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Neue jüdische Presse · 1913-12-24 · Heft 51 (24.12.1913) · page 9

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
11 (1913)
Issue
Heft 51 (24.12.1913)
Date
1913-12-24
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Mftfle p ilt.51 Die nächstwöcheutliche Nummer erscheint bereits Mittwoch. Schluß für Juserateu-Anuahme Dienstag vormittag.____ Agudas Jisroel-Jugeudtag. Tagesordnung: Donnerstag, 25. Dez., vorin. 10 Uhr,- Hananerlaiidstr. 17: Vorbesprechung des Delegierten-' ansschusses; nachm. 5>/> Uhr, .Hanauerlandstr. 17, Zusammenkunft der Delegierten zwecks Entzünden der Channkahlichtrr. hieran anschliegend gemütliches Beisammensein der Delegierten mit Bewirtung; abends 7>/. Uhr, Aula drr Realschule, Tiergarten 8: Ocfsentliche Versammlung. 1. Begrüßungsansprachen: a) für die Agudas Jisroel - Jugcudgrnppe: Herm. Frankenthal, b) für die Agudas Jisroel-Ortsgruppe: Dir. Dr. Lange, c) für das provisorische Komitee der Agudas Jisroel: Jakob Rvscnheim. 2. Die AgudaS Jisroel und Palästina, Referent: Heinrich Eiscniann, Rom. 3. Ansprachen auswärtiger Vertreter. Freitag, vorm. 8;i/i Uhr, Loge zum Frankfurter Adler, Tcilerstr. 22, Delegiertenkonferenz: 1. Wahl des Büros, 2. Die erzieherischen' und praktischen Ausgaben: Die statutarischen Grundlagen einer Jugendorganisation der Agudas Jisroel, ihre Beziehungen zur Gesamtorganisation, zu den gesinnungsverivaildten verbänden und zu den ausländistheu Jugcndvercinen, -3. Diskussion, 4. Die Gründung Awn Mädchengruppen, H. Wahl der Kommission einer Jugendorganisation. Samstag, 27. Dez., abends 7X/a Uhr, in der Loge zum Frankfurter Wler, Seilerstr. 22, Delegiertenkonferenz: 1. Der Lehrbetrieb in den Jugendgrnppen. Referent: Dir. Dr. G. Lange; 2. Freie Aussprache. Sonntag, 28. Dez., vorm. 8% Uhr, Hanauerlandstr. 17, Sitzung der Kommission der Jugendorganisation: 11 Uhr, vorm., Seilerstr. 22, QeffentlicheVersammlung: ->> Die Jugendbewegung der Agudas Jisroel, Referent: Martin Feist, Paris; b) Unsere Weiterarbeit; es Schlußansprachen. Depesche. Karlsruhe. 23. Dez., 11% Uljr vorm. Rabb. a. D. Dr. S a l o e n d i, in der gesamten Judenheit infolge feiner Palästinatätigkeit bekannt, ist verschieden. Frankfurter Berichte. Verein für jüd. Geschichte und Literatur. Im Verein für jüd. Geschichte und Literatur hielt . Herr Dr. Simchowitz am 3. Dezbr. einen Vortrag über die jüdisch-deutsche Sprache und Literatur. Redner meinte, es wäre doch verwunderlich, wenn mail nach Rußland oder Polcir kommt und dort nicht die russische bezw. polnische Sprache hört, sondern, eine ganz andere, nämlich die jüdisch-deutsche. In Oesterreich, besonders Galizien, kann man sie auch vielfach hören. Das ist historisch folgendermaßen zu erklären: Die Juden im Mittelalter sprachen, nur deutsch. Als sie von Deutschland ausgewiesen wurden, gingen die incisten von ihnen nach Rußland und nahmen ihre deutsche Sprache, das damalige Mittelhochdeutsch, mit. Natürlich gab es auch schon damals in Deutschland verschiedene Dialekte, llnd durch Zusammentreffen der Juden in den verschiedenen Gemeinden und Hinzufügung von .hebräischen und russischen Worten vermischte sich die Sprache, und es entstand das das Jüdisch-Deutsche, das sogenannte „Jargon". _ Diese Sprache sprechen nun ca. 9 000 000 Menschen. Sie besitzt auch eine sehr ilinfangreichc Literatur. Dieses alles müßte doch eigentlich zur Beschäftigung mit der Sprache beitragen, aber in, Gegenteil; sic wird eine Gaunersprache genannt, obgleich eine solche keine Muttersprache sein kann. Besonders hätten die Germanisten sich mit diesem „Jüdisch-Deutsch" beschäftigen müssen, wenn