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Jüdische Rundschau · 1936-11-17 · Heft 92 (17.11.1936) · page 11

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 92 (17.11.1936)
Date
1936-11-17
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr-92, 17. XI. 1936 J0DISCHE RUNDSCHAU Seite 11 Aus Zeitschriften Zionistisches und Gemeindelehen A Menburg-Meuselwitz. Am 31. Oktober hielt, di*־ Ortsgruppe Altenbuig-Mt'ti-dwhz ihre Geiieraiversammhmg ab. Die Wahl des neuen Vorhinndes e!g.th |o]׳.}״nde Xu-;1m11K1־>'■(' izung: 1. Vorsitzender: Gildingorin, Ahenburg; 2־.' Vorsitzender: Stralknann. Altcnburg; ferner Hütttnann, AHuulmr״; Fr!. Landwirt!!, Meu.>clwi1*; Hausmann, Meuselwitz; Rchfcldt, ’ Altunbuig. Bamberg. Vor z,1hlm< her Zuhörerschaft sprach am 19. Oktober Pr. Bainhcrger, NuhiIh׳!׳;;, über: —- heute“. — Am 2S. Oktober .sprach Dr. IC i 5 e n, München, über: ,,Ende des Streiks —־- w«u nun“. Beuthen. ln der letzten Rcpn'Uenlanten.shzimjr wurde durch den Vorsitzenden der Versammlung, San.-Rat Dr, Pick, die Uebersiedlung des Gcmeiadeve;■,tretet s \Y c 1 n r e i <• U na! h iCrez Israel bekanntgegeben und an seine Stelle Dr. Cohn gewählt. Bingen. Die Zioni>tiwl)c Ortsgiuppe begann ihre Winterarbcit mit einer von Drl’n 1!n1־i11!z, Fianknirt am Main, geleiteten Arbeitsgemeinscliat't über: ,,England und i'aliiM •na“״ Breslau, ln der Wran^tabnng der Zionistischen Vereinigung ,.Gesprochene Zeiam^“ sprachen in den einzelnen Rubriken Dr. Hans Prinz, Georg joch Su1die1u.it i. R. Allred t 'cdm, Fritz Gerber und Lina Fcvy. — Fei dem zweiten GemcindcaLvnd ״sprachen Dr. Freyhau und Gemeinde!ahbinen Dr. Doiimann. Obcrkantar Weiß und der ('hör der Alten Svna״uge umrahm!en <!1־n Abend. Burgstcinfurt. Dr. N e u h v r g e r, f י.ו!י •ibdmf. sprach über das Thema: ,■.Wanderung nach Palästina — Wanderung nach IVbcrsee“. Duisburg. Geoig (111111 m;1!in sprich am 21. Oktober in der ZOG. über: ,,Abbruch de ■י Streiks Zur gegenwärtigen Wirtschaftliehen und politi^hen Tage in Palästina“. Düsseldorf. Am 29. Oktober sprach Üenihurd S i m rn e n a u e r ZU dem Thema: ,.Die IhüaUung>pn»be der Pala.■Cinawiitwhaft“. —י Am 5. November veranstaltete dir /OH. ihre Mitgliederversammlung. Assessor Geoig G u t 11 m a u n hielt ein Ruterat über das Thema: ..Der N'iehtzionht. Vermut h einer Ana!y>e“. An^ddiebend gab Hans I) a in i d t. einen Hendil. über das abgdaukmo Jahr der ZOG. Die Wahlen zum Ym-tand halten folgende*» Ergebnis: Engerer Vorstand: I >!־. S i 1t d I e r (wählend der Krankheit *•(lauer vertreten durch Assessor Georg Gut!.mann), Dr. Neubörger, Dr. bcbinann; Koinmissionsmitglieder: Kmt Benud, B. Bluhm, R.-A. Jonas- Julius Maier, Artur Löwen-tein, S. Wunandip. S. BirnBarh. M. Kanarek, M. Kaminski, Frau Flörsheim. R Blitzer, Art. Hermanns, Frau Robert. Dr. Kurt t lertz, Walter Löwin'-obn (J. P, Makkabi. Ifazair), Siegfr. Ehrlich (llrehaluz), Rolf David (Habonim), Fridl. Itzi״a>hn (ßachad). Siegitied Goldenbeig (Bridi Jehudiin). H«1b DamulT Frau Schianger. Fr. Dicn-tag. Frau Silber, Hans Selbige r. Essen, ln dm־ Ortsgruppe sprach Dr. Ncitbcrger, Diisseldorf. iibcr: .,W.mdriun«! 