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Neue jüdische Presse · 1912-01-05 · Heft 1 (5.1.1912) · p. Seite 10

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
10 (1912)
Issue
Heft 1 (5.1.1912)
Date
1912-01-05
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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dejtr 10. Frankfurter - Israelitisches Familienblatt. Nr. 1. eutheistische Philosophie, der Monismus, werde ihr gchrlich, umso mehr, La sie ja höre, daß das Judcnnur eine Religion sei. Auch der jüdische Liberalismus, :';zur Ziadikalsorm dringe, führe aus dem Judentum raus. ^",Wies alles zeige, wohin der Weg gehe; und wenn in much nicht sagen könne, daß das Milieu des Präses für das Berliner Judentum typisch sei, so dürfe man h vor der Entwicklungstendenz dem Absterben alles dachen die Augen nicht verschließen, i.Dem Absterben fei ein Wiederbeleben entgegenzutzen, - wie es der zionistische Dille zum Judentum bc- Dieser befähigt, die Synthese 'zwischen adentum und moderner Kultur zu sch affen, wir nicht Gefahr laufen, unser Judentum zu deren, wenn wir uns an der Weiterentwicklung der Kulünserer Zeit lebhaft.beteiligen. Auch der Zionist kämpfe für die volle Gleichirechtigung in Deutschland; doch verstehe er ht, wie Leute, die als Mitglieder des Verbandes der m Juden und des Zentralvereins in großen Verngen die Judentaufen bekämpften, bei den Reichs- ^gswahlen für getaufte Kandidaten cinpten Knuten; in Stettin dürfe daher kein auf sein Judenftotzer Jude den getauften 'Kandidaten 'Justizrat Lippun wählen. Das Eintreten für Liesen sogar von Leuten, sich sonst als bewußte Juden bezeichneten, zeige, »e sehr in der Diaspora das Judentum gefährdet fei. s Eine Erstarkung des Judentums sei letzthin nur in uw» , jüdischen Zentrum in Palästina möglich, aber nur einem Zentrum vou Fleisch und Blut, einem politischen wie cs Theodor Herzl gewollt habe. 'Wfeubach. Zion. Ortsgruppe. Sonntag nachm. Ihr spricht Herr N. G o l d m a n n - Frankfurt im „Kai- Friedrich-Hotel". Perfomrlieu «. Kleine Mitteilungen. PerÜ«. Pwf. Dr. Ludwig Stein hat die Leitung allbekannten Halbmonatsschrift „Nord und Süd" ruommen. Stratzburg. Privatdozent Dr. Asch^ erhielt den ^röfessortitel. München. Dr. Karl Wimpsheimer und Dr. Ernst »eb wurden zu Oberärzten der Reserve beordert. — |... Geh. Kommerzienrat Lehmann Bern heim er te seinen 70. Geburtstag. — In Laupheim (Württbg.) erhielt Frau. Fanny st« in er gcb Rosenthal, als Anerkennung ihrer 60hrigen Tätigkeit als Vorsteherin des Israelit. Fraurneins die Olga-Medaille in Silber. (L.) Posen. In Zempelburg feierte das Moses rch'xamm'sch« Ehepaar die goldene Hochzeit.— In Koschwin feierte der Rentier Abraham feppner, der sich früher im Ehrendienste der Stadt und der jüd. Gemeinde betätigte, den 75. Geburts- I tag. — In Schrimm verschieb im 82. Lebensjahre Frau Zettel Schwerfen z W w c., eine Esches chajil im besten Sinne des Wortes. ' Wien. Der Voranschlag der jüd. Gemeinde für das Jahr 1912 sieht 3 326 000 Kr. in den Einnahmen und 3 223 000 Kr. in den Allsgaben vor. Prag. Von Persönlichkeiten, die sich im jüdischen Gemcindeleben betätigten, starben in den letzten Tagen: Edmund Eisler, Advokat Dr. Moritz Stein und Lederhändler Abraham Winternitz. — Advokat Dr. Jakob Ehen, Vorsteher der israelit. Kultusgemeinde in O l m ü tz, konnte sein 40 j ä h r i g e s Journalisten- Jubiläum begehen. Galatz lRumänien). Bankier Henri Rubin st ein ist zum norwegischen Konsul ernannt worden. Petersburg. Der berühmte Bakteriologe Hafk in erhielt den Wladimir-Orden. Warschau. Simon Chodak, der jüdische Zensor in Warschau, ist verschieden. 