Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 10 (1912)
- Issue
- Heft 14 (12.4.1912)
- Date
- 1912-04-12
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 14 Frankfurter Israelitisches Faunlienblatk. Seite 13 - - i Juden, auch Frauen, aus den Straßenbahnwagen zerrten, um sie zu ermorden. Diese Schreckensherrschaft tobte monatelang fast unter den Augen der Polizei. Max Regis stapfte, vondem aufgestachelten Hausen als „neuer Jesus" gefeiert, wie ein siegreicher Feldherr über den blutgetränkten Boden der von chm eroberten Stadt und Llieb der Hand der Obrigkeit unerreichbar, der er höhnisch Trotz bot. Oben aber, unter den Palmen seines weißen Palastes, saß der Vizekönig Cambon und sah aus das blaue Meer. Was bewegte ihn? Schlug ihm vielleicht der Romantiker in den Nacken? Hörte er Völkerpulse 'jagen? Jdeenzüge? Strömungen und Unterströmuiigen? Oder wollte er bloß den »vilden Parteikämpfen' einen Abzugkanal graben, in dem die polftischen Leidenschaften, die ihn dann über den Kopf wuchsen, sich ergießen konnten? Die Frage steht offen und nicht nur die Frage selbst, sondern mich hie Frage nach ihrer Berechtigung. ..." Kunst und Literatur. Anton Reiser, ein psychologischer Roman von Kurl Philipp Moritz. Neu herausgegeben und eingeleitet von Dr. Fred B. Haidt. Mit den vier Tftelvignetteu der Original-Ausgabe und zwei Porträtkupfer. 2 Bände fort. 8 JL (halbleder 12 Jfe). München und Leipzig 1911, verlegt bei Georg Müller. Moritz hat nicht m» die Lebensgeschichte Salomon Maimons herausgegeben, sondern er hat auch selber mft Maimon gar vielerlei gemein. Sein Anton Reiser, der erste psychologische Roman der Weltliteratur, zeigt das, denn der Anton Reiser ist Moritz selber. Dieser Roman hat die Bewunderung der größten Männer des Lettischen Volkes gesunden. Goethe empfiehlt ihn Frau von Stein als „in vielem Sinne wert." Heine nennt ihn „eines der wichtigsten Denkmäler jener Zeit." Friedrich Hebbel schlecht: „Dies Buck ist aus meiner Seele geschrieben." Auch Schiller, Herder, Wieland, Mendelssohn waren in gleicher Weise von dem Werke begeistert. Das Besondere des Romans liegt in der Empfindungsfrische, in der erstaunlichen Ehrlichkeit, mit der Moritz sich schildert und in der meisterhaft klaren Sprache. Vor allem den Erziehern der Jugend redet dieses Tagebuch eine eindringlich« Sprache, indem es ihnen recht deutlich vor Augen führt, wie leicht eine äufblühende Menschenseele durch falsche Erziehung an den Rand der Vernichtung, ja zur Vernichtung gebracht werden kann. Selbstverständlich gibt der Anton Reiser auch ein interessantes Kulturbild des 18. Jahrhunderts. Zum Schlüsse sei noch auf die eigenartige Form der Ausstattung dieses Neudrucks hingewiesen, her auch rein äußerlich das Original kopiert. Beret»s-«ate»0er. Samstag. Verein »Mekor Chajim", 12 Uhr, Hörsaal Friedberg. Anlage: Vorlesung aus Ses« Schemuek Wrof. A. Wehl): 4 Uhr, Langestraße 18: Mikro-Vortrag (Leopold Oppenheimer). Jüd. Bibliothek und Lesehalle, Laugestraße 33. Geöffnet ab 15. Ilpril: Montag—Donnerstag 1—4 Uhr und 8—10 Uhr. Freitag 1—4 Uhr. samstag 10Ys bis 1 Uhr n. 3—7 Uhr. Sonntag 9—1 Uhr u. 8—10 Uhr. Inhalt des Hauptblattes. Artikel: Aus der Welt der Gedanken. — AuS den Ereignissen des Tages; 1. Der Wahlkampf der Warschauer Judenhett; 2. Fine symptomatische'Abstimmung. — Aus aller Welt. — Feuilleton: Akiba. — Skizzen einer Badereise. — Eingesandt. — Kunst und Literatur. — Spenden. — Wochen-Kalender. — Familiennachrichten. Inhalt der Beilage. Artikel: Der Streit über das Judentum. — Frankfurter Berichte. — Für die Jugend. — Personalien und Kleine Mitteilungen. — Aus den Vereinen. — AuS der zionistischen Bewegung. — Aus der Lehrerwelt. — Bunte Chronik. — Kunst und Literatur. — Bereins-Kalend«. wenn sicfi cBesseres Bietet? Hinweg Nehmen Hinweg Nehmen mit den Stahlspähnen, an denen sich Ihr Dienstpersonal die Hände aufreisst, die den feinen Holzstaub erzeugender sich auf die Lungen der damit Arbeitenden und ihre Wohnnng legt! 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