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Neue jüdische Presse · 1910-08-05 · Heft 30 (5.8.1910) · page 1

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
8 (1910)
Issue
Heft 30 (5.8.1910)
Date
1910-08-05
Page
– (sequence 1)
Language
German
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IrartLfirrLer Isriklitischks laiilinklott. < *"" 111 ~ 1 — ( ' Düs« Seitu** erfdxtnl wSchentlich Wwinnnllwtil pa Vierteljahr: Ja graut» faxt «. ®- Ml. 1— frei ia» Haut. Bei der Post abonniert im Ja- «ad Au»land Mk. 1.V2 (ein» schOestlich VrtzrLgrLLhr). Units Ststifbimb bqefnt: Deutschland nab Oesterreich - Ungar» Mt. ISO. sonstig« Länder Ml. - — 4- -—--— n KedaLtio» *»d chälchLflsSettr rnmtt>rt r.«.. VUdelnßraße 4/6. 4dt »etchß«»» U»r,fa» 10507. Herau»g«ö«r: tat$ $<i*. Jas rrtiouSpreise: Die vtergesPaUene GetitzeUe. VBkG. Die Aeklametzeil». 100 » Platz» und Dnten-Borschrftt »hra Verb tndlichEeit. Beilagen: Pxet» nach Ueberainkunft. 8. Achr, ,, Kreil«,, De» SS. Tnsrn 5670 (5. «»„ft 1010). «r. SO. Malt M Naiübttti. Artikel: Von der Welt der Vedanke» — Die -3*«r uab ihre ar>eatmischea »oloateea. — Brief «iAPariA. — La» aller Welt. — Personalien a,h »leine Mitteilungen. — Au» der tiaaiAlschrv Bewegung. — Lu» den «reinen — Feuilleton: Auge um Auge. — Kunst und Literatur. — Lprechsaal. — Ssches-Kslender — Familien Nachrichten. — Barmrzwoh«. Vs» Aer Welt Der GeDs»ke». Betrachtungen und Besprechungen. BonBen-stoheleth I. Tie Blbeliritik Wenn man heutzutage von der Wlisc>isä»sl de» Auoentum» spricht. so pflegt man loot.i ii'i au iic c 1:! : ä : s: : s!!: d; :■ Wissen fchast »u denken, und zwar an jene, -die von aur-isüdiichen i^ei<-!-rleii begrüntet, i.n't obne Au«- nabme auch nur von >hn-n detr'el^n »nd aesöroert w»ro Ton di,s-t .'»ustandbtfi.chr, das; Näm lut: bte Wlsfenschafl, die doch vor allem uns Anden angeden und interessieren must. von Richlluden begründet und vorerst nur von ihnen werter entwutell wird, erscheint aus den ersten SMvf hin merkwürdig und pa rat oral, ist aber bei näherer Betrachtung durchaus verständlich und au» den rellgiSsen Traditionen und llederzeuguug«» unserrs Bolkes heraus ganz natürlich »sunre und durste doch der Aude niemals mit Dem Sezwrmefser der « r i t i f an jene Schriften öeraarreten, die ihm a!» von viott osienbart zeteil^gi i„v War also dieser Zustand für die erste n e i < b 11 ■ der B'belwikienschast wodl verständlich. to »st er e». nachdem diese Wissenschaft schon «ne rnche EnvvuNung hinter sich hat, «sche metr Bor allem ist e» eine veriedite Taktik - wenn man bei Wissenschaft von laknk Überhaupt reden Part ", die viele fuoiichorchodore »rerse «nschiagen. d«e Ergebnis sc der Btdclkritrk überhaupt v e r f ch ir c r gen und sie frisr: Widerleznnz würdigen «h wolle» Lin solches Borgebe» erreicht weiter nrchas. eie dast du Oeiftmlntzteik nun glaubt, man h»«e ani diese Ergebnisse eben nicht» zu er»«der» Ersvrnlüberweise beginnt »an in leg. irr Zen immer »ehr «nd «ehr, da» Falsche diese» Bor-rhe»« ernznsetze« «nd sieht cm, dag am »rssrchchaftltche