sie das „Altdeutsche" studiereil wollen; denn daß dasselbe ein altdeutscher Dialekt ist, liegt ja klar zutage. Im 18. Jahrhundert kann man sogar diese Sprache in Deutschland tresfen. Selbst Goethe bezeugte ihr großes Interesse und gab sich große Mühe, in ihr zu lesen und zu schreiben. Am Anfang des neunzehnten Jahrhunderts verschwand das Jüdisch-Deutsche, während es sich im Osten erhalten hat. Mll man diese Sprache sprachwilsenschastlich betrachten, so muß man drei Dinge beachten: 1. den Wortschatz, 2. die Anssprache, 3. die grammatischen Formpn. Was den Wortschatz anbetrifft, sa. hat das „Jargon" jeine Menge Worte, unter denen eine beträchtliche Zahl Fremdwörter vorhanden sind. Es wäre Unsinn zu sagen, daß deshalb das Jüdisch- Deutsche ein Kauderwelsch ist. (Im Deutschen ist bekanntlich jedes siebente Wort ein Fremdwort.) Wenn man die Sprache mustert, findet inan, daß viele, Worte sich in der echt altdeutschen Form erhalten haben. Z. B. ist das ■ jüdische Wort „Tat!" ein echtdcutsches Wort, welches bis zum siebzehnten Jahrhundert gebraucht wurde. Wir finden dieses Wort auch in der llcbcrsetznnq des „König Johann" von Schlegel im 2. Akt, 2. Szene. Ebenso das Wort „Mami". Während der Deutsche für diese beiden Worte die französischen „Papa" und „Mama" angenom- ’ inen hat, hat sic das „Indisch-Deutsche" bewahrt. Dcm- . nach spricht der Deutsche jetzt französisch, während der Jude echt deutsch spricht. Als weitere Beispiele könnten, die Worte „Haint" und „Rechten" dienen. Das eine wird von Luther angewandtdas andere kommt im Nibelungenlied vor. Auf diese Weise könnte man das ganze «Jargon" ans düs Deutsche zurückführcn. (Schluß-folgt.) Verein für jüd. Kultur. Donnerstag abend hielt Herr Grünt,latt in, Be rein, für jüdische, Kultur einen Vortrag über: „Moses Maimvnides". Der Redner beleuchtete zunächst die schöpferifche Vicl- Icitigkeit und universelle Beherrschung aller Wissensgebiete des großen jüdischen Philosophen und leitete hiervon für den Vortragenden die Notwendigkeit ab, bei der Interpretation seiner Gedankenwelt sich eine stoffliche Beschränkung aufzuerlegcn. Am fruchtbarsten — so führte der Redner weiter aus — sei Maimonides' Wirken auf religionsphilosophischcm und insbesondere ans dem gesetzgebenden Gebiete gewesen. Die aristotelische Erkenntnislehre und den Gottesbcgrisf 'habe er, sobald sie mit der jüdischen Kosmogcnie, und Gvttesvorstellung in Widerspruch kamen, aufs entschiedenste bekämpft. Auch die aristotelische Ethik ließ er gelten, solange sie »nt der jüdischen Ethik in Einklang zu bringen war. Die eine Gruppe von Gegnern, bereit geistiger Führer Abraham bei, David war, bekämpfte Maimvnides aus prinzipielleit ttnd sachlichen Gründen, da sie von der überhandnehmende» Verbreitung seines Werkes „Jad Hachasaka" eine Hintansetzung itnd Vernachlässigung des Talmud befürchtete, während die andere Gruppe, an deren Spitze Samuel ben Eli stand, nur aus Eifersucht und kleittlichein Neid Gegnerschaft machte. Den inhaltvollen Ausführungen des Referenten schloß sich eine längeer Diskussion an, a>» der sich die Herren Schöner, Wahrmann, Chawkin, Dr. Gottselig, Blatt und Rosenblum beteiligten. L. Z. „Montenore" - Verein. Der Verein Montefiore veranstaltet am Samstag, den 27. crt. sein Chanuka - und Stiftungsfest in sämtlichen Säle» des Kaufmännischen Vereins. Das Programm ist vorzüglich und verspricht eineir genußreichen Abend. Karten in beschränkter Anzahl sind noch zu haben im Büro des Vereins und abends an der Kasse. „Agnüas JiSroel"-JugenügruPPe. Sonntag fand unter dem Vorsitz Joses Bamberg ers eine Acitgliederversanimlung statt. Leopold Perlmutter berichtete über die