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Neue jüdische Presse · 1914-01-23 · Heft 3 (23.1.1914) · page 9

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
12 (1914)
Issue
Heft 3 (23.1.1914)
Date
1914-01-23
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Richtliniengemeiude und Religiousgesellschast. Frankfurt, 18. Januar. Das Thema „Richtliniengemeinde und Religionsgcscllschaft" hatte ei» zahlreiches Publikum der von dem „Ve r e i n z u r Förderung der Interessen der israelit R e l i g i o n s g e s e l l s ch a f t" eiiiberusenen Versammlung zugeführt. Der Referent des 2lbends, Distriktsrabbiner Dr. Raphael Breuer -Afchaffenburg, ging in feinen Ausführungen vmi dem Standpunkt aus, das; die Verfassung einer Gemeinde, das Prinzip, das ihr zugrunde liegt, das Ausschlaggebende sei, und daß dem gegenüber der jüdischen Führung ihrer Mitglieder, bei aller Wichtigkeit, nur sekundäre Bedeutung zukomme. Stehe daher eine Gemeinde mit. ihrer Verfassung nicht ans den Grundlagen des Thorajudentnms, so dürfe man ihr nicht angehören. auch wenn sie einwandsfreie Institutionen unterhalte. Äus diesem Grunde dürfe mau z. B. in Frankfurt nicht Mitglied der isracl. Gemeinde sein. § 334 in Jore dea (Hilchaus nidduj becherem) spreche klar ..Leu Zwang auszutreten ans. Die Thorn sei eben nicht so tolerant, wie die glauben, machen möchten,, sn deren Interesse die Toleranz liegt. Solange der l'üd. Staat rin religiöses Gebilde war, sei die Einheit des Judentums gewahrt gewesen, als aber aus dein jüd. Staate ein Judcnstaat wurde, war es eo ipso mit der Einheit des Judentums vorbei: Das Dogma der Reinheit des Judentums,steht höher als das der Einheit des jüd. Volkes! Die Karäcr, die ilur die Mündliche Lehre nicht anerkannten, 'aber an die Göttlichkeit der Thora voll und ganz glaubten, wurden in Acht und Bann erklärt,. — und da solle man einer Richtliniengemeinde angehören dürfen? . Das jüdische. Zwittersystem im Gcmeindeleben ist religiös unzulässig und logisch widersinnig. Die Karäer sreilich, die nahmen ihre Sache ernst, und deshalb war auch für sie die Trennung eine selbstverständliche Konsequenz. Das Verhalten der heutigen Richtlinienvertreter, ' indem sie mit den traditionellen Juden eine Einheit bilden wollen, bedeutet eine schamlose vLelbstentänßernng. Der Redner lam dann auf die jüngste Resolution des Vorstandes der Frankfurter israelit. Gemeinde zu sprechen und meinte, daß die historische Bedeutung dieser Resolution nicht hoch genug eingeschätzt werden könne, denn sie bedeute die Ertötung der religiösen Wahrhaftigkeit: befehle sie doch den Richt'linieiirabbinern und -Lehrern, einstweilen ihre religiöse Ueberzeugung in die Tasche zu stecken. Dieser Tauschhandel mit den Orthodoxen in der Gemeinde richte sich von selbst.! i Und dabei bedenken alle Vertreter dieses Einhcitsjudentiims. nicht, daß die Einheit zum'Zionismus führen muß; nur er, der die Religion für eine Privatsache hält, der den besten Blagen, aller jüdischen Organisationen hat,' der Atheisten, Monisten usw. aufninunt, kann über solch tiefe Kluft hinwegsehen, wie sie zwischen Thorajndcn und Thoraleugncrn besteht. Es setzte nun eine lebhafte Debatte ein. Martin Levigard, wie immer unerschrocken, Trat als erster auf die