Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 11 (1913)
- Issue
- Heft 29 (25.7.1913)
- Date
- 1913-07-25
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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üeitttfle za ilt. 29 des Frankfurter IsmMslkm FamKmklMs. jüdisches AnMtttt für technische Erzieh««« in Palästina. Dieses Institut verdankt der Anregung des Hilfsvereins der deutschen Juden seine Entstehung, und seine im übrigen völlig selbständige Bertvaltung hat den gleichen Vorsitzenden (Dr. James SiMo n) und Geschäftsführer im Ehrenamt (Dr. Paul Nathan) wie der HUfsverein. Auch ein erheblicher Teil der Mittel des Hilfsvereins — die Cohn-OstpenheinEtiftung von 300,000 Mk. — ist für das Institut festgelegt. Anfang Dezencher 1911 wurde der Ban der Anstalt durch ein Jrade des Sultans genehmigt und gleichzeitig die Erlaubnis für den Betrieb gegeben. Diese Genehntigung der .türkischen Regierung beseitigte aber nur einen Teil der Schwierigkeiten. und zwar nur die verwaltungstechnischen; fast in höherem Maste als diese irrten Zu Beginn des Jahres 1913 ist auch Dr. Schmarjah Levin wiederum nach Haifa gegangen, wo er als Vertreter des Kuratoriums in der gewohnten umsichtigen Weise die Arbeiten überwacht und für den raschen Fortgang sowohl der Bautätigkeit als auch der notwendigen Vorarbeiten für die nunmehr nahe bevorstehende Aufnahme der Unterrichtstätigkeit Sorge trägt. Die Mittelschule ist heute im Rohbau vollendet, das Technikum ist bereits bis sunt zweiten Stockwerke fertig und dürfte in wenigen Wochen unter.Dach kommen. Die Arbeiten an dem Werkstättenbau sind begonnen, und dieses Gebäude wird im Herbst 1913 so weit sein, daß die Maschinen für die Kraftzentrale und .die WerWtten aufgestellt werden können. An die innere Einrichtung der Gebäude ist man bereits herangetreten. Ein großer . Teil der Ausstattung wird in Haifa in der eigenen gut eingerichteten Tischlerei und Schlosserei ausgeführt len Arbeiten (Zeichnen, Feldmessen und dergleichen) und zur Teilnahme an Exkursionen nicht anzuh alten. 2. Da die jüdischen Sabbate und Feiertage mit Sonnenuntergang beginnen und endigen, gelte» diese .Befreiungen einerseits für die an den Borabenden nach Sonnenuntergang, andererseits aber an den Festtagen selbst nur für die vor Sonnenuntergang liegenden Unterrichtsstunden. Eine Ausnahme ist für den „Bersöhnungstag" zu gewähren, an dem die Befreiung bereits eine Stunde vor Beginn des Festes und am Festtage selbst auch für den Abend nach Schluß des Festes zulässig ist. 3. Um den Schulleitern eine Kontrolle zu ermög-. lichen, bestimme ich ferner, daß Boraussetzung für die genannten Befreiungen ist, daß dem Schulleiter zu Beginn des Schuljahres bezw. im April jedes Jahres, gegebenen Falls bei Eintritt eines diese Befreiungen wünschenden Schülers, von der zuständigen Behörde der betreffenden jüdischen Gemeinde ein Verzeichnis der in Betracht koinmenden hohen jüdischen Feiertage und des Beginnes und Schlusses der Sabbate und Feiertage eingereicht wird. Die jüdischen Schüler sind gegebenenfalls bei Stellung etwaiger Anträge darauf hinzuweisen, damit sie auf die Einrichtung dieses Verzeichnisses hinwirken können. ’äL’&'ä Sk4«: «m. 4. Auch