11a 11 Pala-tina — Wanderung nach lieberaee, Yer>ueh ז iner zbmi-1 w׳hr!1 Au'cinaudet aetzung“. Frankfurt an der Oder. Gmrg K!1 |1v!|lowaki, Stettin, gab einen KeTeBcrh hl. üb1״ :!־׳ ,akc-cina wahrend der Unruhen“. Friedberg ־ Bad Nauheim. Die Zog, hörte einen Vortrag von Fr!. Dr. IO eher, Fuuikiurt. am Main, über: ,,Palästina — Krise und Aulbau“. Fulda. Dr. II. Pomeranz, Frankfurt am Main, sprach am 18. Oktober üt>er das Thema: ,,Im Kampf für Erez Israel und die jiidi-ehe Zukunft“. Geilenkirchen. Bei einem Abend des Verbundes polnischer Juden .«piche die 1uj.hn ige futta Kaufmann. Es-.en, ein Klavtersolo nus ,nfjbun in der 1'iHeiweu“ und eine Sonatine von Mozart. Es folgten einige )iddi-Nu: Volkslieder. ge-ungeu von Jakob Piav, j׳\,en. Kamm Schul sang ru-FHte Volkslieder und eine Arie .יי1!ף der ..An ikane! in“. 1 >ir Bigleiumg um Klavier hatte Frau Schul. Der Höhepunkt wäret! die Soli des jugendlichen Gcigcnkünstlcrs Hans K a u 1 m a n n, K —en. Görlitz. Zur IdoUiising der Winter,!rbt.it der Ortsgruppe sprach iSr. Hau•. 1’ r i 11 z, Bie-dau, über: ,,ICnglmd Und die Vorgeschichte des /.!oiusnm.u‘. GrQr.bcrg (Schlesien). Auf dem Friedhöfe fand die Einweihung eines Ehrenmale-. Mir die jüdhrhen Gefallenen statt Vorsteher Adolf Selowsky begoül.'׳!,‘ dir fiii>tc. Rabbiner Di, Roscntbal, Her« i:n, gedarbte der 12 000 Gefallenen. Hamborn. Am 20. Oktober spiad! f'rau R. W e 11 n v r üljer: ״Die Wied( ibclebung mal Geral'ei der hehraix lien Sprache“. Hannover. Die /AH',, hielt am 31. Oktober ihre Gene rat ver» uammlung ab. R.-A. Ge<־rg G o 1 d י t c 1 1! oiMnttete den Arbeit*,, i'rricj){. Der neue Wr-tand .m׳:zt .■h<־h wie l'dm zy-aimnen: l. Vor- ,m /.end-T; R.-A. (l'-o-g ( i uhl-m in; ge-diii i! -Iidirender Ynrdt zender: Dr. Max IdrGrlmackeä; leider R.-A, Block, Dr. < '11 u י i t, Rieh. Löwe, 3״ M,ks, N. Prager, II. Kurloler, K. Schleimer und J. Scimeew( is. Für den e:\vei1e1ten Vorland wurden eev\abl; bzw. delegiert: li, Dudel/.ik und J. Hiueh (Dar Koiblm), Frau Nora SchleFncr f.Wizo). Han•, ivUFmTi (1!c, bah!/}, 'I'. thjgcr (Misrachi), F, Gruns• leid. Dr. IG Ku-riiliaiim, M. lle!u׳r, E. Xicgmanu. Herne. In der t י!! gruppe sprach Georg (iuthmanti am 20. Oktn!)er über: .d'n-er Rerlu auf Pahslina •— zur gegenwärtigen j oliihchcn und wir!^ebattiiG.cn Eage in Erez Israel". — An! ׳!. Nmcmber vei,truialieie die Zk)G. einen Vortrag von Hans Darn i c) h 1 hi.-seldo!!'. Köln. Die Wizo rrotlnotc ihre Winicrvcranstaltungcn mit einem Vortrag von Flau Firm Alexander, Dortmund. Der Vortrag war uimahrnt von Gev'ingen <i־׳r Sehiiiejimien des Mori.thheimes l beining: Frl. S. h!411׳׳! er). — Am 7. November sprach Rabbiner I >r. Philipp. W. KUn di-ld, im Rahmen des Oneg Scbabbut id>c־r den \\'ocbe!K11»-chuitt. M.niarn Meyer lieb in ihren Klavicrvor-!eigen .-!atke um i'-:a!i-s! he Begabung erkennen. — Am 27. Oktober .p1a;־h S. Ts!