Rednertribüne. Er stellte sich als treues Mitglied der Religionsgesellschaft, das aber auch der isracl. Gemeinde und der zion. Organisation angehörc, vor. Nicht der Austritt aus der Gemeinde, sondern der Eintritt in sic ' sei Pflicht der Mitglieder der Religionsgesellschaft. Es sei ja bequem, doch wohl kaum jüdisch gehandelt, sich der Einflußnahme auf seine anderen Brüder zu entsagen. Der Referent habe gegen den Zionismus gesprochen; er wolle ihm da doch gegenüberhalten, das; die Entnationalisierung es gewesen ist, die die Richtlinien schuf. Louis Kahn, der Vorsitzende, wünschte vor allen Dingen festgestellt zu wisse», daß es sich bei der Trennung nur um das System, aber nicht mit Personen handle. Er bezichtigte die Gemeindeorthodoxen der schwersten. Versündigung, deiln ohne 'sie wäre die Reformgemeinde zugrunde gegangen und außerdem iväre ohne ihre Existenz die Orthodoxie nicht gespalten und stellte eine Macht dar. Man rühme der Frankfurter Israel. Gemeinde die Schaffung und die Erhaltung einwandsfreier Institutionen nach, die zu gefährden, ein Unrecht sei. Man bedenke da nicht, daß sie nur solche Institutionen errichtete, die eine Schwächung der Einnahmen der Religionsgesellschaft bedeute», wie Synagoge und Schechitoh. Aber für Institutionen, die eine Stärkung des traditionellen Judentums bedeuten, sei man nicht zu haben. Waruin habe die hiesige Gemeindeorthodoxie noch heute keine Volksschule und Realschule?*) Die Frankfurter Gemeindeorthodoxcn freuen sich über die Resolution des Borstandts. Wie bescheiden! Die Absetzung der ueologen Lehrer haben sie nicht erlangt und damit in Wirklichkeit nichts erreicht. Der Austritt ist eine jüdische Pflicht; 400 Rabbiner — darunter die Gcdaulei hadaur — haben es 1876 erklärt! Leopold Perlmutter legt in seinen Worten das Schwergewicht darauf, daß die Frage des Austritts noch nicht entschieden sei. Orthodoxe rabbinische Größen waren gegen den Austritt und sind noch heute gegen ihn. Das Wichtigste sei doch, daß man gemäß dem Thoragesetze lebe. Der Trennnngsgedanke habe sich übrigens bei unserer heutigen Orthodoxie-noch nach einer anderen Richtung entwickelt, indem er eine Scheidewand zwischen: den west- und den osteuropäischen Brüdern gezogen.habe, also das. Encheitsgefnhl mit der großen jüdischen Gesamtheit'schwächte. '! Referendar Karl G ö l d s ch m i d terwiderte,; daß man mit dem Ausdruck „Pollack" nur einen bestimmten unsympathische» Typ. unter den osteuropäischen Juden *). Die Gründung einer höheren Schule traditioneller. Richtung wird'gegenwärtig propagiert. D. Redakt. meine, und dies Herrn Perlmutter noch nicht zu seinen Schlußfolgerungen berechtige. Redner erklärte sich des weiteren sür die Notwendigkeit des Austritts. ' Rechtsanw. Dr. I. Breuer.führte gegen einige Midraschworte des Herrn Levigard sür die Bedeutung des EiUhcitsgedanken die Worte Gottes an Moses bei der Vcrschwörun'g Korachs an: „Trenne dich von dieser bösen Gemeinde." Bei Korach handelte es sich nur um Machtfragcn, während gegenüber der Richtliniengemeinde ein lvcit höheres, das Prinzip, auf dem Spiele stehe. Wie wenig die Gemeindeorthodoxie recht habe, beweise die Tatsache, daß sie immer imr mit dem Gefühl operiere, ihren Standpunkt logisch nicht cinwändsfrei bis heute