Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 8 (1910)
- Issue
- Heft 30 (5.8.1910)
- Date
- 1910-08-05
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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aoi <* in kn« eeftr Mal **r, »oft Jie m6 ihrer Heinriche, Vcrfobnag nü einander plaudern mnuUks, ohnr Suiiw Spühersugkfüii:r=;s ■räfln. Er kutt oub gar keine reibt* Ln«. »•* 6*wii» zu »«erbreche», da» ihre Zu. famMengehöiigttii »»r noch »ehr verlief«. End- »ich zwang er sie durch seine» Blick, ih» iu« Gerüdr in jeden, „£irMin$t~ slüfterre er zärtlich. Sie gab keine Antwort. fuhr «der sorr. idn sorstden» anzudlrcken. „Liebling." »iederhoire er. „las mich doch **m*ftr»* ein ernrioe» •Wal Kören, bas Tu glücki«fc aU hii da der Scharren, der über unserer Liede gelagen, mit der Abreise Deine'» Berrers vrrsch»»nde« ist." „Der eine Scharren ist vielleicht nur gegangen, um eine» anber» Play zu machen." Sie sprach e* so leise» al» löge ihr »ich» daran, von ih» gehskt zu »erben. „Selchen ander» Schatten »ein- Du?" „Hede» Geheimnis wirft eine» trüben Schauen »» sich," erwiderte sie ausweichend. Wie durch eine überirdische Eingebung wußte er sofort, was iie damit sagen wollte: doch wie bei ftarsl« plöhlicher und hastiger Abreise, wollte er auch hier keine Fragen stellen. Ihm schien e» sogar die natürlichste Sache von der Welt, dah sie auch diese» wisse« mußte. wie so viele» andere, wo« er ihr auch nicht direkt gesagt hatte. Die Snrirta ihrer innigste«, übereinstimmenden Zuneigung ruhten so ries und fest im innersten 8er» ihrer Seelen, daß sie durch eine» geheim, »tsossteu. wortlosen Znsammenslutz alle» einander übermitteln ko»»te». „Sani* glaubst Du. mein Herz, daß ich e» Dir verheimliche» wollte?" war seine ruhige Arsge. „Ach. Bor»», geliebter Bor»«!" riet ne mit eiaer Freudigkeit, die ih» zu Träne» rührte. „Ich |m, wfe Du e: utr »rcht vo reut halten wtrst. Ich wußte r», nur diu ich Dir zuvorgr. komme». Ach, Boris, ich habe Dich doch so lieb! Darm« lost nicht» Vieheime», nicht» verborgene« »wische» »»sere Liebe trete«! Last alle» frei, »sie» mch f»rchtlo» sei». Nar wie da» Licht der Sonne. die unsere Liebe bestrahlt! Bori», Ge. liedler, sage e» mir »och einmal, daß Du kein Geheimnis vor mir haben wolltest." „34 kan» es Dir nicht nur sagen. Liebling, saadrr» ich mit e» Dir auch beweise», Höre, »»ei» Her», ich war» nur aus die Simftcbr Deined Bawr«, ■» ihm alle« offen und ehrlich mitzu. leite». Ader e» ist auch gar ui«ht srsier Lille, hast ich ih» meine Herkunft, »eine ganze der. Dangen heit offenbare» will, sonder» eine unabmeiäknu Aouoeudigkett. eine Lache aus Tod und Lebe». D» wirst r» dann erfahren, warum e» mir überhaupt »»«-glich wäre, »och länger zu schweige», selbst wen» ich gar wollte." .FVieder ein neue» Geheimnis, Borio? Larum soll ich es den» nicht bald wisse»? Larumerst war»», di» her Papa fommt?" „Das ist gar «icht meiur Absicht. Ich will Dich setzt zn »eine» beste» Freunde führen: dort wirst D» hdrrn. wa» ich ihm zu sagen habe, und das« wir» auch Dir alleklar werden." „St» Freund von Dir- Hi«? Ach. ja; Du bist doch hl« geboren! Denke doch nur. al« wir bet Unserer erste» Begegnung i» Odessa von Dilom»t spräche», wer hätte da denken können, daß e» so tonanen wir»! Du herrlicher, Du wunderbarer Plan«!" ries sie »oll« Entzücke«. „Lean ich. Sir brach ad. da ihr Blick von einige» jüdischen Hauswrer» gefesselt war. »t* mir gekrümmten Rücken, mit schie»pradr» Gang an ihr oorbeikeuchten. ..Zu denken. was auch au» Dir hätte «erde» satte», «ud was Du dach geworden bist! Und alle» durch Dich letbü. dnrch Deine eiaew ftralk?" Ei» stotzeo Lächeln »»spielte seine Lippen, wie vi-Leichr b*i S5H5§?