Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 71 (4.9.1936)
- Date
- 1936-09-04
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHE RUNDSCHAU NR. 71, 4. SEPTEMBER 1936 Immer noch Terror Die amerikanischen Senatoren in Palästina Die in Palästina zu Besuch weilenden amerikani- Sehen Senatoren begaben sich ins T e I - A w i we r Rathaus, wo sie vom amtierenden Bürgermeister Rock ach, Natiian Karian, sowie Vertretern der umliegenden, von Amerikanern gegründeten Siedlungen, u. a. Herzliah, Raananah und (Jan Yavne, begrüßt wurden. Senator Cop c! a 11 d hielt eine kurze Ansprache, in der er erklärte, daß Amerika innigen Anteil nehme an dem Schicksal der Juden. Er freue sich, die Stadt 7u sehen, die eine Wüste war, bevor die Juden sie_ in eine moderne Stadt verwandelten. Die gegenwärtigen Zustände, zu denen es nicht hätte kommen dürfen, erregten ihre ernste Besorgnis, und sie hofften aus tiefster Seele, daß den jüdischen Bestrebungen Erfolg besehieden sein möge, wozu sie gern das ihrige beitragen möchten. Bürgermeister R o k a e 11 sprach daraufhin den amerikanisclien Juden seinen Dank aus für ihre Mitarbeit am Aufbauwerk des Jüdischen Nationalheims. Die Senatoren begaben sich dann zum Strand lind besichtigten die Mole. Senator C o p e 1 a n d, der Arzt ist, besuchte das I ladas-ah-Spilal, über dessen ausgezeichnete Leitung er seine Anerkennung atissprach. High Commissioner Sir Arthur Wauchope hat die Senatoren, ferner den Vorsitzenden der Kommission für Wirtschaftsforscliung und Wirtschaftsplanung bei der Exekutive der Jewish Agency, Dr. Arthur Ru pp in, den Präsidenten der Hebräischen Universität, Dr. Juda L. M a gn es, und den jetzt in Jerusalem weilenden a hcssinischcn Krönprinzen empfangen. Für die Senatoren wurde in Moshe Shertoks Heim ein Empfang veranstaltet, bei dem die Leiter der Kultur- Institutionen des jischuw sowie der nationalen Institutionen anwesend waren. Berner wurden die Senatoren von einem arabischen Notabein, ticorge Antonius, empfangen; es waren Mitglieder des Obersten arabischen Komitees und der Londoner Delegation zugegen. Ferner waren die Amerikaner Gäste von Hciirielta Szold in Jerusalem; ferner wohnten sie einem von dem arabischen Notabeln M o g 11 a n 11 c 111 für sie veranstakeien Empfang hei. Abends gaben die amerikanischen Senatoren ein Abschieds e s s c 11, bei dem der amerikanische Generalkonsul, Moshe Schertok und Dr. Magnes anwesend waren. Vorbereitungen für die Kgl. Kommission Jerusalem, I. September. (JTA.) Der Verband der jüdischen Anwälte Palästinas hat sich in der letzten Sitzung seines Zentralkomitees mit der Frage der Vorbereitung von Material für die von der Kgl. Koinmission durchzuführende Untersuchung befaßt. Es wurde beschlossen, die erforderlichen Arbeiten sofort in Angriff ztt nehmen und hierbei einen ständigen Kontakt mit den irÄßgebenden jüdischen Institutionen aufrecht zu erhalten. D|r Verband wird sich insbesondere die Ucberpriihmg der palästinensischen Gesetzgebung und der Verhältnisse 1>ei den palästinensischen Gerichten im Hinblick auf die Mandatsbestimmurigen angelegen sein lassen, die sich aut die Förderung der Errichtung des Jüdischen Nationalheims beziehen. Sir Samuel Hoare kommt nach Haifa Der Erste Lord der Admiralität, Sir Samuel Hoare, befindet sich gegenwärtig auf einer Inspektionsreise durch das Mittelländische Meer. Er besichtigt die englischen Hotten- Stützpunkte. Wie die ״Times“ meldet, wird er auch Haifa besuchen; dieser Besuch hat rem militärische Bedeutung und keinerlei Zusammenhang mit politischen Fragen. Sir Samuel wird Jerusalem nicht besuchen. Zahlreiche arabische Tote In der Nähe von Baheiwad schoß eine Militär- Patrouille nachts auf zwei Araber, die auf Anruf nicht hielten; einer wurde t ö d I i c 11 getroffen; man fand in seinem Besitz eine Bombe. Eine Araherbande schoß in der Nähe von Nablus auf eine Milifärwache, die das Feuer erwiderte, wobei zwei Araber getötet und vier verwundet wurden, davon zwei schwer. Eine Araberin, die zufällig in die Nähe des Kampfpiatzes geriet, wurde ehenfa’ls leicht verletzt. In der Nähe von N a 11 a r i v e 11 im Jordantal wurde aut eine Patrouille