darstellen und bis heute auf die Fragen Rabbiners Hirsch s. A. hinsichtlich der Widersprüche in dem Standpunkte' Rabbiners Bamberger s. A. keine Antwort geben konnte. * „Die Verfassung ist ausschlaggebend; der Führung der Gemeindemitglieder kommt nur sekundäre Bedeutung zu." Und lvarum also darf man dem Zionismus — dessen oberstes Prinzip es ist, die Religion nicht anzutasten und ihr in keiner Weise Wbruch zu tun, und der auch in Praxis seine Bank mit Heter-Jsko und seine Kongresse nur an Wochentagen arbeiten läßt — nicht angehören? Warum legen Sie,, Herr Rabbiner, die Sünden einzelner Zionisten dem Zionismus zur Last und warum nicht in gleicher Weise die Sünden der Aschaffenburger Gemeindemitglieder sich und der Aschaffenburger Gemeindeverfassung? Warum sehen Sie, Herr Rabbiner, über die Kluft, die zwischen Ihnen und Ihren Gemeindemitgliedern klafft, hinweg? Dein Zionismus verübeln Sie seine» „allzngnten Magen" — und sich und Ihrer Gemeindeverfässung?! Kommt nicht etwa da auch der „allzu gute Magen" in Frage?! ... Der Zionismus, dieser „Bösewicht", stützt sich auf die Propheten, die selbst die „Oivde Habaal" (Baalsdiener) zu Israel zählten; diese wurden gegeißelt, gescholten, aber — mitgezählt. Aber Sie, Herr Rabbiner, bei Ihrer großen Prinzipientreue, wie vermögen S i e diese tiefe Kluft zu überbrücken?! , Daß Sie, Herr Rabbiner, den Versuch unternehme». Ihre Haltung zu verteidigen, ist begreiflich, aber unbegreiflich ist es, wie Sie als Aschaffenburgcr Rabbiner noch über Gcineinde-Orthodoxc und Zionismus herfallen können?! Und nun zu dem Bruder und Rechtsanwalt! — Er betonte das Gefühlsmäßige der Gcmeindeorthodoxe» als Beweis dafür, „!vie ivenig sie. recht hat." Nur die Logik, die kalte, sei im Judentum maßgebend! Nun, wenn dem so wäre, dann wäre das jüdische Volk längst nicht mehr da. Mit der kalten Logik ohne Emunoh rmd treue Anhänglichkeit zum angestammten Volke, die doch auf dem Gefühl basieren, hätten unsere Väter nicht die Scheiterhaufen bestiegen und ließen heute unsere Brüder im Osten sich nicht pogromieren. Nur Satte, Sorglose können mit der kalten Logik operieren, nicht aber Hungrige und AuSgctriebene! Die kalte Logik hat schon Tausende zum Llbfall geführt! Was den Satz: „Trenne dich von dieser Gemeinde" betrifft, so handelt es sich dort um Verschwörer gegen den Führer eines wandernden Volkes in der Wüste! Nun noch einige Worte zu den theoretische» Grundlagen der Ausführungen des Herrn Rabb. Dr. Breuer. Er hat § 334 deS Jore dea angeführt. Wo dieser Paragraph über die Frage des Austritts entscheidet, ist uns unerfindlich; aber wenn Herr Dr. Breuer schon von hier — es handelt sich in dem Kapitel um den Cherem — auf den Austrittszwang schließen will, dann möge er ' sich doch, erinnern, daß es in § 334 auch heißt, daß ein Cherem ' dann, wenn als Folge der Austritt aus den; Judentum zu befürchten sei, nicht ausgesprochen werden solle. Und wie verhält es sich mit dem Cherem der 400 Rabbiner im Jahre 1876? Der Cherem betraf die ganz anders gearteten Verhältnisse in Wien, und die gleichen Rabbiner haben noch einen Cherem über.folgendes ausgesprochen: deutsche Predigt, Ornat, Chor, Fehlen des Frauengitters in der. Synagoge. Bekannt dürfte Herrn Rabb. Dr. Breuer auch der Cherem