׳ bcrlük, Redin. über das Thema: ״Asyl oder Heimal -- Wege üidhrher Wanderung“. Die Veranstaltung wurde durelr Begiii l'anig-w( >1 te von Am! >gt ז irbt-•! nt i. R. Otto May sowie durch Yolkdieder des Chors der zionistisehea Bünde unter Leitung von Julius G 0 1 d b e r g etofinet. Kotthus. Am 9. Nuvembe! sp:a!:b in den Gcmeindcräumen Schul- Graßc I)r. Ernst. Bet ent, Berlin, iibcr das Therua: ,,Nach dem Streik — vor der Königlichen KomniD-h>n“. Mannheim. Die (b'm!sdv11־-,ammlung d!*r ZOG. am 3. November bcsriu igle «len bi -hciig^R ■f lesamt vorstan׳I, iti dem alle Richtungen •"*׳wie Vertreter de! jiigvnd und de» B.K. ,sind Und wählte als Nor- •■••:!?.enden Hans Weil. Dr. 11 r ii n e w a 1 tl gab eine Dar st cdlung der Probleme de> .,Zi< von heuie“. — Die ZOG. erölhietc den Zyklus ihrer Schulungsabende mit einem Referat von Dr. Werthe im er, Karlsruhe, über die kulturelle Lage in Palästina. Ankündigungen Franklurt am Main: Tonfilm ״Wcp! in dir Wirklichkeit“ am 25. No- '• inbc-t, 20.30 11|11, H;1;1Ib,1u, j11n״l11>l-l iuLh:, Ansj.raohcn: Gemeinderbthbincr l)r, J;1ke4) lloüimmn, (ie!:H‘infie R!i!1b!ner I fr. Jakob Horo- "iiz, — Hamburg: Tonfilm ״Weg in die Wirklichkeit“, 3. ])etember, 20.30 r!,r, ('(1m׳n!1 .fbliien, Fulilentwieie. Leipzig: Tonfilm ,,"'eg in die \Virk!i1׳f:kei1“ am 23. Novciniicr, 20,30 l'ltr, 1 iattenlterg-Thealer, lamliaer SiiafSe. Anspraehc: Kabliiner Dr, Eh Hcrkdvits, Berlin. Jüdische* Kinderheim und rituelle Abteilung im Grand Holet GurnSgei bei Bern (Schweiz), Anfang Dezember wird in der TVfpendence '4י Grand Hotel ״׳imigrl ein riluell geführtes Kinderheim crutfnet. t'cer AuUi.'hi eine!׳ <l1;il״mi<'1]en Kimb-isrhwesler ist Kindern von v1<׳r bi<4 fünfzehn J,ihren Gciegenheit grbriten, sich in der würzigen C ald- und Gebirg»Iufl zu erholen. Gleichzeitig wird kn Grand Hotel Cm« kosdrere Abteilung eröffnet. Jndeniuns und Rechtswissenschaft In der Zeitschrift ״Jugend und Recht״ vom 10. November 1036 heißt es irrt Anschluß an einen Bericht über die Tagung der Reichsgruppe Hochschullehrer des NSRB. vom 3. und 4. Oktober 1936, die dem Thema ״Judentum und Rechtswissen- Schaft“ gewidmet war, tt. a,: ״Es gab (etwa Anfang 1934) ein« Zeit, da wurde durch böswillige Gerüchtemacher die Parole aufgebracht, mit dem Sieg der nationalsozialistischen Bewegung sei der antisemitische Kampf überholt. Besonders auf dem Gebiete des Rechts wurde mit Hille veralteter Begriftskalegoiicn versucht, die )Scwcgimg auf einen juristischen Status ׳!uo lest zulegen, dessen absclilieliende Formulierung etwa in der neuen Beamtengc-etzgebung erblickt wurde. Die Methoden des juristischen Umkcfiro hlusscs feierten ungeahnte Triumphe: in den verkalkten Gehirnen mancher ״Rechtswabret“ sah es so aus. als wenn außethaib der vorläufigen Gesetzgebung des Jahres 1933 das Judentum eine unvorstellbare Privilegierung erfahren hätte. Wir haben diese Entwicklung eine Zeitlang bcob,«,'hiet und vergeblich gehofft, daß ihr aus den Kicia'ii der iltirokratie oder aus den Kreisen der Rechtswissenschaft ein energischer und wirksamer Widerstand entgegengesetzt, würde. Vergebens. Die einen fühlten sich eingespenl in die engen Wände einer faU!!!verstände!