rückkehr nach und der Besitznahme von jlänaai^ folglich auch aller daraus gewordenen messi-- ailischen Erlösungstraditioncn und vorher kommenden Kämpfe, vorbildlich dargcstellt im „Völkervater" Abraham. „Die dich segnen, werde ich segnen, wer dir flucht, den werde , ich verwünschen, .durch dich werden gesegnet alle Geschlechter-des Erdbodens", (Gen. 12,13) ist das Leitmotiv abtamistischen Genius vor dem ersten Betreten Kanaans. > Was aber veranlaßt diesen Gottesfürsten in unserer Mitte libid. 23, 5) zur Teilnahme am Kriege gegen Amrafel und die anderen Könige? Allerdings hörte erdaß sie.- 'den Reichtum Sodoms und Gemoras und auch, seinen Neffen Lot und' dessen Erbe Iveggesührt hatten. Dies konnte die Ursache aber nicht gewesen sein. Der Reichtum lockte ihn nicht, er verschwor sich später' ja gegen dessen Annahme , (ib. 14,23), und da er wegen Unverträglichkeit schon vorher seinen Neffen Lot von sich trennen hieß und sein Vetv nicht gegendessen Wohnsitz cinlcgte, obwohl „die Leute ^Sodoms sehr böse nick sündhaft 'waren vor dem Ewigen" (ib. 12, 13), so läßt sich für diesen abramitischen Streifzng ' mit 318 Leuten von Hebron his Damaskus, wo die Leute wohl auch nicht bösartiger und für den gefangenen Lot gefährlicher als die Sodomiter ' waren, kein offensichtliches Motiv und für das Kapitel 13 überhaupt keins^ finden! Der - als Sieger und Befreier , heimgelchrte Abraham „nimmt kein Land, er war kinderlos und hätte ja nur den Ressen zum. Erben, und nun wird ihm ein leibhaftiger Erbe und ein großes Land in den »ollen Grenzen der. gaiizen Lebcnsstrccke verheißen, die er gewandert und. gekämpft, aber' mit der ominösen Einschränkung. (ib: 15, 13, 16): „Du sollst wissen, daß dein Lame ein Fremdlingsein wird in einem Lande, das nicht-das ihre, uns man wird sie knechten und drücken 400 Jahre.—Und das vierte Geschlecht wird - zurückkehrrn hierher, denn nicht voll -ist die Schuld des Eromjters bis dahin!"- — So mag vielleicht eine egyptische Sphinx orakeln, ohne Gefühl für die iingcborenen Verurteilte» oder für den Hörer, der..bei der unendlichen Gottheit bierechtigkeitu nd..Barmherzigkeit sucht; aber dem sonst ethischen, ^moralisch unanfechtbaren Moses trauen wir diese Verlündigung aus dcni Munde Gottes kaum zu!'Allein hier sind wir am Knotenpunkte, und von hier aus tvird sich die sonst so iltopienhaft scheinende Paralelle zum heutigen Weltkriege von selbst ergeben. — Uni „Geldtribut" und wirtschaftliche Güter wurde anscheinend der Krieg - geführt, damals vor 4000 Jahren ebenso wie heute, aber er galt doch den verschiedenen .Kulturen, der hohen semitischen gegen die niedere hamitische und ihre, Vergewaltigung von Land und Leuten. Nimrod aus dem Süden, der Enkel Hains '— nach jüdischer Tradition derselbe Amrafel, — gründete Babel »nd sein Reich in semitischen Erblonden des Nordens und kodifizierte wohl auch den vorhandenen Gcsctzesavparat, " vom egyptischcn ganz verschiedenen, so wie cs überhaupt chnf die hamitischen Nachkommen und Länder' heißt (ib. 10, 18): „Und später breiteten sich aus die Geschlechter des Kenaani", während von dem semitischen Zweige berichtet tvird (ib. 10,25): „Uni) dom Eber lEbräer) wurden zwei. Söhne geboren, der Name des,einen Peleg, denn in seinen. Tagen tvard das Land geteilt." — Der vierte Abkömmling, das^ vierte Geschlecht dieses Peleg aber war Terach, der Vater Llbrahams (ib 11, 18—26),' und -der'. Verlust des einen Sohnes Haran und die Heirat) Abrahams und Nahors bestimmen Terach, das bieburts- »nd Stammland zu verlassen und „aus Ur Kasdim gecjen das Land Kanaan zu ziehen." Ein vielsagender Auszug, diese Aufgabe des Heimatlandes, wo es vier Geschlechter ruhig anshielten,' >vo sie seit „der Teilung" ans ihrem Erbteil kampflos^ lebten, oder wie Abraham cs später im Hinblick auf das antike 3 Göttersiistem (gut, bös und vermittelnd) und die 3 Urväter in der