von Nagh Mihaly gegen jedwelche moderne Bildung sein. Zum Schluß noch eine kleine Reminiszenz: Rabb. Bamberger s. A. hatte Rabb. Hirsch s. A. ein Beth-Din über die Frankfurter Austrittsfrage vorgeschlagen, Rabb. Hirsch lehnte den Vorschlag aber ab. Was die Antwort Rabbiners Bamberger betrifft, >so verweisen wir auf seine Antwort in Kirschs Gesammelten Schriften, Bd. l. D. Rcdakt. * Ein Besucher der Versammlung schreibt uns: Als Gott -unser»! großen Lehrer Moses seinen Willen lundgad, das Volk Israel, da cs seiner Erwählung sich nicht würdig gezeigt hatte, zu vernichten'und ans den Nachkommen Moses ein neues Volk Israel zu schassen, — da hätte die bloße Logik dieser Willensäußerung Gottes freudig zugestimmt.. Doch Moses bat flehentlich, von der Vernichtung, abznstehen, — und wir glauben: Gott hatte auch keine andere Antwort erwartet. Es sind doch Deine Kinder! flehte Moses. Es sind doch Deine Kinder! — haben nicht auch manchmal die Vertreter des Trennnngsprinzips Kinder, die sich von der Bahn. Mer Väter, getrennt habet;? Verlangte da nicht die Logik, daß diese Eltern sich von den abgefallenen Kindern lossagen,, damit, durch ihre allen Kindern zuströmende Liebe ihre nichtabgefallenen Kinder nicht irre werden? „Wollet nicht zu. .gerecht sein!" haben unsere alten Weisen gesagt. Sie wußten, das; jede Uebertreibung das Unheil in sich trägt, das Gegenteil zu bewirken. So istes auch heute. Nicht die Gemeindeorthodoxie hat die orthodoxe Judcnheit gespalten,, sondern die Prinzipienübertreibung in der Trennungsorthodoxie. Aus der „Agudas Jisroel"-Bewegurrg. Marburg. Am 12. d. M. fand eine stark besuchte! Versammlung der hiesigen gesetzestreuen jüdischen Jugend statt. Der Referent cand. jur. Schlesinger, legte' die Ziele und Zwecke der Ä. J.-Bewegung klar und stellte im besonderen für die Gründung einer Jugendgruppe folgende Forderungen auf: Als erstes müsse die Jugend das jüdische Gesetz kennen und verstehen lernen. Mer auch die Tagesfragen müssen von. der Jugend bewertet - werden, damit sie im Kampfe der Meinungen Stellung nehmen kann. Durch den Verkehr der Gleichgesinnten miteinander soll auch die Freundschaft gepflegt und damit ein jüdisches Milien — jüdisch im Sinne unserer Tauroh — geschaffen werden. Nach der Debatte zeichneten sich ca. 40 Damen und - Herren als Mitglieder ein, und war somit die A. I.- Jugcndgruppe gegründet. Hierauf referierte cand. jur. Wertheim über den inneren Ausbau der Jugendgruppe. Es wurden Schinrim festgesetzt, deren Leitung in freundlicher Weise Rabb. Dr. Schlesinger für die Damenabteilung, Oberlehrer Berget für die Herrenabteilung übernommen haben. Durch regelmäßige Referate werden auch die jeweiligen jüd. Tagesfragcn den Mitgliedern zur Kenntnis übermittelt. Zum Schluß wurden noch der Vorstand, der ans 5 Mitgliedern besteht, und drei Führerinnen der Damenabteilung, gewählt. ,, Vereins-Kalender. Freitag. „T almud Thora"- Verein, nach Schluß d. Synagoge Börneplatz: Vortrag (Dr. Heinemanu). — Verein „Mekor Chajim", nach Schluß Synagoge Hörsaal Friedb. Anlage: Mikrovortrag (Lehrer Goldschmidt): 8i,'_> Uhr, Langestraße 18: Gemütliche Zusammenkunft. — „M ontesiore"-Verein, Bleichstraße 70, 8U Uhr: Gemütliche Zusammenkunft. Samstag. „Montefiore"-Verein. liy» Uhr: Schiur (Dr. May). — Verein „M ekor Chaji m", 3»/2 Uhr, Langestr. 