Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 5 (17.1.1936)
- Date
- 1936-01-17
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 KINDER-RUNDSCHAU Biblisches Puppentheater Wir * wollet? gern einmal Puppentheater spielen. Die Puppen, die Bühne und die Ausstattung bauen wir uns natürlich selbst. Wir brauchen dazu weißen, dünnen, biegsamen Karton — es kann auch starkes Zeichenpapier sein —, 1 .«. <! i Ir F3C ^X-*»^|T Y Ii 4i Hh- _L Abbildung 4 bige Stoffreste, etwas Laubsägeholz, eine Laubsäge und Sandpapier. Und nun fangen wir an. Die Puppenköpfe BL.slift, Lineal, Zentimetermaß, Tuschkasten, Klebstoff, far- \Y/ir machen uns gleich fünf Köpfe. Wir zeichnen uns die Teile l bis VII der Abbildung 1 auf weißen Karton, jeden Teil fünfmal, nur die Ohren, Teil II, zehnmal. Die gestrichelten Linien bei Teil III, IV, V und VI werden vor dem Ausschneiden eingeritzt. Alle Maße sind in Abb. 1 in Millimetern angegeben. Nun werden alle Teile ausgeschnitten. In Teil I werden für Nase und Ohren die Schlitze O und N eingeschnitten. Die Augen, die Augenbrauen und der Mund werden mit schwarzer Ausziehtusche eingezeichnet. Die punktierte Linie bezeichnet den Haaransatz. Wie rollen Teil I zusammen und kleben ihn mit dem Randstreifen x zusammen. Die Ohren, Teil II, werden mit der Fahne o in die entsprechenden Schlitze gesteckt und innen angeklebt. Die Nase stecken wir mit den Fahnen N in die mit N bezeichneten Schlitze, nachdem wir sie in der gestrichelten Linie geknr':t haben, und kleben die Fahnen auch von innen fest. Teil VII rollen wir zusammen und kleben ihn mit dem Randstreifen c zusammen. Die Teile V und VI werden auch in der Milte ausgeschnitten und bis an die gestrichelten Kreide heran eingeschnitten. Nachdem die so entstehenden Fähnchen nach hinten vveggebogen worden sind, wird Teil V von oben und Teil VI von unten auf die Rolle Teil VII, die den Hals bilden soll, bis an den Strich a bzw. b aufgeschoben und festgeklebt. Nun knicken wir die Außenfähnchen an Teil V nach oben um und setzen sie in die engere Oeffnung von Teil I so ein, daß die breiteste Seite K unter der Nase sitzt. Zum Schluß setzen wir oben? den Deckel Teil IV ein. Abbildung 2 zeigt einen Schnitt durch den fertig zusammengesetzten Kopf. Nun müssen wir unsere Köpfe austuseben. Wir benutzen dazu eine dunkle Hautfarbe, etwa rotbraun, die wir vorher auf einem Rest des Kartons ausprobieren. Wir tuschen den ganzen Kopf an, nur das Innere der Augen bleibt weiß. Die Haare machen wir am besten mit schwarzer Ausziehtusche. Soll eine Puppe einen Bart bekommen, so schneiden wir ihn aus schwarzem Papier, das wir uns vom Fotohändler geben lassen, in der gewünschten Form aus und kleben ihn auf. Die Hände Wir brauchen für jede Puppe zwei Hände. Wir zeichnen sie uns nach Abb. 1, Figur VIII, auf Laubsägeholz auf und sägen sie aus. Nachdem wir sie mit Sandpapier saujaer ab« geschmirgelt haben, streichen wir sie mit Firnis an. Die Kleider Jedes Kleid wird aus zwei Teilen zusammengesetzt, die nach dem Schnitt Abbildung 3 ausgeschnitten werden. Beide Teile werden mit der rechten Stoffseite nach innen aufeinander gelegt und an den in Abb. 3 voll ausgezogenen Rändern zusammengenäht. Der gestrichelte Rand wird nur ringsherum gesäumt. Nun drehen wir das ganze Kleid um, so daß die rechte Stoffseite nach außen kommt. Zum Schluß stecken wir die Hände in die Aermellöcher und den Hals in das Halsloch und ziehen die drei Löcher mit einem Faden zu. Um die Hand muß als Manschette vor dem Einnähen eine etwa 5 cm lange Papierhülse so gelegt werden, daß sie etwa 3 cm in das Kleid hineinragt. In diese Hülse wird beim Spiei der Finger gesteckt, der die Handbewegungen ausführt. Die Bühne Als Bühne nehmen wir am besten eine zweiflügelige Tür. Ein Besenstiel wird mit Schnur an den oberen Türangeln so aufgehängt, daß er etwa 1,60 m hoch über dem Boden hängt. Ueber den Besenstiel legen wir eine Decke, die bis zum Boden hinunterreicht, und unsere Bühne ist fertig. Spieltechnik Um eine unserer Puppen „leben" zu lassen, stecken wir die Hand in das Kleid, den Daumen und den Mittelfinger je in eine Armhülse und den Zeigefinger in den Hals. Wenn wir jetzt die Finger bewegen, so nickt die Puppe mit dem Kopf und bewegt die Hände. Der kleine und der Ringfinger müssen dabei angebogen bleiben. Die Puppen müssen immer am vorderen Rand der Bühne spielen. Sie müssen so hoch darüber gehalten werden, daß der untere Kleiderrand noch etwa 5 cm unter dem Bühnenrand ist. Keinesfalls darf die Puppe so hoch gehalten werden, daß das Publikum den Arm des Puppenspielers sieht. Es muß darauf geachtet werden, daß sich immer nur die Puppe bewegt, deren Rolle gerade gesprochen wird, damit das Publikum erkennt, wer spricht. Dieses Zusammenspiel zwischen Spielern und Sprechern muß sehr gut geübt werden. Und was spielen wir? Sehr geeignet für unser Theater sind die „Biblischen Puppenspiele" von Albert und Käthe Baer, die ihr in jeder jüdischen Buchhandlung kaufen könnt. Die Ausstattungsteile hierzu sind leicht herzustellen. Herbert Himmelweit