Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 86 (25.10.1935)
- Date
- 1935-10-25
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHE RUNDSCHAU Berliner Rundsclian NR. 8d 25 OKTOBER 1935 Dokumente der Vergangenheit 30 jähriges Bestehen des Gesamtarchivs In diesen Tagen kann das Oesamtarchiv der Juden in Deutschland auf ein 30jährigcs Bestehen zurückblicken. Dieser äußere Anlaß und das immer mehr zum Durchbruch gekommene Interesse für geschichtliche, insbesondere familiengeschichtliche Studien geben erwünschte Gelegenheit, die Aufmerksamkeit der Oeffentliclikeit auf dieses Forschungs• und Sanmilungsinstitut 711 lenken. In den Ärchivmagazinen in der Oranienburger Straße 28 sind viele Tausende von Aktenbänden aufgestapclt, die so gleichförmig und unscheinbar ausschen und doch, wenn inan sie aufschlägt, Jahrhunderte zu uns sprechen lassen. Wir sehen da alte Gemeindeakten, Protokoll- und Reclimmgshiicher, Geburts-, Trainings- und Sterberegister, Archivalicn von jüdischen Organisationeu, Vereinen und Stiftungen. Das Alter und der Erhaltungszustand dieser Akten-!nassen sind sehr verschieden. Die ältesten Bestände reichen etwa in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges zurück. Manch ein Aktcnhand trägt sichtbare Spuren der Zerstörung an sich, nicht immer ein Beweis für hohes Alter, häufig nur für die Unzulänglichkeit früherer Aufbewahrung oder Behändlung. Wir hatten Gelegenheit, an einzeitten Stücken zu beobachten, mit welcher Präzisionsarbeit solche vergilbteu, unersetzlichen Aktenblätter vordem Verfall gerettet werden, lind konnten feststellen, in welchem Umfange auch die Photographie (Photokopie) in den Dienst dieser ״Rettungsarbeit“ gestellt wird. 111 konsequenter Arbeit sticht das Gesamtarchiv eine möglichst vollständige Aktensaintnlung an/u!egen. Bis- Archivschrank mit den Depots menrerer Gemeinden 1M■■ ״V; [*Miiiiin: h-tij . r Jier sind aus etwa 400 Gemeinden die Akten in dieser Zentralstelle z.tisaminengiströmt, und diese Zahl erhöht sich jetzt besonders dadurch, daß zahlreiche kleine Gemeinaut Veranlassung des Archivs und der Landesverbände ihre Akten nach Berlin übersenden. Aus der Fülle der Bestände seien hier einige der alleren Personenstandsregister genannt: das Krotoscliincr Totenbuch, das mit dem Jahre 1075 beginnt; das Olfenbacher Totenbuch vom Jahre 1711; das Strelitzer von 1743. Die Heiratsregister der Gemeinde Berlin sind von! den sich auflösen, die daun entweder von sich aus oder Jahre 175g ab vorhanden. Das Beschncidmigsregister beginnt mit dem Jahre 1715. Von privater Seife wurden dein Archiv zahlreiche Mohclbiichcr (Beschneidtmgsbücher) gespendet, die jetzt ״verzettelt“, d. 11. durch Anlegung von Karteien für die Familienforschting nutzbar gemacht werden. Aus den im Gesamtarchiv aufbewahrten Memorbiichern seien die von Emmerich, Wetzlar, Beverungen usw. genannt. Das Archiv sammelt in Ergänzungen seiner Haupfbe- Stände weiteres Material zur Erforschung der Personen- 11 hd F a tn i I i c n g e sc h i c h t e. Es sucht daher Briefs.