18: En Jankanw (Schachnowitz). Sonntag. Verein „Mekor Chajim", 6 Uhr: .Jirmijohn (Dr. I. Breuer). — „M ontesiore"-Verein, 3i/2 Uhr: Mitgliederversammlung. (Wie können wir uns als Aiitglieder aktiv an der Bereinsarbeit beteiligen?) — Wandergruppe des „Montefiore", gi/z Uhr. Stadtüibliothck: Führung durch den Osthafen (Architekt Schragcnheim). — B e r e i n „N a ch l a ß Z w i", tO/» Uhr. Hochsches Konservatorium: Samson Raphael Hirsch-Gedächtnisfeier (Rede: Rabb. Dr. Klein-Nürnberg). — Verein „T iseres Bachnri m", Bleichstr. 70, - 8 Uhr: ' Talmudvortrag (Rabb. Dr. Horovitz): 9 Uhr: Das Rassenproblcm (Theo Harburger). Montag. Zion. Iugendgruppe, 9 Uhr, Kauft». Vereinshaus: Geschichtsvortrag (Res. Wohlfarth), Bialik und das Judentum (Rosenbaum). — 2t J.-J ngend - - gruppe, 9 Uhr: Jüdische Geschichte (Rabb. Dr. Bondi- Mainz). — Centraloerein deutscher Staatsbürger jüd. Glaubens, SV» Uhr, Kckuftn. Vereins- Haus: öffentliche Versammlung (Res.: Justizrat Horwitz- Berlin und Justizrat Bärwald-Bromberg). - Dienstag. Chewrath „Emes wescholanm",9hü ' Uhr, Kursaal Milani: Fortsetzung des Geschichtsvortrags (Rechtsanw. Dr. Breuer). — Jüd. Turnverein, 9 Uhr, Hasselsches Institut: Turnen. Mittwoch. „Montefiore"-Berein, 9 Uhr: Röntgenstrahlen (Dr. med. H. Oppenheim). f N. ROSENAU — I Englische Herren - Schneiderei I IO CotUusnaaM IO. f Vornehme Ausführung. Massige Preise. Allgemeine Mitteilungen. Die Frankfurter haben sür die nächsten vier Wochen nun wieder ihre Sensation. Wieder einmal etwas, worauf sie stolz sein können, dieweil man es ihnen im ganzen deutschen Reich nirgends nachmachen kann. Wo anders gäbe es auch einen Raum, der 15000 Menschen faßt/ und dazu mit der ungeheuren Kuppel und den 20000 Glühlampen einen so märchenhaften Rahme» abgibt wie in ' Frankfurt die Festhalle? In dieser berühmten Festhalle wird in den nächsten Tagen ein i» seiner 2lrt einzigartiges Unternehmen seine Pforten auftun. Der Zirkus der Fünfzehntausend! die größte zirzen- - fische Veranstaltung, die je ans dem Kontinent zn sehen war. Wo man in Frankfurt nur hinblickt, sieht man die riesigen Plakate, auf denen Direktor Carrö seine 50 Steigerpferde sich aus einmal ans den Hinterbeinen erheben läßt, — oder auf denen sonst eine von den 80 Attraktionen des Festspielprogramms sich produziert. -Der berühmte Zirkus Carre ist es nämlich» der uns in Franlsurt diese gewaltigen Festspiele bescheeren wird. Was sür' eine unerhörte Größe diese Festspiele haben werden, mögen einige wenige Zahlen zeigen. In drei Extrazügcn werden in den nächsten Tagen nicht weniger als 500 Artisten und Zirkus-Angestellte, 300 Rassepferde und 250 Menagerietiere ankommen. Natürlich muh sich unsere Festhalle für diesen Zweck mancherlei Veränderungen gefallen lassen. Die 15000' Klappsitze werden eingwant; in der Mitte werden zwei Ricsemnanegen eingerichtet (der Zirkus Carre ist der erste Zirkus, -der mit zwei Manegen gleichzeitig arbeitet):, und sogar, noch «ine Rennbahn, erbaut. Hinter' der Festhalle' aber wachsen mit amerikanischer Geschwindigkeit. dieriesigen Ställ- und Käsiggebäude empor, in denen die.550 Tiere untergebracht werden.

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