Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 11 (1913)
- Issue
- Heft 36 (12.9.1913)
- Date
- 1913-09-12
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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stillt. Zß Personalien «. Kleine Mitteilungen. Frankfurt ä. M. DaS Bureau der „Freien Bereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums" ersucht uns/ darauf hinznweisen, daß die jüdische » M il ila r p e r s o u e n gut daran tun, ihre Beurlaubung au den b e v o r st e h e u d e » Feiertage» rechtzeitig zu beantragen. Der Urlaub wird seitens der Vorgesetzten, soweit nicht im einzelnen Falle wichtige dienstliche Jutercssen entgegcustehen, erteilt werden. Berlin. Fabrikant William Reumann, 2. Vorsitzender des Vereins „Jüd. Blindenanstalt in Deutschland", ist verschieden. Berlin. Am 6. September feierte Frau Geh. Kommerzienrat Henriette Becker, die Witwe des Begründers der Bernsteinindustrie, den 80. Geburtstag. In Königsberg hat Frau Becker eine Anzahl allgemeine und jüdische Wohlfahrtsunternehmungen begründet. Vor einigen Jahren übergab sie dem Deutsch-Israelit. Gemeindebund eine Summe für eine Stiftung „Zur Erforschung der Leistungen hervorragender jüd. Männer". Die erste Leistung dieser -Stiftung ist dasnBuch „Juden als -Erfinder".' ■ ... lkharlottenburg. Amtsgerichtkrat Professor Dr Heilst on erhielt den Roten Adlerorden.l Klasse. Aus Der, Lehrerwelt. Budapest. Mit Anfang dieses Schuljahres hat Kultusminister Jüitkovics die erste'jüdische.Kan tore h s ch ule ins . Leben gerufen/ die den absolvierten Lehrern' die Gelegenheit bieten soll, sich auch in der Leitung des synagogalen Gottesdienstes ausznbilden. Bisher war der Typus des deutschen Kautorlchrers bei uns unbekannt, nun soll besonders den kleineren Landgemeinden die Möglichkeit geboten werden, bei Beibehaltung ihrer, jüd. Volksschule das Amt des Borbeters durch eine und dieselbe Person ausüben zu lassen. Der neue Kantorenkurs wird ein Jahr dauern und unentgeltlich sein. Die Führung desselben wurde dem Leiter der jüd. Lehrerpräparandie Prof. Josef Ba - n o c z i anvcrtrant, der für diese Ergänzung seiner Anstalt seit Jahr und Tag gekämpft hat. Sätoralja-Ujüely. Die Generalversammlung unserer ansehnlichen statns yuo Muttergemeinde hat das ehrwürdige Erbe großer Rabbiner und Laindonim einem jungen Gelehrten von heute schon anerkanntem Rufe: Dr. Sam. Schlesinger übertragen, den sie einstimmig zum Obcrrabbiner wählte. Der Gewählte, der — einer berühmten Rabbinersamilie entstammend — seine jüd. Studien 8 Jahre lang, in den Jeschiwas vollendete, trat später ins Budapester Rabbinerseminar ein, um sich auch wissenschaftlich ausznbilden. Doch wußte er seinen Ruf als glaubenstreuer, echtsrommer Jehudi so sehr zu wahren, daß er jetzt bei seiner Wahl Hatoras von 3 orthodoxen Rabbinern beibringen konnte. Nagyküroltz. An Stelle unseres verstorbenen Rabbiners F. Fürth s. A. wurde anr 31. August Rabb. L a z a r Schönfeld, bisher'in Vinkovce, Slavonien, installiert. SzereneS (Ungarn). Hirr verschied — 54 Jahre alt — Rabbiner Pinkas Billitzer. Offenbaeber Jhrucklul't - Anlage Oftanbabh a. H. Telefon 123. (Anschluss mit Frankfurt). Bewährteste TappiChf alntgang, 100,000 qm jährlich