geschossen. Es folgte ein Gefecht, in dessen Verlauf zwei Araber getötet und vier verwundet wurden. Eine Araherbande schoß in der Gegend von H a i f a auf eine Militär-Patrouille, die das Feuer erwiderte und zwei Araber tötete und vier verwundete. lleberfälie und Attentate Araber schossen in der Nähe von Ramallah auf eine Militärpatrouille, die das Feuer erwiderte und dabei vier Araber verwundete, jedoch selbst keine Verluste erlitt. Ein englischer Soldat wurde nachts schwer verwundet, als aut eine Eisenbahn-Patrouille in der Nähe von L u d d geschossen wurde. In der Nähe von Ludd wurde ein Lieberfall aut eine Polizei-Patrouille verübt, die bei Abwehr des Angriffes einer: Araber verwundete. Der 31jährige, aus Wien stammende jüdische Gaffir Bernhard Klein wurde hei Kfar Saba schwer verwundet, als aus dem Hinterhalt auf ihn geschossen wurde. Er wurde ins Tvl-Awiwer Spital eingeliefert, wo eine Operation vorgenommen wurde. Aus einer arabischen Plantage in den Außcnbc/irken von T e I - A w i vv, zwischen dem Montefiore-Viertel und dem arabischen Salamcli-Vicrtel, wurde auf zwei Araber geschossen, von denen einer schwer und einer leicht verwandet wurde, [)er Scliwerverwundete ist ein Geschäftsinhaber, dessen Laden seit Streikbeginn geöffnet war. Auf der Nabluser Chaussee, in der Nähe von Khanhibati, explodierte eine Bombe, wobei zwei Soldaten einer Patrouille der Canicron-I lighlander verwundet wurden. Kurz darauf wurde vor« den Bergen her auf die Soldaten geschossen, die mit Hilfe von herbeigeholten Truppenverstärkungen den Angriff zurückschlugen. Es wurde der Versuch gemacht, einen nach Ramat H a k o v c s 11 fahrenden Transport in die Luft zu sprengen. Man fand auf der Chaussee zwei Höllenmaschinen, die mit einer Dynamituhr in der 500 Meter entfernt liegenden Plantage eines Nabluser Nationalistenführers verbunden waren. 15 Menschen entgingen mit knapper Not dem Tode, als eine Höllenmaschine vor einem Autobus zwischen Na 111 a 11 i a und Gliedern zur Explosion gelangte. Der Chauffeur Yehuda S p i v a k erhielt schwere Verletzungen iri der Lunge, als der Motor des Autobusses infolge der Explosion zertrümmert wurde. Die Höllenmaschine war von einem Passagier entdeckt worden; der Chauffeur versuchte, den Autobus zum Halten zu bringen, konnte jedoch nicht verhindern, daß ein Rad die Dynamitschnur berührte. Von den Passagieren wurde niemand verletzt. Ein jüdischer Autobus ist bei der Fahrt durch Ram- Ich mit Steinen beworfen worden. Ein jüdischer Insasse, Moshe Bojarski, wurde durch einen Steimvurf verletzt und mußte in das Hadassah-Krankenhaus in Tel-Awiw gebracht werden. Auch hei J a g 11 r sind die von und!lach Haifa fahrenden Autobusse heftig angegriffen worden. Die Oelleitung der Irak-Petroleum-Ucsellschnft ist bei Tamra im Beisan-Gebiet durch einen Sprengstoffanschlag beschädigt worden. Das ausströmende Oel wurde in Brand gesteckt. In eine jüdische Gerberei in der Jerusalemer Vor* stadt üiwath Sch a ul wurde eine Bombe geschleudert. Durch den bei der Explosion entstandenen Brand wurde die Gerberei vollständig vernichtet. Von Gerichten und Polizei Ein Araber, der nach dem tief echt bei Arara am 30. August gefangen genommen worden war, hatte sich vor dem Haifaer Bezirksgericht wegen 1! 11 c r 1 a übten Waffenbesitzes zu verantworten. Er wurde f r e i g e s p r o c 11 e n, wobei der Richter die Fehlerhaftigkeit der Aiiklageerhehunp und die Nachlässigkeit des (arabischen) Staatsanwalts scharf kritisierte. Im Laufe einer polizeilichen Durchsuchung dearabisehen Dorfes Beit D a j a 11 hei Jaffa wurden zwei Giftgasbomben sowie große Mengen Munition zutage gefördert. Im Zusammenhang mit einem lieberfall auf Truppen am 2S. August wurde das arabische Dorf Endor mit einer K o 11 e k t i v s t r a f 0 in Höhe von EP 100 in bar und EP 200 i!1 Arbeitsleistungen belegt. Untersuchungen über den Ueberfail auf einen Autohais im S h a r o n - T a I, wobei der judi-che Chauffeur Avner getötet wurde, halten zur Festnahme von elf verdächtigen Arabern geführt. Wie verlautet, sollen zwei Mitglieder des Streikkomitees von Gaza, davon ein Angehöriger der i iusseini-I amilie in Sarafcnd inte r 11 i e r t worden sein. Die Opfer der Unruhen Jerusalem, 2. Stptemher. (JTA,) Nach einer soeben veröffentlichten neuen amtlichen Verlustliste betragt die Zahl der in tier Zeit vmn DL April las 31. August bei den Unruhen in Palästina Gefallenen und Verwundeten 1124. 