Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 9 (1911)
- Issue
- Heft 51 (29.12.1911)
- Date
- 1911-12-29
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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zu ilr. U des Iranüfutfec IJtaeßfififien laiilieiißfaffes. AbMMMUtSdkftrjlMM auf das „frankfurter Israelit, familienblatt" nehmen sämtliche Postanstalten deS Jn- und Ausland es zu Mb. 1,02 linkt. Tieferrrng frei ins Haus) für das erste Vierteljahr 1912 entgegen. — Streifbandzusendung für Deutschland und Oesterreich- Ungarn Mark 1.50, für die übrigen Länder Mk. 2.— vierteljährlich. Die Anfänge der laufenden Feuilletons erhalten neue Abonnenten auf Wunsch kostenlos nachaelieiert. Personalien «. Kleine Mitteilungen. Frankfurt a. M. „Der Cigarrerarbeiter K an ter 40 Jahre alt, hat sich in seiner Wohnung, Saalgasse, ans 4, a h r n n g s s o r g c n erhängt." Diese Notiz in den Tageszeitungen erregte bei allen, die hörten, daß Kanter Jude war, lebhaftes Kopsschiittclii. In der Stadt, deren jüdische Wohltätigkeit einen Weltruf hat, ein Jude aus Nahrungssorgcn verhungert . . . Die Wissenden jedoch wußten, das, niemandem als Kanter selbst eine schuld zuzumessen ist. Der Mann war ein notorischer Säufer, der seit Jahren sich nicht mehr um Frau und Kinder kümmerte. Die israelitische Gemeinde hat durch den Almosenkasten in vollem Maße für Frau und Kinder gesorgt; die Frau erhält eine monatliche Beihilfe und die Kinder sind tu Pflege gegeben. Für Kanter jedoch ließ sich nach der ganzen Sachlage unmöglich etwas tun, da er jeden Pfennig sofort vertrank. Berlin. Noch einer Aufstellung des Statistiscben Amtes zählte Groß-Berlin am 1. Dezember 1910 unter 3 726 834 Einwohnern 143 975 Jude ». An der Kllrfürstenoper fand die 11 r a u f f ü h - r u n g einer neuen Oper (Der Schmuck der Madonna) des italienischen jüdischen Komponisten Wolf- Ferrari statt und erzielte freundlichen Beifall. — Oskar Hei in ann, der Vorsitzende des Vereins der Tcxtildctaillistcn, wurde zum Mitglicde der Aeltcsten de r 5k a h s ttt a n nschaft ernannt. Berlin. Hier verschied ein in den ärmlichsten B e r h ü l t n i s s c n dahinlcbender 62 jähriger Hausierer E Manuel Frankfurter, in dessen Kleidung man ein zusammengehungertes B e rmögen von 150 (100 JL vorfand. Bresla«. Geh. Justizrat Dr Freund. Ehrenbürger unserer Stadt, begeht ani 4. Januar sein 25jähriges Stadtverordneten -Vorstehcr-Jubilänni. BreSlau. Die hiesige jüdische Gemeinde hat vor kurzem einen schweren Verlust erlitten. Am 16. ds. verstarb nach kurzer Krankheit der Justizrat Isidor Ollendorff, eine der angesehensten Persönlichkeiten der Hauptstadt Schlesiens. Obwohl der Verstorbene eben erst das 56. Lebensjahr vollendet hatte, nahm er doch an den Kämpfen, welche zwischen der Freisinnigen Volkspartei 'und der Reaktion rechts und der Sozialdemokratie. links ansgesochtcn werden, seit mehr als 25 Jahren lebhaften Anteil. Bei allen Wahlkämpfen trat er regelmäßig als Redner auf, leitete in Breslau selbst und in manchen Ortschaften Schlesiens zahlreiche freisinnige Versammlungen und tourde von der Freisinnigen Volkspartci — allerdings stets in aussichtslose» Wahlkreisen ... — oft als Reichstagskandidat ausgestellt. Auch in der Kommunalpolitik Breslaus, war der Verstorbene von maßgebender Bedeutung. Er bekleidete da 1!