«, jwi?» Ifcnni sie xranr bas erste Mat auch Han», gesetzt wird. Lad auch die Zukuusr idw bringe» sollte, sie kann keinen «röstere» Triumph für >h» enthalte», al» das Lob au» de» Munde Wt Geliebten, das ih« setzt zuteil grwortze«. Blitzartig schoß ihm der Gedanke dnrch de» ktutzi, wie sie damals den Indenbengel halbtot OetzeügeU und von den Husen ihres Pferdes hatte getreten lasse» — Selch« Unterschied, welcher Trtumutz chre heurige Liede! «brr auch auch eint «8ere Germgtuuug, seelklch uicht so groß wie dies», »och durch Aimau »«de»! — Ei» dmcheieselw sei, aauze« Srseu. Die oo« dem Manns, de, et mt mst» «euer hisst. iu Gegeuma« d« Frau, die ihm stu» Lststst» aus Erste» am«! Was »och mehr Hütte tSLJT Suueu- Alm«» Liede, die Errettung seine» Boike». - «m satcha» vchikomweue« Glück ans NMk« rWlf VVKw Beim ersten sich Mstw», ieusews dos Strome« wast nutz tzeetk. me m*m Ausdehnung M ü» sesteuj mc dort nuten rf«5'i~ . -KT.£8!ZZ.S££2l££&ilc.»a-2^-— zog ein piumtzer Holzstoß trüge und schleppend dahin. E» wurde Barnch etwas undedaglilL: aber er bernhigre sich bald wieder; vielleicht hatte sich der stad» bei dem Hochwasser losgelöst, und Riman war gerade aus der Suche, den Ausreißer wieder rinznfange». Boltman« war gerade im Begriss. Alma zu bitte«, hier ei» wenig zu warten, während er sich nach dem Freunde umjehe. al» ein ausgeregte» Stimmengewirr au» deu> nahen Wäldchen an jein Ohr schlug. Er ahnte ei» Unglück, und sein Gesicht wurde aichiabt. Sicherlich »var Riman irgend rtWiU £w«Mn n»Zü»G mm«*?i|if solche Todesangst w sein Herz legen rönne». Alma lume eine kleine Erhöhung erstiegen, um die dazwischenliegende Schonung dejjrr überblicke» zu können. „Dorr sind so viele Menschen versammelt." ries sie Baruch zu; „alle lausen sie jetzt dort zum Strom hinunter. Wollen wir auch hingeven?' „Rein. Liebling; aber wenn Du nicht» dagegen hast, gehe ich lieber allein." erwiderte er heiler. ..Geh nur. Geliebter; aber dlride »icht zu lauge; Papa muß doch jeden Augenblick zuruckloiiinie».' Er sah nur noch drn Handkuß, den jie ihm zuwars. und stürmte davon. Sein Herz schlug hörbar- Je näher er der Stätte der Aujregnng kam, desto stiller wurden dir Menschen, um» al» er neben ihnen stand, da schienen sie zu E,s erstarrt zu sein. Wie ein Redet hatte es sich über Bolkman»« Augen getagt, und er veriuvchle kaum die Gesichter brr Umstchenden zn unterscheid»-n: nur bas sah er. daß vier Männer einen schlasie», unbeweglichen wassertriejenden Uörper mit kalter Gleichgültigkeit aus ihre Schultern hoben und lungsum sich sortdewegien. i Bolkmann harte ihre Bürde erkanni, und er blieb wie angewurzelt stehen. Erst al» er sah, lvelche Richsnnir die Männer ernirbluaen. erst da keltere seine Denkkrast ihn« wieder, so baß er sich de» Zuschauer« aus den« »ahchi Hügel erinnerte. Er besaht den Trägern einen ander» Weg zu nehmen, alle!» sie erwiderten ihm, daß diese« der kürzeste Weg zum Hause de« Gouverneur» sei und sie froh