Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 102 (20.12.1935)
- Date
- 1935-12-20
- Page
- – (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 32 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 102, 20. XII. 1935 ״Weg der Wirklichkeit“ Es ist ein Zeichen für die innere Stärke der _ Berliner Zionistischen Vereinigung, daß bereits kleinere Bezirke mit eigenen Kräften größere, gut gelungene Kundgebungen veransfalten können. Der Bezirk W i t te n b e r g p 1 a t z hatte am letzten Sonnabend zu «irrer Versammlung im Logenhaus, Kleiststraße, gerufen, die unter dem Motto »Weg der W i r k I i c h k e i t“ stand. Bereits vor Beginn war der Saal überfüllt. Die Veranstaltung wurde eingeleitet durch Chöre des Bach ad, die eine gute Einstellung verrieten und heim Publikum starken Beifall fanden. Werner Bukofzer sprach eindrucksvoll zwei Gedichte von Manfred Sturmann. Erwin Po llak zeigte־ sodann in seiner Ansprache den Eeschichtlichen Weg des jüdischen Volkes auf. Das jüdische cliieksal sei immer gleich geblieben. Einströmen in ein Land, Besetzung bestimmter Positionen hätten eine neue Geschichts- Periode eingeleitet, Ausstoflungstendenzen hätten sie beendet. Die Wanderung wurde immer wieder zum Schicksal des Juden. Dr. Edgar Rosen ging auf die praktischen Probleme des Palästina-Aufbaus ein. Der Zionismus habe es stets abgelehnt, Schönfärberei zu treiben und habe immer das Land als ein schweres Land, in dem wir harte Arbeit leisten müßten, gezeigt. In dieser Zeit, in der eine grolle Einwanderung ins Land strömt, verfügen unsere Fonds längst nicht über die Mittel, die notwendig sind, um dem Aufbau eine gesunde Grundlage zu geben. Dr. Mas Fl esc h wies darauf hin, daß heute Palästina im allgemeinen nur die jüngere Gencration unseres Volkes atifnehnien könne. Aber mit der Uebertührung von Juden nach Palästina sei das Wesen des Zionismus nicht erschöpft. Der Zionismus ist die nationale Ernetrerungsbewegung, u!1d so ist die Sorge eines jeden Juden auch seine Sorge. Er sei uni das Schicksal der Juden in jedem Lande besorgt Verbundenheit mit unserer Geschichte, Rückkc-hr zum Volk und zu seiner Kultur seien vom zionistischen Gedanken nicht zu trennen. Nach den Reden wurde die erste Palästina-Monatsschau vorgeführt. Den Begleitvortrag hielt Dr. Emst Cohn. Die Monatsschau ermöglichte einen interessanten Einblick in das Leben des Landes. Mit dem Gesang der Techesaknah und der Hatikwah wurde die Kundgebung geschlossen. Besuch Im jüdischen Jugendwohnheim Räumlich, in der wirtschaftlichen und erzieherischen Leitung mit dem jüdischen Lehrlingsheim in Pankow seit dem 1. Juli vereinigt, befindet sich in der Miihlenstraßc 24, ein wenig abseits vom Verkehr der Großstadt und doch in unmittelbarer Nähe der S- und IJ-Bahn, das jüdische Jugendwohnheim, das der Unterbringung und Berufsausbildung erzichungsscliwicriger Jungen im Alter von 14 bis 21 Jahren dient. Der Träger des Heims ist der Deutsch- Israelitische Gemcindcbund. Die zur Zeit 56 Jugendlichen des Heinis sind in zwei räumlich und erzieherisch getrennte Gruppen zusammengefaßt. In der Lehrlingsgruppe werden die ca. 20 Jugendlichen des bisherigen Lehrlingslieims, die fast alle in Außenichrstellen arbeiten, betreut, während die Jugendlichen der anderen Gruppe zum größten