Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 33 (24.4.1936)
- Date
- 1936-04-24
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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JÜDISCHE RUNDSCHAU NR. 33, 24. APRIL 1936 mm wm i&gii: Semester- Eröffnung an der Lehranstalt Am 21. April eröffncte die Berliner Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums mit einer traditionellen kurzen Feier das Soimnersemestcr. Ikn Einleitungsvortrag hierzu hielt Prof. J. E I b o g e n, der sich eine Betrachtung der gegenwärtigen Situation der jüdischen Wissenschaft zum Thema gestellt hatte. Prof. Elbogcn knüpfte in den 50. Todestag von Leopold Z u!1 z an und zeigte, wie der Kreis um Zunz, obgleich er schon bereit war, an der Entwicklung der jüdischen Wissenschaft mitzuarbeiten, dennoch im Innersten überzeugt war, daß diese Wissenschaft eine tote und abgeschlossene Sache sei und daß es nur darum gehen könne, den Bestand des Judentums aufzunchmen. Aber glücklicherweise hat die Wissenschaft des Judentums alle ihre bisherigen Nekrologe überlebt und wird sie überleben, weil sie eben kein Muscumsgegcnstand ist, sondern eine aus dem Leben hcrausgcwachsenc Forderung. Ganz im Sinne von Zunz ,definiert I Ibogen deshalb jüdische Wissenschaft als ״wissenschaftliche Arbeit am lebendigenjudentu in" (vgl. auch seine Ausführungen in unserer Umfrage ״Die Zukunft der jüdischen Wissenschaff“ in Nr. 27,28׳ vom 3. 4. 36). Dabei betont Eibogcn, daß der Begriff ״Leben“ ein vieldeutiger ist und daß selbstverständlich die Geisteswisscnscliaften eine Beziehung zum Leben nur dann finden können, wenn das Leben bereit ist, sich von irgendeinem moralischen Prinzip überzeugen zu lassen. In vergangenen Jahrzehnten bat sich die jüdische Wissen- Schaft in der Tat sehr stark vom Leben entfernt, indem sic sich aut das rein philologische und archäologische Gebiet beschränkte; Frankl beispielsweise verhinderte in seinem Broslauer Seminar geradezu die Entstehung einer jüdischen Theologie, weil er ״Furcht vor dem Leben“ hatte. Auch die Geschichtswissenschaft hat vielfach die Zimzsche Forderung der Nähe zuin Leben vergessen und sich in Einzelheiten hincinbegcbcn, die den Weg zum Verständnis des Ganzen nicht förderten. Wie Zunz so verstehen auch wir heute, daß die jüdische Wissenschaft nicht existieren kann ohne die V e r b i n - düng mit der allgemeinen Gelehrsamkeit. Eingehend schilderte Prof. Elbogcn die Bemühungen um die Errichtung eines jüdischen Lehistuhls an der Universität,_ die selbst damals, in der Emanzipations/eit, ohne Erfolg bleiben mußten. Aber auch heute können wir nicht irgendeine Autarkie der jüdischen Wissenschaft anstreben, sondern müssen von uns aus die Grundlagen schaffen, die die Vcrbindimg zur allgemeinen Wissenschaft herstellen. Die Lehranstalt hat dieser Forderung bekanntlich dadurch bereits Rechnung getragen, daß sie den judaistischeu Fächern eine Reihe allgemeiner Vorlesungen cingetiigt hat. N. Heinz Condells Bühnenbilder Unter dem Motto ״Aus drei Jahren Arbeit für den Berllner Kulturbund“ zeigt die April-Ausstellung im Kulturbund- Theater diesmal Bühnenbild und Kostümentwürfe von Heinz Cond eil. Diese Ausstellung gibt die lang erwünschte Gelegenheit, diese für das Gelingen jedes Theaterabends so wichtige und