> Jahre lang das Amt eines Stadtverordneten und Ivar als solcher nebst seinem Freunde, dem kürzlich von der Breslauer Universität anläßlich ihrer Jahrhundertfeier zum Ehrendoktor Promovierten Justizrat Heilberg, einer der hervorragendesten Führer der Liberaleit im Breslauer Stadtparlament. Bekannt sind seine rednerischen Kämpfe und Erfolge gegen die Antisemiten anläßlich der Verhandlungen über die Anstellung von Inden als Breslauer Volksschullehrer. Nebst seiner Wirksamkeit als allgemeiner Politiker entfaltete Jnstizrat Ollendorff noch eine rege Tätigkeit ans dem Gebiete des jüdischen Äemcindelebcns. Er war seit 1894 Repräsentant der Gemeinde und nahm unter tatkräftiger Assistenz seiner edlen und hochbegabten Gattin auch am jüdischen Bereinsleben lebhasten und werktätigen Anteil. („Wir gehören 96 Vereinen an", erzählte mir seine Frau eines Tages gesprächsweise.) Isidor Ollendorff war von seltener Herzensgute und erstaunlicher Arbeitskraft. Trotz allseitiger Betätigung im praktischen Leben als Politiker und viel gesuchter Anwalt war er doch von erstaunlicher Naivität und faßte zu allen, die er einmal als brav und zuverlässig erkannt hatte, ein rührendes Vertrauen. Der Tod kam seinen Frennden und selbst den eigenen Angehörigen ganz überraschend. Noch Ende November war er anscheinend frisch und munter, nahm an allen öffentlichen Angelegenheiten noch regen Anteil und leitete im Verein mit einigen Gesinnungsgenossen eine Sammlung zugunsten der jüdischen L a » d a rb e i ter in Palä stiua ein. Wenige Tage darauf warf ein Anfall von Herzschwäche ihn aufs Krankenlager, von dem er sich nicht wieder erheben sollte. I. T. Mannheim. Fu Handelsrichtern lbezw Handelsrichter-Stellvertretern) für die Jahre 1912 bis 1914 wurden ernannt: Kommerzienrat L o u i s H i r s ch, Fabrikant Eduard Schweitzer, Großkanfmann Emil Mayer-Dinkel, Fabrikant Richard L e n e l, Direktor Oskar Ster »borg und Kaufmann Michael R othschild. ll-.l Posen. In die Handelskammer wurden gewählt: Hugo Brodnitz, Heinrich Dobri - n e r, Israel F r i e d l ä n d c r, Stadtrat Hermann E l k e l e s, Fabrikdircktor Dr. F r a n z K a n t o r o w i c z, aus den Kreisen des Regierungsbezirks Posen: Isidor Brandt- Pleschen, Bankier G e or g H erm ann L o cw y-Rawitsch, Alex. Baum-Schroda. (L) Kalmar i. V. Ein Original unserer Stadt, das alte Fräulein L e w i n, die unter denr Namen „Plumpenleibs Eile" weit und breit bekannt war, wurde in ihrer Wohnung tot aufgefunden. Das alte Fräulein, das sehr mildtätig war, wurde von der Jugend stets mit großer Freude begrüßt. Ihr Vater hatte früher in Berlin ein Pfandleihgeschäft betrieben, und ans dieser Zeit verfügte sic über eine reiche Garderobe, die noch zudem den Vorzug hatte, überaus antik zu sein. Nauientlich in den Hüten konnte man vortrefflich die Mode des ganzen vorigen Jahrhunderts studieren. Czernowitz. Im 51. Lebensjahre verschied hier der Großindustrielle H e r s ch Trichter, ein Mann, der