Teil im Heimbetrieb beschäftigt und ausgebildet werden. Ein Rundgang durch das anläßlich der Zusammenlegung beider Heime teilweise renovierte Haus führt uns durch die hellen und peinlich sauberen Schlaf-, Wohn- und Aufenthaltsräume, den großen Spiel- und Sportplatz, durch die Schneider- und Schuhmacherwerkstätten, in denen unter fachmännischer Leitung von den Jungen produktive und fleißige Arbeit geleistet wird. Zuletzt sehen wir den Garten, der trotz seiner verhältnismäßigen Kleinheit einigen Jungen eine gute Ausbildung vermittelt und der im kommenden Frühjahr auch als systematischer Ausbildungsbetrieb Verwendung finden soll. Die Räume sind bis aufs letzte so praktisch wie möglich eingcteilt, trotz mancher organisatorischer Schwierigkeiten, die sich bei der Lösung der gerade in diesem Heim gestellten Spezialaufgaben ergaben. Nach dem Rundgang hören wir einiges über die Grund- Sätze, nach denen die Erziehungsarbeit verläuft. Jeder Zögling wird individuell erfaßt und muß dabei in die straffe Gesamtdisziplin des Heimes und in die Heinigemeinschaft eingeordnet werden. Die Berufserziehung gellt Hand in Hand mit der sonstigen pädagogischen Arbeit. Hier gilt es, die Fähigkeit und Eignung des Einzelnen festzustcllen, Ehrgeiz und Arbeitsfreude anzuspornen. Schließlich wird ihm Gelegenheit gegeben, in den Werkstätten mul bei den sonstigen Arbeitsgelegenheiten, die das Heim bietet, einen bandwerklichen Berut zu erlernen, mit dein er später sein Brot verdienen kann. Sehr erwünscht wäre die Schaffung einer Möglichkeit, die Jugendlichen in der Holzbearbeitung (Tischlerei) anzulernen bzw. auszubilden, da hierdurch gute Arbeits- und Lerngelegenheiten geschaffen würden. Aus der Freizeitgestaltung für die Jugendlichen sei erwähnt, daß eine Reihe von Kursen und Arbeitsgemeinschäften wie Ffebräisch, jüdische Geschichte usw. stattfinden, die auch von geselligen Veranstaltungen und regelmäßigem Turn- und Sportbetrieb ergänzt werden, so daß neben der beruflichen Schulung auch die geistigen und körperlichen Kräfte der jungen Menschen gefördert werden. Neben einem nach Führung und Leistung der Einzelnen abgestuften Taschengeld erhält jeder Junge ein monatliches Kontogeld, das zur Anschaffung und Instandhaltung seiner Toiletten- und Kleidungsgegenstände dient und ihn zum selbständigen Wirtschäften erziehen soll. Nach den bisherigen Erfahrungen wird dadurch die Erziehung der typischen ״Anstaltskinder“ vermieden, die es als selbstverständlich empfinden, daß irgendeine Stelle für sie zu sorgen liat. Gerhard Levinstein UNTERRICHT UND ERZIEHUNG icoie nouueiie ״la chataigneraie“ ob COPPET bei Genf Land-Erziehungsheim -60 -־ Knaben von 8—19 Jahren. Grundl. Studium des Französischen und moderner Sprachen. Gymnasium. Real- und Handelsschule. Kleinkloisan-Syitam. laboratorien und Werk• stätten. Sport. Winter-Ferien in don Bergen. I a deutsche Referenzen. Individuelle Erziehung. Dir. I. Sch war fx-Buy I LAUSANNE ■ INSTITUT GABRIEL RAUGH I für Knaben I la Referenzen la Referenzen in Deutschland FramStild) Engliich Hand«l«fSeh*r Matura Abitur Fra. Baccalaurtat Sport Internat Prediger Hirsch, coburg Gegründet 1917 Ideales Schulheim in prachtvoll freier Höhenlage Volksschule, Realschule für Knaben u. 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