Widerlegung der vibelkritik »ehr nahen wirst, as» ei» uuloses Totschweigen- «wHnt 3» bttim Zosammeahang sei besonders hinge»«esen «ai crae Broschüre^; de« deren Tr. Ao»»el — eine» der wenigen, der wGdchaiMch «egen he tmwffctnf rarzuqebe« sich demäha —. he ia poriGen Aaste« erschienen O auch oae i» rmsiftaea Seist« gestalt«»« starr Dastersach» ststrr ht Ergebaifse ht Bchelkttik fit >ach sw aa«ch zn wiste klage» sacht. »er israelitischen Aett. t. 2w»»eL Frankfurt UM Macht sich in dieser Beziehung eine Besserung innerhalb der orthodox-jüdischen streife bemerkbar, so ist in ««er anderen Hinsicht, die auch die Bidellrftik betrisst, noch nicht« vo» einer Abkehr vom falschen Wege wahrzunedmen. Sie detrifft auch eine Tolschweigetakti k, die die Orthodoxie befolgt, diesmal allerdings nicht den B i b e l k r i t r k e r n. sondern unserer A. u gend gegenüber, jüdische Eltern halten e« »och deute für ihre heilige Pflicht, ihre Kinder ja nichts von de« Behauptungen der Bibclkritik wissen zn laisen, ja. wenn e» geht, ihnen überhaupt zu versilnveigcn, daß eine solche existiert Und der Erfolg einer solchrn Methode? Solange diese junge» Leute in den streifen der Orthodoxie verbleiben, gebt «s ja noch: aber dies trifft i» de» wenigsten Fällen zu; koinnirn sie jedoch na» gewöhnlich der Fall ist — mit anderen »»Cifcn;n Berührung und «er,,,,, nie Biveikritik kennen, sofort ist da« Fiasko dieser vrrsehllcn T olschwc'igemrthode da. Entweder werden rie von selbst glühend« Anhänger dieser Bibelliitik, die für sic, iveit ungekannt, den lorkrndcil Reiz der Neuheit besitzt, oder aber sie haben, wenn man ihnen di« Ergrbnisse der stritik vorhält, iplhts auf sie zu erwidern und kommen dann notgedrungen zur Einsicht, dag die stritik eben im Rechte sei. Tiefer Borgang, wie ich ihn soeben twgtficiU i.att, geschieh. Nicht ünmer, aber es ist schlimm genug für die ohnehin an Anhängern nicht übeimästig grotzr Orthodoxie in Teutsnitmid. wenn er bei so und so vielen einlritt. Und abgesehen von der praklisch-utilftaristischen Seile ist auch vom ethischen Slaiidpuukte aus betrachtet, diese Totschweigemethode zu verwerfen. Ast nämlich der orthodoxe Standpunkt richtig, so must er in sich die Kraft besitzen, die reifere .Fugend von der Falschheit der Bibelkrftik zu überzeugen, sofern ihr diese richtig und vrrist. da«» d»' nuhFose Furcht vor der Bibelkrftik? Aa. must nicht der jüd. Aünglmg, der erst durch Freunde mit der Bibrllruik bekannt gemacht wird, von der er durch feine Estern und Lehrer nicht« erfahren hat. unwilltartich glaube», daß diese Bibelkritik im Rechte sei, da ja seine Erzicher so ängstlich daraus bedacht waren, ihre Existenz und ihre Behauptungen ihm zu verschweigen, von welchem Standpunkt au» man also auch die Totschweigetaftik betrachtet, «an wird immer zu ihrer unbedingten Berurteilung kommen. Darum also: Aon mü dieser 'unnützen und lächerlich»» Taktik, die nur zu ungünstigen Ergrbnissen führen tun, und bereit» gesühn hat! Am ««-enteil, man «och« die Heranwachsende Äugend Mit der tHfcitritif und ihren