Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 7 (1909)
- Issue
- Heft 10 (12.3.1909)
- Date
- 1909-03-12
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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p, llr. ll) des IcaaRfartec UmeliWm FamlimklMs. Aus aller Welt. Deutsches Reich. Hamburg. In der letzten Repräsentantensitz uug -er Deutsch-Israelitischen Gemeinde gedachte -er Vorsitzende Dr. H. Samson vor Eintritt in die Tagesordnung des verstorbenen Gemeindevorstehers Joseph Schönfeld und des gleichfalls verstorbenen zweiten Vorsitzenden des Repräsentanten - Kollegiums Gustav Tuch. — Der Antrag Alexander Levy aus Herausgabe eines Handbuches über sämtliche der Gemeinde unterstehenden Stiftungen wird der Kommission für die Verbesserung der Finanzen zur Beratung in Gemeinschaft mit Kommissaren des Gemeindevorstandes überwiesen. — Für die Bibliothek-Kommission berichtet Dr. H. C. Plaut, daß nochmals Verhandlungen -er für diesen Zweck niedergesetzten gemischten Kommission und der Vertreter der in Betracht kommenden Institutionen stattgefunden haben und daß Aussicht vorhanden sei, ein Lokal im Erdgeschoß des Patriotischen Gebäudes zu einem angemessenen Preise zu mieten; zur Beaufsichtigung der Bibliothek habe sich Herr Prediger Dr. Rieger ehrenamtlich zur Verfügung gestellt. Von den Repräsentanten Levy und Bacharach wird bezweifelt, daß das in Aussicht genommene Lokal zweckmäßig sei. Auch erscheine es nicht praktisch, sich auf eine ehrenamtliche Beaufsichtigung des Lesezimmers zu verlassen. Der Referent erklärt, die vorgebrachten Wünsche in Berücksichtigung ziehen zu wollen. Repräs. Laskar moniert hierauf, daß der Gemeindevorstand für die Wahlen zur Armen-Kommission nicht auch eine Anzahl von D a m e n in Vorschlag gebracht habe. Schönlanke. Alltäglich gelangen jetzt mehr als 10,000 Kilo Mazzen von hier aus zum Versand. Vom Auslande sind Amerika, Australien, England und Schweden Abnehmer. Hamburg» 9. März. Das Israel. Hilfskomitee brachte 24 mittellose Rückwanderer, die mit dem Dampfer „Vesta" von London ankamen, in einem Logierhause unter. Schweiufurt» 9. März. Der Magistrat bestätigte in seiner gestrigen Sitzung den bereits früher gefaßten Beschluß, daß Inhaber solcher jüd. Engrosgeschäfte, die Samstags geschlossen haben, ihre jüdischen Angestellten Sonntags von 8—9 Uhr und von 10—1 Uhr beschäftigen dürfen. Berlin. Im 50. Lebensjah e verichied Alb erl Hehmann, Prokurist des Bankhauses Jacquier u. Lecurius und Direktor der Nordpark Terrain- Aktiengesellschaft und des Vereins junger Kaufleute von Berlin. Petersburg. Anläßlich seines Hinscheidens dürfte es angebracht sein, an das Verhältnis des Baron Günzburg zur Regierung zu erinnern. Baron G. hatte ihr große finanzielle Einbußen zu verdanken. Zu Zeiten des Finanzministers Sinowjew war die Regierung einer Finanzkrise nahe, und Baron G. kam ihr zur Hilfe, indem er auf das Versprechen der Regierung, die Papiere wieder zurückzukaufen, eine gewaltige Summe russ. Staatsanleihe aufkaufte. Die Regierung hielt ihr Versprechen nicht; im Gegenteil: als zu Zeiten Alexander II. eine Liste der Bankhäuser aufgestellt wurde, die von der Regierung subventioniert werden sollen, da wurde Baron G. als Jude übergangen. Baron G. genoß bis in die höchsten Regierungskreise das größte Ansehen, und fortwährend intervenierte er für seine unglücklichen Brüder. Das Nichteinhalten des Versprechens der Regierung und seine grenzenlose Wohltätigkeit haben es verursacht, daß Baron G., dessen Vermögen einst auf 40 Millionen Rubel geschätzt wurde, nur 3 Millionen Rubel hinterließ. Auch der Trauergottesdienst — Baron G. wird in Paris an der Seite seiner Gemahlin bestattet — bewies sein Ansehen bei der Regierung, denn die höchsten Persönlichkeiten wohnten dem Gottesdienst bei. n. Aus der zionistische« Bewegung. Frankfurt a. M. Im Bureau des jüdischen Nationalfonds, Grünestraße 29 Part., gingen ein: M. Mayersohn 1,— JL W. Goldschmidt 1,— „ Frau C. Hamburger 5,— „ Frau Bankdirektor Rosenbaum, Mannheim 2— „ David Droller Siegm. Rödelheimer M. Grünebaum S. Levita Baruch Tomori Lisa Weinreich Anonym D. Baracker S. S. Karl Rosenheimer Nathan Rothschild, Mosbach i. Baden Schloß, Seilerstr. G. Markowitz D. H. Organisatorischer Moritz Jos. Rothschild N. N. Versammlung in der Börse 10. 