Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 1 (1902-1903)
- Issue
- Heft 34 (26.6.1903)
- Date
- 1903-06-26
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Beilage zu Nr. 34 des Frankfurter Israelischen FamKeMM. " Wir ersuchen diejenigen unserer verehrten Abonnenten. die ihr Abonnement noch nicht erneuert haben, damit die Zusendung keine Unterbrechung erfährt, das Abonnement sofort zu erneuern. In Frankfurt abonniert man bei der Expedition für Mk. 1.— vierteljährlich, frei ins Haus: eine Benachrichtigung per Karte genügt. Auswärts werden an jedeni Postschalter und von jedem Briefträger Abonnements entgegengenommen und zwar für: itv Pfg. lohne Bestellgeld). wenn die Zeitung stets am Postschalter abgeholt wird. Mk. 1.02 (mit Bestellgeld,, wenn die Zeitung vom Briefträger stets ins Haus gebracht wird. Wir bitten alle Freunde unserer Sache, unser ideelles Unternehmen zu fördern, indem sie ihre Verwandten und Bekannten veranlassen, auf unser Blatt zu abonnieren und indem sie bei Bedarf die in unserem Blatte enthaltenen Annoncen berücksichtigen. Wir werden auch weiter unentwegt im Dienste der jüdischen Gesamtheit stehen. Wie bisher, so werden -wir auch weiter die Erkenntnis des überlieferten Judentums und die Liebe zur Iudenheit mit aller Kraft zu fördern bestrebt sein. Wir haben für das beginnende Quartal weitere angesehene Persönlichkeiten als Mitarbeiter erworben; wir haben auch eine Anzahl guter und intereffanter Novellen angekauft; auch werden wir gute Abbildungen bringen, sodaß ein jeder in der Fülle des Stoffes finden wird, was ihn befriedigt. Der mäßige Abonnementspreis ermöglicht es einem Jeden, unser Blatt zu abonnieren. Verlag des „Frankfurter Jsr. Familienblatt". Israelitisches Krankenheim der Chew ra Kadischah d. Jsr. Syn. Gem. Ad aß Jisr o el,Be r lin- Nach Zjähriger überaus ecsolg- und segensreicher Tätigkeit hat sich das israelitische Krankenheim genötigt gesehen, aus seinen bisherigen Räumen in der Prenzlauer Allee, die sich infolge des Zuspruches in der letzten Zeit als viel zu klein erwiesen, in die bedeutend größeren und vollständig allen Ansorderungen der Neuzeit entsprechenden Räumlichkeiten nach der Königgrätzerstraße 46a überzusiedeln. Damit ist einem für eine so große Gemeinde, wie sie unsere Reichshauptstadt in sich birgt, längst gefühlten Bedürfnis:der Errichtung eineszweiten, aus der Höhe der Neuzeit stehenden jüdischen Krankenhauses endlich Genüge geschehen. Das israelitische Krankenheim ist eine Gründung der Berliner Chewra Kadischah. Durch eine Reihe von Legaten, Namentlich aber durch eine Schenkung des H. Abraham Zamory und Jacob Plaut, sowie durch weitere namhafte Beiträge konnte der Verein bereits im Anfang d. I. 1900 daran gehen, in der Prenzlauer Allee ein israelitisches Krankenheim zu errichten, das mit 30 Betten, einer äußeren und inneren Station eingerichtet, mit einem Operationssaal, Verbandszimmer, Laboratorium und allem Zubehör versehen den grundlegenden Anforderungen eines Krankenhauses vollständig entsprach. Der erste Bericht, den das Krankenheim nach IV2 jähriger Tätigkeit herausgab, konnte bereits von 269 Kranken reden, die in von Monat zu Monat steigender Frequenz dort Aufnahme gefunden. Tie Sterblichkeit, die iin ersten Halbjahr nur ca. 8 pCt. betrug, ging im 2. Jahr sogar auf 4 pCt. herab. And mit besonderer Befriedigung konnte festgestellt werden, daß von den eingelieferten Kranken, trotz vieler sehr schwerer Fälle, ca. 50 pCt. als völlig geheilt entlassen wurden. Eine besondere Anerkennung fand die Tätigkeit des Krankenheims durch eine Verfügung des Herrn Oberpräsidenten der Provinz Brandenburg vom 16. August 1901, in welcher er bekannt gab, daß das Krankenheim „zu denjenigen Vereinen zu