Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 11 (1913)
- Issue
- Heft 50 (19.12.1913)
- Date
- 1913-12-19
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2692297-2692819-2692869--08130-2703249- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
MÜW M llr. 50 Aus der Lehrerwett. (b.) Posen. Oberkantor Jakob Leibowitz ist im 34. Lebensjahre verschied e n. Bukarest. Rabb. Dr. Beck beging sein 40jähriges Jubiläum als Rabbiner der hiesigen jüdischen Gemeinde. Dr. Beck ist nicht nur ei» ausgezeichneter Redner, sondern auch ein ausgezeichneter Mensch. In allen jüschen Vereinen nimmt er eine führende Rolle ein, und überall, wo cs gilt, menschliches Leid zu lindern und Tränen zu trockenen, findet man ihn. Porzellan, Kristall, Steingut Hochaparte Neuheiten Goethestrasse 27. Aus de» vereine«. <L) Posen. Im „Iüdischen Jugendbund Pose n" sprach Rabbiner Dr. Gelles- Lissa über das Thema: „Geschichte des Modernismus in der jüdischen Religion". Der Redner wies nach, dag die Probleme, di: auch heute im Mittelpunkt des religiösen Kampfes stehe», uralt sind, daß sie zum ersten Mal in der Gegensätzlichkeit von Pharisäern und Sadduzäern und später im Streit des Karäertums gegen den Rabbinismus sich zeigten. Bedeutete der Ausbau der religiösen Formen durch die Pharisäer eine Reformation »ach rechts, nach der — vom heutigen Srandpiinkt ans — orthodoxen Leite, so waren die Aiodernisicrungsversuche der Karäer Bestrebungen nach links, nach der liberalen Richtung. Immer war cs die gleich: Frage, die zu den heftigsten und in der - Interesse an religiösen Fragen lebendig erhalten. Neu eröffnet! Telephon Amt I, 6723. Weissfrauen-Bad Herren-Abteilung. Samen-Abteilung. Kur- und Lade-Anstalt I. Langes mit allem Komfort der Neuzeit eingerichtet. Frankfurt a.Iä, Weissfrauenstr, 12,(Lift) Trambahn- . Haltestelle Schauspielhaus Weissfrauenhof. G Wannenbäder I. Kl. m.Dcnolie, eleg.eingericht, lnkl.WäsoheMk.4.— 6 Xiebtennadelbäder lnkl. Wäsche Hk. 6.— 6 elektrische Mchtbäder Hk. 10.—. _Natar-KohlensäiLre und aUe medio, Bäder and Massagen._ Frankfurter Berichte. Wandergruppe des „Montesiore'-Bereins. Trotz. des flvttcn Geschäftsganges, der am „.silbernen" herrschte, waren ich er 200 Personen ■ der Einladung der Wandergruppe zu einem h u m o r i st i s ch - m u sika - lischeu Nachmittage gefolgt. , Aus dem überreichen Kranze der Darbietungen, die von dem in humoristischer Aufmachung hcrausgegcbcnen Programme bis zum Lbschließenden -Theaterstücke nach Ansicht aller Erschienenen aus lauter „Schlager" bestanden, sei vor allem die Schrammelkapelle der Herren Rosenthal, Marx, Schwarzschild (Zupfgeige), Selig Mandoline), Weier (Violine), Grünebanm (Ziehharmonika) und Scheidt (Klavier) hcrvorgehobeir. Frl. R. Schulhans als Rczitatorin in Frankfurter Mundart, Herr Gärtner in der Wiedergabe hyperinoderner Dichtungen, Herr Fritz Feist als Coupletsänger ernteten Stürme des Beifalls. Die Herren S. Selig und Meier zeigten in der feinsinnigen Wiedergabe klassi. scher und moderner Stücke auf der Violine ein starkes musikalisches Talent. Einen besonderen..Erfolg crivarb sich Herr Th. Rosxnthal mit eigenen zur Laute vorgetragcnen Dichtungen, die VereinSbcgebenheiten behandelten.. Den Slbschlnß bildete eine Thcatcraussührnng, die mit einer Reihe von Einlagen versehen, den darstellenden Herren B r u ck st e i n, R u b i n st e i nv, Bachrach, Hal- .berstadt, Ro o s , K. Kahn Gelegenheit bot, ihre schauspielerischen Talente ins beste