Weftvcrtcilung Sein, Ham und Japhet symbolisch, in seinem Opfer .ansdrückt (ib. 15, 9, 10): „Er teilte sie in der Mitte'und legte ein jegliches Stück dem anderngegenüber und den Vogel (den Wandervogel . Abraham!) teilte er nicht. Da kam der Raubvogel auf die Ase herab snämluh Nimrod-Llmrafel), und Abraham legte sie wieder zurecht." — •: - ..Er hatte gekämpft und., gesiegt für Lot, Sodom , und .Konsorten, für „die Ase": 'ohne Kampf keinen Sieg, ohne Krieg keinen Friede». .Aber tvenn er schon ans seiner höheren semitischen Seele und der überkommenen Tugenden kämpfen mußte gegenden Eindringling in Aramea, gegen Niin'rod-Llmrafcl, den sprichwörtlichen „Jagdhelden vor dem Herrn", warum cs nicht im Geburtsorte Ur Üasdim ansträgen, warum zum- Wanderer, zum „Vogel" werden, warum-Geburtsland, Geburtsstadt und auch das Paterhans verlassen und sich tncdcrlasscn „iin Haine Dlaiicre des -> Encoriler" (ib. 14,13), tvo ihn die Schreckensbot-' schaft des Mitgefangenen Neffen traf? Schien es nichts als ob Vater und Sohn sich freiwillig zur Tributspflicht und Knechtschaft herabließen, wo die göttlich nrväterliche Teilung sie zu Herren .einsetzte? Schieil es. nicht, als ob gleichsam die eigenen 75 Jahre (ib -12,4) liebst 205 des Vaters und den 121 Jahren der vier Geschlechter seit der Teilung (ib. 11,18—25), zusammen 401 Jahre unfreiheitlich lind umsonst gelebt wllrden und daher auch die Nachkommen Abrahams 400 Jahre zur Buße „geknechtet" werden sollten und in gerechter Vergeltung erst „das vierte Geschlecht" freiheitlich zicrückkehren dürste, weil früher die abramitische Schuld des „Emoriter", nämlich auf dem hancitischeil Boden des Emoriter sich .und den Neffen . seßhaft gemacht zu haben. aus dem heimatlichen, kulturell höheren heraus, noch, nicht abgetragen war?/ So sprach die. höhere Gottesstimme moralischen Selbstgespräches und Selbstgerichtes eines Abraham, so mag inanchen Anfstrebcr und Wanderckstgskämpfer die Hcimatsidee erinnern; als Facit aber kam schließlich ans der göttlich vibrierenden Menschenbrust doch zum Durchbruch, vor 4000 Jahren e b e n s o w i e heute: Alle Theorie. und alle Kultur braucht ein Plätzchen an der Sonne, ein Fleckchen Mutterboden, schließlich gehört dem Sämann die Saat, wo du hintratst, hast du befruchtet, bleibendes gewirkt zum Segen der Geschlechter . „Deinem Samen gebe ich dieses Land vom Nil zum Euphrat". Hier liegt das alttestamrntliche Vermächtnis jüdischen Erbvcrsprechens, hier -aber auch der ewig alte, etvig neue Kamps von' Körper und Seele) von Geist und Materie. Nach Frieden, nach Ruhe, nach Segen sehnt sich ~ die Seele und der Geist, von der Wandlung, vom Kampf, vom Auf- und Ableben nur berichtet Körper und Materie! Und wie im Einzelso int Dölkerleben. Mraham, der - Gottesfürst, wandert aus nach Frieden, er haßt den Streit selbst lim hie eigene Heimat, aber erfaßt wird er vom Leide' der andern und zum Kriegshelden cifert's ihn an. i ‘ Deutschland „wollte den Frieden" und ergreifen muß es die Streitaxt! Freiheit der Meere, Freiheit der Völker, Friede der Arbeit, Schutz deni Baterlande und Trutz jedem Kräher und .Späher, Untergang dem Weltwürger und Leben dem Weltbürger dürfenX Kriegsziele sein, und zlveiselsohne müssen sie sich durchringen in der göttlichen Weltordnung, wenn Deutschland ein Exempel nimmt an dem -Weltkriege Abrahams und seinen segensreichen Folgen “ für die Weltkultur im Großen. Die Türkei, Jsmael, der mütterlich egyptische Sohn Abrahams, ist bereits unser Bundesgenosse. Möge es Isaak, „der Same Abrahams", mögen cs die Juden der ganzen Wett ebenso werden und in der ers legten Linie Hamburg- Aonstantitiopel-Bagdad muh ihre messianischen Hoffnungen eine allseits beftiedigende Lösung finden! Frankfurter Berichte. Ehauukafeier. Eine schöne und würdige Chanukafeier veranstaltete die Veriöaltnng des Krankenhauses der israelitischen Gemeinde, in