bedeutungsvolle Arbeit der Gestaltung des Bühnenbildes in ihrem Arbeitsgang zu sehen und sie in ihrer Vielfältigkeit und ihrer Schönheit richtig zu erkennen. Mit Freude erinnern wir uns an das sonnenhelle Bühnenbild im Figaro, an die sonncngclbcn Kornfelder und das Bauernhaus der ״Verkauften Braut“, an die babylonische Pracht im Nabucco und an die üppige Festfreude der Frauen aus dem Philisterhot- Staat der Dalila. All diese Bühnenbilder, all die Kostüme und damit die Typen hat Condell entworfen. Die Ausstellung zeigt, wie ein Bühnenbild entsteht. Zwei übereinandergelegte Zcichnungen zeigen sowohl das gebaute Bühnenbild Wie die Projektion, die als Glasbild gemalt und durch den Projektionsapparat in zwei Hälften geteilt an die Bülmenwand und den Aktion für 40000 Dunam Boden An alle Vertrauensleute der BZV für die Aktion des KKL Die große Aktion, die die BZV. bei der jüdischen Bevölkerung Berlins für den Keren Kajemeth Lejisrael durchführt, Ist in vollem Gange. 900 Vertrauensleute sind bereits für den KKL tätig. Viele haben bis heute schon erfolgreiche Ergebnisse gemeldet. Nach den in den letzten Tagen eingegangenen Berichten unserer Vertrauensleute reicht aber die zunächst festgesetzte Akfionsfrist zur restlosen Erfassung und Bearbeitung aller Spenderadressen nicht aus. Der Hauptvorstand der BZV. hat daher beschlossen, die Aktionsfrist zu verlängern. Der A bre c h n u n g s t e r m in für die Aktion wird daher auf Sonntag, den 10. Mai 1936, festgesetzt. Durch den Abschluß der Kaufverträge über 40 000 Dunam Boden durch den KKL wird nach Jahren der nationale Bodenbesitz wieder um einen großen zusammenhängenden und für die Kolonisation bedeutsamen Komplex erweitert. Die endgültige Realisierung des Bodenkaufs hängt von der Aufbringung der Kaufsumme ab. Die gesamte jüdische Bcvölkerunp Berlins soll durch die Berliner Zionisten zum Mitträger dieser Aufgabe gemacht werden. Der KKL erwartet, daß jeder seine Pflicht tut. Berliner Zionistische Vereinigung Dar Hauptvorsland Rundhorizont geworfen wird. Wir sehen im Entwurf die Photomontage der Wolkenkratzer (Projektion) und die bunten Kulissen des U-Bahnratimcns mit den Plakaten, wir sehen die spitzen Zelte aus den! Hoiofernes-Eager und den Tempelplatz in Jerusalem aus der Jeremias-Aufführung und begreifen die Unsumme von ganz genauen Studien und das Zusammengehen von Studien, Phantasie und zeichnerischen lind malerischen Techniken, die sich von selbst verstehen. Darüber hinaus hat Condell gerade für Bewegungen und die verschiedenen Temperamente eine ganz besondere Einfühlungsgabe. Sehr gut zeigen das die Kostümstudien aus Hoffmauns Erzählungen Gegen Rheuma Bari Dictwan Pension, Arzt, BBder, Kurtaxe ln ■י«——י■ ■ ■ייי■■■ Wochenpauschale 1. RMSC,., Reisescheck durch sot. Anmeldung heim Plsty an-BUro, Berlin W 15, Fasanenstr. et, •1 2 490■ und die so verschiedenartige Aufgabe für die Kostünistudicn zu Carmen und der Fledermaus. Interessant ist der Einblick in die Arbeit, den namentlich die Kostümentwürfe für den Chor geben. Unvergessen sind die bunten Stadtbilder der Oper ״Die neugierigen Frauen“, wir sehen diese ehenials aut der Drehbühne aufgehnuteu, hintereinander aufgereiht in ihrer Spielsadien-Bimflieit. Condell ist ein junger Künstler. Sein Lehrer ist Prof. Stern. Die