Halberstädter Tagung, die zur Gründung des deutschen Gruppenverbandes der Agudas Jisroel geführt hat, und teilte mit, daß zu der Frankfurter Jugendkonferenz bereits 65 Anmeldungen (darunter 10 aus der Schweiz) vorliegen. Es wurden sodann die Delegierten für die Jugendkonferenz gewählt und zwar: Marti» Feist, Her»,. F r a n k e n t h a l, Max Meyer, S a l l y Michel, Leopold Perlmutter, Joel Sänger, Joses Sp rin gut, Jentilla Jeidel und Rosa Wolf. PittlbowsN - «usttelluna. Seit einigen Wochen findet eine Artsstellung von Pilichowski im Kunstverein statt. Es sind ungefähr 20 Gemälde, die alle von großer Knust zeugen. Uils aber interessieren besonders die Bilder jüdischen Inhalts. Da haben wir das Bild „Pietät". Ein Toter liegt auf dem Boden in einem schwarzen Tuche gehüllt, und neben ihm sitzt ein Mann. Den Kopf auf die Hand gestützt, sitzt er da. Tiefe Trauer bedeckt das Gesicht; doch auch ein Zug von unerschütterlichem Gottcsvcrtraiien ist in ihm vorhanden. DaS ganze Bild ist dunkel gehalten und es macht einen tiefen Eindruck. Nicht weiriger aus dem jüdisch-polnischen Leben gegriffen ist das kleinere Bild „Al chet". Uns den Gesichtern schaut Demut und innere Zerknirschung hervor; denn der Tag des Gerichts ist da. Wer doch fehlt wieder nicht jener vertrauensvolle Zug, der ims Juden eigen ist. Ganz in den alten „Beth-Hamidrasch" znrückrufend wirkt das Bild „Schma-Jsroel". Wir sehen vor uns viele Akänner in „Taleisiin" gehüllt, die mit tiefer Inbrunst dieses Gebet verrichten. Das Bild ist so lebendig, daß es scheint, als ob wir diese Männer sich beivegen sehen. Da ist besoilders ein Mann.. den Talis über den Kvpf geworfen, der beim Sprechen des „Echod" die Fäuste krampfhaft zusammenhält. Das erinnert uns ganz an jüdisches Lebe», wie wir es in Polen und Rußland sehen. Sehr stimtnungsvoll ist das Bild „Jüdische .Hochzeit". An einem Tische, mit weißem Tuche bedeckt, sitzen einige Männer. Obenan steht der „Badchon". Biele Gäste haben sich um den Tisch versammelt und lanschen auf seine Worte. Alle Gesichter sind fröhlich. Man sieht aber auch solche, bei denen die. Freude gemischt ist mit unserer ewigen Trauer über die Zerstörtlng des Tempels. Bon den übrigen Bildern Iväre» noch insbesondere „Dame in Blau", (Frühlingston) „Frühlingsidylle" und die Damenporträts zu erwähnen. Alle Gemälde sprechen von iitnerciil Gefühl lmd tiefeni Empfinden und zeugen auch von großer Lebendigkeit und Harmonie der Farben. Kokcw. Jgnat; Sanssmann. Der dieser Tage verstorbene Herr Ignatz Kansfmann hat dank seiner genialen geschäftlichen Tüchtigkeit und seiner streng rechtlichen Grundsätze die von seinein Vater gegründete Buchhandlung aus klciitcn Anfänge» zu dem bedeutendsten jüdischen Verlage der Welt gemacht. Er hat sich so hervorragende Verdienste um die jüdische Wisenschaft und Literatur erworben. Wir erinnern nur an die Herausgabe der Werke Samson Raphael Hirschs und Dr. Lehmanns. I» der Leitung mehrerer sozialer und philanthroischer Vereine war Ignatz Kausfmann ein eifriger Mitarbeiter. Die Beisetzung legte durch ihre überaus große Beteiligung Zeugnis von der großen Achtung ab, deren sich der Verstorbene in iveitcn Kreise» erfreute. Es sprachen Rabb. Dr. Nobel, Albert Rothschild (Frankfnrt-Lögc), Prokurist F e i st (für die Angestellten der Firma I. Kaufs,,mim) und GrN'tt Hofer (Veteranenverein). PreisanSschreibeu. Für die regeimäßigsten Teilnehnier (Damen und Herren) an den Wanderungen Januar—April 1914 veranstaltet die Wandergruppe des „Montefiore"- Berein ein Preisausschreiben, an dem sich sowohlMitglicder als auch Nichtmitglieder beteiligen können. Als Preise sind ansgcsetzt: eine Zupfgeige, 5 Exemplare des beliebten „Zupfgeigenhansl" und Landkarten. Die Be» ' dingungen sind im Bereinslokal am schwarzen Brett zn ersehen. jE. Ettinger Pelzhandluna; und Pelzkonfektiön. Anfertigung nach neuesten -Pariser und. Wiener HodeOen.