3. Stammtisch 4. 3. B. Bamberger Nathan Liebes Nathan Sondheimer F. S. Familie Feldmann _ 0,75 M.\ um momentaner Not abzuhelfen, bald, sich noch 2,- 0,50 ., 0, »» 0,50 „ li « 1- .. 0,50 „ 10 - „ 2- „ O, ,, 5, ,, 0,50 „ 1- „ 0,50 „ 0,50 „ 0,50 „ 4,50 „ 3» „ 3, ,» 2,— „ 20.55 20.— .. 3,33 „ 99,63 M. Herr Nachmann, Elkenbachstr., Drei Coupons. In der Expedition des „Franks. Israel. Familienbl." gingen für den Nationalfonds ein: „Machazis - Haschekel" - Gelder 9,84 J& München. Die Vorträge der beiden Palästinakurse des Vereins Theodor Herzl-Wien, die so eben gehalten wurden, erscheinen in einer Sonder nummer der Zeitschrift „Palästina". Es ist somit der Allgemeinheit die Möglichkeit gegeben, sich die Kenntnisse anzueignen, die von den vielfach in der Presse genannten Palästina-Autoritäten zum Vortrag gebracht worden sind. Des weiteren erhalten die Abonnenten und alle die, die es im Laufe des Monats März werden, eine größere Broschüre über die kulturellen und sozialen Verhältnisse Palästinas von I. Gastmann zugesandt. .Es wird dabei vorausgesetzt, daß die Palästinafreunde die Verbreitung der Zeitschrift mehr denn bis jetzt ins Auge fassen, zumal der geringe Preis (Mk. 2.50 pro Jahr, resp. Mk. 3.—, Adresse München, Pettenkoferstr. 25) eine größere Verbreitung erleichtert, aber anch. voraussetzt. Treysa iReg.-Bez. Kassel». Rach einem Bortrage der Herren canb. med. Szametz und cand. med. Michael-Marburg, schlossen sich hier 25 Damen und Herren zu einer BereinigungvonZions freunden zusammen. Wie«. An den Hochs chulkursen für Palästinakunde, die der Verein „Theodor Herzl" vom 20.—25. Februar hier veranstaltete, haben 284 Personen (davon 212 Studenten unb 23 Studentinnen) teilgenommen. Rrw-Nork. Dr. Schmarjahu Lew in ist wieder nach Europa abgereist, um an den Beratungen der Zion. Jahreskonferenz, die am 15. März in Köln stattfindet, teilzunehmen. Mit seinen Erfolgen im Interesse des jüd. Technikums in Haifa war er sehr zufrieden. Aus der Lehrerwelt. Frankfurt a. M. Am 1. April begeht Herr Lehrer K ö st e r i ch an der israel. Volksschule sein 25jähriges Amtsjubiläum. Frankiurt a. M. Vakanzen. Lechenich bei Köln, Lehrer, Kantor und möglichst auch Schächter per bald. 1150 Mk. Gehalt und freie Wohnung. — Ottensoos, Religionslehrer, Vorbeter und Schächter. Ca. 1600 Mk. Einkommen und freie Wohnung. — Orb, Religionslehrer, Vorbeter und Schächter per 15. April. 1350 Mk. Gehalt, freie Wohnung und Nebeneinkommen. ' Berlin. Der Ausschuß des Deutschiraelitischen Gemeindebundes hat die Lehrer Andorn- Creseld, Feiner- Hamburg, Dr. Heß-Frankfurt und Preßburger-Creglingen zu Delegierten ernannt. Konstanz. Von den ,ur Wahl gestandenen drei Kandidaten (Dr. Holzer-Schwedt, Dr. Grzyrnich-Berlin und Dr. Chone-Nürnberg) wurde Dr. Chone zum hiesigen Stadtrabbiner gewählt. Bukarest «Rumänien). In Botoschani verschied Rabbiner Chaim Taubes, eine der hervorragendsten Größen auf dem Gebiete der Halacha. H—r. London. Chief-Rabbi Dr. Hermann Adler feiert im Mai seinen 70. Geburtstag. A«S den Vereinen. Frankfurt a. M. Dem Berichte des Vereins „Weibliche Fürsorge" (Vorsitzende: Bertha Pappenheim), über seine Tätigkeit in der Zeit vom 1. Oktober 1907 bis 30. September 1908 entnehmen wir: Das Fürsorgekomitee hielt seine Sitzungen alle 14 Tage ab und behandelte etwa hundert neue Fälle. Bald galt es,^ eine Recherche zu machen. Kindern umzusehen, die Mangel leiden, manchmal sogar an elterlicher Liebe; in einigen gradezu trostlosen Fällen mußten Damen des Komitees es unternehmen, die häuslichen Verhältnisse so zu sanieren, wie wenn sie in ihrer eigenen Haushaltung zu schalten gehabt hätten. Die Säuglingsfürsorge überwachte 128 Säuglinge und übernahm die Ernährung von 108 Säuglingen mittels der Milchküche. Die Kinderschutzkommission