2<>l Personen wurden getutet, 113 sind zur Zeit in den Krankenhäusern 111 Pfh■ge, 721 wurden leicht verletzt. Die Zahl der gefallenen e n g i! > c!1 e n Soldaten betragt iS; von diesen wurden in Kämpfen mit den Arabern 11 und durch unglücklichen Zufall 7 getötet. Von englisch e tt Polizisten sind 2 gefallen, 7 wurden schwer, 32 leicht verletzt. Die Zahl der getöteten Juden betragt 73; ferner wurden 1 13 Juden schwer und 101 leicht verwundet. 2 jüdische Polizisten wurden schwer, b leicht verletzt. Die Zahl der getöteten Mohammedaner betragt 156, die der sclnververwundden '200. Gefallen sind 6 arabische Polizisten, 0 arabische Polizisten wurden schwer, 13 leicht verwundet. Schließlich sind 6 Christen gefallen und 23 Christen wurden schwer, 22 leicht verwundet. Nach nichtamtlichen Feststellungen beträgt die Zahl der jüdischen Todesopfer bisher 81. Agudah-Delegation beim High Commissioner Jerusalem, t. September. (JTA.) High Commissioner Sir Arthur Wauchope hat eine Delegation der Agudah mit Oberrabbiner Rabbi Duschinsky an der Spitze, empfangen. Er hat die Abordnung in freundschaftlicher Weise aufgenommen und ihr versichert, die Rechte des 'jüdischen Volkes auf Palästina würden nicht verkürzt werden. In dieser Hinsicht befände er sich in Uebcreinstimmung mit dem Kolonienminister Ormsby* Gore, Die Regierung werde auch nicht gegenüber dem Terror zurückweichen. Die zivile Regierung sei stark gemig, um das Land zu befrieden. In bezug auf die Frage der Einwanderung sei er nicht in der Lage, irgend etwas vorausgegangenen Erklärungen hinzuzufügen. Niemand bedaure mehr’ als er seihst die plötzliche Unruhe, die über das Land gekommen sei. Er sei jedoch nicht in der Lage, den Gewalttaten vollkommen Einhalt zu tim, weil sie den Charakter eines Guerillakrieges tragen. Große öffentliche Arbeiten Jerusalem, 1. September. (JTA.) Auf Grumt der Verhandlungen, die von der politischen Abteilung der Jewish Agency mit dem Regieningsdepartemeiit für öfteiitliclie Arbeiten geführt worden sind, wurde ein ArbcitsUontrakt für die Herstellung vor! 40 Kilometer neuer Straßen im E111 c k und in der Scharon-Ebene geschlossen. Die Arbeiten werden von der kooperativen Baugenossenschaft ״Sold Boneh“ durchgeführt. Die licnossenschaft hat auch von dem Haifaer Departement für öffentliche Arbeiten den Auftrag zum Bau von Straßen zwischen Haifa und Tire und zwischen Benjamins und Chedera und zur Lieferung des hierzu erforderlichen Steinmaterials erhalten. Die Arbeit, für die ein Betrag von etwa 100 000 Pfund erforderlich ist, wurde bereits aufgenommen. Zur Zeit sind 30(1 jüdische Arbeiter bei dem Straßenbau beschäftigt. Mit dem Fortschritt der Arbeiten soll ihre Zahl aut tausend erhöht werden. Die neue Zitrusexportsaison eröffnet Als erster Transport in der neuen Zitrus-Export- Saison sind in Haifa 3 Waggons Zitrusfrüchte aus Petach Tikwah, Rechowoth und Clu-dera eingetroffen. Im Zusammenhang damit hat sieh das Gerücht verbreitet, daß die arabischen Schiffer unmittelbar vor dem Abbruch des Streiks stehen, weil sie fürchten, die Arbeit der neuen Ausfuhrsaison zu verlieren. Jahresabschluß der Palestine Electric Corporation London, 31. August. (JTA.) Die PaIcÄ Electric Corporation legt für die am 15. September stattfimlemR Oeleraiversamndung ihren Jahresbericht und ihre Ab sc 11 tu 15bilanz vor. Der Reingewinn der Gesellschaft aclaUit sich aut 218 014 Pfund gegenüber 165 511 1. J. 1034• Ls wird eine Dividende von 5 0'״ ci n kom m enst euerf rei aut die ordentlichen Aktien und die Aktien der Serie A verteilt werden, was einer üesaintverteilung von 7'/» ״/» tur das janr entspricht. 40 000 Pfund sollen als Reserve für Steuern vorgetragen und 50 000 Pfund der allgemeinen Re.cne überwiesen werden. Die Anlegestelle in Der Seesteg in Tel-Awiw hat eine Länge von 120 m erreicht, r<>10: Dt. x. did•!. 11«,«• iH!p%j iiftlillli ווויו " -1