sich aus den bescheidensten Anfängen emporgearbeitet hatte und wegen seiner hervorragenden persönlichen Eigenschaften das größte Ansehen genoß. Trichter war Gemeinderat, Kammerrat und Knttusrat. Basel. Die Borstandswahl in der jüdischen Gemeinde hatte folgendes Ergebnis: I. Dreyfus-Brodsky (Präsident), I. Mayer-Sommer, M. Jacöbsohn, S. Bloch-Roos, S. Günzburger-Hirsch, Viktor Wyler, Elias Haas, F. Bloch- Bloch, Dr. M. Ditisheim (sämtlich bisher dem Vorstande angehörend)» Dr. O. Meyer und Jakob Wyler (neu). Ans -er Lehrerwett. Frankfurt a. M. Es war fürwahr ein guter Gedanke des Herrn Rabb. Dr. I. Horovitz, Dirigent der Israelit. Religio ns schule, einmal die Schüler und Schülerinnen zu einer ganz intimen Feier zu vereinen, zu der auch zahlreiche Eltern mit freudigem Interesse herbeigeeilt waren. Am vergangenen Samstag Abend fand in der Frankfurt-Loge eine Chanukafeier post kestum statt, die einen in jeder Beziehung herrlichen Verlauf nahm. Eingelcitet wurde das schöne Schulfest durch das stimmungsvolle, sinnige Ackermann'sche Stück „Die drei Wünsche", in dem der Sekundaner Walter K a tz e n st e i n, der eine vorzügliche Maske hatte, die Rolle des Großvaters mü echt patriarchalischer Würde spielte. Ihm standen trefflich Hedwig Feist als gütige Fee her Freude und Otto Drexler als „Sohn" würdig zur Sefte. Wie jubelten die Kleinen, als die „lebende Menauroh" am Schluß des Festspiels gebildet wurde! Den Prolog hatte L. Dolnik mit Begeisterung vorgetragen. Es folgten eine Anzahl freiwilliger Vorträge, denen das von den Brüdern E. und I. Klibansky mit feinster Rüancierung vorgetragenc Couplet ,^8ei uns ist alles tipp topp", rauschenden Beifall fand. Es folgte eine kleine Pause, die die Kmrst des Herrn Konditor L o e s e r zur vollsten Zufriedenheit aller Teilnehmer glänzend ausfüllte. Das liebliche Stückchen „Die Chanuka-Puppe" von S. Katz, dessen Rollen in den Händen von Hans Benario, Bertha Bauer und Lilli Eisemann lagen, die alle ihre Sache recht brav machten, bildete den Schluß des Festabends. Die Regie des Ganzen hatte Herr I. B. Levy. Ky. Hamburg. Der 2. Januar 1912 ist für weite jüdische Kreise ein wahrer Freudentag: An ihm bezieht die Talmud Tora-Realschule, die mehr denn hundertjährige, ihr neuesHeim auf d e m G r i n d e l h o f. Ihre zahlreichen Schüler in allen Gebieten Deutschlands und weit über Deutschland hinaus, werden diesen Tag in dankbarer und freudiger Erinnerung feiern: möge es einem von ihnen auch . an dieser Stelle gestattet sein, ihr im Namen vieler ein von Herzen kommendes „Massol tow" zuzurusen. Wenn die Talmud Tora ihr neues Heim bezieht, wird sie auch äußerlich zu dem, was sie ihrem Wesen nach schon längst ist, das Ideal einer Theater-, Ballu. Gesell schaftshandschuhe iu allen modernen Ledersorten für Damen und Herren verkauft sehr preiswert die Kandschuhfabrik Adolf Abraham Wwe. 11 Kaiserstrasse 11. Elektrotechn. Anstalt lEch. Bender GroBae GaUnsstrasse 4. Telephon Amt I, No. 11726. Neuanlagen u.;Reparalur elektr. Schellen u. Thelephone za billigsten Freisen und fechgemSsser Ausführung. 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