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Neue jüdische Presse · 1911-05-26 · Heft 21 (26.5.1911) · p. Seite 5

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
9 (1911)
Issue
Heft 21 (26.5.1911)
Date
1911-05-26
Page
Seite 5 (sequence 14)
Language
German
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Nr. 21. fSßotffutiet ZsraäkktifKs Faurüienblatt. Seite 5. Personalien u. Kleine Mitteilungen. Frankfurt a. M. Da Jomkippur dieses Jahr auf den 2. Oktober fällt, hat die Militärbehörde angcordnet, daß etwaigen Wünschen jüdischer Einjährig-Freiwilliger, erst am 3. Oktober e i n g e st e l l t zu werden, zu entsprechen sei. Es wird aber besonders darauf hingewieseu, daß die aktive Dienstzeit vom Tage des Dicnstcintritts rechnet und der Entlassungstag sich dementsprechend hinausschiebt. Mannheim. Dr. Max Jeselsohn wurde in den Syuago genrat gewählt. — Heinrich Zimmern, erhielt den Titel Kvinmerz ienrat. Hamburg. Generaldirektor Ball in feiert am l. Juni sein 25jähriges Jubiläum als Leiter der Hamburg-Amerikä-Liuic, Breslau. Im 80. Lebensjahre verschied hier Salvmon Daniel, ausgezeichnet durch sein Leben nach dem jüdische» Gesetze und durch seine Beteiligung am jüdischen Leben seiner Heimatgemeiude Krotoschin und später hier. (L.) Posen. Geh, Kommerzienrat Michael Herz erhielt das Offizierskreuz des sächsischen Albrechtsordens. ■—, Den Charakter als Justiz rat erhielten die Notare Raphael- Kolmar und S a l i u g c r - Wallstein. -t. Metz. Felix Tuteur, israel. Konsistorialinitglicd, ivurdc zum Handelsrichter wicdercrnaunt. Budapest. Auf die Stelle des nach Gießen berufenen Prof. Schlesinger, der — nebenbei bemerkt — seine Kinder hat taufen lassen, wurde der berühmte Mathematiker Leopold Fejer, der bereits 24 jährig zum Mitgliede der ungar. Akademie ernannt wurde, berufen. — Der Antrag, eine Täuflingsliste hcrauszugeben, tvurde in der Generalversammlung -der Kultusgemcinde abgelehnt. Zioni. Budapest. Ein Kartell der Fabrikanten koscherer Wurst waren ist hier nach einer Konferenz, auf der 25 Firmen — darunter aus Wien, Krakau und Lemberg —, vertreten waren, geschlossen worden. Prag. Zwei Prager Aerzte von Weltruf feierten vorige Woche ihren 70. Geburtstag. Cs sind dies die Professoren Dr. Heinrich Kisch und Hofrat Dr. Alfred Pr ihr am. Dem crsteren wurden speziell in Marienbad, ivo er seit 40 Jahren als Kurarzt tätig ist und zum Aufschwung dieses Weltkurortcs viel beigetragen hat, dem letzterem auf seiner Klinik große Ehrungen zuteil. Czernowitz. Privatdozent Finanzrat Dr. Adolf Last und. Privatdozent Landcsgcrichtsrat Dr. Achill Rappaport wurden zu außerordentl. Un ivcrsi tä ts pro sc ss o reu ernannt. Koste! (Mährens. Baruch K o h n, der langjährige und verdienstvolle Kultusvorstehcr unserer Gemeinde, spendete anläßlich seines 70. Geburtstages- 10000 Kr. für e in Kultus steucr- Legat. Dem ob seiner Frömmigkeit, Rechtschaffenheit und Wohltätigkeit ' allvcrchrtcn Manne ivurdeu zu seinem Geburtstage mannigfache Ehrungen dargebracht. London. Alfred A. Wolmarks hervorragendes Bild „T he Rabbi Ben Ezr a," eine Illustration zu Broivnings gleichnamigem Gedichte, ivurdc von S ä l l y G u g g e n h e i m c r - Berlin gekauft. — Tob i as Lewis, der 20 jährige Sohn Mendel Lewis-Great Parmonth, erzielte mit seinem Porträt des Vikars von Charlcston auf der Jahresausstellung der Akademie großen Erfolg. Lewis besitzt —. außer zahlreichen anderen Auszeichnungen — bereits.die goldene Medaille und den 50 Pfund-Preis der Königl. Akademie-Schule. Warschau. I. L. Perez, der bekannte jüdische Dichter, feierte seinen 60. Geburtstag. Rew-Aork. Samuel Kalisch, einer der berühmtesten Kriiniualistcn, wurde, ohne sich darum beworben zu haben, zum Richter am Obersten Gerichtshöfe im Staate Nctv Ncrsey ernannt. Aus der