rechnen sei, die sich in Ausübung freier Liebestätigkeit der öffentlichen Krankenpflege widmen." Eine Folge dieser Verfügung ist u. a., daß der Vorstand, die Schwestern Und Krankenpfleger, sowie die Kranken dieser Anstalt bei Badereisen oder sonstigen der Krankenpflege dienenden Reisen tarifmäßige Fahrpreisermäßigung auf allen deutschen Bahnen genieße». Durch die von Monat zu Monat immer mehr steigenden Ansorderungen die von Seiten des Publikums an das Krankenheim, nainentlich an dessen äußere chirurgische Station gestellt wurden — so ist cs in der letzteren Zeit wiederholt vorgekommcn, daß Kranke wegen Raummangels zurückgewiesen wurden —, mußte man sich bald darüber klar sei», daß die ersten Räumlichkeiten nicht in vollem Maße der Nachfrage genügen konnten. Und so sehen wir denn auch nach kaum Jjährigem Bestehen das Krankenheim in die K ö u i g g r ä tz e r st r a ß e 46a übersiedeln. Am Anhalter Bahnhof, mitten in verkehrsreicher Gegend gelegen, Verbindung jeder Art nach allen Teilen der Stadt, findet sich das Krankenheim in seinem neuen Domizil dennoch vom Lärm der Großstadt vollkommen entrückt, in einem Rondell gelegen, nirgends eingeengt von ctagenreichen Gebäuden, vielmehr rings von Luft und Licht und Vorgärten reichlich umgeben. Im Parterre nimmt ein Fahrstuhl mit elektrischem Betrieb und Beleuchtung die Kranken in einem mit Rollen versehenen Bett in Empfang, so daß also dem Patienten jedes Gehen und Umbette» und doppelter oder dreifacher Transport vollständig erspart bleibt. Aus dem Fahrstuhl wird der Kranke in das ihm zugewiesene Krankenzimmer gerollt. Es sind 8 Extrazimmer vorhanden, 7 Zimmer mit einem Bett, 7 mit 3,1 mit 2 und nur ein großer Saal mit 8 Betten, also keine Massenquartiere. Was sich uns au diesen Krankenzimmern in wohltuendem Gegensätze zu vielen anderen Krankenhäusern überall geradezu aufdrängt, ist der Umstand, daß sie geräumig in ausgiebigem Maße über Luft und Licht verfügen. Dazu kommt, daß bei den meisten Krankenzimmern kleinere, bei zweien sogar sehr große, als Liegehallen zu benutzende Balkons angebracht sind. Tie Korridore sind geräumig, breit und hell. Mit ganz besonderer Sorgfalt und allem Komfort der Neuzeit sind die Opexationssäle eingerichtet. Mit Oberlicht und elektrischem Licht versehen, sind die beiden Operationssäle — ein septischer und ein aseptischer — nur durch den in die gemeinsame Wand eingebauten Glas-Jnstrumentenschrank, der also von beiden Zimmern zugänglich ist, verbunden. Die Wascheinrichtungen in diesen Operationsräumeu funktionieren mittelst Fußtritten, sodaß also der Operateur seine Hände mit etwaigen Wasserhähnen nicht in Verbindung zu bringen braucht. Ueberall verstellbare Zentralheizung. Tie Sterilisierapparate in direkter Verbindung mit den Schornsteinen, in die die Tämpfe abgeleitet werden. Tiefe Operationsräume bilden gewissermaßen den Stolz des Krankenheims und namentlich seines chirurgischen Leiters, des langjährigen Assistenten des Prof. Israel am jüdischen Krankenhanse, des Dr. Adler, der in Berlin zu den bekannteren und gesuchteren Chirurgen und Operateuren gehört. Tie Leitung der inneren Station wird in allernächster Zeit ebenfalls ein bedeutender Kliniker übernehmen, doch sind bis zum endgiltigen Eintritt desselben noch einige Formalitäten zu erledigen. Selbstverständlich wohnt ein Assistenzarzt im Krankenheim, so daß also die Kranken niemals ohne ärztliche Aussicht sind. Ten Krankenpslegedienst versehen unter Leitung einer Oberin 5 geprüfte Schwestern, außerdem funktionieren noch einige Krankenwärter. Tie Wirtschaftsräume, Küche und Vorratskammer befinden sich im Souterrain, von wo ein Speiseauszug in alle Etagen geht. Tie Küche selbst ist streng rituell, unter Aufsicht des