Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 96 (29.11.1935)
- Date
- 1935-11-29
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 96 29. XI 1935 JOD' SCH F pitKtnc^M a«i Seite 9 Beginn der Genfer Experten-Tagnng Genf, 28. November Am 28. November wurde in Genf, die Tagung der Sachverständigen-Kommission eröffnet, die dem völ Her bundsrat Bericht über organisatorische Maßnahmen zur Lösung des Problems der Auswanderer aus Deutschland erstatten soll. Den Vorsitz in der Kommission führt Sir Horace Rumbold, der am 27. November in Genf eingetroffen ist und sofort Rücksprache mit einigen der in Genf anwesenden Vertreter der jüdischen Organisation genommen hat. In der Vormittagssitzung vom 2S. November erstattete zunächst der Völkerbundskommissar für Auswandererfürsorge, James G. MacDonald, einen Bericht über die Tätigkeit seines Amtes und die gegenwärtige Situation der Ausgewanderten. Am Montag, dem 23 Dezember, werden die Vertreter der Jewish Agency, der Ica und des Joint Foreign Committee, des Board of Deputies of British Jews und der Anglo tewish Association der Expertenkommission ihre Pläne in ezug aut das deutsch-jüdische Auswandererproblem unterbreiten. Parallel mit der Tagung der Experten-Kommission findet eine Konferenz zentraler jüdischer Organisationen statt, auf der sich die Vertreter sämtlicher großen jüdischen Verbände (insgesamt 12) mit Ausnahme der Jewish Colonisation Association (lea) befinden. Aufgabe der Konferenz ist es, die Auswanderungsarbeit zu koordinieren und Wege zur Regulierung des Status der Ausgewanderten in ihren derzeitigen Aufenthaltsländern zu finden. Kleine Nachrichten Ein Prachtexemplar eines Cupressus orienfalis aus dem Schloßpark von Windsor ist auf den Dampfer ״Japanese Prince“ gebracht worden, der den Baum als Geschenk des englischen Königs nach Palästina zur Verpflanzung in den König-Georg-Jubiläumswald des Jüdischen Nationalfonds bringen wird. Der Abgeordnete des tschechoslowakischen Parlaments Dr. Angelo O o 1 d s t e i n wurde am 25. November von dem Außenminister der Tschechoslowakei und Vorsitzenden der Völkerbundsversammlung Dr. Eduard Benesch empfangen und verhandelte mit ihm über Fragen, die das Auswandererwesen betreffen. Die erste Vorkonferenz zur Organisierung der amerikanischen Palästina-Kampagne ist für den 1. Dezember nach New York einberufen worden. Es wird eine gemeinsame Sammelaktion für den Keren Hajessod und Keren Kajemeth durchgeführt werden. Wilhelmine von Holland ernannte den jüdischen höheren Finanzbeamten Dr. L. A. Ries zum Generalschatz־ meister der Niederlande. ״Thq Jewish Publication Society of America־“, Philadelphia, hat einen Preis von 2500 Dollar für einen iiidisehen Roman in englischer Sprache ausgeschrieben. Im Januar 1036 wird die soeben gegründete ״Polnisch- Palästinensische Kooperativbank“ ihre Tätigkeit aufnebmen. In der Ben Uri-Kunstgalerie iin Woburne Hoiise ist eine Israel Zangwill-Gcdächtnisausstellung eröffnet worden. Der jüdische Violinvirtuose Jchudi Menuhin hat nach der Rückkehr von einer äußerst erfolgreichen Tournee durch Südafrika erklärt, er beabsichtige, zwei Jahre lang nicht mehr öffentlich