Behauptungen detunnt nutz gebe chr aber gletchtzemg die Widerlegung dieser vetzuuptungeu, damft sie später 'im Leben die Fähigkeit besitzt, all, Krgedatsse der Kritik selbst kritisch beurteilen und widerlegen Pa ttanan! «an »assne die Augeud sstr den. Kämpf, damit sie ihn bestehen kann, anstatt sie v 0 m st a m v fplatz, den sie für die Tauer d»»cti nicht meiden wird, sernhalten zu suchen! Und ich bin fest überzeugt, da« Audentum. da« grösterc lLesahren fi^zreich überstanden dar. befitzt in sich genügend straft, um die env,iigen zflefahrni der Bibelkritik überwinden zu können! Zu diesem Z.:v-.'-.!e nun deS Bekaunrinachen» der jüdisch-orthodoxe» Äugend mit den Behauvtungen der Bibelkrilik ist besonders ein 'j'uch gecigml, das die Ergebnisse der Bibelkrilik in klarer und übersichtlicher Weise darflelll *, Sein Verfasser ist selbst ern angesehener Bibelkrrriker, Prof. Kittel in Leipzig. >:»d tm-for Umstand lästt ja von vornherein die ^'riiinlliiig entstehen, dast der Autor in parteili>lp-r Weite die Ergrbnisse darstellen wird. Tieie Bernintung ist aber ungerertilsrrtigr. stitrel. der ja jelbn der gemüsti-fte?» schule anaedort, »u in seiner Darstellung mit der grostten L vjrkl ivi r>i r. deren er fähig Ivar. vorgegangen und bat nnr da« darzulrgen versucht, «-,« seiner Ansicht nach wissensilrastüch sestfleht Wenn nun auch natürlich all das, ivas in feinen Aug.-n als loiiienfri>afi!ich be:viefrn gilt, es i» den orlhooorer Leser nicht ist, so kann ich doch d-i» Wrri gute» «Gewisse»« empfehlen. Tenn will man die Ergebniise der Bibelkritik kennen lernen, so darf man sich nicht mit dem, was von ihre» l^gner» gesagt wird, begnügen, sondern must auch Tarstellungen von Anhängern der Bibelkritik lesen, »nd wenn diese noch so mastvoll und ruhig gehalten sind, wie da« Wert st ittel«. so kan» ihre Lektüre nur nützen. Zudem ist die Tnrstellungsweise sehr populär und anschaulich da» Buch eulsprang Borlrägen. die stillet tut Aus trage der sächsischen Regierung vor Bolksschullehrcrn gehalten hat - , sopast ein jeder >'<„e .>a» Buch getrost lesen kann. Und e» wurde 1» meinen Auge» einen grvsten Fortschritt bedeuten, wenn recht viele orthodoxe Bäter und Mütter vor allem leum ms puu» mm iimuHii. »••• selbst die Bibclkrftik kennen .zu lernen und >S auch chren envochsene« Söhnen, selbst Tö<l,l-ru. zur Lektüre geben würden Sie werden pan» erkennen, dast der Teufel nicht so schwarz ist. wie er an die Wand gemalt worden ist. tU ,»Äe«" »»D ihre «rße»ti»ische« S»l»»tee«. An unserer Nr. IX drachtrn wir uuler der Neberschrift „Eine schwer, AnNage" e,nen Artikel über schnurr« Barwärse. me der ...Fra" »tzr« KoloaOra ta Argeattaara machen, und in Rr N» von einer der Berwultnag tzer ...Fe«- nahest^endea Perstnlichkru eare Erwidernag. Aus diese Erwiderung entgegne, nun ^Tw käd voftnuaq" m Buenas Afte« fta ihrer Ar. «: sie behaupte,^ *) Via aiNehamentliche Messeufchaft in ltzre» wichtigsten ErgaduMe» tzaegedem von Grat A. Kittet Berka, ran Cafl, » Meaer. VHratc l*lo

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