sowie unübertroffene Betten- und Bettfedernreinlgung _mittelst Druckluft und Wasserdampf._ Frankfurter Berichte. . Sommerfxst des „Montefiore"-VereinS. Eigentlich wollte ich Ihnen vorige Woche schon schreiben, wie es auf unserem Sommerfest gewesen ist. Aber es ging mit dem besten Willen nicht:. ich mußte mich erst sammeln, die vielen Eindrücke etwas abebben lassen, um sie entsprechend sichten zu können. Schön war's, wunderschön! Denken Sie sich, alle Räume festlich erleuchtet, mit Lampions 'und Guirlanden geschmückt, dazwischen verstreut einige prächtige Originalzeichnungen des Herrn K v r m i s — das mutzte Stimmung machen! 'Und sie war da, — stieg mit jeder Nummer des reichhaltigen Programmes. Da war es zuerst Frau G o l d st i ck e r, die in ihrer bekannten seinen Kunst das Liebeslied 'aus der Walküre ans dem Klavier zum Bortrag brachte. Herr Stein sang den Prolog aus dem „Bajazzo" und eine Arie aus Undine, er hat eine prächtige Stimme. Dann trug Frl. A e n n ch e n D an n e n b e r g, eine 11jährige Philanthropinschülerin, ein wirklich nettes Gedicht vor, das außerordentlichen Beifall auslöste. Herr S e e l i g strich wieder die Saiten seiner Violine, „er strich sie wundervoll" gestatte ich mir srei nach Uhland zu bemerken. Frl. Goldberg führte einen Phantasietanz auf, der ihre Schönheit und Grazie in wirkungsvollster Beleuchtung zeigte — bengalischer näm¬ >• lich! Herr, Trautvetter spielte Lieder zur Laute und konnte dem Publikum gar nicht genug damit tun. — Zum Schlüsse des Programines kam der Clou des Abends. Haben Sie schon einen jüdischen Leutnant gesehen? Man sagt den Juden nach, sic eignen 'sich nicht zii Ossizieren, nun, Herr Dannenberg hat uns 'oas Gegenteil bewiesen. Man konnte wirklich meinen, einen blaublütigen, echten Dragonerleutnant vor sich zu haben, dessen Ahnen zum mindesten schon »iiter dem Kaiser Barbarossa den Haudegen schwangen, so gut hat er in der Posse: „Der Leutnant in Röten", die er mit Herrn Rnbinstcin zur Ausführung brachte, seine Leutnantsrollc verkörpert. Herr Rubin stein war .geradezu ein idealer Bursche,'— blöder konnte er wirklich nicht sein. Nach Schluß des Programms wurde getanzt, unten im Garten beim Fackelschein! Wahrlich, ein herrliches Sommerfest! Sommerfest — die Bezeichnung ist eigentlich nicht mehr treffend. Der Nachtwind schüttelte schon vereinzelte röte und gelbe. Blätter auf die tanzenden Paare — die Boten des Herbstes! Doch die Jugend in ihrem Glücke .merkte es nicht! Zimmernachweis Ser A. I. - Jugendgruppe. Der von der Agudas Jisroef- Jngendgrüppe (Hanauer- , landstratzc 17) eingerichtete Zimmernachweis, wird i:u steigenden Maße'von allen Schichten der hiesigen jüdische» Bevölkerung benutzt. Wie man uns schreibt, hat in . den letzten Tagen insbesondere die Nachfrage nach Zimmern sehr stark -ngenommen. Jeden Donnerstag Abend von 9—10 Uhr findet eine Sprechstunde des Zimmernachweises statt. Die Vermittlung erfolgt kostenlos. Kleine Notizen. Die September-Nummer. von „Ost und West" bringt aus Professor B. M a n n f e l d' s Feder eine Würdigung des jungen Frankfurter Malers Heinrich Gottselig. Mannfeld ne.nnt Gottselig .