Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 10 (1912)
- Issue
- Heft 15 (19.4.1912)
- Date
- 1912-04-19
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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p ilt. 15 desJfran&ftttfet IsraMsikm Famikenktattes. Frankfurter Berichte. Tic Zion. Ortsgruppe veranstaltete im Saale des Kaufmännischen Vereins am Montag einen 'Vortrag. Referent war Tr. med. Anerb ach-Haifa. Redner schilderte in klarer und geistvoller Art den Werdegang der zionistischen Arbeit in Palästina, den Stand der palästinensischen Judenheit vor dem.Auftreten der Zionisten und die gegenwärtigen dortigen Verhältnisse. Wir begnügen uns hier mit dem Resümee der interessanten Ausführungen. Bor dem Zionismus herrschte in der palästinensischen Judenheit Zerrissenheit; zwischen „Sefardim" und „Aschkenasini" — Orthodoxen und Liberalen ivar eine schier unüberbrückbare - Kluft. Der Zionismus nun hat eine Vereinheitlichung der palästinensischen Judenheit angebahnt; alle Partciklassen und -schichten einen sich in der hebräischen spräche. Hebräisch ist schon jetzt das Lebenselement der Schule geworden und innfast deren Existenz; alle jene Schulen, die nicht Hebräisch als Haupt spräche führen, sind im Aussterbe» begriffen. Dies haben bereits alle großen auswärtigen Organisationen eingesehen und handeln danach. Eine einzige Ausnahme »rächt die Alliance, die in ihrer Älssimilationssucht die neuen Verhältnisse nicht sehen will, und ihre Schulen müssen daher die Zeche zahlen. Die Jca, die das große' Werk des Baron Edmund von Rothschild in Palästina übernommen hat, ist bestrebt, ihre Geschäfte in Palästina zu liquidieren; sie zieht es vor, anstatt in Palästina mit großem Erfolg zu arbeiten, ihr Geld in unfruchtbaren Ländern zu verschleudern; auch, sie, wie die Alliance, dient anscheinend dcin Moloch der Dezentralisation und Assimilation, daher ihre große Abneigung' gegen Palästina. In Palästina entsteht ein neues jüdisches Volkstum, in der Diaspora führt alles zur Dezentralisation, zur Auflösung, die Ab schließungsmauern der Orthodoxie nützen nichts, in Palästina, führt alles znr'Zentralisation und Regeneration. In der Diskussion sprachen die Herren G o i t c i n. H e ß, Tr. Mayer und der Referent. Tie Zion. Jugend gruppe will auch im Sommersemester nicht feiern. Sie will daher Diskussion sabende mit anschließendem gemütlichen Beisammensein, sowie gemeinsame Ausflüge veranstalten. Der erste derartige Abend findet nächsten Dienstag (8% Uhr, Cafe Kursaal, Friedberger Anlage) statt. Gäste sind stets willkommen. Am 17. April beging Herr Leopold Hirsch die Feier seiner 25j ä hrige n Tät ig keit in dem hiesigen Bankhau sc I. Drey fus u. Co. A«S der Lehrerwett. Wiesbaden. Der 3. Derbandstag des Allgem Deutschen Kantorenverbandes begann hier Sonntag mit einein historischen Synagogenkonzert. Montag früh trat man in die Verhandlungen ein. Es wurde Stellung dagegen genommen, daß das für die jüdischen Gemeinden Preußens geplante Organisat io nsstatut den Kantor mehr als Kirchendiener betrachtet. Die Versammlung beschloß, in dem Moment, da der Entwurf wieder auftaucht, geeignete Schritte für bessere Berücksichtigung der Vorbildung und Stellung der Vorbeter tun. Wegen der Beseitigung der Härten im Privatbeamtengesetz schließt sich der Verband dem Vorgehen der jüdischen Lehrer an. Eine Förderung der geistige» Interessen, bedeutet die Schaffung eines Lehrplans für.den.Unterricht im Kantorat in den Seminarien. Er ist nunmehr festgestellt und von