■(•:! nmtialen Gesetzesgeltun״, die anderen waren in ihrer iibcrgrolien Mehrzahl teils gut-, teils bösgläubig befangen in der Atmosphäre jenes ״p.eojudäisehen justiz-professoralen Rabliiitertuius“, welches Dr. Frank erst kürzlich wieder an den verdienten Pranger stellte. Damals trugen wir den Angriff vor. Wir hielten uns nicht bei Phrasen oder Gemeinplätzen auf. Wir übten eine ״intellek- IN ALLER KURZE I3ic Leiiiing der Hias-Ica Emigration Association (Hicem) in Paris teilt mit, daß es der Intervention eines Sonderbeauftragten von Hicem gelungen ist, einen Aufschub der Maßnahmen zu erlangen, durch die die Einwanderer, die in den ictgten zwei Jahren nach Asuncion, der Haupt- Stadt Paraguays, gekommen sind, gezwungen werden sollen, entweder das Landesinnere aufzusuchen, um sich dort der Landwirtschaft zu widmen oder Paraguay zu verlassen. Die Verhandlungen über die zukünftige Lage der Einwanderer werden fortgesetzt. Der Marschall van Polen, Rydz-Smigly, empfing eine Abordnung des Verbandes der Rabbiner Polens, die ihm die Glückwünsche zum Fest der polnischen Unabhängigkeit überbraebte. Das Kreisgericht in Radom hat Alexander Barylka, der am 24. Februar d. J. den 70jährigen Leib Tannenbaum und den 40jährigen Melcch Goldwasser durch Axthiebe ermordet hat, zu zwölf Jahren Zuchthaus verurteilt. Der Mörder w׳ar geständig. In der Urteilsbegründung wurde ausgeführt, daß der Angeklagte es nur seiner Jugend zu verdanken habe, daß er nicht schwerer bestraft wurde. Die Wiinaer Universität ist geschlossen worden, nachdem es neuerlich zu judenfeindlichen Ausschreitungen der nationaldcmokratischen Studenten gekommen war. Bei diesen Unruhen war auch der Dozent Dr. Michael Rubin* stein, ein Sohn des Abgeordneten Rabbiner Rubinstein, sowie der christliche Dozent Hurynowicz, der Dr. Rubinstein zu schützen versuchte, tätlich angegriffen worden. Vorstand und Repräsentantcnversammlung der Synagogengemeinde Königsberg beschlossen den Verkauf der Synagoge in dein zum Gemeindebezirk gehörigen Üstscebad Cranz. Die Synagoge ist im Jahre 1911 auf Anregung und mit Unterstützung des Kommerzienrats George Marx für 60 000 RM. erbaut worden. Der Bau war durch die zahlreichen in Cranz Erholung suchenden Juden notwendig geworden. Seit einigen Jahren ist die Synagoge jedoch kaum benutzt worden. Am 17. d. M. tritt von Wien aus ein Künstlerensemble eine Tournee an, die drei Wochen dauert, Ibsens ״Gespenster“ zur Aufführung bringt und nach Prag, Agram, Belgrad, Zürich, Basel, Bern, Amsterdam und dem Haag führt. In dem Ibsenschen Drama spielt Ernst Deutsch den Oswald, Frau Durieux die Frau Alwing. Am 26. Dezember beginnt Ernst D e u t s c h ein sechs Wochen dauerndes Gastspiel am Deutschen Landestheater in Prag und spielt dort in einer Neuinszenierung des ״Lebenden Leichnam“ den Fedja sowie die Hauptfigur in ״Liebe eines Fremden“. Jüdische Eltern, deren Kinder auf die jüdische Schule in Dresden gehen, haben die Möglichkeit, die Arbeiten ihrer Kinder durch Besuche des planmäßigen Unterrichtes kennenzulernen. Die Schulleitung gibt bekannt, daß zwei Tage iin November