sei» werden, die unliebsame Last so bald al« möglich abwälzen zu könne». Barnch trat zur Seite und liest die Männer willenlos an sich Vorbeigehen. Mechanisch folgte er ihnen, mit dem einzigen Bewußtsein der Richtigkeit aller menschlichen ltiiternehmnngen gegen da« unabänderliche hunßkAsche Geschick, da«, sehr oft von den iS taubgeborene» unerkannt, aber auch sehr vst wiederum sichtdarlich waltet. Uno hier kuiu e« wieder, in Gestatt jene» iveistgeileideten, schlanke» Mädchen», da» direkt ihrem Perhängni« entgegrngiug. Er stürzte ihr entgegen, um sie auszuhallen, um den grästliche» Anblick ihr zu erspare»; doch sie blieb schon von jelbst strhen. Sic hatte bereiis gesehen, wa» er ihr so gern verbergen wollte. Wenn irgend jemand, jo war ja ihr die goldgestickte Uniform wohlbekannt, s Aber auch seine Angst, sein Zittern um sie, erwir« sich al» übrrslissig- Sir siel nicht in Ohnmacht, sie brach i» tri» Wehklagen au»; nur ein feuchter Schimnirr war in ihren Auge» sichtbar. (Fortsetzung folgt.) Jhmft i«l vtterit»r. Diegetstigenundsozialen Ström« »gen des lU. Jahrhundert« von Pros. Dr. Th. Ziegler. Dritte umgeardriletc Auflage. Brosch. >0 Zs., gcb IIJA) Ji 700 S Berlin, Georg Bondi. Je mehr die Lifienschafi sorilchrrilel, desto umfassender und mannigfaltiger wird s»r, desto mehr muß sie in verschiedene Spezialgebiete zerfallen, deren jede« sieb gesondert entwickelt. Diese Spezialisierung der Lissenschaft, ja der ganzen 8ul- »ur bat nun den einen Aachleil, baß e» immer schwieriger wird, sich über ihren Fortfchrttt zu orirutirrrn, und hrutzutnAr ist rr für den L:»-r-- Srradezu eine Unipögltchteit» auch nur die wichtigen Zweige d«r»Lissenfchasl in ihrem schnelle« Fortsqrriten zu verfolgen. In einer solchen Zeit sind darum Lrrte wie das »orliegrude, die alle Aulturftröm.ugrn eine» Jahrhundert« zusammensosseud darstrllru, von ganz besonderem Werte, ,a sie sind für den, der weuigften« die bedeutendsten Phasen der Aulturentwicklung de« letzten Jahrhundert« kennen will, unumaängtich notwendig. Allerding« bedürfen gerade splch« Serke einer besonder« schacseu trtlischen Lupe, da sie unlrr Umstände« dem Leser ein (Mi schiefe« Bild oo« dem heutigen Staude? der Aultur aebea kduuen. Ein Punkt, der bei der kkrtttk selcher Serk» fa»» bessudere Beachtung verdien», ist da« ludet t i o e Denk«« und Fühle« de« vers a s s e r «. Denn während in einem sachwissenschaftttchen Serke der Au»»r im aiigemeiuen mit Lrichtigkrit sein eigene» prrsäaltches Fühlen zurück' treten lassen wir» und muß, ist »em bei sslchen Serken nicht ,ss. Bier ist es tzewshnkich de« Anivr stiüen Str««uutz»u, Ansichten und Schufen sein UrttU (Allen «n^ und seldst wenn er »U etne« direkten Urteil zurückhalte« wird, wird sich »aüseSe doch in der Art der Behandlung ansdrückeu nifin. Ist «her her Anker s» tmtetoaminMll min Pros. Ziegler, so wird er de» Leser selbst kein direkte« Urteil nicht »erscktweigen. und deslruld ist es beim vorliegenden Buche besonder« dedeuttam;» wissrn, welche» Standpunkt der Berjajser cinnimmr. Run. ick» glaube ihn am beste« ck»arak:erisrere«;« können, wen» ich sage: der Autor nimmt im allgemeinen de» S tandpnntl de» gesunden Mensckienverstandca ein. Diese» Urteil ist wobt das beste Lob. das ich dem Werke zollen kann. Das einzige, was ich dem Anrsr vsrrverse. ist da« allzugroße