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Neue jüdische Presse · 1907-08-23 · Heft 33 (23.8.1907) · page 17

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
5 (1907)
Issue
Heft 33 (23.8.1907)
Date
1907-08-23
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Nr. 14. Jüdische Jugend. Nr. 14. Doch noch bevor ihre Schwiegertochter Mircl ihrer Freude Ausdruck leihen konnte, ertönte ein gellender, markerschüttcrnder Weheruf von den Lippen der Greisin: „Sch'ma Jisroel! Schleume hat am Schabbos das Gewölbe offen und verkauft!" Noch ein markerschütternder Schrei — und die Greisin stürzte wie ein geknicktes Rohr mit dumpfem Krach zu Boden. Ihre Schwiegertochter kniete neben ihr und bemühte sich vergebens, sie aufzurichten. „Mutter! liebe Mutter! Großer Gott! — hilf!" Da stürzte Schleume Klein in das Zimmer, er hatte drüben im Geschäft den grauenvollen Weheruf der Mutter vernommen und hatte Geschäft und Kunden im Stich gelassen und war herübergestürzt, um nach der Mutter zu sehen. „Mirel! um Gott', was ist mit der Mutter?" „Die Mutter hat gesehen, daß Du verkauft hast, da ist ihr schlecht geworden," stammelte Mirel, „hilf mir sie aufheben, ich kann's nicht allein." Aschfarbene Blässe überzog das sonst kirschrote Gesicht Schlcumes. „Geh' zurück", flüsterte er, „ich heb' sie allein." Aber er allein war es auch nicht imstande; mit vereinten Kräften hoben sie die Greisin empor und legten sie sorgsam auf's Bett und versuchten alles Mögliche, sie wieder zu Bewußtsein zu bringen. Umsonst, sie regte sich nicht. Endlich stürzte Schleume fort, einen Arzt herbeizurufen. Der Arzt kam, doch schon nach kurzer Untersuchung erklärte er, daß alle Hilfe vergebens sei; ein Herzschlag hatte dem Leben der Greisin ein plötzliches 'Ende gemacht. Die Verzweiflung des Sohnes könnt Ihr Euch denken, er war wie wahnsinnig. Als der Sarg, der die Hülle seiner Mutter barg, in's Grab gesenkt worden war, stürzte er sich nach und verlangte, man solle das Grab zuschütten und war nicht zu bewegen, das Grab zu verlassen. Vier kräftige Männer mußten ihn mit Gewalt heraufholen. Man glaubte schon, er müsse einer Irrenanstalt übergeben werden, aber er verfiel in ein hitziges Fieber, von dem er nur durch die treueste, hingebungsvollste Pflege seiner Frau langsam genas. Daß er den Sabbath nie wieder entweiht hat, könnt Ihr Euch denken, aber sein Lebensmut war gebrochen. Langsam siechte er dahin, bis der Tod den: noch' nicht Vierzigjährigen als Erlöser erschien." Als die Großmutter geendet hatte, verharrte ihr kleines Auditorium noch vielleicht eine Minute in Schweigen, dann wandte sich David an seinen Vetter. „Nun, wie ist es, Max, fürchtest Du Dich? muß ich Dich nach Hause begleiten?" Der junge Mann erwiderte nichts, er trat näher zu der Blinden und zog ihre Hand an seine Lippen: „Besten Dank, liebe Großmama, die Erzählung hat mich in Wirklichkeit ergriffen." Auch die Andern sprachen der Großmutter ihren Dank aus. „Sage mir nur das Eine", bat Erna, „hat sich das Gespenst noch öfter gezeigt? „O ja, das Gespenst zeigt sich noch heute, bald hier,'bald dort." „Hier auch?" schrie die Kleine auf und umklammerte, wie Schutz suchend, die Hand der Großmutter. Die Knaben lachten. „O, wie bist Du noch so dumm," rief Fritz, „daß Du es nicht verstanden hast, daß das Gespenst nichts anderes war als der Neid, der die Leute dazu gebracht hat, den Sabbath zu entweihen. — Habe ich nicht Recht, Großmama?" „Recht hast Du wohl, aber daß Du Dein Schwesterchen dumm genannt hast, das ist nicht recht, Erna ist um zwei Jahre jünger als Du, und ob Du es vor zwei Jahren sofort verstanden haben würdest, ist auch noch fraglich." Rätfel. 91t. 6. Von Jehuda Halevi (frei übertragen von Elieser). Zwar fehlen ihm die Augen beide. Doch kann es weinen wie in bitt'rem Leide, Und lachen — es strahlt sein Antlitz dann in Freude. — Doch glücklich wird der Mensch sich wähnen. Wenn es ausbrickt in bitt're Tränen; Jedoch versinket er in Trauer, Wenn seine Freud' ist langer Dauer. Die Ctr. Friedbergerstr. 48. Frankfurt a.H letepMÜll empfiehlt ihr grösstes Lager am hiesigen Platze ln EHefltn, Mibetten, KindeiMten - Schlaf zimmer emrichtungen Wohnzimmer, Speisezimmer und Kücheneinrichtungen Komplette Ausstattungen und [Einzelmöbel in modernster und solidester Ausführung. 1 Lugen Zöllner, Conditorei I § Ooetbestrasse 25, Frankfurt a. m. w, C3 Feine Specialitiiten. ® .er* .©a** ©etective- „TUe Light" s Direktion: E. Benes! *on unter Leitung Berlins hervorragendster Juristen und Kriminalisten BERLIN SW., Wilbelmstrasse 39. Spezial>Auskttufte, Ermittelungen, Beobachtungen, Nachforschungen, Beschaffung* Ton Bewtisinaterial in alleu Zivilmul Strarprozebben« rueatgcltllrbe Raterteilung in allen UFrhtsaugelerruheiUu durch ständig anwesenden erfahrenen Juristen. ]. MM. ]. teftow Nacht. Glaserei und Glasmalerei, Frankfurt a. II. Gegr. 1810. Elbestr. 12. Tel. 7368. 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