Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 13 (1915)
- Issue
- Heft 11 (19.3.1915)
- Date
- 1915-03-19
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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11. Ansehen , gcb'l ch vciof veiu bald : Alle, können, ad) den . . Dü ins bei cicht i» :c jCtuet icit mit ten, b« ch nichi schlafen ainnie». honoh"!? Gott llte sich :r pack, lammen, i wurd, Met... rrt zum iidinnc», ewig, Isrecklich, icn im, ich umabc un! fabe. Gewalt Geschrc rd über Ilis uni grauci ,ner oc- 1, weil folgt:) v. udie in,, er „bi, ltnehmc» tan die! ei lasse», :n könm über bi, t stamm! nudischen , Frucht- Wasserren nid)! „Sisrk ld Stell, Mizwah' monidc! iegslagci vor de» heißt c! nah für n Wald, er und im Ti- ,r Stöd, men, uw :r jede», (Defäka- : Sto cm benutzen ,er selbsi isse nicht n beson- „Einc»! Lager! )entcro» Keilage z» Nr. 11 iCbs FcknKfkchr JfmEWm lamiMtattes. Antisemitische Kinderblätter: 1) Przhjaciel Aufwiegelung zu Progromen in Ruffisch-Polen. Von Georg Brandes. (Schlüße) Persönlich habe ich mich lvahrlich nur wenig xu beklagen. Man hat wohl nicht ganz vergessen, welch innige Liebe für Polen und die Polen ich öfters fnndgegeben habe. Ein Herr Luninski, der sich noch in Kopenhagen mifh alten soll, hat mich in polnischer Blättern den „großen" Dänen in Gänsefüßchen genannt ünd allerorten gedroht, eine Streitschrift gegen mich herausgeben zu wollen. Herr Wilhelm Feldmann, der mir von früher her vorteilhaft bekannt war, teilt im Berliner Tageblatt Mit, die Stadt Bechawa, in der einige Missetaten vorgefallen sind, von denen ich früher berichtet habe, gebe es überhaupt nicht. Das ist wahr. Die Stadt heißt Bhchawa. Ich hatte aus Versehen ein e statt eines y geschrieben. Die Schrecknisse sind aber die nämlichen. Auch einen anderen Irrtum habe ich in meinen Aufsätzen begangen. Ich bezeichnte Wladyslaw Mickiewicz, der in Warschau in einer öffentlichen Versammlung redete, als den ausgezeichneten Sohn des großen Mickiewicze Dieser hat Mir aus Paris einen höfliche» Brief gesandt und Mir mitgeteilt;, daß er überhaupt seit deM großen.Aufstand nicht in Warschau war. Mein Irrtum ist verzeihlich), da Redner ein entfernter Verwandter des großen Be!rstorbenen ivar, der sowohl Vornamen als Nachnamen mit dem Sohn des Dichters gemein hatte.. Die Verwechslung lag also nahe. Die ukrainische Presse hat Mich nach Kräften verhöhnt, weil ich geschrieben, hatte, daß ich die Wahlgeometrie der Polen in Galizien kenne, daß ich aber nicht finde, daß. davon viel Aufhebens gemacht werden kann; diese Presse ahnt nicht, daß ich lange vor Björnson und mit der größten Wärme die Sache der Ruthcnen vertreten habe (siehe Meine Schriften Band 17), und wahrscheinlich, derselbe Ruthenc, der mich seit siebzehn Führen verfolgt, weil ich die Polen nicht im Namen. der Ruthenen angreisen wollte, c.rtlärt natürlich jetzt, da ich für meine Stammes genossen Partei ergreife, anderen Nationalitäten gegenüber sei Mein Gewissen geräumig. Sogar ein Ruthene muß Hoch verstehen können, daß ztvischen deM Unrecht, das man einem Volksstamm zufügt, indem man ihm nicht alle die Vertreter in cincM Landtage cinräumt, auf die er ein Recht hätte, und deM Unrecht, das man einem Volksstamm zufügt, indenl man Männer und Weiber plündert, ermordet, erhängt und verbrennt, — daß dazwischen ein getvisscr Unterschied ist. Uebrigens hat man von Polen aus folgendes Rundschreiben ausgcsandt: „Die polnische Presse hat bereits mehrmals die Frage aufgeworfen, weshalb der Verein der politischen Schriftsteller und Journalisten nicht auf die Auffätze von Georg Brandes gcantlvortct hat. Der Verein hat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, nicht zu antworten, weil er die Repliken in den einzelnen Organen der polnischen Presse als hinlänglich betrachtet. Der Verein verzichtet auf einen kollektiven Protest." Es wäre besser gewesen, wenn der Verein der polnischen Schriftsteller und Journalisten beschlossen hätte, das seinige zu tun, üm Pogrome zu verhindern, als daß er diese