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Jüdische Rundschau · 1936-04-24 · Heft 33 (24.4.1936) · page 19

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 33 (24.4.1936)
Date
1936-04-24
Page
– (sequence 19)
Language
German
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Berlin, den 24. IV. 1936 Beilage der ״Jüdischen Rundschau H jp- TT -srr 4. Jahrgang / Nr. 7 ׳* Die Mondfinsternis Ein Erlebnis im Emek Jesreel Ihr habt sicher alle schon mal von Ben Schemen gehört. Das ist ein großes Landschulheim. Nun gibt es noch eine Menge anderer Heime. Eins davon ist in M i s c h m a r H a e m e k. Vor zwei Wochen fuhr ich dorthin, um ein paar Kinder zu besuchen. Ich war gerade am Vormittag angelangt und fand alle Jungen und Mädel bei der Feldarbeit. Ein paar waren beim Pflügen. Andere sprengten Felsen. Einige schwangen die \\ Auf dem Eßhaus wurde eine Fahne gehißt, und alle Kinder rannten dorthin Ttiria (das ist eine Art Hacke, die man in Palästina zum Umgraben verwendet, weil der Boden so hart ist). Einer kam sogar auf einem Pferd angesprengt Sie wollten sich gerade einen eigenen Garten anlegen. Einen ganz außergewöhnlichen. Einen mit Terrassen. Bald war die Mittagszeit herangenaht. Auf dem Eßhaus wurde eine Fahne gehißt und alle Kinder rannten dorthin. Das hieß nämlich: ״Essen steht auf dem Tisch.“ Nach dem Essen zeigten sie mir ihren Wald — sowas gibt es in Erez Israel nur selten. Nachmittags waren die Unterrichtsstunden. Aber nicht wie in Deutschland. Der Lehrer gab jedem Kind ein Buch zu lesen. Einem etwas über die Eskimos, das war dann Geographieunterrichi Dem anderen etwas über Napoleon. Das war Geschichte. Bald war auch der Nachmittag vergangen. Nach dem Abendbrot erzählten mir die Kinder von ihrem Leben. Ein paar Kinder spazierten auf Stelzen. Das war die jüngste Mode. Einige spielten Mandoline, und der Rest tanzte dazu russische und palästinensische Tänze. Jungen und Mädel. Alle in Hosen. Es sah fein aus. Ganz plötzlich stürzte ein Junge herein und schrie: ״Mondfinsternis, Mondfinsternis!“ Im Nu waren wir draußen und sahen, wie der Mond sich langsam verdunkelte. Gegenüber vom Dorf liegt eine arabische Ansiedlung. Die Araber waren auch alle aus ihren Wohnungen gekommen. Nun starrten sie den Mond an. Plötzlich hörten wir schießen. Mehrere Schüsse knallten von drüben. Unsere Führer schickten uns sol Die abergläubischen Araber hatten bloß in den Mond geschossen,.. Einige waren sogar auf den Wasser• türm geklettert fort in die Häuser. Hier mußten wir uns auf die Betten legen. Binnen wenigen Minuten waren unsere älteren Chawerim bewaffnet, und jeder nahm seinen Platz ein. Einige waren sogar auf den Wassertum geklettert. Von dort konnten sie die Lage am besten überschauen. Obwohl wir die Siedlung mit Drahtzaunen umgeben hatten, fühlten sich manche nicht ganz wohl. Ein Madel fing sogar an zu weinen. ״Du bist ja verrückt“, sagte ein Junge, ״was soll uns schon passieren?“ Und wirklich passierte nichts. Die abergläubischen Araber hatten bloß in den Mond geschossen, weil sie Angst hatten, er würde auf ewig dunkel bleiben. Am nächsten Tag fuhr ich weiter durch den Emek. Das war eine aufregende Nacht. ihnlet

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