hatte 34 Pfleglinge. Schwächliche Kinder wurden auk dem Lande untergebracht, unbefähigte durch Nachhülfeunterricht gefördert usw. Der Stellennachweis vermittelte 95 Stellen. Außer seiner lokalen Tätigkeit hat der Verein auch in Galizien gewirkt, indem er Krankenschwestern und Kindergärtuerinen nach dorten sandte und für die Bekämpfung des Mädchenhandels tätig war. Auch mit dem Heim des jüd. Frauenbundes in Neu-Isenburg bleibt der Verein in steter Fühlung. Dieses Heim, dessen Jahresbericht dem der »^Leiblichen Fürsorge" angefügt ist, hatte 14 Pfleglinge deutscher Abkunft und 4 Ausländer. Die vorstehenden Zahlen sprechen so beredt für die überaus segensreiche Tätigkeit der „Weibl. Fürsorge", daß sie allein schon die Frauen der Frankfurter jüd. Gemeinde, die dem Verein noch keinen Beitrag leisten, zu einem solchen gebieterisch auffordern. Fraukfurt a. M. Die Generalversammlung des Zentralvereins israel. -Gemeindemitglieder wurde von Herrn Eli Michael, dem Vorsitzenden, eröffnet. Herr Dr. I. Heinemann erstattete den Bericht, der sich über die Tätigkeit der Statuten- und der Agitationskommission verbreitete, die Abhaltung eines Vortrags- und mehrerer Mitgliederabende konstatierte und die Korrespondenz zwischen dem Vorstände des Vereins und dem der jüdischen. Gemeinde hinsichtlich der bekannten Aeußerung Stadtrats a. D. Horkheimer zur Verlesung brachte (nach Mitteilung des Vorstandes der jüdischen Gemeinde habe Stadtrat a. D. Horkheimer nicht allgemein alle jüdischen Bräuche, sondern nur bestimmte einzelne gemeint, auf denen der Schutt und Moder der Jahrtausende ruhe). Sodann berichtete Herr Heinrich Rothschild über die Kassengebahrung; es gingen 530 M. Mitgliederbeiträge und 105 M. Spenden ein, dagegen wurden 690 Jfc verausgabt, sodaß bei einem aus dem Vorjahre übernommenen Kassenbestand von 247 M. diesmal ein Kassenbestand von 192 M. verbleibt. Dem Berichte schloß sich eine zweistündige Debatte an, in der außer den vorerwähnten Herren die Herren Goitein, Levi, Sondheimer, Meyer, Dr. Hanauer, Dr. Katzenstein und Lehmann sprachen. Es wird von dem Vorstände verlangt, daß er den Beschluß der vorjährigen Generalversammlung, alle vier Wochen eine Mitgliederversammlung zu veranstalten, einhalte, daß er eine größere Energie zeige und daß er bei der Aufstellung von Kandidaten für den Ausschuß der Gemeinde so rechtzeitig die Mitglieder befrage, daß den Mitgliedern noch vollständig freie Entschließung bleibe. Es wird getadelt, daß der Vorstand nicht sofort nach der Affäre Horkheimer eine ösfentliche Versammlung anberaumte und daß er nicht sofort energisch protestierte, als die Oeffentlichkeit der Ausschußsitzungen wieder aufgehoben wurde. Die nun folgende Neuwahl des Vorstandes ergab folgendes Resultat: Dr. Heinemann. Dr. Hanauer, Eli Michael, Bernhard Heymann, Hugo Fränkel, Jos. Schwabacher und I. L. Goitein. Frankfurt a. M.» 9. März. Am Montag Abend versammelte der Verein „Nachlaß Zwi" seine zahlreichen Freunde zu einer Purimfeier in den Räumen der „Liederhalle." Und ivie jedes Jahr setzte auch diesmal gleich zu Beginn eine fröhliche Stimmung ein, die durch die einzelnen, in bnnter Mannigfaltigkeit sich drängenden Darbietungen genährt, bald eine Atmosphäre echten Purimhumors schuf. Welch Wunder, daß da die witzigen Aufzeichnungen des Chronisten (Jos. Bamberger). heitere Zustimmung fanden, und die geistreichen Apercues des Herrn Dr. Bon di ein begeistertes Echo weckten. Zwei Rote Radler (M Michel und M. Feist) brachten in recht ansprechenden Coupletvorträgen ergötzende Botschaften die Menge, und Herr Kantor Neumann erfreut die Hörer mit einigen Liedern. So war für jene Lieder, in denen sich die Seele unserer osteuropäischen Glaubensbrüder spiegell, für die Jargonlieder, die bei aller elegischen Stimmung der Melodie in ihrem Jnhalle eine Fülle von sprühendem. Humor bergen, so recht der Boden geschaffen. Die treffliche Züt, in der Herr Muczuik sie uns vortrug, tat viel dazu, daß diese Lieder in ihrem Wesen unserem Verständnisse näherzutreten wußten. 4785