für diesen Zweck als Besuchstage festgesetzt werden. Auf Einladung der Allard Pierson-Stiftung wird Dr. Felix Falk (Den Haag) an der Amsterdamer Universität im November und Dezember eine Reihe von Vorträgen zur ״Einführung in die altjiddische Literatur des 14. bis 17. Jahrhunderts“ halten. Im Alter von 56 Jahren ist in New York der jüdische Jurist und Sozialarbeiter Gustave Hartman plötzlich gestorben. Hartman, ein ehemaliger Richter am New Yorker städtischen Gericht, war der Gründer des großen New Yorker Waisenhauses ״Israel“. Im Madison Square Garden wurde alljährlich ein ״Richter Hartman-Ball“ veranstaltet, der zu den volkstümlichsten Wohltätigkeitsveranstaltungen New Yorks gehörte. _ Ein ״Kriminalbeamter für Rassenschande". Wie das ״Wiesbadener Tageblatt“ aus Frankfurt meldet, hatte der 39jährige Johann B. vor einiget Zeit bei der Kriminalpolizei eine Anzeige erstattet, in der er einen Juden und eine deutsche Frau der Rassenschande verdächtigte. Gleichzeitig nannte er Personen, die er bereits in dieser Angelegenheit vernommen habe und die in der Lage seien, Aussagen machen zu können. Es ergab sich, daß er sich als Kriminalbeamter ausgegeben habe, und er wurde wegen Amtsanmaßung vor das Schöffengericht gestellt. Die Bekundungen der Zeugen ließen keinen Zweifel, daß der Angeklagte sehr energisch aufgetreten war, sich als ״Kriminalbeamter für Rassenschande“ ausgegeben und in einem Fall eine an einer Kette befindliche Bleduriarke als Ausweis vorgezeigt hatte. Das Gericht erkannte wegen fortgesetzter Amtsanmaßung auf drei Monate Gefängnis. Deutschsprechende Zionisten in New York! Die ״Theodor Herzl Society“ in New York 25 Beaver Street, Room 928, bittet uns um die Veröffentlichung der Mitteilung, daß sie eine Gruppe deutschsprechender Zionisten darstellt und regelmäßige 11!.:!irige Zusammenkünfte in New York abhält. Sic bittet, daß Zionisten aus Deutschland, die in New York aiikommen, sich mit dem Sekretär der Gesellschaft, Dr. L. Strauß, 242, West Jfith Street (Tel.; Endicott 2-1Q06) in Verbindung setzen. tu eite Polizei“ atidie .sich in der Folge als außerordentlich •wirksam erwiesen hal. Wir begannen damit, dm Punkt 4 des Partei- Programms als den Au־ga »g.-punkt der rech!liehen Bchandln»(; 1! 1 - Juden tu ms hinzu-telli n. Wir wiesen nach, daß die er I’ropraninipimkt objektiv und uniiHtt! 11),1r anwendbares Kerht dar-telie. I'\ i-t lu-hannt, daß wir ״ f!ln:!jli<׳h mit diesem Kamjd die ״herr.-ch,!nie Meinung“ dmvbgcset zt haben, daß das Parteipn giamm 1 ji!,1 nur in der G, , rsondern in dor gcsamten Re< litsprasi, Ih ai hnmg verdiene. Damals wurden wir bekämpft; wir wurden läelierlii-11 ״eiiiaehi. Aber wir kamen zum Ziele. "Tr he sTtjojen das argumentum e contrario uul dem Gehief der Judenfrage und er.-e17.1en es ilnn!1 die These, daß im Zweifelsfalle nicht die Bei e e 11 t 1 g u n g d e .s Volk - g e 11 ״ s » e n, sondern die des Juden n a e!> w e i s b e d 11 ז I t i g -ei. Wir nahmen die Genesuikluu ■ein 11!.