„einen der besten Vertreter Frankfurter Landschasts- und Porträtkunst." Bunte Chronik. Die Hamburger Gesellschaft in den 70er und 80er Jahren. Aus den „Lebenserinnerungen" (Leipzig, S. Hirzel) des am 20. Januar 1908 in Weimar verstorbenen Generalkonsuls a. D. und Geheimen Regierungsrats Julius von Eckardt, der einige Jahre Chefredakteur des »Hamburger Correspondenten", dann eine Zeitlang Hamburger Senatssekretär gewesen war, dürfte folgende Schilderung Hamburger Gesellschaftskreise in den 70er und 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts für unsere Leser von Interesse sein: „Eine besondere Gruppe innerhalb der Hamburger Gesellschaft bildeten die zahlreichen, zumeist wohlhabenden und - gebildeten Juden. Politisch längst emanzipiert, als Geschäftsleute, Advokaten, Richter, Gelehrte usw. ihren christlichen Mitbürgern gleichgestellt und' vielfach in angesehene Stellungen getreten, bildeten die teilweise den Geschlechtern holländischer und spanisch-portugiesischer Flüchtlinge entsprossenen Hamburger Juden ein in der Summe außerordentlich tüchtiges und nützliches Element der Bevölkerung. ... Unter den der „Bürgerschaft" aiigehörigen jüdischen Advokaten standen mindestens ebenso viele aus der konservativen wie auf der liberalen Seite, — der Typus des jüdischen Radikalen war unter den dortigen Juristen kaum vertreten. Der erste und geachtctste Börsen- und Fondsmakler >var Jude, der angesehenste und gelehrteste Arzt der Stadt trug einen jüdischen Namen, — unter den an der Spitze - der Advokatur stehenden, vom allgemeinsten Vertrauen begleiteten Juristen prävaliertc das jüdische Element. Niemand hatte etwas dawider einzuwenden, daß bis zur Zeit sozialdemokratischer Ucberflutung mindestens einer der drei Hamburgischen Reichsboten Jude war und daß noch in den Tagen der im übrigen Deutschland grassierenden Antisemitenseuche ein Jude zum Direktor der Stadtbibliothek, ein anderer zum staatlichen Fabrikinspektor gewählt wurde. ... Unter den Hamburger Juden — gelausten wie ungetansten — habe ich mehrere meiner liebsten und treuesten Freunde erworben und in ihren Kreisen trotz mannigfacher Meinungsverschiedenheiten über politische und religiöse Dinge ein B e r st ä n d n i s sür sittlichen uit d intellektuellen Idealismus gefunden, wie es anderswo nur ausnahmsweise vorkommt. Unverkennbar ist mir und anderen Beobachtern erschienen, daß der Eingewöhnung Hamburgs in die Zustände und Ordnungen des neuen Deutschlands von seiten der dortigen Juden große und wichtige Dienste erwiesen worden sind'. Die historische Stellung ihrer Rasse entrückte sie den Beschränktheiten des Partikularismus, indessen Dankbarkeit sür empfangene Wohltaten und Anhänglichkeit an die Stätte ihres Wohlergehens bei ihnen 'stark genug entwickelt waren, um sie zu güten Bürgern und verständigen Beurteilern der Eigentümlichkeiten ihrer Stadt zu machen. Trotz entschiedener Judensrenndlichkeit schloß sich aber das Althamburgertum in sozialer Hinsicht gegen das jüdische Element ab. Bon verschwindenden Ausnahmen abgesehen, standen auch die reichen und angesehenen Juden außerhalb der „Gesellschaft". Sie bildeten, einerlei ob getauft oder nicht getauft, eine Welt für sich, die sich — wie allenthalben — durch geistige Regsamkeit' und lebhafteste Empfänglichkeit für allgemeine Interessen auszeichnete, rücksichtlich ihres äußeren Zuschnittes indessen so hamburgisch wie immer möglich aussah." r Teppichhaus Eberhard i Heue flainzerstp. 