״״mlungcn und sonstige aufschlußreiche Nachlässe sowie alle kulturgeschichtlich interessanten Dokumente an sich heranztizielicn. Die Sammlung von Thorawi!np ein mit ihren historisch wichtigen Aufschriften, die von (i r a b i 11 s c h r i f - t c 11, von Photograph!cn jüdischer K n 11 tt r d e n k m a 1 c r überhaupt gehört ebenfalls t.um Arbeitsbereich des Gesamtarehivs. Infolge der neuen Gesetzgebung und der intensiver gewordenen Besinnung auf den eigenen Ursprung hat sich die Tätigkeit des Gesanitarchivs in den letzten Jahren mehr auf das praktische Gebiet ,verlagert, so daß dadurch seine Saminhingen gerade heute einen gesteigerten Wert erhalten haben. Zahlreiche Archivbcnutzer werten die Bestände des Gesamtarchivs für ihre faniiliengeschiehtlidten Forschungen aus und erhalten durch das Archiv Urkunden über ihre Abstammuug. Die Bestie 11 erzähl hat sich -demgemäß gegenüber früheren Jahren um ein Vielfaches gesteigert. Das Gesamtarchiv wurde auf Grund einer Anregung des Fürstlich Plcßschcn Archivars Dr. Zivi e r von der Bne- Brith-t.oge und dem Deutsch-Israelitischen Gcmeiudehtind in Gemeinschaft mit der Berliner Jüdischen Gemeinde ins l.eheu gerufen. Träger des Archivs in neuester Zeit sind die Rcichsvertretung, der Preußische I andesverbaiul und die ßerliner Jüdische Gemeinde. Der erste Präsident des Kuratoriunts des Gesamtarcliivs war Professor Martin PitiUppson, dem Professor Kalischer lind Justizrat Saloin o 11 folgten, wahrend zur Zeit Aintsgeriehtsrat T u c 11 - I er, Mitglied des Vorstands der Berliner Jüdischen Gemeinde, diesen Posten iiine hat. Es ist nicht leicht, dem, der in die Arcliivsamniltmg noch ui-clit hineingeblickt lt.1t, einen lebendigen Eindruck von ihnen zu vermitteln. Man müßte dazu Tausende von Dokumenten abdrtieken und mit den notwendigen geschichtlichen Komin ciliaren versehen. Aber auch so wird der Leser ver• stehen, um welch wichtige Angelegenheit der Gesamtheit es sich liier handelt: um nichts weniger ais um das ge• s c 11 i e 1111 i c 11 e G c d ä c 11 t 11 i s des Judentums in 1 )ettfsch• land, das aus jedem Blatt in diesen Akteuregalen Erkennt• nissc über seine Vergangenheit ablesen kann. Der Aufbau des Gesanitarchivs lag bis zum Kriege in der I land von Dr. Eugen T ä u b I e r, des durch Itieenfiille und exakte Forsclitingsindhode gleich ausgezeichneten späte• teren Heidelberger Dniversitätsprofessors. Zu seinen Mit• arbeitern zahlten Dr. Georg Herlitz, Mitherausgeber des Jüdischen Lexikons und Leiter des Zionistischen Archivs in Jerusa’em, sowie l)r. N. M. Nathan, jetzt Generalsekretär der Hamburger Jüdischen Gemeinde. Gegenwärtig ist Dr. Jacob lacobson Archivleiter. ZIONISTEN CÖNGRESS 1897. Postkarte vom 1. '/.ionistenkongreß. Aus der im Gesamtarchiv deponierten zeitgeschichtlichen Sammlung von San.-liat Solomon Ne umarm s. A. 41/ Thorawimpel aas Bleicherode vom Jahre 1800 1-oto•; j. >•»—י■;; »f>M $ Ankündigungen Zionistische Veranstaltungen Acrziegesellsehafi für Palästina. Am 31. Oktober, 20.30 Uhr. sprich* itr! jüdischen Club, JoachimMhaler Sfr. 13, Ueheinuat Prot, Dr. 11. Strauß über ,.Ki.mk beiten mul Fr:!,ihruisjg'-'ehäden bei J in Iva“. Misrachi-Gruppc. Am 5. November, 8.30 l hr. Svn;־g׳>ge J'nX« humu, Stierslr. 21, Wort m jg-al!־,-!!< i: ״Die Würdigung der Flau ini Judentum“. Redner: RnM>. Dr. Harry L-evy, Rabli. 