י Veiwaltangsreohtche hucken des. Familienio l.ts, die AllgemeinU gihle dem Strairc! IG u •wn unter die kritische hupe; und wenn wir k r it hierum, so wiesen wir zugleich, einen rechtlich und piaktisdi gangbaren "eg, der zu nauonahoziaUsüsehen Ergebnissen iüline... Im Verlauf dieser Ausführungen (.31s deren Verfasser ״Billig“ angeführt ist) wird u. a. gesagt, manche Professoren hätten sich bekümmert gefragt, wieso ihre liberalen Großväter philoxemitisch sein konnten, und mancher werde sich ini ,stillen gefragt haben, wieso er selbst noch vor wenigen Jahr e n p 11 i 1 o s c rn i t i s c h sein konnte. Zum Schluß wird dann der Meinung Ausdruck gegeben, daß die jüdische Gefahr jetzt die Form des ßolschewismus angenommen habe, daß aber für die Rechtswahrer vor allem die Abwehr des (alteren) ״Judaismus liberaler Prägung“ notwendig sei. Ehrung für Hofrat Frankfurter. Anläßlich des 80. Geburtstages des Bundeskiiltnrrates Prof. Dr. Frankfurter in Wien (vgl. ״J. R.“ Nr. 90) überreichte Minister Pertiu'r dem Jubilar persönlich das ihm vom Biimlcspräsidentcn Miklas verliehene Kointurkreiiz des österreichischen Vmlienstordetis mit dem Bande. Line Abordnung unter der Führung des Präsidenten der Akademie der Wm-cnm ha ft en, I lofrat Redlieh, ferner eine Deputation der Israeliti-iinm Kultusgenicinde mit Präsident Dr. Fricdrnann und Amt-direktor Dr. Löwenherz an der Spitze und eine Reihe anderer Abordnungen beglückwünschten den Jubilar. Vom Wiener Bürgetmei-ter Schmitz, dem Rektor der Wiener Universität, dem ehemaligen Bundes- Präsidenten Dr. Hainisch 11. a. waren Glückwiin-ehtelepgaimne eingetroffeii. Die Professoren der Deut-elien und der Tseheduschen (iniversital m Prag hatten gemeinsam eine iateinisclie Adresse gesandt, Anläßlich einer vom Verein ״Jüdisdies Museum“ veranstalteten Feier wuidigte Kultusrat Dr. Leopold Plaschkes eien Jubilar ab, bedeutenden Gelehrten und aufrechten Juden. Konferenz der clsässischen Zionisten. Unser Pariser K.-Korrespondent schreibt uns; Am 7. November fand in Straßburg die Generalversammlung der Zionistisehen Gruppe statt, die von dem Präsidenten der ostfranzösischen Zionisten, Maitre Metzger, eröffnet wurde. 1111 Mittelpunkt der Tagung stand eine lebhafte Diskussion über die zionistische Propaganda in Elsaß-Lotluingen, deren Aussichten von dem Präsidenten in seiner Ansprache günstig beurteilt wurden. Es wurde weiter ausführlich die Arbeit unter der jüdischen Jugend besprochen, deren aktive Eiemente in die zionistische Arbeit hineinge/ogen werden sollen. Der alte Vorstand unter dem Vorsitz von Maitre Metzger wurde mit einigen Ergänzungen wiedergewählt. Der Keren Kajemeth hat soeben in Elsaß-Lothringen eine ausgebreitete Sammelaktion durchgeführt. Der bisherige Delegierte des Keren Kajemeth in Spanien, Maurice Stern, hat im Rahmen dieser Aktion 46 Orte besucht, in denen sich jüdische Gemeinden befinden. In einigen dieser Orte wurde zum erstenmal eine zionistische Aktion dmchgefiihrt. Bei dieser Gelegenheit ist eine Reorganisation der gesamten Keren Kajemeth-Arbcit in Elsaß-Lothringen (lurrhgefuhrt worden, und es wurden in zahlreichen Orten neue Keren Knjemeth-Koinmissare ernannt. Ausstellung eines jüdischen Malers. Unser Budapest er A. F.