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Neue jüdische Presse · 1912-04-26 · Heft 16 (26.4.1912) · p. Seite 12

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
10 (1912)
Issue
Heft 16 (26.4.1912)
Date
1912-04-26
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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Sb. 16 feite 12 überschreiten. ®ew- Bauplatz hat die Stadt kostenlos - gegeBen.. - . «vcheu-HÄVKadt (»oben). Der Israel Jugend, verein - konnte vergangen«! Schcwbos Rabb. Dr. Löwen ste in<° Mosbach als Redner begrüßen. Der allverehrte Herr Rabbiner sprach über das Thema „Jühischdeutsche Volkslieder." Unser Verein hat sich in der kurzen Zeit seines Ästchens durch die rührige Tätigkeit seines Gründers, Lehrer S. Schereschewski- Hainstadt, günstig entwickelt. Zu seinem größten Bedauern verliert er das Vorstandsmitglied Lehrer Weingarten-Buchen, der mit dem 1. Mcri eine Lehrerswlle in Sinzig a. Rhein antritt. B«rtte Chronik. A' Zur Geschichte »er Jude« inBudapest. Vis um das Jahr 1800 war den Juden in Budapest eigentlich nur der Besuch' der Jahrmärkte gestattet; wollte einer in der Stadt übernachten, so hatte er eine Gebühr von 14 Kreuzer zu entrichten. Trotzdem siedelten sich Juden ständig an, namentlich in der neuen Theresienstadt (die man auch Judcustadt nannte); allerdings waren sie allerlei Plackereien ausgesetzt, und das Damoklesschwert der plötzlichen Ausweisung schwebte fortwährend über ihrem Haupte. . Im ersten wirklichen Adreßbuch von Pest aus oem Jahre 1813 wird die Zahl der in Pest ansässigen Juden mit 2676 angegeben; sie hatten ihre Synagoge im Ortczy'schen Hause; ihr Rabbiner war Israel Wahrmann, der Großvater des ersten Mischen Reichstagsabgeordneten. Im zweiten größeren Adreßbuch Pests, dem Dorffinger'schen ,Megweiser" aus dem Jahre 1827, wird die Bevölkerung Pests nach Konfessionen folgendermaßen angegeben: Gesamtzahl 55,956; hievon: Katholiken 46,377, Griechisch-Katholische 1560. Evangelische 3006, Reformierte 1162, Israeliten 3491. Schon damals also waren die Juden zahlreicher als —. außer den. Katholiken, die fast vier Fünftel der Bevölkerung ausmachten — die übrigen Konfessionen. Vom Jahre 1853 liegt bei Häufler die folgende Statistik der Konfessionen Pests und Ofens vor: Pest: Katholiken 53,133, Evangelische. 9581 Reformierte 7592, Griechisch-Katholische 880, Juden 12,642; Ofen: Katholiken 36,257, Griechen 434, Evangelische 725, Reformierte 600, Juden (zusammen mit.Altofen) 4976.' Dieoffiziellen Volkszählungen, die im Fahre 1869 begannen, zeigen die folgende Verteilung der Kon«, sessionen: Jahr R. K. Gr.-K .Gr.-Or. Cvang. Reform. Unit. Israelit. 1869 195 624? 1838 14316 13008? 44 890 1880 239 723 1227 1787 19 716 22655 119 70 227 1890 314835 2837 2559 27 224 36112 436 102 377 1900 427112 5386 3201 37170 62 837 983 166198 1906 475 836 6821 5328 40 319 73 847 1381 186047 1910 526 175 9428 6962 43 562 86 999 2120 203 687 Im Verlauf von vier Jahrzehnten haben sich die Katholiken nicht ganz verdreifacht, die Reforinierten nahezu versechsfacht, die Evangelischen verdreifacht, die Israeliten fast versünffacht7«^die Zunahme ist also relativ bei den Reformierten die größte, dann bei den Juden, die heute nahezu ein Viertel der hauptstädtischen Bevölkerung ausmachen. „N. P. I." SCHMIDT & SCHIEFER Telephon 13430. Im Trutz 88. Telephon 13430. Gas-, Wasserand Heizungs-Anlagen. —Moderne BSder nnd Closets. Reparaturen prompt bei zivilen Preisen.’ Kunst »uv Literatur. Monatsschrift „Palästina." Die im 9. Jahrgang stehende Zeitschrift „Palästina"*), Zentralorgan für die jüdischen Palästinabestrebungen, ediert soeben ein Doppelheft- (März-April), welches dem Jüdischen Nationalsouds aus Anlaß seines 10jährigen Bestandes gewidmet ist. Das überaus ' reichhaltige und mit zahlreichen Illustrationen und Tabellen versehene Heft enthält eine Reihe von Artikeln über den Nationalfonds und die Fragen der jüdischen Kolonisation Palästinas. A. Böhm (Wien) gibt in einem .Artikel über die „Bedeutung des Jüdischen Nationalsonds" eine übersichtliche Zusammenstellung der bisher vom I. N.--F. geleisteten Tätigkeit, die er nach ihrer Bedeutung würdigt. Hugo Schachtel (Breslau) erzählt unter dem Tftel: „Ein historischer Rückblick" die Geschichte des I. N.-F. von der ersten Anregung durch Prof. Schapira angefangen. . Dr. E. Zweig gibt unter dem Titel: „Aus der Statistik" eine.Uebersicht über die Sammelstelle des I. N. --F. und chre Resultate, der zwei äußerst instruktive Diagramme Leigegeben sind. Tr. Artur Ruppin (Jaffa) erörtert in einem Auffatz: „Die Landarbeiterfrage in Palä- *) Jahresabonnement 3 Kr. (3 bei der Geschäftsstelle Wien IX, Türkenstraße 9. ..... . ------ - —---- ■ st.i n a", welche bekanntlich das" kardinalste Problem der jüdischen Kolonisation darstellt. Er entwickelt ein System, das nach den bisherigen praktischen Erfahrung«! geeignet wäre, den besitzlosen ostjüdischen Proletarier langsam zum eigenwirtschastenden Landwirten aussteigen zu lassen, wobei natürlich die Mithilfe der nationalen Institutionen im Anfänge nicht zu entbehren ist. In einem iveiteren Aufsatz stellt das von Dr. Ruppin geleitete Palästinaamt einen Plan auf, wie der Jüdische Nationalfonds init anderen Kolonisationsgesellschaften zweckmäßig zusammenarbeiten kann. Jo sch nah Feldmann hält in einem Artikel über „Die Ansied ln ng der Jemen iter" die Beihilfe des I. N. -F. zu dieser wichtigen Arbeit für dringend nötig. Die Inden, welche aus Slrabien nach Palästina strömen, stellen ein überaus nützlicheDHlcnieut für die Kolonisation dar, weil sie an Klima und harte Arbeit g«vöhnt sind nnd den Arabern an Genügsamkeit nicht nachsteheu. Tr. Er n st M ü l l e r (Wien) schildert in seinem Artikel „Auf nationalem Boden" überaus anziehend, welches Bild die Nationalfondsfarin Ben-Schamen früher geboten hat und wie es 'jetzt dort aussieht. Dr. Chwolles schreibt über die in Palästina einzuführende Bienenzucht, Direktor Auhagen über die Haltung des Milchviehs usw. Palästina-Handbuch von Davis Trietsch. 1912. 3. Auftage, 340 Seiten, 3 M. Berlin, Jüdischer Verlag. Seit jeher hat das Interesse für Palästina eine ganz bestiinmte Färbung gehabt. Tie Reisenden suchen und sehen im Land vor allem das Historische und das Religiöse. Dieses zeigt sich auch in der Literatur. Man braucht nur die bekannten Reiseführer zur Hand zu nehmen. Daß aber Palästina auch eine lebendige und praktische Gegenwart hat, scheint den meisten unbekannt zu sein. — So ist es z. B. vor kurzem vorgekoinmen, daß ein sehr verdienstvoller politischer Schriftsteller und Kolonialpraktiker Reisebriefe aus Palästina veröffentlicht hat, in d«ien er mit keinem Worte der lieuen jüdischen Kolonien Erwähnung tat. Nun gibt es aber ein Werk, welches uns zeigt, daß das ’ heilige Land vom Strudel des modernen Lebens ergriffen ist; das Buck), von Trietsch, von dem jetzt die dritte Auflage herauskommt, bildet eine Darstellung aller Tatsachen über die wirtschaftlichen, sozialen, politischen Verhältnisse des Landes. Aus verschiedenen klimatischen und wirtschaftlichen Gründen kann die Landwirtschaft im heiligen Lande vorwiegend nur sehr intensiv betrieben werden. Diesen Dingen ist denn auch weitgehende Aufmerksamkeit ge- HwAret ru SföcfiD&nschea folegramra-JUilöstmgsformttlare der .Hebräischen Mittetsctale Tachkemonie in Jaffa. Stück & 11k. 0.50. 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