zionistische« Bewegung. Frankfurt a. M. Zion. Bereinigung. Ter Jahresbericht, den Rcchtsanivalt Dr. S. Schwarzschild -auf der Generalversammlung erstattete, beschäftigte sich mit dem im Herbst in Frankfurt stattgehabten Delegiertentag der deutschen Zionisten, ging daini auf die weitere Arbeit über, die in dem verflossenen Jahre besonders in der Versendung von zionistischen Schriften an die Mitglieder "bestand und würdigte die Tätigkeit des Gruppenverbandes, der neu gegründeten, bereits 120 Mitglieder zählenden Jugendgruppe und des Share-Klubs. In der Diskussion, die sich sehr eingehend tnit allen Fragen befaßte, wurde der Wunsch ausgesprochen, daß die Arbeitsgemeinschaft mit der Misrachi-Ortsgruppe mehr als bisher in Aktion treten und für einen bestimmten Abend der Woche ein ständiges Lokal für die hiesigen Zionisten und deren Vereine zur Verfügung stehen möge. Es lrurde ferner auf die Notwendigkeit der Einrichtung eines Gcschichtskursus und der Beteiligung an der Gemeindcarbeit hingewieseu. 'Auch wurde verlangt, daß das Berliner Zentralbüro eine Rednerliste und einen Arbeitsplan für den Winter an die Ortsgruppe versende. Die Borstandswahl ergab folgendes Resultat: Dr. Schwarzschild (1. Vors.), Fritz Soudheimer (2. Bors.), Frau Lea Bambergcr, Saly Geis, S. H. G o l d m a u n, Rechtsanw. Dr.. Kow alski, A. Lewisohn- Martin Levigard und Max Wolf. Lffenbach a. M. Hier fand eine starkbesuchte O e f f e u t l i che Versa m in l u n g statt, in welcher Dr. Julius M o s e s - Mannheim über „W e s e n und Ziele des Zionismus" sprach. In bekannter, großzügiger Weise legte der Referent die Gedankcngänge der zionistischen Idee dar, entwickelte das zionistische Programm und stellte die einigende, umfassende Arbeit der zionistischen Bewegung den verschiedenen jüdischen Organisationen der Gegenwart gegenüber. Den allsgezeichneten Ausführungen, die wir hier natürlich nur andeuten können, folgte starker Beifall. In der Diskussion nahm Rabbiner Dr. G o l d s ch m i d t das Wort zu längeren Ausführungen, in denen er därlegte, daß anstelle Kritik'der anderen Organisationen sowie der Inden, die die Missionsidee des Judentums vertreten, eine andere Methode der zionistischen Propaganda treten müsse. Große Teile der deutschen Judcnhcit wären dann sicher zn gewinnen, speziell die Rabbiner, die für die Erhaltung des Judentums sorgen. Dem ehrwürdigen Redner antworteten M. L e v i g a r d. Dr. Wolf und L. P e r l m u t k e r lind der Referent in überzeugender Weise. Es sind mehrere Beitrittsanmeldungen zu verzeichnen. G letiÜMon. 0 Silhouette von S. Silenski. In der Morgenfrühe war's, das schönaufblühende, lachendheitere Budapest lag noch iir friedlichem Schluunner. Bogelgeschwitschcr hatte mich geivcckt, lliid ich schleuderte über die herrlichgradlinige Andrassystraße, die ihren Namen dem ritterlichstem Magyaren verdankt. Die zu beiden Seiten prunkvoll aufgcführten Bauten, die gepflegten, saftiggrüneu Bäume, das weißgläuzendc Straßeupslaster, die lindwarme Luft, —; dies altes zusammenwirkend hatte etwas unendlich befriedigendes und beruhigendes - für mich. Ter moderne Mensch in lnir, der durch die Sinne sich leitende, war erwacht. Das Schöne, die klassische Reinheit der Linien hatte mich gepackt und meine Seele in süße Ruhe u>rd Selbst- Vergessenheit gewiegt. Ta plötzlich stockte mein Fuß. Eine kleine, häßliche, grauschwarze Kröte hastete sich mühsam über den glatten Boden dahin. Und vorbei war's mit allen weichen Schönheitslinien; vor mir stand die rauhe Wirklichkeit. Was war's denn eigentlich, was Mich heute morgen aus dem Schlafe geweckt hätte? Nicht liebliches Vogelgezwitscher, wie ich mir vorlog. Eine häßliche Raupe war's, eine formlose, eine Rückeriunernug von gestern, die mir heiß die Schamröte in die Wangen trieb. * Nach