autzutreten und diese Zeit ausschließlich seiner Vervollkommnung zu widmen. Zum letztenma! wird der Künstler am 14. Januar 1936 ein Konzert in London geben. Die Studentenverbindung ״Barissia“ in Prag hat beschlossen, alle zwei Jahre einem Studenten eine gewisse Studienzeit in Jerusalem zu ermöglichen. Der Palästinafilm ״Land der Verheißung“ hatte bei seiner Wiener Erstaufführung außerordentlichen Erfolg. Der Leiter des Budapester Palästina-Amtes, Ing. Armin Beregf, hat am 15. November sein Amt niedergelegt, um nach Palästina auszuwandern. Sein Nachfolger wurde Rechtsanwalt Dr. B61a F 4 n g e s. Abraham Feiler hat es unternommen, Dubnows Weltgeschichte des jüdischen Volkes ins Rumänische zu übersetzen. Der erste Band des Werkes ist soeben erschienen. Der Bariton Dr. Ludwig Anger war für das Bach-Fest in Zürich als Solist in der Matthäus-Passion verpflichtet. Er sang außerdem in einigen Konzerten in Basel, Solothurn usw. Der Jüdische Kulturbund Rhein-Ruhr hat ein Stück nach dem bekannten Roman von Max Brod, ״Reu- —MAGISTER KIRSCH- D«r ■Mt« Ukir Maglster-Likörfabrik, Münch«« VII benf, Fürst der Juden“, zur Uraufführung angenommen. Die Aufführung erfolgt in einer dramatischen Fassung des Werkes, die der Kölner Dramaturg Gerhard Walter-Rosenbaum im Einvernehmen mit dem Dichter vorgenommeu hat. In der Zeitsschrift ״Die Bank“ ist in den Ausgaben vom 20. und 27. November ein Aufsatz von Dr. Hans Scheer über ״Einwanderung und Auswanderung in ihrer Bedeutung für die Banken“ erschienen, der sich u. a. eingehend mit der Transfer-Technik und den Auswanderungs- Bedingungen nach Palästina befaßt. Die ״H a g a d a h“, Oratorium für Soli, Chor und Orehester von Paul Dessau, Text von Max Brod, erscheint demnächst im Jibneh-Verlag, Wien. Wie uns aus Basel berichtet wird, wurde dort im Rahmen einer Veranstaltung zugunsten des Keren Kajemeth und der Wizo ein Stück ״Hameassef — Der Sa mmler“ aufgeführt, das einen historischen Stoff der Mendelssohn-Zcit in Berlin behandelt, nämlich die Tätigkeit der Gruppe um die hebräische Zeitschrift ״Hameassef“. Die Verfasserin des Stückes ist die Präsidentin der Wizo, Frau C. Kaufmann. Das von der Sekretärin der Wizo, Dr. Edith Ringwald, entworlene Programm enthält neben einer Inhaltsangabe historische Daten, die sich auf jene Epoche beziehen. Wie uns mitgeteilt wird, war die Aufführung des Stückes fn jeder Beziehung ein großer Erfolg. BRIEFE AN DIE REDAKTION Tolstoi und der Zionismus Halberstadt, 27. Nov. 35 Sehr geehrte Redaktion! Im Anschluß an die Ausfiihningen von Dr. Heller in Nr. 94 ist es interessant, das Verhältnis Tolstois zum Zionismus zu betiarhtrn. Dr. Udler wies auf die po-itiu׳n Auswirkungen der 1 ..('!!rt־n Tolstoi.