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Neue jüdische Presse · 1911-12-15 · Heft 49 (15.12.1911) · p. Seite 12

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
9 (1911)
Issue
Heft 49 (15.12.1911)
Date
1911-12-15
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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Seite 12. Frankfurter Israelitisches Familienblatk. Nr. 49. stählt eritgegenzu treten. Auch müsse dahin gewirkt werden, daß die Jugend nur solche Berufe wähle, die völlig geeignet sind, ihre Anlagen und Fähigkeiten zur Geltung zu bringen und eine wirtschaftlich sichergestellte Zukunft, wenn auch in bescheidenerem Rahmen, gewähren, wie Handwerk und Bodenkultur. Auch die weibliche Jugend sei bereit, einen Beruf zu ergreifen, der geeignet ist, möglicherweise ihr Unabhängigkeit zu verschaffen. In der Diskussion wurde noch sestgestellt, daß der Abschluß aller sozialpolitischen Tätigkeit der Juden die Gründung einer Bodenerwerbsgenossenschast sein müsse, damit auch Lust und Liebe zur Bodenkultur unter den Volksgenossen geweckt werde. Nur hierdurch werde der Jude bodenständig und überwinde di? Antipathie der christlichen Landbevölkerung. Hannover. Das Seminar iür Schulgärten, Handfertigkeits-Unterricht Und Förderung des ArbeitS-Unterrichts, welches die Simon'sche Stiftung gründet, ist bereits im Bau. Das 50 Morgen große Grundstück, auf dein die Anstalt errichtet wird, ist der Stiftung bekanntlich von der - Regierung überlassen worden. Ter großzügigen Anlage der Anstatt liegen Entwürfe unserer besten Architekten und Gartensachverständigen zugrunde. Auch ausländische Schulbehörden, welche das Zeitgemäße dieser Art von Lehrerausbildung erkannt haben, werden regelmäßig Lehrer nach der Gründung der Simon-, schen Stiftung entsenden. Zum Direktor ivurde Herr EmilAlexander, bisher in Marburg, gewählt. Eröffnung des Seminars: Frühjahr 1913. Köln. Direktor Dr. Emanuel Carlebach veröffentlicht den Bericht des jüd. Lehrerseminars für die Jahre 1907—1910. Wir entnehmen dem Berichte folgende Einzelheiten: Das Seminar entließ in den sechs Jahren 1905—1910 26 Zöglinge, cs liefen jedoch 201 Anfragen von Gemeinden nach Lehrern bei ihm ein. Die Frequenz stellte sich wie folgt: 1907: 19, 1908: 18, 1909: 16, 1910: 30 (davon 9 in dem errichteten Vorkursus). Die Betriebsausgaben betrugen 1907: 45 057 JL, 1908: 54 636 JL, 1909: 53122' Jk und 1910: 55694 JL An Vermögen waren am 31. Dezember 1910: 186 200 JL vorhanden. Die vorstehenden Zahlen zeigen, daß das Seminar sich sehr erfreulich entwickelt. Freilich kostet jeder Seminarist immer noch das Zwei- bis Dreifache dessen, was er normal kosten dürfte; aber solange die 600 000 Juden Deutschlands sich den Luxus von sechs Seminaren erlauben, läßt sich an 'diesem ungünstigen Kostenverhältnis nichts Erhebliches ändern. Stratzburg. Zum Direktor, der Israel. Gewerbeschule wurde Lehrer G. Schwach gewählt. — In Saargcmünd erhielt der KultUsbeamtc Martin Koch anläßlich seines 50jährigen Amtsjübiläums das Allgemeine. Ehrenzeichen m i t d e r Z a h l 50. (L.) Pose«. In der Jahresversammlung des Vereins jüd. Rcligronslehrer Westpreußens referierte Mannheim - Graudenz über das Thema: Angestelltenversicherung s g e s e tz il n d S h n ä g o g e n g e m e i n d e n. Er sührte aus: Ta das Gesetz den jüd. Gemeindebeamten mehr Lasten als Vorteile bietet, haben sich der Deutsch-Jsr. Gcmeindebund und die Rabbiner-, Lehrer- und Kantorenverbände vereinigt, um eine Ersatzkasse zu schaffen, die besseres bietet. Eine neue Kasse wird gesetzlich aber nicht mehr zugelassen. Es wird indes eine Bereinigung sämtlicher Provinzial-Hilfs- und Pensionskassen, die bereits bestehen, zu einem Kassenverband geplant, dessen Grundzüge schon vorberaten sind. Der Redner setzte auseinander, welche Bestimmungen das Gesetz enthält, und welche Vorzüge der Kassenverband-vor der staatlichen Versicherung haben wird. Die Zulassung des Kassenverbandes als Ersatzkasse im Sinne: des Gesetzes ist von der Regierung bereits zugesagt worden. Julius Oberuzenner Zeil 73—7» FrazüsJTurt a. M. 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