Licht zu setzen und die fröhliche Einleitung zu dem darausfolgenden Tanze bildete, . der, von den Klängen der Schrnmmclkapelle begleitet, die Teilnehmer noch lange znsammenhiclt. Das jüdische Element in Heines Dichtungen. In Frankfurt ist vergangene Woche ein, Denkmal für Heine errichtet worden, — das erste öffentliche in Deutschland. Heine ist dadurch wieder in den Vordergrund des Interesses gerückt, nird so hatte im „Montefiore"- Berein der Bortrag Lehrers Alb recht: „Djas jüdische . Element in Heines' Dichtungen" ein zahlreiches Publikum angelockt. Der Refereict war eine glückliche Wahl, denn er keirnt den 'Menschen und Dichter bis ins kleinste Detail. In seiner Einleitung malte Referent recht meisterhaft den Hintergrund zu Heines Leben.und Wirken, nämlich den damaligen inneren Umwandlungsprozeß in der deutschen Judenheit und das Milieu, in dem er aufwuchs. Heine besuchte zuerst eine jüdische Schule und lernte so jüdisches Leben kennen. Im Jahre 1824 ging er nach - Berlin, trat in Beziehungen zu Zuich, Moser und 'Ganz,, studierte eifrig jüdische Geschichte und erhielt so die erste Anregung zu den Denkinälcrn, die er in seinen Werken dein Judentum gesetzt hak. Kurz vor seinem Doktorexamen trat er. auf Drängen seiner Familie und aus eigennützigen Motiven zum Christentum über, welchen Schritt er nachher? stets bereute. In seinen unter dem Namen „Junge Leiden" erschienenen Jugendwerken zeigt er, daß Fr auch Bivclstüdinm getrieben hat. „Almansor" ist wohl .sein erster Versuch) sein Liebesfeuer in Form einer Tragödie 'zu fassen. Interessant, war der Hinweis des Redners, daß Heine in dieser Dichtung — die Handlung derselben spielt "sich in Spanien zivischcn Christen und Mohammedaner ab — an Stelle der Mohammedaner die Juden setzen wollte. Sodann ging der Referent zu den Romanzen^ des Dichters über und zeigte an einigen Gedichten die Feinheit von HcincS Empfinden. Der Abschnitt. von Juda Halcvi ossenbart des Dichters gründliche Kenntnis der Geschichte des Judentums. Die wunderbare Schilderung des Freitagabends verrät sein zartes jüdisches Empfinden und ist so gewaltig und packend, wie sie eben nur einer geben tann, der ihn selbst mitcrlebt und mir- «cmpfundcn hat. Bon Heines prosaischen Werken ist besonders der „Rabbi von Bacharach" zu nennen. Zum Schluß suchte Redner den Zwiespalt in .Heine» Charakter, die häufige Dissonanz in seinen Werken, sowie -den Humor, Witz und die Ironie, die aus denselben sprechen, psychologisch zu erklären. Heine, der trotz seiner Taufe die jüdische Eigenart bewahrte, habe — wie die Inden im allgemeinen — znm Pessimismus geneigt. Dieser aber schlage, wenn er sich allzusehr geltend macht, hänsig ins Gegenteil um. Jüd. Wanüerbunü. Am vergangenen -Sonntag veranstaltete der I. W. feilte 4. Wanderung (Obcrnrsel, Altkönig usw.), die trotz des nicht sehr günstigen Wetters sich einer guten Beteiligung erfreute. Die Teilnehmer waren von der Wanderung, di: sic bei Mandolinenspicl über reifbedeckt: Steinwülle, über Wiesen, durch entlaubte Wälder an schäumenden Bächen vorbei führte, hoch befriedigt. Auch zu der Rachmittcigs-Tchülerwaiiderung hatten sich zahlreiche Teilnehmer eingesundcn, die von Eckenheim über Praunheim nach Bockenhcim marschierten. Die nächste Wanderung (beide Gruppen vereinigt!) findet Sonntag, den 21. Dezember 1913 nach Hosheim — Wildsachsen — Naurod — Kellerskopf — Niedernhausen statt. Warschzeit: Stunden; Führer: Fritz Stern; Treffpunkt: Uhrtürmchcn (Kaiserstraße) pünktlich 8 Uhr; Mickkehr: ab Niedernhausen 45< Uhr). — Frankfurter Aionift Vereinigung. Am ö.Januar wird Rechtsanwalt Dr. Klee-Berlin in einer großen öffentlichen Versammlung sprechen, zu der jedermann freien Zutritt hat. Die VereinSabcnde am 25. Dez. und I. Januar fallen aus. Wahle» iu der Israel. Gemeinde. In den Vorstand wurde ciustimmig Dr. Albert S o n d h e i m e r gewählt. Die Beteiligung der Geineindemitglicder an den Ausschnßwcchlen war nur schwach' (etwa 200 wählten). Die Stimmen sielen ans die ge,neinsamen Kandidatcil des Ccntralvereins isr. Gemeindemitglieder nird des Freisinnigen Vereins für jüd. Grmeindeleben, nämlich aus^ Pros. Dr. Gräfcnberg, Dr. W ilh. Hanauer und trlias O p P e n h e i m e r. Frankfurter Verein für Statistik der Jude«. In Dr. I. S e g a l l lernten wir einen Redner kennen, der seinen Stofs glänzend bcmcistert und ihn deshalb . lebendig -zu gestalten weiß. Er beleuchtete einleitend den Rückgang der Zahl der Juden Deutschland» in seinen Ursachen (von 1880—1910 ließen sich z. B. in Preußen fast 10000 Juden evangelisch taufen; Geburtenrückgang usw.). Sein eigentliches Thema betraf die soziale Schichtung der deutschen Inden heit. Hier zeigte er, wie sich ständig eine Anpassung an die soziale Schichtung der übrigen Bevölkerung bemerkbar mache. Die Versammlung leitete Direktor H e r m a n u Meier. In der Debatte sprachen Julius S o m m e r, der auf die jüdische Handtverkerfrage eingeht und ausführt, daß der jüdische Handwerker deshalb schwer vorwcirtskomme, weil das jüdische Publikum ihn hänsig nicht allein nicht unterstütze, sondern sogar unterdrücke, Prof. Dr. Hülsen, Dr. K ahn, Lehrer 2 t a in m usw. „Indra“ Mil i Main Rosmmarkt 5 Spezialhaus für Perlen n. moderne Bijouterien feinster Juwelengenre nach Entwürfen erster Künstler. Spezialität: Synthetische Edelsteine und Indra-Perlen. Grösster Erfolg der Wissenschaft. Vollkommenster Ersatz für echte Juwelen. Neuanfertigungen n. eig. Entwürfen. Reparaturen jed. Art fachgemäsB n. billig. Steta Eingang ▼. Neuheiten. Eingesandt. Die herannahende Generalversainmlang unserer Religionsgesellschaft läßt mich zur-Feder greifen, um einige Wünsche vorzubringen. Vor allen Dingen ein Wort über die polizeiwidrige, lebensgefährliche Ileberfüllung am Simchas-Thora und an sonstigen besonderen'Tagen in unserer Synagoge. Es braucht nur eine Frau ohnmächtig zu werden oder jemand einen Laut auszustoßen, — und das Unglück ist da trotz der Aerzte, an denen es ja in -unserer Synagoge nie fehlt. Das wäre auch kein Wunder, denn bei 1600 Plätzen sind z. B. mn Simchas-Thora mindesten» 2500 Menschen anwesend- Platzinhaber finden ihrenPkatz besetzt, und um ja nur den Umzug der Thorarollcn zu sehen, stellen sich Hunderte von Kindern, aber auch manche, die nicht mehr Kinder sind, ans die Banke, ganz die Heiligkeit des Ortes vergessend. Auch die Bonbonsverteilung ist bei dem Gedränge nicht angebracht- Es muß Vorsorge getroffen werde», daß besonders am Simchas- Thora der Eintritt nur gegen Vorzeigung von Karten geschehen darf. Was - ich schon einmal in dieser Zeitung gerügt gefunden habe, möchte ich hier noch einmal erwähnen: die Ansammlung vor der Synagoge, das Stehenbleiben und Unterhalten,' ebenso die Verschwendung in Punkto Beleuchtung an den Samstagen. Hoffentlich spricht die Generalversammlung endlich mal ein Wort^ daß eine m o d er ne H alle aufdem Friedhof gebaut werde. Die Religionsgejellschast löse das Pachtverhältnis ihres Besitzes