den Seminarleitern und Fachlehrern günstig begutachtet worden. F ab isch-Göttingen hielt ein Referat über „Die Stellung des Kantors im jüdischen Gottesd i e n st." Danach sollte der Rabbiner nicht die Befugnisse des Kantors zu sehr einschränken, auch sollten die Neuerer das Alte nicht einreißen. Redner wendet sich gegen die Verwendung des Laienelementes im Gottesdienste; die Unsitte des solistischen Auftretens von Opernsängern komme einer Profanierung des Gottesdienstes gleich. Es wird eine Resolution des Inhalts angenommen, daß der Vorbeter der Träger des liturgischen Teils des Gottesdienstes bleiben muß, und daß jedes Bestreben, dem jüdischen Gottesdienste eine wesensfremde Gestaltung zu geben, zurückgewiesen wird. N u ß b a u m - Wiesbaden sprach über Neuerscheinungen auf dem Gebiete der .s y n a g o g a l e n Musik. Jacobsohn -Friedenau plädierte für Verbesserung des Ju ge nd g o t tesd ie nstes und des Gem eind egesanges und wünscht eine Zusammenstellung der besten Synagogengesängc alter und neuer Zeit. ■* (L.) Posen. Vom Verbände der Shnagogen-Gemeinde unserer Provinz wird dahin gestrebt, daß die einzelnen Gemeinden zu Rabbi natsbezirken vereinigt werde». Tie Kommunalisierung der jüdischen Schulen sowie bei den Sozietätsschulen in den Provinzen Posen und Westpreußen soll zur Ausführung gelangen. Es würden dann die Bedingungen, die nach dem neuen Schulunterhaltungsgesetz zur Geltung kommen, auch auf die jüdischen Schällen sich beziehen, die.bisher nach deur Gesetze nicht in Betracht gekommen waren. Karlsruhe. Kantor Baruch von der Jsraevt. Religionsgesellschaft feierte letzten Samstag fein 25jähriges Amtsjubiläum. Personalien n. Kleine Mitteilungen. Berlin. Prof vr. weck, et pbil. Alexander Ellinger ist zum ordentl. Professor der medizinischen Fakultät und Direktor des pharmakologischen Instituts an der Universität Königsberg ernannt worden. — Prof. Tr. Stier-Somlo in Bonn hat einen Ruf als etatmäßiger Professor des öffentlichen Rechts an die neue Verwaltungshochschule Köln angenommen. Hannover. Kommerzienrat Emil L. Mayer erhielt den Roten Adlerorden 3. Klasse. (k,.) Pose« In Schönlanke gelangten 400000 Kilo Mazzos znm Versand. — War-nhausbesitzer Tietz-Berlin schenkte seinem Geburtsorte Birnbaum 10000 zur Anlegung eines Promenadenweges. Bereius-Salender. Samstag. Verein „Mekor Chajim", .4 Uhr, Langestr. 18: Mikro-Bortrag (Schachnowitz). Sonntag. Verein »jMekor Chajim", 1lh Uhr. Langestr. 18: Midrasch-Vortrag (Goldstein). Dienstag. Zion. Jngendgrnppe, 8% Uhr, Cafe Kursaar, Friedbergeranlage: Diskussion über das Thema Gefühls- oder Berstandeszionismus; Gemütliches Beisammensein. Inhalt des Hantzthlattes. Artikel: Ein letztes Wort. — Aus der Welt der «e. danken. — Aus den Ereignissen des Tages. — Aus aller aller Welt.— Feuilleton: «kiba. — Eingesandt.—Spenden. — Wochen-Kalendrr. — Familiennachrichien. Inhalt der Beilage. Frankfurter Berichte. — Aus der Lehrerwelt. — Personalien. — Bereins-Kalender Infolge Raummangels mutzten ,Hüd. Jugend" undmehrere Berichte auf die nächste Nummer verschoben werden. Obernzenner Zeil 73—79 FRANKFURT AM MAIN Gegründet 1873 Eigene Anfertigung Damen-Wäsche aus bewährten Qualitäten sorgfältig gearbeitet Hemden I Beinkleider Untertaillen IStickerei-l KkltivW TWSiher Sttvieltkll KMliicher Kjdhm-WWe Kade-MWe piriliiwim! triiifnunirrii WlM Taslhknlüihtt Bunte TMelken KindkmWe Klijfee-Gkdkcke Hailimbeileil KochHs ' lliitfrlilfiiirr Hemn-MWe Hmku-MramMkn » in Braut-Ausstattungen. Erstlings-Ausstattungen. 4285