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Neue jüdische Presse · 1914-04-03 · Heft 13 (3.4.1914) · page 17

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
12 (1914)
Issue
Heft 13 (3.4.1914)
Date
1914-04-03
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Frayksurter Berichte. Hebräisch -der Jiddisch» Donnerstag hielt Herr I u d a B o r n st e i n im Verein Indische Kultur" einen Vortrag über obiges Thema. Der Referent wies in der Einleitung auf die verschiedenen Probleme des modernen Judentum hin, unter welchen der Sprachenstreit einen wichtigen Platz einnimmt. Er beleuchtete die Gründe dieses Kampfes unter den Jüdisch-Nationalen, indem er die Geschichte der hebräischen und die Entwickelung der jiddischen Sprache skizzierte. Er hielt sich bei der Sprachenkonferenz in Czernowitz (1903) und der „Chewrath-Mefize-Haskala" in Petersburg (Dezember 1913) auf und setzte ihre Beschlüsse kritisch auseinander. An der Hand der Meinungsverschiedenheiten aus diesem Gebiete zeigte er auf die drei Strömungen, die sich in der letzten Zeit auskristallisiert haben: die Hebraisten, die auf dem Standpunkte der Tradition stehen und die hebräische als nationale Sprache anerkennen; die Jiddischisten, welche im Interesse der jiddisch-sprechenden Bolksmassen und ihrer kulturellen Bedürfnisse die Anerkennung der jiddischen Sprache anstreben; schließlich die dritte Gruppe, welche im Aufgeben des Jiddischen zu Gunsten der Fremden (russischen, polnischen, englischen) Sprachen eine nationale Gefahr erblickt und daher die Parole aufstellt, überall — wo das Hebräische keine Möglichkeiten der Ausbreitung hat — die jiddische Sprache zu fördern als Mittel zur Erhaltung des nationalen Geistes und Lebens. Dem sehr interessanten Bortrag folgte eine, lange, zeitweise leidenschaftliche. Diskussion. Es sprachen die Herren Korn, Gottfried, Rosenblum, Aleksandrowich, Schöner usw. und vertraten ihre Meinungen in dieser verwickelten Frage. Nachdem der Referent in seinem Schlußworte den Disputanten geantwortet hatte, schloß der Vorsitzende, Herr Wahrmann, den Abend, welcher den zahlreich erschienenen Mitgliedern und Gästen einen wahren Genuß bereitet hatte.. Philauthropin. Das Philauthropin, Realschule und Lyzeum der israelitischen Gemeinde, hatte am 1. Februar folgende Frequenz: 251 in der Realschule, 144 in der Vorschule und 243 in dem Lyzeum. Mit Schluß des Schuljahres treten Professor Dr. Bernhard Änttner und Frl. Frances Cahn in den Ruhestand. Wandergruppe des „Montefiore"-Vereins. In der Generalversammlung erstattete Herr Js. Kahn den Geschäftsbericht. Sodann fanden die Wahlen statt. Für den znrückgetretenen Herrn A. Alb recht wurde Herr Feist in den Vorstand gewählt. Außerdem wurde Frl. Grete Mvltke in den Vorstand gewählt. »leine Notizen. Der Jüdische Frauenbund ist nunmehr auch durch Helferinnen auf dem Hauptbahnhof vertreten. Die Damen des Bundes tragen auf der rechten Schulter eine weiß-grüne Schleife mit entsprechender Inschrift. Die Jüd. Bibliothek und Lesehalle ist während des Sommerhalbjahres wie folgt geöffnet: Montag bis Donnerstag 1—4 und 8—10 Uhr; Freitag 1—4 Uhr; Samstag IOV2—1 und 3—7 Uhr; Sonntag 9—1 und 8—10 Uhr. Allgemeine Mitteilungen. Im Metropol-Theater, der beliebten Lichtspielbühne, wird vom Samstag ab ein großes Detektiv- --- fj Drama (Ein seltsamer Fall) und ein dreiaktiges Schauspiel fj (Unerbittlichkeit des Lebens) gegeben. Samstag nachm. % 21/3 Uhr findet große Jugend- und Familienvorffellung jiott. | Im Hinblick auf die bevorstehenden Feiertage sei aui I das rühmlichst bekannte Mode-Ärtikel-Spezialhaus Adolf J Aufrecht — Zeil 89, Roßmarkt 2, Kaiserstr. 75 — .I hingewiesen.;f Bunte Chronik. 1 Fleisch ««» Milch. | Der Professor an der Fakulte de Lille hat ein Merkchen Ä herausgegeben, ,F!egime des tuberculeux", das, wie wL den > Ärch. Jsr. entnehmen, die folgende Beobachdrug über die * Unzuträglichkeit des Milchgenusses beim Essen von Fleisch enthält. Er schreibt: ,Lch muß mich ganz entschieden i gegen den Gebrauch aussprechen» als Getränk während | der Fleischmahlzeit Milch zu empfehlen. Ich habe aus \ dem Munde unseres unvergessenen Lehrers, des Prosesstrrs t Potain, gehört, wie er dieses Erfahren verwarUcund f sich dabei auf das alte mosaische Gesetz berief, das heutzutage von den Juden selbst mißachtet wird» das Änen v aber untersagt, Milch zu trinken, während sie Misch s essen. Die durch die Verkäsung der Milch hervorgerufene j satzartige Masse hüllt die übrigen im . Magen anMam- . < mellen Nahrnngsstoffe, besonders das Fleisch, wie ein -■ 1 Gewand ein und verhindert das sofort^ Einwirke» der, Chlorwasserstofssäure auf den ganzen Mageninhalte Aur diese Weise wird die Verdauung verlangsamt nnddem Magen wird ganz unnötige mühsame Arbmt aufgebürdet." * | -- 16.50 i I birgt sit&iif jedaranseiir neuen Condor-Mode- Nr.l. EchtChevreau, Q20 labrtunChevreiuH f)50 Lackkappen.«.'7 v Lackkappen. Nr. 2. Neueste Goodyecr-XSTelt-Modelle, 1 050 schwarz und farbig... Nr.3. Chromleder, LZY Chevreau, Lack- Q90 Lackkappen...'7 kappen. ü Nr.4. Grau echt Chevreau, mit Stoffeinsatz.. 7^9 Nr.5. Braun, beige und grau mit schwarzem 1 f|50 Lackblatt...;;....*;.. Mädchen- und Knaben-Stiefel kräftiges Rindboxleder, modern breit, 2,95 Gr. 27-30 3^ Gr.31-3S 4^ Gr. 25-26. 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