nach der Straße zu und baue dort eine Halle. Die halbe Arbeit, die bisher beim Friedhof Prinzip war, kostet mehr als eine entsprechende vollständige Instandsetzung desselben. Gerade ine Interesse des Austritts liegt es, daß die Religionsgesell-' schuft nicht eine unvollständige Institution habe. x. y. Da» erste Wort in den soeben erschienenen „Mitteilungen des Verbandes der jüb- Jugendvereine Deutschlands" lautet: „Sorgen". Die ersten Schulden sind da, einige tausend Mark. . . Keine angenehme Aussicht! Ich meine die «argen ließen sich mit einem Federstrich beseitigen : man beseitige einfach das Verbandsorgan, das, wie sich ja auch bereits gezeigt hat, init dem Prinzip > der Neutralität ein Unding ist und daher den Zwecken des Verbandes keineswegs nützen kann. Als Beweis möge auch die vorliegende Nummer dienen, .lieber die jo brennende jüdische Bolksschulfrage finde« sich da Aussührnngen Lehrers M. Steinhardt pro und Schriftstellers A. Jacoby contra. Welche Ansicht sollen hieraus die uneingeweihten jugendlichen Leser erhalten? Das hat doch wirklich keinen Sinn. Kurze vierteljährige Berichte über die Vorgänge im Verband würden viel zweckmäßiger sein als eine Monatsschrift in der vorliegenden Form. -1-' .1: j. ■■li Im Laufe des Winters, da ist)» wohl am Ort, Einen Mißstand zu beleuchten mit offenem Wort. Das heißt auch im Sommer ist darüber zu klagen, — Um wieviel mehr noch in den kurzen Wintertagen. * Ich wende mich heute zunl erstenmale An die Schabbos-Haltenden Herren Prinzipale. Das „Familienblatt" wählte izum Vermittler ich aus. Es trägt wohl die Botschaft von Haus zu Haus: In vielen Geschäften ist alles ans den Füßen Bis J/. Stunde vor Schabbo», — dann geht es ans Schließen! Das mag hie incd da für die Kleinstadt genügen. Wenn man in 5 Minuten sich kann nach Hause verfügen. Doch für die Großstadt mit den weiten Wegen» ... Wo oft eine Stunde zurück ist: zu legen. Bis man erreicht die heim'schen Penaten» Da ist cs zu spät, das ist leicht zu erraten. Wenn man vielleicht schon beginnt l' cho-, üaudi zu singen, Dürfcil wir Aermsten erst von der „Elektrischen" springen. Um aufgelöst in Schweiß und in Granen Nach unsrer entlegenen Wohnung zu schauen. Doch was ich hier schildere, ist, wenn alles normal; Allein jetzt kommt noch was anderes, Herr Prinzipal: Der Jezer Hora (wir kennen ihn alle). Der stellt uns Inden gar gern eine Fälle; Besonder» am Freitag, da hat er sein Spiel; Der arme Commis, der ist sein Ziel. Da ist entweder kein Omnibus bereit, Oder die Stadtbahn verspätet sich einige Zeit. Da ist an der Trambahn die Leitung kapnt, Oder der Sturm entführt seinen Hut; Dort hemmt ein Straßenauflauf seinen Schritt — Ach, was weiß ich, was spielt da noch alles mit! ' Und wenn dann zu spät er kommt nach Hans,- Wie sieht es mit Eurem «chuldanteil aus? Habt Ihr jemals darüber. schon nachgedacht. Und Euch Gewissensbisse gemacht? Wir sind nicht so „anspruchsvoll", um zu verlangen. Ahn Freitag Mittag Schabbos anzasangen. Doch wollt Segen Ihr bringen in der Werktage Laus. So hört m i n d cste n s e in e S tun de vor Schabbo s schon auf! R. in Berlin. Offenbaeher Drneklnft - Anlage Qffanbach a. K Telefon 123. (Anschluss mit Frankfurt). Bewährteste Tapplehralnlanns. 10K0S» PL MrScl» sowie unübertroffene Letten- und BettfedeEuebrignBg - _mittelst Druckluft and Wasserdampf. _'v. W Leo ScKiweinfest # e Dameaachnaideral A empfehle tadellosen Sitz» gute Verarbeitung: Gr. Eschenheimerstr. I. Telef. 12206. WM!"? J