22, Ed» FriBdensstp. Vereins-Kalender. Samstag. „M o n t e f i o r e" - V e r e i n 11(4 . Uhr, Bleichste. 70: Schuir (Dr. May): 5-lrllhr: Dinim (Rabb. Dr. -I.!Horovitz). — Verein „Mekor Chajim", 4>4 'Uhr, Langeftr. 18: Mö.rovortrag (Noa Bender). — A- ' I- - I u ge n d g ruppe, Hanauerlandstr. 17, 10 Uhr: Dorath Horischaunim: 11,12, 4‘,i Uhr: Talmud; L Uhr: Mischnah. — Per e i n „T i f e r e s B a ch u r i m", 4»/« Uhr, Blrichstr. 70: Dinim-Vortrag (Rabb. Dr. Horovitz). Sonntag. A. I.-Jugendgruppe, vorm. 7 Uhr: Talmud: abends 7 Uhr: Mischnah. — Verein „M ekor C h a j i m", 6(4 Uhr: Piutim (Dr. Joseph Breuer). — Verein selb st st. isr. Handwerker und Gewerbetreibender, 3 Uhr, Fahrtvr: Familien-Ausslng nach Schwanheim. Montag. Verein selb st st. isr. Handwerker undGe werbetreibender,9 Uhr, Cafe-Goldschmidt: Versammlung. Dienstag. Jüd. Turnverein, 8y» Uhr, Hasselsches Institut: Turnen. Mitwwoch. Z i v ii. Jngendgrüppe, 9 Uhr, Hermesweg 25/27: Hebräischer Sprachkursus. — „Montc» f i o r e"-V er e i n, 9 Uhr: . Hygiene und Bauktmst (E. Schragenhcim). Donnerstag. Jüd. Turnverein (Damenriege), 8(4 Uhr, Hasselsches Institut: Turnen. A. I.-Jugendgruppe: Montag — Donnerstag Mrnd verschiedene Kurse. Mädchenklnb, Langestr. 30 11., allabendlich von 7—10 Uhr: Kurse, Bibliothek, Abendessen. Allgemeine Mitteilungen. Ich wohnte der Vorführung eines Sanogres- Bratapparates bei der Firma Breitwieser u. Franke bei. Es war wie ein Wunder! Ohne Wasser und ohne Fett, in seinem eigenen Safte wird hier das Fleisch gekocht. Ich kann mir nichts Praktischeres und Besseres denken. Auch steht man sich billiger als.bei der bisherigen Methode. Spende«. Beim Frif. Isr. Familienbl. gingen ein: Tachkemonischule H. A. sür nobeles Damno 1,— Dr. Löffler, Joses Oppenheimer (Schützenbrunnen 13) statt Depesche Hochzeit Frohmamr 5 50 1,— „ Sigmund Singer statt Depesche Hochzeit Mathilde Strauß/Julius Kahn 1,— „ I ü d. N a t i o » a l s o n d s Teilbetrag beim Bersteigern des Tischgebets auf der Hochzeit Heimann/Zivi, Basel 2V,— M Familie Kristjanpoller, Frau Amalie Wolpe, Memel statt Depesche zur Hochzeit Reumann/Mase köQ 3) 1,—Jfc Fredy, Harry n. Edgar Mihlselher, 1 Oelbaum 6,— „ Letzte Nachrichten. Wien, 10. Sept., vorm. Der Kongretz wühlte: zum Präsidenten Dr. med. Tschienoto-Moskau, der nach Berlin^ übersiedeln wird», sowie die bisherigen Männer (Marburg, Hantke, St»-- ko low-Berlin, Lewin-Haifa und Jakobson-- Konstantinopel). Der Nniversitätsfonds hat bis 600,000 Frcs. erreicht. Friedensrichter Moser- Bradford spendete dem .hebräischen Gyntnasrmn in Jaffa 31,000 Frcs. zur Begleichung seiner Rejhbausumme. Wenn Sie sdiwftotie Augen haoeu, wenn Ihre Angen beim Leben ln der Ferne oder beim Lesen und Arbeiten ermatten, oier wenn Ihre alten Gläser, nicht mehr su passen scheinen» ein Versuch mit unseren modernen O. Z«>Angeiigl&seni wird in den meisten Fällen Abhilfe Diese Gläser werden in allen Nummern und Starken den ■ Individuellen Bedürfnissen entsprechend geschliffen. 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