Entwürfe in Photos, Modellen, Aquarellen, Pastell mul Klebeteehnik sind jedenfalls sehr interessant. R u t h M o r o 1 d Die t. Generalversammlung des Verbandes polnischer Juden fand am 31. März in der Sehulaula KniseistraI!c־ statt. Nach Anhörung des Tätigkeitsberichtes des Vorstandes und nach einer längeren Debatte wurde dem Vorstand Lnflnstung erteilt. Es wurde eine Statutenänderung vorgenommen, wonach die bisherigen staatenlosen Mitglieder aus dem Verband a u s s c.11 e i d e n müssen und in Zukunft nur polnische Staatsbürger Mitglieder des Verbandes sein können. — Der neue Vorstand ries Yerhandes hat hesehlo'.seii, mit einem Appell an die polnischen Juden Berlins luran/utreten, ihn in seiner verantwortungsvollen Arbeit zu unterstützen und am Aufbau der so notwendigen Organisation der polnischen Juden Berlins tätig mit/iiwirkcn. Mit dem 1. Mai verlegt der Verband seine Biiroraume von der Linienstr. 69 nach der Kurfürstenstr. -12, v, 1 Tr. Im Rabbiner-Seminar werden im Sommcrhalbjahr u. a. folgende Vorlesungen gehalten: Dr. Jechiel Weinberg: Taltmid; Dr. Samuel Griitibcrg: Bibel; Dr. Jacob Freimann: Geschichte und Einführung in die rabbinische Praxis; Dr. Esriel Hildesheimer: Geschichte und Talmud; Dr. Alexander Altmann: Rcligionsphilosophie. Aufnahmeprüfung am 3. Mai, 9 Uhr; Eröffnung des Sommersemesters am 3. Mai, 17 Uhr. Eröffnungsvortrag: Rabb. Dr. Esriel Hildesheimer•. ״Die Jeschiwoth in gaonüischer Zeit“. Veranstaltungen der Bezirke und Gruppen d er BZV. Sonnabend, den 25. April 20.30 Uhr BZV.Heim, Neukölln, Jagcrstr. 6 Oneg Schabbat• Es spricht: isi Eisner Herrn annplate Sonnabend, den 25. April 20.30 Uhr BZV.Heim, Oranlenstr. 170 Oneg Schabbat Südost Sonnabend, den 25. April 2030 Uhr BZV-Heim Kantstr. 54 Oneg Schabbat HaJensee Sonnabend, den 25. April 2030 Uhr Ob orschone weide, Wilhelmincnhofstr. 1 Eiiiwelhuztgafeler des jfldlsdi» Reim• Es spricht: Dr. Michael Traub — Mitwtrkende; Dr. Leo Barczynski (Gesang), Paul Blumcnfeld (Cello), Gustav Sabel (Klavier) — Unkostenbeitrag 50 Rpf. Oberr.prco Sonnabend, den 25. April 20.30 Uhr BZV. Heim, Kantstr. 54 Hebräischer Abend mit Patestina-Monabachau Referent: Dr. Borodianski Kulturabteilung Sonnabend, den 25. April 2030 Uhr BZV-Heim, Rosenthaler Str. 44 Dr. Josef Heller: ״Melech, kohen» w’nawi** (Harsaah Iwrith) Chug iwri Zentrum Sonnabend, den 25. April 20.30 Uhr BZV-Heim, Rosenthaler Str, 44 Rudolf Abraham*. Situationsbericht Nordring Montag, den 27. April 20.30 Uhr Caf£ Wittelsbacb, Bayerischer Pint* 2 Dr. Eva Lübeck: Die jüdische arbeitende Frau in Palästina {mit Lichtbildern) Barbarossaplatz Dienstag, den 28. April 20.30 Uhr BZV-Heim, Neukölln, Jiigorstr.6 Dr. Josef Weiss: Unsere Position in Palästina Hermapnplats Mittwoch, den 29. April 20.30 Uhr BZV-Heim, Landsberger Str. 87 Dr. Georg Josephthnl: Jugendrdijah (mtt Lichtbildern) Kriedridishain BZV.-Veranstaltunsen in den Außenbezirken Mittwoch, 29. April, 20*•״׳ Uhr, Friedenau* Stierstr. 21 Dr. Franz Meyer: Unser Kampf am Volk und Land Gruppe Steglitz—Schmargendorf Mittwoch, 29. April, 2(M< Uhr, Aula der Schuir Kaiserdamm 78 Dr. Max Nußbaum: Jüdische Bewährung heute Gruppe Westend Donnerstag, 30. April, 20 K/^ Uhr, Tempetliof, Mussehlstr. 