bei den Abschlußprüfungen der Schulen ist eine billige Rücksichtnahme auf die religiöse Verpflichtung solcher jüdischen Schüler, die während der Schulzeit von diesen Befreiungen Gebrauch gemacht haben, angezeigt. Es ist daher, wie es auch seitens des Herrn Ministers der geistlichen und Unterrichtsangelegcnheiten für die höheren Lehranstalten angeordnet ist, darauf zu halten, daß bei Beteiligung solcher jüdischer Schüler die Prüfungsarbeiten nicht auf einen Sonnabend oder hohen jüdischen Feiertag gelegt werden. Sollte es sich im Einzelfalle nicht vermeiden lassen, so ist den betreffenden Schülern Gelegenheit zu geben, die Arbeit an einem späteren Tage nachzuholen, in derselben Weise, wie dies in Fällen plötzlicher Erkrankung bon Prüflingen geschieht. Heldenbergen. Am 20. August wird Lehrer Wert- Heim er sein 50jähriges Dienstjnbiläum begehen. Geplant ist an diesem Tage ein Festgottesdienst in der Synagoge, wobei Prov.-Rabb. Dr. Hirschfeld-Gießen die Festrede halten wird. Der Hessische Lehrerverein wird dem Jubilar durch seinen Vertreter ein Festgeschenk überreichen. Freiburg i. B. Rabb. De. Zimels-Karlsruhe ist zum Bezirksrabbiucr von Freiburg gewählt worden. New-Nork. In Atlantic City tagte unter Anwesenheit von 79 Mitgliedern die seit 24 Jahren bestehende Zen tral-Konferenz amerikanischer Rabbiner, die Organisation der Reformrabbiner 'Amerikas. Frankfurter Berichte. M. L. Schwab s. A. Jüdisches^Jnstitut für^technischeLErziehung in Palästina, Haifa. jetzt die Bailschwierigkeiten in die Erscheinung. Diese hatten ihren Grund in den örtlichen Geländeverhältnissen, den ungenügenden Verkehrswegen, dein Mangel an einzelnen BaurNaterialieN und schließlich darin, daß es in Haifa an Baufirmen .fehlte, die so große Aufgaben wie . den Bäu des Technikums schon ausgeführt hatten. Alle diese Schwierigkeiten und Unbequemlichkeiten; die Kn überwinden waren, gaben inimer wieder einen starken Beweis, wie notwendig die Ausbildung des technischen Schulwesens in der asiatischen Türkei istj und wie richtig die Ideen sind, die zur Gründung des Technikums Haifa geführt haben. Als die Bauschwierigkeiten sich häuften, entschloß sich das Kuratoriuni, einen im Bauwesen erfahrenen Fachmann, Ingenieur Wilbuschewitz, mit der Bauleitung zu betrauen, und seiner Energie ist ein großer Teil der Fortschritte des Baus in .dem letzten Jahre Au danken. werden. Für die Maschinenausstatturig der Zentrale und der Werkstätten sind die ersten Bestellungen bereits erfolgt. Für. den Betrieb der Anstalten stehen zunächst, nur ca. 60,000 Mark pro Jahr Aur Verfügung; es ist ersichtlich, daß diese Summe selbst bei sparsamster Wirtschaft nur einen Bruchteil der Ausgaben darstellen wird. Mittlerweile ist auch die Anstellung des Direktors der Anstalten erfolgt. Am 1. Januar 1913 ist Herr Dr.