Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 2 (1904)
- Issue
- Heft 16 (29.4.1904)
- Date
- 1904-04-29
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10. Van müsse hie Sozialdemokraten im Wahlkampf mit den Antisemiten nnbedingt unterstützen, man solle der Freisinnigen -- Volkspartei wegen ihres Fehltritts in Dachen der Eschweger Wahl nicht ewige Feindschaft schwören rc. rc. Um hierauf zu antworten, erhob sich 35 t. Kallu u s. Er erÜärte, daß vom zionistischen Standpunkte aus die Bestrebungen des Zentralvereins durchaus zu billigen sind und ein friedliches Zusammenarbeiten der Mitglieder beider Verbände erwünscht ist. Allerdings müssen der antiantisemitischen, also mehr negativen Arbeit des Zentralvereins positive Momente hinzugesiigt werden. Die Erfolge seien bei einer Mitgliederzahl von 10000V recht dürftige, wenn Herr R.-A Horvitz nichts andres zu Berichten wußte, als daß das Oberverwaltungsgericht in einem vom Verein angestrengten Prozesse trotz Mer Beinühungen der Stadtverwaltungen, das Recht zugesprochen habe, Schächtverbote zu erlassen, und daß bei der Eschweger Wahl trotz aller Bemühungen der Llntisemit gesiegt habe. -Der Redner wollte nun des weiteren ausführcn, -aß das einigende und begeisternde Prinzip des südisch-nationalen Gedankens einzig und Mein zu Erfolgen führen könne, aber der Lärm, die ' andauernden Unterbrechungen und stürmischen Schlußrufe machten es dem Redner schon nach 10 Minuten unmöglich, feine fachlichen Ilusführungen fortzusetzen. In gleicher Weise wurde der folgende zionistische Rdmer, Herr Redakteur Starck, von der tobenden Versammlung niedergeschricen. Die „H a m - burger Nachrichten" berichten darüber: „Nachdem der nächste zionistische Diskussionsred- -iter, Redakteur Stark, in scharfer Weise die Vergewaltigung des Dr. Kalmus durch einen Teil der Versammlung gerügt hatte, ohne dich dem Herrn von Seiten des Vorsitzenden genügender Schutz zutell geworden sei, wandte er sich gegen die Ausführungen des Dr. Seligmann, um nach dem ersten tadelnden Worte einen Entrüstungssturm heraufzubeschwören, weswegen sich der Redner damit begnügen mußte, die sekundenlangen Pausen, die einzelne Schreier doch dann und wann zum Atemholen benötigten, mit einem neuen Angriff auszufüllcn, der mit einem abermaligen mehr oder minder parlamentarischen Gefühlsausbruch prompt quittiert wurde." - Herr R.-A. Horvitz erging sich darauf in persönlichen Bemerkungen über die Jugendlichkeit und die selbstgefällige Art der Zionisten. Die Versammlung spendete seinen billigen Scherzen reichen Beifall, ebenso wie dem nächsten Redner, der den Zionismus in schärfster Form bekämpfte und dessen Anhänger von der Mitarbeit im Zentralverein ausgeschlossen wissen wollte. Bunte Chronik. Interessante Streiflichter der Statistik. Von den im Jahre 1000 in Preußen gezählten 335200 Mischehen waren 4052 — 1,21 Prozent jüdische Mischehen. (Die jüdische Bevölkerung Preußens beträgt 1,14 Prozent der Gesamtbevölkerung.j Bon den jüdischen Mischehen waren 37 Prozent kinderlos, die restlichen 63 Prozent hatten 5786 Kinder — 2,27 Kinder pro Ehe. Frankfurter Israelitisches Familienblatt. Während von den 696,710 Kindern '(= 2,70 Kinder pro Ehe) der nichtjüdischen Mischehen nur eines als jüdisch rubriziert ist, sind von den 5786 Kindern der j ü d i scheu Mischehen. 