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Neue jüdische Presse · 1904-10-14 · Heft 39 (14.10.1904) · p. Seite 11

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
2 (1904)
Issue
Heft 39 (14.10.1904)
Date
1904-10-14
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 39. Frankfurter Israelitisches Familienblatt. Seite 11. Bücherschau. Dr. L. Jerabek: Der Alte Prager guben* friedhof. Uebersetzt von A. Major und Dr. Sp. Wichadinovic. Mit Beiträgen von Dr. I. Pollak. Kunstverlag B. Koci, Prag. Preis 5 Kr. Die teilweise Aufhebung des weltberühmten alten Prager Judenfriedhoses hat uns endlich einmal die erste Beschreibung dieses vielfach geschilderten Altertums gebracht, die in jeder Beziehung als gelungen zu betrachten ist. Tenn wenn wir vom Glckiö — der seinen bleibenden Wert in der Mitteilung von 170 Grabschriften der Größten in Israel, die in Prag gewirkt, und in dem emsig zusammengestellten Biographen dieser Großen hat — und etwa noch von einem kurzen Aussatz im Jahrbuch der israelitischen Kultusgemeinden Böhmens abgesehen, sind die vielen in Zeitschriften und Werken zerstreuten Artikel und Abhandlungen zumeist nur poetische Stimmungsbilder, die den historischen Gesichtspunkt gänzlich vernachlässigen, dem ästhetischen aber mangels geeigneter bildlicher Darstellungen nicht gerecht werden können. In vorliegender Monographie haben sich zum ersten Male historischer Forschersinn und ein für das künstlerisch Schöne em - PfänglichesAuge vereint — um eine erschöpfende Darstellung des berühmten Gottesackers zu geben. Jerabek hat emsig die in verschiedenen'Archiven vorhandenen Aufzeichnungen über diesen Friedhof gesammelt und damit die Resultate der älteren Forscher — Rappoport, Lieben, Hock — in Einklang zu bringen gesucht, ohne deshalb eine der seinen entgegenstehende Ansicht zu unterschlagen; er prüft die zahlreichen Sagen aus der grauen Vorzeit der Prager Judenstadt kritisch auf das ihnen etwa innewohnende historische grannm salis. Aus alle dem versucht er dann, das Mer, die verschiedenen Veränderungen und Geschicke dieses Friedhofes zu ergründen, wobei er natürlich oft auf die Geschichte der Prager Juden im allgemeinen zu sprechen kommt. Besonders hervorzuheben — weil selten — ist die Objektivität, mit der Jerabek seine Materie behandelt. N'ennt er — der cechisch-nationale Christ — doch die Demolierung des Friedhofes eine „europäische Blamage". Auf den allgemeinen Teil des Werkes folgen die dem Galed entnommenen Biographien der hervorragendsten auf diesem Friedhöfe Begrabenen, zum Teil geschmückt mit den Abbildungen der betreffenden Grabsteine, die — in vorzüglichem Lichtdruck ausgeführt — sogar das Lesen der zum Teil schon verwitterte» Inschriften ermöglichen. Mit den Wbildungen mehrerer Friedhofspartien sind dem Buche insgesamt über 20 Lichtdruckbilder in Großqnart beigeben. Wir glauben nicht fehl zu gehen, wenn wir die Tätigkeit des bekannten Orientalisten Tr. Pollak außer in seinen Beiträgen auch noch in der Ausmerzung gewisser von Nichtjuden nicht zu vermeidender Fehler, die sich in der böhmischen Originalausgabe finden, erkennen. Einzelne geringfügige Ungenauigkeiten, die sich etwa auch noch in der vorliegenden deutschen Ausgabe finden, fallen den zahlreichen Vorzügen gegenüber nicht ins Gewicht. Wir können das Buch allen Interessenten aufs Wärmste empfehlen, insbesondere wird es denen, die den Friedhof selbst gesehen, eine angenehme Erinnerung an denselben sein. S. H. L, Prag. Amsterdam, Oktober. Ende dieses Jahres wird die an Seltenheiten so reiche Hebraica- und Judaica- Bibliothek des bekannten Bibliographen N. H. van B i e m a durch die Buchhandlung I. L. Joachimsthal hier, zur Versteigerung kommen. Der Katalog umfaßt ungefähr 3700 Nummern, worunter circa 50 Handschriften, 300 Responsen, Inkunabeln und Postinkunabeln, sowie Werke aus allen Zweigen der hebräischen und jüdischen Literatur. Ohne Zweifel wird diese Versteigerung für die vielen Sammler auf diesem Gebiete von großem Interesse sein. Vakanzen. Bojanowo (Posen). Streng religiöser, verheirateter Inspektor für die Jüd. Altersversorgungs- Anstalt möglichst per 1. Januar. Freie Dienstwohnung, freie Station und 1500 Anfangsgehalt. Meldungen an das Kuratorium der Jüd. Altersversorgungs- Anstalt. Verein zur Pflege jüdische« Wissens (Tiseres Bachurim). Sonntag, den 16. Oktober, abends 8'/« Uhr. im Bereinslokal Hermesweg 25/27: Geselliger Abend. Leitender Gedanke: Die Psalmen. Gäste (nur Herren) willkommen. _ Montefiore, Verein zur Pflege der idealen Interesse» jüdischer junger Leute. Mittwoch, den 19. Oktober, abends 83/i Uhr, im großen Saale der Loge zum Frankfurter Adler, Seilerstraße 22: Familiea-Avend. Gäste willkommen.. Bereinigung zur Pflege jüdischer Lebensauschauung (Rachlatz-Zwi). Mittwoch, den 19. Oktober, im Bereinslokale Schützenstraße 2. I. Lehrgang: Grundtatsache« des jüdischen Bewutztfeins, a) Offenbarung. Referent: Herr Jos. Freund. Borlesung für Damen! Sonntag, den lö.Okwber. abends 6 Uhr. in der Realschule am Tiergarten 8: Herr Rabbiner Dr. Bondi, Mainz, spricht über „Die Königin Salome". Verein „Mekor-Csajim"- Neues Vereinslokal: Schützenstraße 2. ,1. Lehrplan für das Wintersemester. Geist der jüdisch en Gesetzeslehre: Tag und Stunde dieser Vorträge werden jeweils zuvor angekündigt: Herr Rabbiner Dr. S. Breuer. 6emoro /Oeroobsus): Sonntag Morgen 9 Uhr, Donnerstag Abend 8^/» Uhr: Herr Rabb.-Aff. G. Posen. Oernoro (Bo-wo Mezio): Sonntag Nachm. 4 Ubr, Dienstag Abend 8\ Uhr: Herr Dir. Dr. G. Lange. Lkisoiiask: Montag Abend 83A Uhr. Freitag Abend nach Schluß der Synagoge: Herr Rektor B- Falk. ALro: Sanrstag Nachmittag 3»/i Uhr: Mitglieder- Bortrag. Newiim (Jehauschua): Alle vierzehn Tage Sonntag Abend 6 Uhr, 1. Bortrag: Sonntag, 16. Okt. cr.: Herr Oberlehrer A. Wehl. Newiim (Jehauschua) -. Alle vier Wochen Sonntag Abend 6 Uhr, I. Vortrag: Sonntag, 6. November cr.: Herr Julius Hirsch. „ Schulcban Aruch: Vormittag nach Schluß der Synagoge Schützenstraße, wenn weder Predigt noch Bortrag im Hörsaale stattfindet: Herr Rektor B. Falk. Kursus für Anfänger in Chumeach, Tefilioh und Dinim, Samstag Mittag 12 Uhr, Sonntag Nachmittag 5 Uhr: Herr H. Einstädter. Gäste sind willkommen. Unser neuer Lese- und Schreibsaal wird in Kürze der Benutzung übergeben werden; die Zeit, zu | welcher derselbe geöffnet ist. wird alsdann unseren Mitgliedern noch bekannt gegeben. Wegen Entlechung von Büchern aus unserer Bibliothek beliebe man sich Sontag Morgen nach dem Schiur an unseren Bibliothekar zu wenden. Frankfurt a. M., im Oktober 1904. Der Vorstand. KamMemmchrichte». (Aufnahme in diese Rubrik kostenlos.) Geburten. Eine Tochter, Herrn Höxter, Frankfurt a. M., Königsteinerstr. 51. Zwei Söhne, Herrn Kaufmann, Frankfurt) a. M., Am Tiergarten 32. Eine Tochter, Herrn Holländer, Frankfurt a. M., Neue Zeit 21. Eine Tochter, Herrn Sommerfeld, Frankfurt am Main, Freihosstr. 25. Ein Sohn, Herrn Szinechowsky, Frankfurt am Main, Dominikanergasse 5. Eine Tochfer, Herrn Gottselig, Frankfurt a. M., Langestr. 25. Ein Sohn, Herrn Baer, Frankfurt a. M.. Bergweg 13. Verlobte. Adele Oestreicher, Offenbach ü. M., mir Herrn Leo Levy, Berlin. Eheschließungen. Jakob Bodenheimer, .Frankfurt a. M„ mit Am. Martha Neumond, Frankfurt a. M. Albert Bendheim, .Frankfurt a. M., mit Friederike Nathan, Frankfurt a. M. . Siegfried Ohrenstein, Wien, mit Johanna Hirsch, Frankfurt a. M. Stervefülle. Gustav Schott, 77 Jahre alt, Frankfurt a. M., Seilerstr. 11. Frau Joseph Adler, Sophie, geb. Harzheim, 48 Jahre alt, Brooklyn-Newyork. Leop. Heinr. Steiner, 71 Jahre alt, Laupheim. Msabeth Adler, 38 Jahre alt, Frankfurt a. M., Falkengasse 3. Sara Strauß, 73 Jahre alt, Frankfurt a. M., Hebelstr. 4. Msabeth Himmelreich, 56 Jahre alt, Frankfurt am Main, Langestr. 4. Moses Marxheimer, 70 Jahre alt, Langenschwalbach. _ Barmiztvohs. (Ohne redaktionelle Verantwortlichkeit. Wir bitten um gefl. Mitteilung der Barmizwohs; die Aufnahme geschieht kostenlos.) Martin Feist, Sohn des Herrn Louis Feist, Obermain-Anlage 30, in der Synagoge der Israel. Religionsgesellschaft, Schützenstraße. In WeEn nimmt M. Poppel auer's Buchhandlung Reue Friedrichstraße 59 Abonnements und Inserate auf das Frankfurter Israel. Familieublatt zu Originalbedingungen entgegen. im Vierte 50 Zeil 50 an der Hauptpost. Billigste und reellste Bezugsquelle von Uhren und Goldwaren Werkstatt für fachgemässe Reparaturen. Alexander-Drogerie II. Seuhaus Frankfurt a. NI. Tel. 8842 — Ecke Nidda- und Karlstrasse — Tel. 8842 empfiehlt: Fussbodenlack in Bernstein u. Sprit Ia. Qual. Stahlspäne — Parquetwachs — Patzartikel. Ferner la. neuer diesjähriger Leberihran lose und in Flaschen ru billigen Freisen. Alle AVaareu werden auf geil. Wunsch prompt ins Hans geliefert. Das schönste Geschenk ist ein Gemälde von oder Kunstblatt Georg Hegel, Weissfrauenstr. 11, Eckhaus d. Neuen Mainzerstr. 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