nichtssagende Mitteilung aussandte, die kaum jemand imponiert, jedenfalls nicht Mir. . Die ganze polnische- Presse Mit Ausnahme eines einzigen Blattes, Kurjer Lodski, ist judenfeindlich. Da wir nicht das Ballet „Wäldewar" mit einander aufführen sollen, dies aber Ernst ist, so führe ich heute erst an, welche polnischen Organe antisemitisch sind: Tageszeitungen 1) Gazeta Warezawska (Dmowski's), .2) Dwa Grosze, 3) Kurjer Warszawski, 4) Kurjer Poranny, 5) Dzien, 6) Dziennik Powszechny, 7) Polak Katolik, 8) Wiarus, 9) Prada (SwientochowSki's), 10) Sieioa. Folgende illustrierte Zeitschriften und Wochenblätter: 1) Swiat, 2) Tygodnik Jllustr.owany (enthielt Swienstochowski's antisemitische Auffätze), 3) H-umanista Polski, 4) Mysl Niepodl e g l a (Niemojewski's). Dzieei, 2) Wies i Dwor. Schließlich sämtliche Provinzialzeitungen. Um ein für allemal in einer keinen Widerspruch zulassenden Weise zu zeigen, wie in Russisch-Polen gegen die Juden gehetzt tvird, wird an einer anderen Stelle in diesem-Blatte*) eine Kopie einer Illustration aus dem polnischen Volksblatt Wiarus wiedergegeben. Die Ueberschrift des Bildes ist RitualMord, darunter steht: Eine Szene, wie die Juden ein Christenkind erMorden, um dessen Blut zur Herstellung des ungesäuerten Brotes zu gewinnen, wie dies auch im Beilis-Prozeß dargetan wurde. Ich habe in der europäischen Presse Manches gelesen, worüber man sich geniert fühlen mußte, vorausgesetzt, daß man von Ehre weiß. Ich habe aber in Meinem Leben nichts Schamloseres gesehen. Der Krieg im Lichte des Judentums. K. D a u g i l a i k y. I'. Krieg — ist die gewaltsame Tötung oder Verwundung einer Menschengruppe durch die andere. Ist ein Streit zwischen zwei Völkern ausgcbrochen, der nicht mehr durch friedliche Mittel beigelegt werden kann, so tvird zum Kriege als letztes, entscheidendes, aber gewaltsames Mittel gegriffen. Der Krieg bildet also eine der bedeutsamsten Erscheinungen im materiellen Leben der Menschen; denn er entscheidet ihre wichtigsten Streitfragen. Aber das Problem des Krieges hat auchvon jeher das menschliche Denken beschäftigt. Es ist immer und ctvig dieselbe Frage, die zur Beantwortung steht, und die von den verschiedensten Deukern auf die verschiedenste Weise beantwortet ivird; nämlich die Frage: Ist der Krieg eine notwendige Erscheinung des Lebens, oder ist er ein Uebel, das der Mensch noch überwinden muß? Ist der Krieg der normale Zustand im Leben, oder ist er etwas Anormales, Unnatürliches? Wie bereits gesagt, haben gar manche große Denker sich mit dieser Frage beschäftigt; und sie haben je nach ihrer Lebensanschauung den .Krieg grundsätzlich verdammt, oder ihn nicht nur bejaht, sondern gelobt und verherrlicht als schönste und höchste Erscheinung des Lebens überhaupt. Für die einen ist er ein Fluch, eine Strafe, die von Gott über die Menschen, ihrer Sünden wegen, verhängt wird, für die anderen dagegen ist er ein Segen, eine Notwendigkeit, und fördert das Wohl und die Kultur der Menschen. Für die ersteren ist er etwas Unnatürliches, nur eine Aeußerung der niedrigsten Instinkte der Menschen; für die letzteren dagegen, wie Feld'marschall Moltkc sagt, „ein Element in Gottes Ordnung". Für die einen endlich, ist er die schroffste Verletzung des Rechts, für die anderen dagegen dessen höchstes Kriterium'. — Aber nicht nur einzelne Denker haben zuM Kriege, als wichtigste und cinschneidenste Erscheinung im menschlichen Leben, Stellung genommen, sondern ganze Völker haben dieses Problem zu lösen versucht. Auch hier sind die Resultate nicht windcr verschieden und mannigfaltig. Man kann aber auch hier deutlich die zwei vorher umschriebenen Richtungen unterscheiden. Beide Richtungen nun könnten ihre Anschauungen im Judentum begründen. Die erste, die den Krieg verdammt, weil er etwas Böses und Unglückbringende ist, könnte sich natürlich auf die ^Barmherzigkeit stützen. Sie könnte sagen und es durch Bibclstellen belegen: Gott ist barmherzig, und infolgedessen haßt er den grausamen Krieg. Wer auch die andere Richtung, die den