welchem bekanntlich weit über' 100 Verwundete aller Konfessionen verpflegt werden, für die dort besindlichen jüdische» Soldaten. Am-ersten Abend des Festes nnt 8'Uhr fanden sich die Festteilnehmer-im Sitzungssaal ein. Neben den Mitgliedern des Pflegcamtes waren auch der Vorsitzende der israelitischen Gemeinde, Jnstizrat Dr. Blau, sowie Rabbiner Dr. N o b c l erschienen. Nach dem üblichen Anzünden der Lichter durch Verwaltungsinspektor. A h r e n s wurde die Festhyunm freudig angestimmt. Dann nahm Rabbiner Dr. Nobel das Wort zu seinem geistvollen Vortrag, in welchem er sich über die Geschichte des Ehanukafestes, insbesondere über den Gegensatz zwischen dem. entarteten Heidentum und der sittlichen Weltanschauung des Judentums verbreitete, welche letztere in dein Sieg des Rechtsgipfelt, desselben.Rechts, für das auch tvir in diesem Weltkrieg einstehe». - ' Nun kam die Fröhlichkei-t zu ihrem Recht. Die Verwaltung hatte es an nichts fehlen lassen; da gab es z» trinken, zu rauchen und zu naschen. Lieder zur Laute und andere hübsche Darbietungen trugelr dazu bei, die Chanukastimmung tzu erhöhen. Jeder Soldat erhielt eine schone Erinnerungsgabe nnd dazu noch einen Teller init Obst, Nüssen, Confekt ustv. Znm Schluß dankte einer der Verwundete» im Namen aller Kameraden; er sprach allen ans der,Seele, als er dabei auch die ausgezeichnet«'Verpflegung ^rühncend hcrvorhob nnd für sich wird feine Kameraden das Versprechen gab, der Verwaltung, den Aerzten, Schwestern nnd Helferinnen ein dankbares Andenken zn bewahren nnd die ihnen hier erzeigte Liebe mit Treue gegen das Vaterland zu lohnen. Es war schon spät am Abend, als die schone Feier beendet war. .. . Chanukafeier. Im Gnmpcrtz'schen Siechenh.ans fand anläßlich Chanukä-. am Freitag Abend ein Festgottesdienst für die Insassen und Kriegsverwnndcten statt. Anwesend waren der gesamte Vorstand mit.seinen Danren und in Vertretung der , Frau Baronin von Rothschild Frei- . sräulein Lncysvon G o ld s ch mi d t-R o ths child. In der so würdig aiisgestattcten Anstaltssynagoge herrschte eine-andachtsvolle Stincmuug, die durch den aus Verlvnndeten und Anstaltsinsassen gebildeten Chor noch gehoben worde. Nach Schluß des Gottesdienstes versammelte man sich in den schonen Räumen des Hauses. Hier'hielt der Präsident In lins Gold sch midt eine zündende Ansprache: er wies daraushin, daß die Chanukageschich'te uns wieder.' lebendig vor Augen ist, wenn wir... sie) mit dem großen Kämpf vergleichen, in' hem tvir jetzt stehen. Aych jetzt'känipst eine Minderheit gegen lieber- > macht. Gott aber ist mit unserer gerechten Sache nni» - wir werden unter seinem Schutz den „endgültigen Sieg' 7 erringen. x Der Präsident dankte alsdann dem leitenden Arzte, , der Oberin und hem Verwalter für ihre in dieser schweren-, Zeit besonders mühevolle nnd aufopfernde Tättgkeit. Ev ' zyllte insbesondere innigen Dank den freiwilligen Helferinnen, die sich sowohl in dem in der Anstalt befindlichen . Lazarett als auch im Siechenhause selbst niit Eifer und Hingebung betättgen. Durch eine Vorsiandsdame wurden alsdann selbstver- ,t faßte Bers'chen verlesen, die in humoristischer Form manche ' Eigenheiten der Insassen behandelten und mir großem- Beifall ausgenommen wurden. - -- Alle Teilnehmer der schönen Feier verließen die. Anstalt mit dem Geftlhle, daß hier mit Liebe und Der- ' ständniS für die Berwimdeten und Siechen gesorgt wird. ' Personalien. Geh. Sanitätsrat Professor Dr. Theodor Neuburger, FrankftirtS beliebtester Arzt, ist.— 84 Jahre alt — verschieden. > - Er war das Ideal eines Arztes, denn in ihn verband sich hervorragendes Fachwissen mit edler Mensche,rliebe und tiefer Menschenkenntnis. Die iraelittsche Gemeinde verdankt ihm als Vorsitzenden ihres Ausschusses die Regelung der Lehrerge-. - halte und in Verbindung mtt B. H. Goldschmidt nnd, Königswarter die Veranlassung zur Erbauung des Ge- ' - meindekrankenhauses. 