1842 in Minsk geboren, besuchte er die Rabbincrschulc in Wilna, von der er einer der letzten Schüler loar. Er wirkte zuerst als Lehrer für Französisch und Deutsch , in Lublin, daun als Rabbiner in Samocz lind wurde, als der Zensor Sachs starb, als dessen Nachfolger "nach Warschau berufen. Chodak hatte einen prächtigen Charakter. Rom. König Viktor Emanuel besuchte jüngst die Syliagoge und blieb lvährcnd des galizen dreiviertelstülldlichen Gottesdienstes. London. Dr. med. Alfred Wolfs, Mitgtied der Verwaltung der Auglo-Jewish Association, des Russ.-Jüd. Komitees und des Board of Guardians, verschied im 58. Lebensjahre. — " 2In Samuel Millsteiu und Frau, die Hanbury Street 62 eine Restauration betrieben, wurde Raubmordvcrübt. Paris. Die Wahl des israelit. Konsistoriums ergab folgendes Resultat: Deutsch de la Meurthe, Baron Robert de Ro'thschild, Eduard Masse, Baron de Gamondo, Rens Dreyfus, Jacques Helbronner-, M. Weiskopf, D avid Leon, Alphon se Ochs, Alfred N e y m a r k und A ch i l l e Bloch. Worms de RomillY, Gcneralinfpektor a. D. der Mine», ist zum Präsidenten der staatlichen Kommission für Luftschiffahrt und Henri Deutsch de la Meurthe und See zu Mitgliedern dieser Kommission ernannt worden. Wexaudrien (Egypten). Lottes bey, Chefarzt des jüdischen Hospitals, wurde zum Chevalier des italienischen Kroneuordeus ernannt. Aus der Lehrerwett. Breslau. Ravv. Dr. Ferd. Rosenthal erhielt den Noten Adlerorden 4. Klasse. Stratzburg. An die hiesige israelitische Religionsschule ist Dr. Arthur Weill aus Hatten, bisher au der orthod. Gemeinde in Paris, berufen worden.' Prag. In Pohrlitz wurde Dr. M. Friediger feierlichst als Rabbiner eingeführt. Triest. Zum Oberravbiner unserer Gemeinde ist Dr. Cljajes-Floreuz berufen worden. Budapest. Robb. Dr. Armin Peres in Pecs erhielt das Ritterkreuz des Franz Josef- Ordens. Jaffa (Palästina). Seitens des Odeflaer Palästina- Komitees wird hier zum Frühjahr ein Seminar für hebräische Lehrerinnen und Kindergärtnerinnen errichtet werden und zwar anschließend an die hiesige Töchterschule des Komitees. Die Mittel für das Seminar bringt in der Hauptsache ein Fonds auf, der zu Ehren des im Vorjahre in -Odessa verschiedenen Schriftstellers E. L. Lewinsky errichtet wurde. Ans de« Vereine«. Frankfurt a. M. Aus den Schicksalen einer w c std e u t s che n I u d e n g c m c i n d e, — so lautete das Thema des Vortrages, dcu die Schriftstellerin Leo nie Meyerhosf-Hildeck gestern im Verein für jüd. Geschichte und Literatur hielt. Nach Hildes heim führte die Nedncrin ihre Zuhörer. Die Geschichte der Juden in Hildesheim gleicht der der Juden in den anderen Städten Deutschlands, doch ist sie reich an interessanten Einzelheiten. Die Juden waren Eigentum des Fürstbischofs, der sie in Geldverlegenheiten an den Rat verpfändete. Aber auch der Rat versuchte ständig, aus den Juden ein Wertobjekt für sich zu machen, sodaß die Juden zwei Obrigkeiten hatten, die ihren Geldbeutel ausbeutcten. Die Juden der Hildesheimer Neustadt hätten sogar drei Obrigkeiten, denn sie unterstanden zuerst dem Domprobst, Ende des 16. Jahrhundert finden wir in Hildes- Heim einen Juden, Nathan Schey, der eine bemerkenswerte Persönlichkeit war. Er kaufte von. dem Rat ein, großes Stück Land, siedelte Juden dort an und hatte Jahre hindurch eine Synagoge, ohne daß der Rat. etwas davon wußte. Als seine Frau gestorben war, heiratete er deren Schwester, welchem Beispiele bald ein Jude und ein Christ folgten. Der protestantische Superintendent trieb gegen diese „Blutschande" eine heftige Agitation, die mit der Vertreibung der Juden endete. Erst 1683 ward den Juden gestattet, eine Hecke um ihre» Friedhof zu machen. Bis dahin durfte jeder nventur-Ausverkauf in allen Abteilungen. : Behufs Totalräumung sämtlicher Restbestände der Saison gam aussergeroöhnlicfie freiseraässigung.

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