22 (Synagoge) Dr. Edgar Rosen: Palästina im politischen Kräftespiel des Vorderen Orients Vorführung der Falastinanmnatsschau Bezirk Tempelhof Kreurherg Donnerstag. 30. April, 20 2׳,י Uhr, Schreiber« FeitsHle, Triftstr. 63 Dr. David Schloßt erg: Unser Kampf am Volk und Land Gruppe Wedding Sonnabend, 2. Mai, 20}•2׳ Uhr, Pankow, MühUnstr. 77 Dr. Hans Klee: Palästina im politischen Kräftespiel des Vorderen Orients Vorführung der PaI8*tinamonatssch«u Gruppe Pankow Sonnabend, 2. Mai, 20 Ug Uhr, ffonxiBdorf, Albrerhtstr. 10 Dr. Georg Josephthal > Palästina im politischen Kräftespiel des Vorderen Orients Vorführung der Pal&*tinamonatxschau Gruppe Nordbahn BERLINER ZIONISTISCHE VEREINIGUNG Mottenpraqe ä Zur Bekämpfung berät Sie fachmännisch י Olivaer Man. Drogerie «■2 «״ . ד'£ ■TAFELFERTIGE! EISBOMBEN hygienisch IM KARTON verpackt Meine Neuheit D.R.G.M. Stete großer Vorrat zum sofort. Mitnehm. Ab 3 RM (einscht.Verpack.) in Berlin fr. Haue lief. BALSAM-EIS C A F e UND KONDITOREI WIELANDSTR. (AM OLIVAER PLATZ) Ruf: J1 0366 hmmhmh■ f) Konditorei Adler Wittenbergplatz Orig. Karlsbader Kaffee Orig. Wiener Kuchen Warme Köche. Urtw 100 In-u. •u.llnd. ZtHung•״ Ihr Cafehaus ana Restaurant ist Cafe Wittelsbach, Bayerischer Platz 2 » Prinzeß-Cafe, Kurförstendamm 214 Inhaber: Oscar Aberbach & ueii’s כשר m- und Misch Kurfürsten dämm 2 2 (J 1 Bismarck 2243! Ausrichtung von Festlichkeiten Unter Aufsicht der Jüdischen Gemeinde Berlin Iclit vergessen — oft vagatarlsch und Fische essen Vegetarischen und Flsch-Reetaurant am Zoo Eingang KanUtraßt, Coke JoachSmathaler Straße, hochptr. .^HOLLAND am Kurfürstondamm 6V Rr £ i n <j n h q lo ibhltma 5 t Orig. Volendamer Trachten Zum Tanz: Die beliebten 4 Casfetly’s imperial soldaien. Kameraden RoaenthaUerStr. 40/41 am Harkr»!1r־hen Markt Jugendfrei BIO Hadceadber Markt 2 3 Paul und Pauline mit Manfred Lommel Kammer. Lichtspiele a. Lebniner PI. Wo 5! ,9 ,1.45,7־. $tg. 5h 3 Ui Die leucntsr des Kaisers "*■!"^,d״rf«,s1r.95 *״na Kar8nina mftRCffEisBRunnEn- Lichtspiele Am Fmdrichshain 29 beßian 1. h. J0 Uhr Snnn*a^s ab 3 Uhr Der ahnungslose Engel Lucio Englisch. Joe Stocckl Bevorzugen Sie die obigen Kinos wenn«!*nt) ttaNs Küche Lrstkt. (tafle« % Gebärt Kurtyrstsiidamin 51 Eck» Schiatcmu » 12 Oliv. 248J Damen• Mäntel Maßattf., neue Modelle! Umarb., bili.Stoffann. Atta ßekOtiMiitr. 101! Alexanderplatz Mrstimnw Perez B 2 Stegf. 1920 Itlch. Israel WRscliete! Köpenick F 4, 0770 flUf Giien׳rk#TKtr. 83 Wir laden unsere Mitglieder zur ordent« lud)er! MitgUedcnrersammfung in Berlin zu Donnerstag, den 30. April, 83° im logen»,Beriinui.itleisisir.10,«» Ta c so r d n u n g : Jahresbericht den Kuratoriums und Voi 1. orstandes für 1935 2. Kevhnungsbericht des Schatzmeister» 3. Entlastung des Schatzmeisters, Kurato» riums und des Vorstandes 4. Wahlen 5. Verschiedenes. Wir bitten um zahlreiches Erscheinen. Dos Kuratorium des Hllfsvereln der Juden InDeotidiland Max M . W a rh u r g Suche Beteiligung als P.irtnerm an Paddelfahrten, ur,«״!»•<.,» ״!.-.!.״.k922 a. Anz.-Abt. d. Jüd. Rund sch., Moinek**.tr. IQ ARKEN ttu. Verkaul Preisliste gratis pnmpp KosacH&co. Berlin C 2, Burgstraße 13 •Tihdel's' la Prlvat-Mlttassunü Abandtlscli CU zeitgemäßen Preisen Schönhauser Allee 4 (amSchonh.Tor) Futterstoffe Gerne in bewährten Qualitäten. 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