1873—78 gehörte er der Stadtverordnetenversammlung an. ' Sanitätsrat Dr. Oskar P i n n e r erhielt den Titel Geheim er-Sanitätsrat und dieAerzte Dr. Sigm. „ Abraham, Dr..Arnold Baerwa ld, Dn Adolf Deutsch, Dr. Oswald Feis, Dr. Ferdinand- Kahn, Dr. Moritz Katzenstein nick» Dr?-Lud--s w i g M e h l e r den Titel S a n i t ä t s r a-t. . * : Bunte Chroujk. , ' Ein Aufruf des heilige» Shnod. Da der Aufruf Lllcxander I. vonr 28. Novbr. 1806,; dieses „Berlegenheitsmanifest", wie es wegen der gewun-; denen Begründung des bevorstehenden Krieges genannt ' worden, ist, die Russen nicht von der Notwendigkeit überzeugt hatte, erneut zum Kriege gegen den französische» Kaiser aufgeboten zu werden, griff auf Veranlassung der ' Regierung der heilige Synod ein, und was dem Zaren nicht-! gelungen war, gelang ihm. Denn in dem synodalen Schriftstück,, das in allen Kirchen ^verlesen wurde, war der Krieg , gegen ,Wönaparte" als Kreuzzug bezeühnet worden, <,».{ -dem alle Rechtgläubigen begeistert teilnehmen müßten,-! da "er gegen einen gottlosen Eroberer geführt werde, i der sich mit den Juden verbündet habe, um die christ-- ’ liche Religion auszurotten, alle Juden wieder zu ver- : einigen und von ihnen den falschen Messias ausrufen zn. lassen. „Als in Frankreich die verderbliche Revolution', wütete", hieß es in dem Erlaß, „nnd der Bolksanfruhr / tobte, dessen Urheber von Gott verflucht, worden sind;-'' schwur Bonaparte den christlichen Glauben ab. Mit zn- ' sammengelaufcnem Pöbel feierte er ruchlose Feste und beugte sich nicht ’ mehr vor dem allmächtigen Gott, sondern vor verworfenen Dirnen, die zu göttlicher Vereh- - rung auf die Altäre der Kirchen gesetzt wurden. Auch ‘ auf seinem Feldzuge in Aegypten schloß er sich den Fein--^- den Christi an, u,ü) ließ die Lehre Mohammeds predigenp. ' die Anhänger der fallen Propheten wurden von ihnr begünstigt und die Priester der heiligen Kirche Christi - verspottet und verachtet. Den Gipfel seiner Verworfen- ' heit erreichte er aber, als er nach seiner Rückkehr in Frankreich die Vorsteher der jüdischen Synagogen und Gebets--^' gemeinden zusammcnries, um aus ihnen einen neuen San- : hedrin zu gründen, jene von Gott und bcu Menschen verfluchte Ratsversauimluiig in Jerusalem, die es gewagt hatte, unseren Herrn »nd Erlöser zu geißeln und einem schimpflichen Tode zu überantworten. Und dieser Bona- . parke, dieser Auswurf der Menschheit, will jetzt die',.. Inden, die durch den Zorn Gottes heimatlos über^ die . ganze Erde zerstreut sind, zur Zerstörung der Kirche Iriedoe ' vereinigen, und sie'in seiner fluchwürdigen Verkommenheit, ’r. die jedes menschliche Verbrechen überschreitet, veranlasse»,! ihn selbst als falschen Messias in.der ganzen Welt aus- ' zurufen. Gegen diesen Llntichrist erhebt sich der rechtgläubige-.; Zar, und er^verläßt sich auf sein Volk, daß es bei ihm - stehe in dem Äampf für das Kreuz und die Kirche Christi." Robert Barauy. Dr. Robert Barany, Privatdozent an der Wiener Universität und) seit der Einnahme Przemysls Kriegsgefangener der Russen, erhielt den Nobel-Preis für' > Medizin. / Von-den Leistungen des 30 jährigen Gelehrten, dem . in Wien als Juden die Anerkennung bisher versagt ivurde.' seien hervorgehoben: die Nystagmuslehre, ein Llugeiireflex>.': der die Aufgabe hat, im Raume zu orientteren univ nach ihm benannter Lärmapparat zur Feststellung einseitiger Taubheit. Obgleich Ohrenarzt, erhielt er dem- Erb-Preis. die höchste Auszeichnung für einen Neurologen. ’ War es ihm doch gelungen, die Funktionen einzelner Teile der Kleinhirnrinde sestzustellen nnd den Belveis zu - erbringen, daß die Bewegungen der Llrme und Beine in der ' Kleinhirnrinde durch eigene Zentren vertteten seien. s Barany ist der sechste jüdische Nobel-Preisträger. Die ' 'Namen-,her bisherige» sind Albert Michclson-Chicago, /