-; auf eh!lim -chzionistische Ideologin hin. Zum Zionismus selbst verhielt sich Tolstoi dagegen durchaus alllehnend. Hierzu wird zweifellos die schon von I>r. Heller festgestellte völlige Verkennung des Judentums in beinern hisiorisehen Prinzip beige' ragen haben, ausschlaggebend scheint jedoch zu sein, daß Tolstoi in der zionbmehen Bewegung die Erscheinung ,.eines oberflächlichen äußeren Nationalismus“ erblickt; offenbar setzt er also den Zionismus in jeder Weise dem von ihm abgelehnten Nationalismus anderer Völker gl i< h. Wenn וז1זרה Tolstois Forderungen hinsichtlich der Beziehungen der Menschen unten ii!ander betrachtet. auch seine daraus resultierrnde Kritik des Antbemi'Hmus׳ berücksichtigt, konnte man verstehen, daß er zu dieser Auf* Fassung kommen mußte. Andercrscits steht er aber dem Gedanken einer hi di --eben K״!onisation, der Wmkrverbinduiig von Juden mit der Arbeit am Boden, ihre Zuführung zu der ,.ölten, von ihnen so gesddtzten Erdarbeit“ durchaus svmpathisch gegenüber. Von diesem Gedditp'unkt aus erscheint es unverständlich, daß er dieser grandiosen Möglichkeit zur Errdchung dieser Ziele so wenig lache entg genbrarhte. Er, den die enge Verbundenheit der Juden mit urbaner europäischer Zivilisation offenbar doch abstieß — wenngleich er das viel- Dicht nicht deutlich zum Ausdruck brachte —, hatte — darin ndt zionistischen Ideologen glcichgehcnd ■—• el!c nfalD im Zionismus den einzigartigen Weg sehen müssen, d r geeignet i t. diesem Zustand abzuhelfen. In konsequenter Durchführung seiner Gedanken, seiner Lehre von der notwendigen Vt/rbündenheit eines Volkes mit Natur und körperlicher Arbeit hätte er zu Zum Thema: BerufsumschidituiiR Hannover, 27. Nov. 35 Sehr geehrte Redaktion! Angesi hm der in giciilich großen Nachfrage nach üausangcstellten ist auch der Vorschlag gemacht worden. männliches 11 mispersonal hera nzubiidvn. Wenn auf diese Weis!׳ Arbeitsuchende einer Tatip׳k15t 7.ugeführt weiden können, s׳> N das sehr erfreulich. Sicher ist allerdiiigs. daß auf (»rund uralter Gewohnheiten für die 1 lausarbcit, um welch«« e, sich in*l>e sondere in stadtd her! Natishnl'ungen handelt, weibliches Persona! als das geeignetere zu bezeichnen ist. Anleitung erfahrener Hausfrauen zu lernen und somit die Grundläge zu einer späteren gutbezahlten Tätigkeit, zu finden. Es besteht wohl kein Zweifei darüber, daß tüchtiges Hauspersonal in jüdischen Häusern in Zukunft mit Leicht igkeit. gute Stellungen finden wird. Sofern aber bei den B ■treffenden. wie das häufig der Fall ist, die Ahsicht besteht, auszuw andern, so ist eine solche Ausbildung ein Erfordernis. Die auf diese Weise in den Büros freiwerdenden Stellen sind dann durch geeignetes mannliehe«, Personal zu ersetzen. Enteiner Beja ibung des — min- An statt nun männlich( l’crlas su 11ge:n habe! 1 nur in dem d-stens rrl j iösen — Zioni i-mus sonal in einen ihm fremc len Uee zu erfolg en. wie q ualifikommen m üssen. Wenn mal 1׳ die rut 1 ■ )inemzubunnen. vw.1 ■1■ festzierte Anwärter vorhanden sind. Hetonung 1 oetrachtet. de T oUtoi י!ר! zustelleru ob man auf Hm Harten zu ז ־mnebbri, 1 müßte auf die enge kulturelle Vereinen 1 anderen Wöge zur r■ merfcMg geteilt wer« len, dnß weihbiindenhe it der Juden mit ihrer bring ung männlicher Ar 1״ il- Hebe Bi'iroangc -! eilte dann nicht t’mgc! •im״ hebpielMvci.-c legt, sucht ,nder in für sie g! : wo h n י e entla ■ ׳!־n werden, wenn sie minoüer rite AufForfDrun׳.׳ liest, und für sie geeignet׳* Tn 0' 1.1׳ ־־‘׳,f flcjt« ¬5 גוז Jahre im Beruf oder die er gera idezn an die Juden erlangf ■n konnte, \v,!hn׳n d non 25 Jahre alt ' und. Aber auch gehen läßt b die er!