Krieg bejaht, könnte für ihre Anschauung nicht minder kräftige und stichhaltige Beweise aus Bibel und Propheten .bringen; sie würden behaupten: Gott ist die Verkörperung der Macht, der Rache und des Zorns. Wer wie schon in diesen Blättern, in den Artikeln über das Wesen des Judentums, ausgeführt worden ist, ist Gott nicht allein ein Gott der Barmherzigkeit oder des Zorns, sondern sind vielmehr Barmherzigkeit und Zorn nur Folgen von der Gerechtigkeit unseres Gottes. Denn ein *) Brandes' Aufsatz erschien im Original in der Kopenhagener „Politiken". Die Redakt. Gott, der gerecht ist, muß sich erbarmen, er muß begnadigen; aber er muß auch wiederum streng sein, er muß strafen. Hat man aber einmal einwandfrei erkannt, daß Gerechtigkeit das Wesentliche der göttlichen Allmacht und somit das Hauptprinzip unserer jüdischen Ethik ist, so muß man einen Schritt weiter gehen und sehen, wie der Krieg vom Standpunkte der Gerechtigkeit aus beurteilt werden muß. Es scheint da zunächst, daß der Krieg auf das entschiedenste verurteilt werden muß; denn wird doch in demselben nicht entschieden, auf wessen Seite das größere Recht, sondern auf wessen Seite die größere Macht ist. Und oft genug steht die Macht int .umgekehrten Verhältnis zunt Recht. Wer toir täten der Gerechtigkeit Unrecht, wollten wir sagen, daß sie den Krieg schlechthin verdammt. Es wäre ja dann überhaupt kein Unterschied zwischen Barmherzigkeit und Gerechtigkeit. Es besteht aber doch ein Unterschied, ein sehr großer sogar. Während die Barmherzigkeit nämlich jeden Krieg ohne Ausnahnte verwirft, sagt uns die Gerechtigkeit, daß man unterscheiden muß zwischen Krieg und Krieg. Zwar verdammt auch sie den Krieg als solchen, aber es gibt auch Kriege, die die Gerechtigkeit billigt, ja noch wehr, die sie gutheißt und sogar gebietet. Nach der jüdischen Auffassung hat Gott die Länder unter die Nationen verteilt. Es ist daher die Ausgabe eines jeden Volkes, das von Gott erhaltene Geschenk zu schützen. Wird nun ein Volk angegriffen, so hat es naturgemäß das Recht, nein! die Pflicht, sich dem Angreifer entgegenzustelken und ihn mit allen Mitteln. Niederkämpfen zu suchen, nach dem Grundsätze der Thora: „Wenn Dich jewand töten will, so komme D u 'ihm zuvor und töte ihn". Und was dem einzelnen geboten ist, ist auch Gesetz für ein ganzes Volk. Wir sehen also, daß, während der Verteidigungskrieg geboten ist, der Eroberungskrieg verurteilt wird. Wer auch selbst hier läßt das 'Judentum Ausnahmen zu, nämlich dann, wenn es sich um höhere geistige, kulturctle Werte handelt! — Das wird der Gang der jüdischen Geschichte, den wir jw zweiten Teile unseres Artikels behandeln werden, beweisen. Spende». Bei der Nationalfondskommission (Jsaac Heimann, Zeil 2t) gingen ein: S p e n d e n b u ch: Eduard Feist und Frau anläßlich ihrer silbernen Hochzeit 100.00 Frau Amalie Oppenheimer 50.00 „ Josef L. Oppenheimer and Frau anläßlich der Geburt einer Tochter 25.00 „ Büchsen: Jos. L. Oppenheimer (24.85), Salti Nosbaum (2.00), Mannheimer (0.88), Frau Dr. Horovitz (2.55), Nosbaum, Kantstr. (1.00), Fritz Selka (1.35), Brach (1.45), Ginsberg (2.50), L. Bär (1.87), St, Goar (2.38), Fritz Sondlieimer (7.87), Frau Dr. Weinberg (8.00), S.. Levita (2.50), Loewenberg (0.17), Familie Wetzlar (0.50), van Geldern (0.50), Dr. Grünebaum (5.10), Buchbinder (0.50), S. Mayer (1.50), L. Dessau (0.58), Jacob Posen (2.00), M. Goldschmidt (1.16), Sommerfeld (0.67). Beim Frankfurter Sfr. Familkenbk. ginge» ein: Martin Feist-Stiftung der Tachkemonischule, Jaffa: Joseph L. Oppenheimer und Frau anlüßl. Geburt ihrer Tochter 20.00 ,lk Emma Geis, Chalkogeld 4.50 ., Jüd. Nation also nds: Marken: Geschwister Schwabacher, Manerweg. Verews-Kaleirder. Samstag. Agndas Jisroel-Mädchengrnppe tty- Uhr: Jüd. Kämpfe (I. I. Braun). — MekorEl, a - jim, 3y» Uhr: Mikvv-Bortrag. Sonntag. Agndas Jisroel -Jugend - und Mädchen gruppe, 83/t Uhr: Russisch-Polen (Redakteur Schachnowrtz). Me kor Chajim, M/Jlhr: Pintim (Dr. Jos. Breuer). Dienstag. Montefiore, 8 Uhr: Generalversammlung.