-Korrespondent berichtet: In der Fränkel-Galerie stellt einer der bekanntesten 11 ml anerkanntesten .Maler Ungarns, Adolf Fenye s, das Oeuvre seiner ict/ten 29 Jahre aus. Fenyes, der Sohn des höchstpopulären Rabbiners von Keeskernet, Simon Fischni ami, 11er ntufterlicherseits von den Wahrmanns, den ersten Rabbinern Pe-ts vom Ausgang des lS.Jlits. abstammt, unter denen sich auch die ersten Philo- Sophie-Doktoren des Landes befinden, wählt mit Vorliebe Motive aus der Bibel, dem Alfen und dem Neuen Testament, in der er die reinste Verkörperung allgemein-menschlicher Gefühle erblickt, f reilich Miclien wir auf seinen biblischen Darstellungen vergebens den Orient, wie etwa in der Bibelmappc Abel Parins, er malt keine ״Historie“ und keine Naturkopie, auch jeder Schwung oder Schwulst des Frhabenen liegt ihm fern, f rnves ״fuhrt die Phantasicvorstclhingen der' Bibel auf das mühelos Einfache zurück. Dieseihen sind in Fenyes' Gemälden auf Wirklichkeiten gesteift, wie sie sich primitive, religiöse Menschen vorstellen“' -- sagt der Kunstkritiker des ,,Fester L loyd“. Die Landschaften sind naturnah, dennoch weltentrückt in ein Märchenland, immer klar geschaut, künstlerisch komponiert. Von den Meisterwerken Fenves’ befindet sich eine Anzahl im Besitze des Ung. Nationalmuseums, zwei in dem des Jüdischen Museums. Dr. A. F. Aus Irland. In Anwesenheit des Bürgermeisters von Dublin, des Oberrabbitiers von Irland, Dr. Herzog, und zahlreichen Vertretern der jüdischen und nichtjüdischen Behörden wurde in Dublin ein modern ausgerüstetes Schacht haus der Jüdischen Gemeinde eröffnet. Dr. Herzog betonte in seiner Ansprache, daß durch dieses Sehächthaus einem Bedürfnis der jüdischen Bevölkerung abgeholfen werde und hob den Geist der religiösen Toleranz in seinem Lande hervor. Ebenso betonte Rev. A. Gilda ns ky diesen Geist der Zusammenarbeit. Bürgermeister Byrne gab der Hoffming Ausdruck, daß das Einvernehmen zwischen der jüdischen und der irischen Bevölkerung der Stadt weiter fortbestehen werde. In dem gleichen Sinne sprachen noch der Leiter der Hebräischen Schule von Dublin, A. N e w ווו a n, der katholische Priester R. B r i s c o e und der Vorsitzende der Synagogengemeinde, Morris E 11 i s. Sterbefall, Unser Budapcsfcr AF-Bericbfersiatter schreibt uns: Im Hospital der Bester Israelitischen Gemeinde ist heute Rechtsanwalt Dr. Marzell H a j d u, früheres Vorstands mitlied der Pester Gemeinde und Mitglied der hauptstädtischen epräsentan/, gestorben. Er und sein Sohn zählten zu dert anerkanntesten Säbelfechtern des Landes. Hajdu, seinerzeit noch Haberfeld, gehörte als Talmudjünger in Preßburg, sodann als Jurist zu den ersten Anhängern Herz Ls, dessen erste Budapestcr Verhandlungen er auch vorbereitet batte, ln dem anläßlich von Herzls 25. Tcxlestage herausgegebenen Buche ״Zeitgenossen über Theodor Herzl“ be-. schreibt Hajdu, damals stellvertretender Vorsitzender der Gemeinde, dieses Erlebnis seiner Jugend,

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