Hervorstechen ferne» deutsche» Patriotismus- Ich will durchaus nicht sagen, daß man in einem solchen Werke gar keinen Patriorismn» zeigen sott, aber in der Doji» ansgerragen. w-e im vorliegenden Werke, übt er manchmal aus den Leser eine vom Autor sicher nicht gewünschte Wirkung ans. Dieser Patriotismus de» Au»or» ist aber der Gerechtigkeit halber innß es gesagt werden durchau» kein blinder Ehauvinismu». Da» w»rd man am besten im ikapitel über de» Antisemitism u» wabrnedine», in dem der Autor zu der schärfsten Beruriertung dieser ..ekle» Beweg» n g" gelangte, atterding» kann er sich nutzt dazu ansschwingen. den Jude« itiee religiöse und nationale Seldstäudigkei» voll und ganz zu gönnen. vielmeyr erhosst er eine votlständige Assimilation derselbe» und beklagt e», daß der An», se»«>ti»l»n» diese gestört bade und sogar die Partei der Zioiiistr» entstellen ließ, deren Bestreben er als „völlig ntopistisch und a»ach»oiiisttsck," dezeich net. Wir wolle» dem Autor diese» Urteil einer Bewegung, die er gar »icht genau kennt, nicht sonderlich übclnehmen und ihm nur raten über Beivegungen, die er nur vom Hörensagen kennt, nicht so vorimnrtt urteile zu »atten. Der Fehler jedoch, de» er eben durch da» Fällen de» Ilrtcii« begangen Hai. ist nicht so jolgenichiver und stöe» un» so wenig» daß wir trotzdem da» Werk de« Prof. Ziegler unsere» Lesern nur warm cinpirtt- Iru wolle». I«r. \. EprechftiAl. (Ohne Berantwortlichketl der Redaktion.) Gerhrie %i>iiiiivii! wütf es »ich! »ugezeig!» m?Hi? hi*f h i) r iit hrii in.ilis.'ikZh (w*r heißen Sommermonate seine sonst ,tciv,st verdienstliche Tätigkeit einstellen würde? Die S»»nagvgrnzeit wird hierdurch besonder» an den Freitagabenden bedeute»» «»»geoennt. wa» die jabbattnhe Freude an der ivälen Abendmahlzert fiarI beeinlrächtigt. Rack» meinem Daiürüalte» sollte ma» »ich von etwa Mitte Suva» dt» kurz vor Roschhaschonol, ohne Ehorgrjniig behelfe» Ein alter Abonnent. Malier Frfletfrflel» QueK AlMaicar vonocnl Vortechse: MatfvWl StoM. Frufchrt a. Hlallfcnrgslr. ft. T«l. Ü5ft n. 71. 103 Bad Hanbvg. HV2 ft«a«i»n Farkkanni bl na« rmnllto-Pf ■■«■■■», nUm Wroilnt mlttanalMw. »tem iiu-iu arwt i n,«,»» «»i«riuiiiit»iu. tltMli U kUuIw WaMU««. (biSKt axrU bis üktotw l’rafakl iriin. MSBJr IRMMMW Imiltat Bnnfcnnfctany pr HL I Mk. Knuit- Ulmcaa, ÜacImraMa H. AnaklafU v. 6 Mk. an. (I«mMnkalbn AnnfolanMmm w wA m rwnb»«li«»ia nt» ntbjuripr Löliaoi u. Kriminal- S«|c«4Nlcilerr (FCtftWGUÜsN Mch kOP U«4) IMtag, km <- Vngnft C—1- Av|: BaWat Infant ln WcnnBim «. Vt 7 Uhr tft HP. Satztzat»«u«HMHtz ntoMatt n. Vt 8 Uhr &Vtte. in Wert» ft Uhr 41 flttn. Locheuabschniu Masset - Die derschwdeuen Lagerstätten, wo Israel sei» dem Auazuge ans AaMtzten nrwetl». werden der Ordnung nach ausgezähtt. Liedertzolt »st ernneschsrst. iw Umgang mit den Ure,ne>vbnern Polüstina» die zr-kte Poritchl zu Gedrauchen. Schomung «er Hetdenstärnrn» wird dw Rvchnhmung von Nm nrtwtMta tm Ge sota» bähen. — Es «erde» die Grenzen Lestiordan«e»o festgrsteNt säe die nruueiutzsrtz Trämmr. Dir Geometer bei bet IftusiiOrn Nuiteunu« diese» Laude» werden desttmmi: es Und Smnwnkkrften. tk fts» Osten falten keinen tlnrntfkftrn Auwst am Lande eejattan. ~VM IHMr wu Ermnifung tintzün» werden ihnen zuhrwiesen. Für den eha» däswnUiM Adftchi heftüntzenen Mneft wird die thanvnHi •, 4r;