-Jng. Alfons Finkelstein in die Dienste des Instituts getreten; er hat zunächst die Einrichtung der Gebäude und Werkstätten übernommen. Es wird zuversichtlich erwartet, daß die Eröffnung der Anstalten aM 1. April 1914 erfolgen kann, und zwar soll zunächst der Betrieb in einigen Klassen der Mittelschule und in den WerWtten begonnen werden. Der Unterricht im Technikum wird etwas spater ausgenommen Werften. A«S der zionistische« Beweg«»«. Zürich. In St. Gallen fand der Delegiertentag des Schweiz. Zi o n i sten-V erb and es statt. Das Landeskomitee hatte, da das Nationalfondsdirektorium und das 'Aktionskomitee die Subvention für das Sekretariat zurückgezogen haben, eine Erhöhung des Landesbeitrages der Ortsgruppen-Mitglieder auf 3 Frcs. beantragt, zog jedoch diesen Antrag wieder zurück, da die Stimmung des Delegiertentages gegen ihn war. Es wurde der Antrag angenommen, den Landesbeitrag von 1 Fr. auf 1,25 Fr. zu erhöhen. A«s de« vereine«. BadEmS. Der Hilfsverein für unbemittelte jüd. Nerven- und Geisteskranke ließ auf seine Kosten im Jahre 1912 33 Personen in Sayn verpflegen. Für den Baufonds hat Frau Louise Goldschmidt-Frankfurt am Main 100 000 JL gezeichnet. Der Vorstand des Vereins fetzt sich wie folgt znsaminen: Bezirksrabb. Weingarten -Ems (Bors.), Dr. med. Karl Landau -Koblenz und Dr. mcd. Heilt» rich Samter-Ems. Ans der Lehrerwett. verll«. Der Handelsminister hat für die seinem Ressort unterstehende» Fortbildungs- und Fachschulen verfügt: 1. Die jüdischen Schüler sind auf Grund eines bei der Einschulung oder zu Beginn des Schuljahres von ihren Eltern oder ihren gesetzlichen Vertretern zu stellenden Antrages an den Sonnabenden nnddenhohen jüdischen Feiertagen vom Schulbesuche zu befreien und, wenn sie an diesen Tagen die Schule besuchen, gegen den Willen der Eltern oder gesetzlichen Vertreter, zu schriftlichen und andern manuel¬ Schlag ans Schlag trifft den Kreis unserer Jereim. Schon wieder ist ein Mann von der Stätte seiner irdischen Wirksamkeit abberufen worden, der sein Leben nach den Worten der Thora gestaltete, in deren Schrifttum bewandert war und als Schüler Samson Raphael Hirsch dessen Interpretation des Judentums treu bewahrte: M. L. Schwab. Roch am Samstag hatte er die Freude, der Aufnahme eines Enkels in den Abrahamsbund beizuwohuen, und am Tage darauf weilte er bereits in den lichten Gefilden des Jenseits. Ein vornehmer Mann, der still seines Weges ging» war M. L. Schwab. Doch laut kündet sich sein Ruhm in seinen Söhnen, die ihr ideales Wirken mit den Gesamtinteressen der thoratreuen Judenheit Deutschlands aufs innigste verknüpft haben. s. * Ein bedeutender Jude ist dahin! Moses Löb Schwall s. A. ist nicht mehr! Ein Jude von echtem Schrot» ausgestattet mit jüdischer Herzensgüte, jüdischer Bescheidenheit und jüdischem Wissensdrang» erfreute sich der Dahingegangene allseitiger Liebe und Achtung! Seine Güte war unermeßlich, seine Bescheidenheit und Frömmigkeit grenzenlos! Man mutz diese seine Eigenschaften selbst beobachtet haben, um die Richtigkeit dieses Urteils zu bestätigen. Wer Moses Löb Schwab kannte, mußte eingestehen, wie treffend das Wort unserer Tora: „Bezelem Elaukim lloro ausan (Im Ebenbild Gottes schuf er ihn)" ist. Der Verblichene war ein Talmudkenner und lernte fleißig. Wer auch philosophische Kenntnisse besaß er. Doch nie trug er seine Kenntnisse zur Schau, er protzte weder mit seinem Können noch mit seiner Güte, kurzum er war ein ganzer Mann, ein ganzer Jehudi, ein Typus, wip er leider nur dünn, sehr dünn gesät ist! Gehe hin» Du edler Mann» und ernte» was Du in so reichem Maße gesäet hast! n. Ti i!