׳)׳״_׳ Ge meinnoiid ich weit!liehe 11 11 ז-k r.11' für ״, bei tiie-cn B< ־dmcinigcn sind schuft mit der l'rmvelt nicht den Hau ■beruf in iinadi1 1. 1 .rlZ. Mild crungcn in■׳. Augi' zu; fassen. aufzugeben. , so milk* man Sieh! e 1 e ■ erscheint ohi 1e WC I f,׳n?, wo!lurch die Entlas-mng wirtfragen, ob Tolstui üHeihaup t der m״gi ich, wenn rinn jng rnd lir he srh.v bliche Sch wirrig kmten im Frlmltun״ jüdischen Volkstums 15.110;nhenermnen. d»c i n i'i'f'- eher liehen Hat Inhalt ent stehen große lSedcuuinc bei•״ ißt. und 511־׳c-r 1 gemcindlicho!•! und ) ״1 h'.nb können. das wäre wiederum zur F Gantbei 1C < זי: n b 11 ros in sehr her /.״hl Je dcnf.dls d urfte der Wog. worfung der a!r;(־,׳,chnit teilen 3n?u! retten ■־ind, eaHa!'׳!,!׳1.1 '1 w c i b ][־ be Arig! •rdl'0 in! laus- Frage aufs rhlußreirh. nab! gl cigi (■' r \ te' ,, f t;r fUDj hain :rgcn zu hr :ngen und mann- 7.11m int!( -t1׳Dwird es aber Ibitf ׳■ n!ge ••{.-!]' e unt ׳ r7u hrii 1R1 r,. liehe fnr K ■ > n * ׳ ׳r,1ri׳'׳e1 ten bereitdkutlirh, d aß ihn offenbar seine i i u b ■׳ei winde t*rn׳i< b t. daß zu סי. Ilern, der naftirki'here und t i< fe Vcrw urzduna in der rui'idu,c 11 ausln'i‘ >1( hrlin^c; zun 11 ,Tot desl! aib ernruch Dnc׳w־prfere sein. ׳־Hann Sc*. Hel ־0 von ein! 1' im-1! rin!;1 :d in die Ikvi-Ii, 11' u 1!gcn 1 loch. "׳ehningeroil Hrlvcnntnis Judithen Gebt׳.׳ , und lli H'I fuhrt, wurden, um Id er unter Rüde »11 Herz b e r g seiner von ihm ausgehenden Strömung׳ n fei nhielt, Hochachtungsvoll Philip Cohn Schutz nationaler Symbole Sammlung hebräischen Sprach gutes Bad Nauheim, 25. Nov. 1935 Sehr geehrte Redaktion! Auf die sehr bemerkenswerten Ausführungen von Herrn J. Rosenberg in Nr. 94 sei zuerst darauf aufmerksam gemacht, daß es außer Bialik auch Prob.s.-or Joseph Klausner, Jerusalem, war, der auf die Notwendigkeit einer vulLGndigen Sammlung all der in der ganzen n.irhbibiischen Literatur zerstreuten Wörter, der eiitfrndicn sowohl wie der neugebildeten, hinge wichen hat. In der Vorrede zu seinem hebritischen Taschenwörterbuch spricht Prof. Klausner von dem reichen Wörterschatz, d■ r immer noch ungchohen in der nachbiblischen Literatur ruht, der dazu dienen könnte, die hehmsolle Sprache zu bereichern. Man müsse staunen, immer wi:derau£ neue Wörter und Au.sdrucksformen zu stoßen, von denen man nie geahnt hätte, daß sie in der hebräischen Sprache vorkämen. Was nun besonders die Wortform ההדין angcht, so ist sie gewiß keine Neubildung, aber auch keine Bildung der Paitanim, sondern echt hi’׳lisch-ht> bräisrh. Die angeführte P!jutstelle — מירין ומפריס ist nur ein Zitat aus Psalm 69,52, t׳n I zwar in der!״•deutung: ״Hörner und Klauen haben“. Horhachtungsvolll Dr. L. F e i n s t e i n HANDSCHUH AL E D E R!!!. allen Spane(! 'Uark1״r׳w־K R^rlin Wem-'\״sb1dwr SirafV 4. nac חa 1 a,(. 11, ikrim 1,-1:!<.5;Bari»; Am um Jerusalem, 21. November 1935 l.'nd va muß au Sehr geehrte Redaktion! ln einer Ihrer l״!z0 n Ausgaben be-eimert H׳׳b Dr. J׳«׳T Kupp u. a. (Drüber, bhß in Jciusalom ein Hotel ,.körnig Dnv;d“ heißt, ticstatten Sie mir zu dies er Sache einige Worte: Das ,.King Dawd“ ist gewiß geschmaeklos genug, aber wir haben keinen Einfluß auf diese Namensgebung, da du• Besitzerin dieses größten Luxushotels Palästinas eine ausländische Hotelgcscllsclmfl ist, die eben fine kominer/ieM begründ־)!