- Frankfurt a. M. langestrasse 31. Telephon Amt I. 5281- Etugesauvt. Auch mir gibt die Generalversammlung unserer Religionsgesellschaft den Einlaß, um Anfnahine einiger Zeilen zu bitten. Seit nunmehr, säst einem Jahrzehpt steht jetzt die. Synagoge in^üer Schützenstrcz.ße unbenutzt da. Was soll aus diesem Denkstein von dem Werden der Religionsgesellschaft und besonders von dem Wirken eines - Samson Raphael Hirsch s. A. endlich einmal werden? Da die einstmalige Wiederbenutzung als Synagoge wähl so gut wie ausgeschlossen ist, so droht der Synagoge und den angrenzenden Gebäulichkeiten drr Religionsgesellschast eines Tages der Wbruch. Soll da nicht Borsorge getroffen werden, daß dann mit dem Wbruchnicht auch die geschichtliche Atmosphäre der ganzen Stätte verschwindet? Doch was kann geschehen- Etwas sehr Vernünftiges: Man errichte aus der Stätte des ersten Bansterns zu der Größe unserer Religionsgesellschast den letzten Baustein zu ihrer Größe, die Institution, die ihr bis heute einzig noch fehlte: das Kranken haus. Der Komplex ist sicherlich groß genug für diesen Zweck. Auch ist damit finanziell für die Verwirklichung, des Krankenhansbaues eine große Erleichterung geschaffen. Es ist kein teurer Platz zu kaufen und das Terrain in der Schützenstraße, für das schwer Verwertung gesirnden wird, braucht nicht halb weggeschenkt zu werden. B.< Kunst uud Literatur. B iographisches Lexikon berühmter Inden aller Zeiten und'Lander. Ein Nachschlägebuch für das jüdische Volk von S- Wininger. 1. Heft, 64 Seiten, Kr. 1.—. Czernowitz. S. Wininger. Dieses Lexikon sott in 10 Heften erscheinen und mehr als 1500 Biographien bringen. Es bedarf keiner weiteren Begründung, daß damit für weiteste jüdische Kreise ein wertvolles Nachschlagebuch geschaffen worden ist, und es ist nur zu wünschen, daß dem Verfasser, den keinerlei materielles Interesse zn der Riesenarbeit veranlaßte, so viele Bestellungen zufließen» daß er die weiteren Hefte in schnetter Reihenfolge erscheinen lassen kagn. Elijahu. Dramatisches Gedicht von Ben Iair. 196 Seiten. JL 2,50. Frankfurt a. M-, Sänger n. Friedberg. v Die Person des großen Propheten Elijahu Und.die Vorgänge am Hose des Königshauses in Israelgeben Ben Jair eine,,' dankbare» Stoff und sein eigenes .beachtenswertes dichterisches Talent, die künstlerische Gestap tungskraft. Dazu gesellt sich als wertvoll, daß der:Dichter sich der geschichtlichen Treue zn befleißigen sucht. Spende«. Beim Franks. Israelit. Familienblatt gingen ein für die -j -v - J Tachken, onischulc in Jaffa t Zur Hochzeit Eva Jacobsohn mit Joseph Oppenheimer gratulieren: , ' H. Bnchbrinier, Burgstcinfurt j3,— JL Saly E n- Frau , Rosa Nathansen, Röderbergweg 9« 1,50 „ Moritz Plant 1*— „ Heinrich Werthei,:, 1.— „ Liepman Prins u. Familie 3,— „ Selmar Geis 0,50 „ Jakob Goldschmidt u. Frau 0,50 „ Hern,. Reiß u. Frau. Hanauerlandstr. 4 1,— „ Familie Karl Elkan 1.— „ I. Poderswa, ^traßburg 1,— „ M. Mayersohn, Atterhcitigenstraße 0,50 „ M. Neuhof, Restaurateur, Soden i. Taunus 0,50 „ Familie Siegmuiid Rosenthal, Gervinnsstr. 20 -1,— „ Familie Lehmann Rosenthal, Röderbergwcg 41 1,— „ Frau Helene Lcvisohn, Röderbergweg 7-7 1,— „ Familie M. Mai, Rödcrbergweg 37 . 1,— „ Familie S. H. Goldman» l,— „ Jüd. Nationalfonds Karl Rosenheimer (Hochzeit Oppenheimer) 1,— Zion. Schulwerk in Palästina Familien I. L. Goitein (Hochzeit Oppenheimer) %— JL -i!

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