Vorstandes von 4ldaß Jisroel. Weiter befinden sich im Souterrain noch das Laboratorium und Räume für das Wirtschaftspersonal. So ist in dem neu erösfneten Israelitischen Kran« kcnheim nach jeder Richtung bis ins kleinste Detail alles aus das glänzendste für die Aufnahme und Versorgung der Kranken eingerichtet. Auch die Verwaltung liegt in den besten Händen. Das Kuratorium besteht aus 9 Personen, Vorsitzender ist Herr A. Goldschmidt, stellvertr. Bors. Herr Oskar Berlin, Rendant Herr «al. Ginsberg, Schriftführer Dr. Meier Hildesheimer, Beisitzer die Herren A r 0 n Hirsch, Saling L e w i n, G. Rosenberg, D. Struck, N. Wolfssohn. Wir können unseren Bericht nicht besser schließenals indem wir denselben Apell an unsere Glaubensgenossen wiederholen, mit dem der 1. Jahresbericht schließt: „Wir richten an alle Freunde der Anstalt die herzlichste und dringendste Bitte, uns zu helfen, daß wir durch Anschluß neuer Mitglieder immer mehr gekräftigt werden, um unseren leidenden Mitbrüdcrn Hilfe bringen zu können. Wir glauben, durch unsere Tätigkeit und unsere Erfolge den Beweis erbracht zu haben, daß die Errichtung unseres Krankenheims eine Notwendigkeit war, sowie daß es lebensfähig ist. Wenn ein junges Institut mit berechtigtem Stolze auf eine solche Entwickelung Hinweisen darf, so darf es sich schon um dessentwillen an die breite Oeffentlichkeit mit der Bitte um tatkräftige Teilnahme wenden. Aber wir wissen auch, daß Niemand vergebens an das jüdische Herz pocht, um es zur Mithilfe änziprufen an Werken der Wohltätigkeit, daß niemals umsonst an einen Bekenner unseres Glaubens die Mahnung ergeht, die Hand zu ösfnen und zu spenden, ein jeder nach seinem Können, dorthin, wo Kranke geheilt, Gebeugte aufgcrichtet und Genesende gepslegt werden. Deshalb senden wir diesen Bericht hinaus, daß er sich Zugang suche zu allen mildtätigen Herzen, daß er ihnen ein Mahnruf sei: „Helfet, spendet, heilet!" Nicht unseres Tankes versichern wir sie: — das Tankgebet Kranker, der Segensgruß Genesener wird ihnen „Lohn sei», der reichlich lohnet". Briefkasten. H. Es giebt in Deutschland ca. 170 .Vereine für jüdische Geschichte und Litteraturmit ca. 16 000 Mitgliedern. Der. Centralverein Deutscher Staatsbürger jüdische» Glaubens" besteht seit 10 Jahren und zählt fast 14000 Mitglieder. Der seit 2 Jahren bestehende .Hilfsverein der deutschen Juden" hat schon über 6000 Mitglieder. An die Verfasserin .Aus den Erinnerungen einer Ehewrefrau". Wir ersuchen Sie höflichst, uns gcsl. Ihre Adresse Mitteilen zu wollen. vr. 8. Wir haben deshalb Ihr Buch bis heute noch nicht rezensiert, weil der Verlag uns bis jetzt noch nicht dasselbe zugesandt hat. Familieuuachrichte«. «eburten. Eine Tochter, Herrn Siegftied Cohrsen. Karlsruhe. Eine Tochter, Herr M. Kolinsky, Frankfurt, Sandweg 82. Eine Tochter, Herrn E- Worms, Frankfurt, Eckenheimerlandstraße 49. : Ein Sohn, Herrn E. Gottselig, Frankfurt, Langestraße 25. _ Barmizwohs. — Ohne unsere Verantwortung und nur bei Einsendung seitens der Eltern veröffentlichen wir kostenftei für die Einsender unter dieser Rubrik Barmizwohs: Nächsten Samstag (Wochenabschnitt Kvräch) wird Barmizwoh: Ludwig, Sohn des Kaufmanns Leopold Oppenheim. Reineckstraße 23. in der Synagoge der Israel. Religionsgesellschaft. Schützenstraße. Wilhelm Glücklich Gegr. Schillerstrasse 4,1. Gegr_. 1879. Frankfurt a. 9f. 1879. Immobilien, Hypotheken. Kaiser Friedrich Quelle -Offenbach a. M.- Vornehmstes Tafelwasser. jjad Harefmrg, toston toktos. einziges Hotel am Platze. Mit Genehmigung Sr. Ehrw. Landrabb. Sr. Ralf, unter Aufsicht Sr. Ehrw. Rabb. Sr. Auerbach, Halberstadt. I. Ranges. 46 Salons, schönste Lage. Pension von Mk.6.50anincl.Wohnung. 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