langjährigem Wegsein >var ich wieder zurückgekommen. Viele Länder hatte ich gesehen, mit vielen Menschen verkehrt. Uebcrall dieselben Triebe, Neigungen, Leidenschaften. Ueberall dasselbe Hasten und Jagen, Stoßen und Drängen. Ueberall unterlag der Schtvache dem Starken, der Mensch gegen Mensch. Und auch hier in der Heimat waren die ersten Laute, die mein Ohr vernahm, häßliche, scharfe, wildeutflammte. Mit doppelter Wucht fielen sie auf mein iveichgcstimmtcs Gemüt. Ganz anders dachte ich mir das Wiedersehn. Ich empfand als Mensch, es stöhnte in ohnmächtiger Wut in mir der Jude. Mein erster Weg führte mich in das Badestädtchen, wo ich die Jahre meiner sorglosen Jugend verbracht hätte. Und ich war für einige Stunden ivicder der Junge, der mit hochschwellcnder Brust die heißglühenden Freiheitslieder cinsog. Da kanr die Raupe, eine solche, wie sie 'mir jetzt meinen Weg gekreuzt hätte. — — Ohne daß ich es beabsichtigt hatte, war ich in eine Menschenansammlung hineingerateu. Das Land stand vor den Abgeordnetenwahlen. Kopf an Kopf standen sie da und horchten der Rede eines hochaufgeschossenen, noch jugendlichen Priesters. Wo er sie mrr hernahnr, all die haßerfüllten, giftigen Argumente?' Jude! und wieder Jude! durchwirrte die Luft. Wie er sie niedersausen ließ die Peitsche des Hohnes, des Grimmes, wie er sie hervorholte all d.ie lügenhaften, lächerlichen, nie totzumachcnden Beschuldigungen. Beschämt, vernichtet ging ich. Ich taumelte, als hätte ich einen rohen Faustschlag bekommen. * Das lärinende Getriebe der Großstadt, ^das allmählich immer mehr zunahm, überzeugte mich, daß Budapest erivacht ist. __ Ich schüttelte mich," als wäre ich in tausendjährigem Schlafe gelegen. Was ich gestern erfahren, ward mir zum Märchen, zu einem längst abgetanen Posscnspiel, und mit heiteren, freien Augen schleuderte ich weiter. 'Aber mein Dämon, der mich au diesem Morgen nichts ruhig genießen ließ, raunte mir höhnisch zu: „Ueberall sollst Du erinnert werden." Und langsamen Ganges kam sie, die Gestalt, die sie nennen 'Ahasver. Ueberall, ivo ich 'die Freiheit zu finden hoffte, stellte sie sich mir entgegen und rief nrir zu: „Noch ininrcr nicht!" „Fit-sure" Pincenez doublü, 14 k Goldauflage, Mk. 7.50, Nickel Mk. 5 50. Operngl , Felds!., nur beste Fabrikate in großer Ausw.ahl. Lorgnons, Brillen, Pincenez; Spezialwerkstätte für Opttk, Mechanik, Elektrotechnik. Physikalische Lehrmittel. „I. 2B. Albert, Inh. Paul WanSereh» Haus Neptun. Ecke Neue Mainzerstr. u. Weißfrauenstr. 11. Tel. 7254, Amt I." Kaiser Friedrich Quelle - Offenbach a. K. - Gegen Gicht und Rheumatismus bewährt. Alleiniger General-Vertreter: Friedrich Stahl, Frankfurt a. M., Stallburgstr. 9. Tel. 259 n. 714. Für den Schulbedarf. Reisszenge, Reissbretter, Reissschienen, Winkel, Linear - Zeichenblocks, Plastilin, Farbkasten, Pastelle etc. Jm EmmeI & Sohn, Schillerstrasse 26. Beobachtungen pr. St. 1 Mk. Ermittelongen, Recherchen n. Auskünfte HvlvUUI v. 5 Mk. an. 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Die andern Stämme lagerten entfernt von der Stistshütte nach deren vier Seiten geordnet, eine Fahne bei jeder Himmelsrichtung, je drei Stäinme bei einer Fahne. Fahnenführende Stämme waren: Juda, Rüben, Efraim, Dan. Nach der Lagerordnung richtete sich beim Aufbruch des Lagers auch die Zügsordnung. Da der Stamm Levi sich nicht durch - die Sünde des goldneu Kalbes verunreinigt hatte, wurde er anstatt der Erstgeborenen mit der Würde des Heiligtumsdienstes betraut. Sonntag: Rau sch-Chan de sch Siwan (stets nur 1 Tag). Freitag und Samstag: Schewuaus. — Man macht vor Schewuaus-Beginn Eruw-Tawschiliu. Offenbarer Druckluft-Anlage Telefon 123. OffBObach 8. H. Telefon 123. Unübertroffene bewährteste TappIChralülBang»

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