4385 als n i ch t s ü d i s ch e n Religionsbekenntnisses angegeben. BLcherscha«. Die heilige Schrift. Ausgabe für Schule und Haus. Nach dem masoretischen Text neu übersetzt und erklärt nebst einer Einleitung und einem Teil der Apokryphen von Dr. S. Bernfeld. Preis 5 JL Berlin 1903. Verlag von S. Calvary u. Ho. Die freundliche Ausnahme, die Bernfelds deutsche Bibel für Israeliten (Berlin 1901 S. Calvary u. Co.) gefunden, hat den Verfasser bewogen, seine Bibelübersetzung auch der Schule zugänglich zu machen. Bei dieser Arbeit ging Bernfeld von der Ansicht aus, man dürfe der Jugend nicht etwa blos Lesestücke aus der Bibel bieten, sondern man müsse ihr die ganze Bibel „möglichst" ungekürzt bieten. Diese Ansicht wird vielfach auf Widerspruch stoßen, indem man mit Recht erllären wird, die Bibel dürfe überhaupt nicht gekürzt werden, man wird audj mit Recht darauf Hinweisen, daß auch eine ungekürzte Bibel der Moralität jüdischer Kinder jahrhundertelang nicht geschadet hat. Das eine wird man gerne anerkennen, daß Bernfeld sich bemüht, seine Kürzungen gut zu machen, indem er wenigstens den Inhalt der gekürzten Stelle in einen unauffällig eingeschobenen Vers eintleidet. Warum er aber z. B. das 38. Kapitel der Genesis ganz spurlos verschwinden läßt, ist unerklärlich. Im übrigen gleicht diese Ausgabe der Bibelübersetzung der vor 2 Jahren erschienenen, sie hat auch die Einleitungen in die Bibel und in die einzelnen biblischen Schriften. Die durch Kürzungen gewonnenen 7 Druckbogen benützt Bernfeld zur Wiedergabe der beiden erzählende» Makkabäerbücher und größerer Auszüge aus den Büchern „Weisheit Salomos" und „Sprüche Ben Sira." Wir kommen vielleicht nochmals auf Bernfelds Uebersetzung zurück. -; Ss. H. L. Prag. Unsere Hofsnung. Monatsschrift für die reifere jüdische Jugend. Wien. April-Nummer: Theodor Herzl, Reiscsegen; Dr. Thon, Unsere Hoffnung; I. Zangwill, Sprache und jüdisches Leben; Ben Samuel, Der neue Weg; Dr. Nordau, Heloten und Spartaner; D. Rothblum, Chaim Nachman Bialik usw. usw. Familieunachrichteu. (Aufnahme in diese Rubrik kostenlos.) Seburtev. Einen Sohn, Herrn Emil H. Lehmann, Frankfurt. Theobaldstraße 2. Einen Sohn, Herrn Dr. S. Schiff, Frankfurt, Reuterweg 66. Eine Tochter, Herrn A. Kahn, Frankfurt. Cronbergerstraße 10. Eine Tochter, Herrn S. Levy, Frankfurt, gelbe Hirschstraße 8. Nr. 16. - Eine Tochter, Herrn Sigm. Sostheim, Köln. Eine Tochter. Herrn S. Sichel. Frankfurt, Berg- Weg 8. - Verlobte. Elsa Wertheimer, Bayreuth, mit Ludwig Weil, Offenburg. Rosa Urnstein, Mainz, mit Gustav Markus, Frankfurt. ' Aufgebotene. Jakob Neumond, Frankfurt, mit Lilly May. Hanau. Bernhard Löwenstein, Weinhändler, Frankfurt, mit Erna Gottselig, Frankfurt. David Luß, Uerdingen, mit Rosy Regine Mayer, Frankfurt. Sterbefälle. Simon Wolff, 78 Jahre, Kreuznach. Bernhard Reichenbach, 75 Jahre, Frankfurt, Liebigstr. 8. Siegmund Una, Bankier, 69 Jahre alt, Frankfurt. Julie Ansbacher geb. Zederholz, 50 Jahre, Fürth. Simon Mannheimer, 47 Jahre, Ottensoos. Wocheu-Kalender. Samstag, den 30. April. . Wochenabschnitt: Emaur. Sabbath-Ausgang in Frankfurt a. M. 8 Uhr 30 Min., Berlin 8 Uhr 16 Min., Stratzburg 8 Uhr 25 Min. Omer 31. Sonntag Abend: Omer 32. Montag Abend: Omer 33. Dienstag Abend: Omer 34. Mittwoch Abend: Omer 35. Donnerstag Abend: Omer 36. Luna-Sect-Perle bestes alkoholfreies Erfrischungs-Getränk. Ueberall erhältlich. Preis pro Flasche 20 Pfennig excl. Bei Bezug für den Hausbedarf durch die Berkaufsstellen 15 Pfg. excl. L. W. Wagner & Co., Frankfurt a. H. Telephon 6899. In Werlin nimmt M. Poppel arrer's Buchhandlung Neue Friedrichstraße 59 Abonnements und Inserate auf das Frankfurter Israel. Familienblatt zu Originalbedingüngen entgegen. oooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooo gSilberwaren-Total-Ausverkauf “TaÄT"" 8 0 wegen Verlegung des kagers nach Rossmarkt II* □ O gr Hoher Rabatt, ub gr Roher Rabatt. ir Roher Rabatt. O 2 E. SCII1K5IAJSA <1 Co. 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