־׳ Vorliebe für nationale Svmhole jener!.ander hat, in denen sie Hotels unterhält. Schlimmer aber ist jener mit nati malen S ii'iniaiirii spekulierende Griff in die Geschichte des eigen••!! Volkes wie er in höchster Gp-chnnrklosigkeit in beinahe je<Dr Nmnmer der Offirial Gazette, AL. t e üung bi: ׳:!en־!1•■.״ישז״יז ז<!•*׳'י ־‘ zu finden ist. Daß ״Zinn" zu einem i'inerna warb. <l!b der Gazette! schöne Douglas im ״!'■!(■!V zu John Le sehen ist, sind Tat ,1 Inn. u:־<׳r Eigehon-t die man hier bereits hmweggciit. M. V. Ben den Kinos recht Et« dr ר ibmkon billig sein. So ist die Bank ,.König Salomo“ in Jerusalem nicht die Bank eines Mannes 11 amens Sa- ]on,o Km.lg, sondern das Gegenst ui k zu den erwähnten Hotels. Die kulturellen Instanzen, die Pr. Kapp gcgSn diese Gesclimarklosigkciten mobilisieren will, gibt es nicht, wie es ja — andererseits —־ keine jüdischen Behörden gibt, die auf die in Palästina, wie bekannt, sehr ein* fache, gegen Erlag ▼an 25 G rusch durchführbare offizielle! Ifhrä Heriing der Namen Einffuß nimmt. Eine B-liörde al-o, die einerseits den Neueinwandcrem naln legt, auf ihren ausländi ■( bei! Namen zu ver richten und einen hcbräbchen anzuttehmen, andererseits al>cr verhindert, daß {־'.die Vorkommen wie die jenes Marmes namen- WHdhlaw Go]dsein, der im Zeit,aber der zionist!erben Regeneration cs für sieh v1!״ nur! an —־ Martin 211 nennen. G a v r i e 1 Unser Mitarbeiter Dr. Ludwig Feuchtwanger feiert, wie wir erfahren, sci״ct1 50. Geburtstag. Ein Mann auf der Hohe der Schaffenskraft, der sein Wirklingsfeld im jüdischen Kreis eben erst so recht gefunden, darf es sich verbitten, daß man aus solchem Anlaß eine Art Bilanz seines noch lange nicht abgeschlossenen Werkes zieht. Aber ein persönliches Wort der Gratulation muH erlaubt sein; wir sprechen es immens der Leser der ״Jiid. Rundschau“, die Ludwig Feuchtwanger als gründlichen Forscher von unerschrockener Wahrheitsiiebe, die auch vor unbequemen Erkenntnissen nicht haltmacht, schätzen. Und was brauchen die deutschen Juden heute dringender als eine Neu-Orientierung in der sie umebenden geistigen Welt? Hier ist Feuchtwanger uns Freund, feiler und Lehrer. Wir danken es ihm an diesem Tage, an dem ihm so viele persönliche Zeichen der Sympathie zuteil werden. Die Zentralsammelstelle für die Jüdische National- und Universitätsbibliothek Jerusalem (Berlin W 15, Mcinekestr. 10, Tel.: J 1, 7165) bittet alle ihre Freunde, die Absicht, Bücher zu spenden, möglichst früh bekanntnigeben. Die ״Gepäckfahrt J 1, 8S?q“, die alle Berliner Bücherspenden für die Zentralsammcl teile kostenlos abholt, kann dringende Abholungen in den Umzugstagen nicht unberechnet übernehmen. Spender aus dem Reich werden gebeten, die Kosten der Fracht nach Berlin, bzw. nach den Sammelst eilen in Breslau, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, Nürnberg selber zu tragen; falls sie hierzu nicht bereit sind, sich über Rückvergütung der Frachtkosten oder Bezahlung der Nachnahme mit der Zentralsammelstelfe vorerst in Verbindung zu setzen. — Blindenscbrift-Bücherspenden werden von der Zentraisa nt inelstclle auch entgegengenommen. Die Teilnehmer an dem Kartelltag des KJV. weisen wir nochmals darauf hin, daß die Veranstaltung am 30. November im Logenhaus, Kleiststraße, um 20.30 Uhr mit dem Referat von Dr. Egon Rosenberg eröffnet wird. Die Tagung am 1. Dezember beginnt um 9 Uhr. Nach Beendigung der Tagung gemeinsames Essen der Bnndcsbriider mit ihren Angehörigen im Logenhaus. Tagung gesetzestreuer Lehrer. Zur Aussprache über pädagogische, psychologische und schulorganisatorische Fragen der jüdischen Schule veranstaltet die Samson Raphael Hirsch-Schule, Frankfurt am Main, Am Tiergarten 8, vom 29. bis 31. Dezember eine Tagung, zu der die gesetzestreuen Lehrer Deutschlands eingeladen sind. Antworten der Redaktion Samuel Igra, Berlin. Sie wollen die Meinung zum Ausdruck gebracht wissen, daß außer den oftmals erwähnten jüdischen Einflüssen der letzten Epoche auch andere jüdisclie Einflüsse im europäischen und auch im deutschen Volksleben wirksam sind, insbesondere religiöse Motive. Sie schreiben uns: ״Ohne paradox zu sein, kann man behaupten, daß von Heine bis Arnold Zweig Juden auf das Kulturleben Deutschlands weniger Finfluß nusgcii bt haben als ein einziger Psalm von den 15(1 Psalmen.“ Das ist ein häufig diskutiertes Problem, und es ist Ihnen gewiß nicht unbekannt, daß auch wieסי1׳!׳,'׳!( von niehtjudisclier Seite gegen das Alte Testament Stellung genommen wurde. Aber in dem in jenem Artikel besprochenen Zusammenhang handelte es sich vor allem um die letzte Epoche. Dr. Drucker, Berlin. Die Leistung der Juden in der Wissenschaft ist keineswegs unbekannt, sondern es gibt — neben Anerkennung -- Aeußerungen, die trotz der von Ihnen erwähnten Leistungen den Einfluß der Juden auch in der Wissenschaft für unerwünscht!!alten, weil durch ihn der arteigene Ausdruck verhindert werde. Durch die Auf- Zahlung jüdischer Nobelpreisträger usw. würde dieses Argument nicht widerlegt werden. Wir glauben überhaupt nicht, daß durch apologetische Aufzählung jüdischer Leistungen das Verhältnis zwischen Juden und Nichtjmlen _ verbessert werden kann; worauf es ankommt ist, daß wir Juden selbst uns unserer Leistungsfähigkeit bewußt sind und nicht aulhoren, nach dem Höchsten zu streben. Moritz Lebenbaum, Berlin. Wir haben wiederholt falsehe Talmudzitate in der ״Jüdischen Rundschau“ richtiggcstellt. Eine gute Zusammenstellung findet sich in dem Buch ״Enthüllte Talmudzitate“ von Dr. Alexander Guttmann (Philo-Verlag, Berlin), sowie in dem Buch ״Israel und die Völker“ von Josef S. Bloch (Verlag Benjamin Harz, Berlin). Bekanntlich wurde Prof. Rohling, der geistige Stammvater der antisemitischen Talmud-Literatur, in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts von Josef Bloch öffentlich der Fälschung beschuldigt und auf diese Weise zur Beleidigungsklage gezwungen, hat aber dann die Belcidigungsklage unter der Wucht des Materials zurückgezogen, so daß der Vorwurt der Fälschung aufrecht erhalten blieb, was leider nicht allgemein bekannt ist. Schmuck Uhren 4 Cm01 fl+ Silber Jahren ZJuwelier 3elmCnte& asm»