1. Broch, Herr Uemler, jo-uhua Wolf!. Frauen• Arbeitsgemeinschaft für Palästina. (Truppe T-empdhof: Am 26. Oktober, 18.15 Uhr, bei Frau Adler, I luhen/ollenikot> 8, Fibel- Vorlegung; Leitung: Dr. Fva Lübeck. -- Kur-, im Rahmen der Riuüb-1 ,rhr.-tat tu: Or. Arthur!hin/.: ״Div jaden in dm neuen Landern": am 7., Id. mul 21. XmcmlnT, ״Hon!cki׳-!r. 10, 20.30 b irr. Zentrale Veranstaltung für alle Gruppen: Am 28. Oktober, 20.30 Uhr, im Logenhaus, Kfeiststr. 10, S. Adler-Rudel: ״Soziale Bestandsaufnahme der Juden in Deutschland“. Gäsie willkommen. Junggruppen der ÖZV. Rayen-mher Platz: Am 31. Uktober, Mün* ebener Str. 37, 20-30 Uhr. l*Tiednehdt.un: Am 29. und 31. Oktober, I.andd1er״t:r Str. 87, 20 Uhr. [annovv iSizbrücke: Am 30״ und 31. Oktoba, RiuckcüUr. 9. 20.30 Ubty je tvet Gruppen. Nord: Ara 31. Oktober, Bado!■, 34-35, 20 Uhr. Ne־dk011n: Am 30. Oktober, Brüdeigemcihde,! ■-.,1,1 ü r. 8, 20.30 Uhr. Suviepiyplatz: Am 28. Ok* inber, Ib׳un, Bleil ■\ \ cu 0 r. 50: am 28. und 31. Oktober, zwei Gruppen, KunUtr. 54, 20 F)m. Tiei garten: Am 23. Oktober, Mcinekesir. 10, 20.30 l.'hr; am 29. ( )L1״!>er, KatiOti. 54; am 29. und 31. Oktober, Meinekestr. 10. Wiliner-dort: Am 30. ( Jktobcr, zwei Crupften, Mrinekf-tr. 10, 20,80 Fhi. Zt iüiiim: Am 29. tin I 31. Oktober. Ro-on- Ihaler Str. 44, 2a.;>m Uhr. A t bei1 du 1־i ■: A:n 29. (M-uober, Mctnekestr alle 10, 20.30 l'lir. .\Di\DeU: Am 30. ukio! u;r, Mtüneku-ur. 10, 20.30 Uhr. 19'ihm k jei: Am 2. -\m׳cmU׳r, IvuNr. 54, 201.30 Uhr, »Sprechstunden: 14 18 l in׳, M!, meice-1 r. 10, lk. Sto׳.:k, Z.!111mer 5. Schach|*ruppe des Bezirkes Zentrum-Nord der BZV. Am 27. Oktober, 8 Uhr, Smmlt:m-Vor.ueilun^ au iheibigf Fiotern im llmn, Ro^enthaler Sfr. 44. Kinderfeier der Machanoth Haieladim. ״V׳n 27. Okniber, 10 Uhr, 1'\1n1ih׳ih1•. 79-80. ICmdm im Ahei v׳.m 8 bu 11 jaiuen sm׳l ein- ^eladpu. Die Nähstubc der Frauenarbeits-Gemeinschaft für Palästina hatte anläßlich ihres einjährigen Bestehens eine Ausstellung der in der Nähstuhe verfertigten Kleidungsstücke in der Loge (KleistStraße) veranstaltet. Die ebenso hübsche wie zweckmäßige .Arbeitskleidung ist für die arbeitende Jugend in Baldstina bestimmt. Die neuen Schnittmuster, nach denen die Sachen gearbeitet wurden, sind besonders geeignet für die Arbeit im Garten und im I'eld. Die . I ii.sslellung fand bei allen Besuchern großes Interesse und regen Beifall. i’üio: Herbert Soonenfcld ממן ת.1.ביאליק עי ההסתדרות הציונית בברלין LEHRSTÄTTE CH. N. BIALIK DER B. Z. V. Eröffnung des Arbeifsjahrs 1935-1936. Am 30. OkU Loge, Kleist- $tra!3e 10: Abend der ״Jüdischen Geschieht«.׳ im Bilde der Zeit“ (mit Lichtbildern): ״Die Geschichte des Vorderen Orients und ihre Dokuntcnle". Dozent: Dr. Joachim Prinz. Am 31, Okt.: 1. Abend des Zyklus: ״Der Orient“. Dr. Edgar Rosen: ״Die arabischen Staaten“. Heim, Kantstr. M. Am 4. N'ov.: 1. Abend cks Zyklus fV : ״Jahrhimderte der ErschüMerung“. Dr. Max jVuUbaum: ״Von Pompeius bis Titus“. Heim, Kantstr. .54. »Am 5. Nov.: 1. Abend des Zyklus IX: ״Das öffentliche Leben in Palästina“. S. Tschertok: ״Idee und Wirklichkeit der Knesseth Israel“. Heim, Kantstr. 5t, - Die Kurse ״Juden in neuen Ländern“ (Dozcrrt: Dr. Arthur Prinz, Beginn am 7. Nov., Mcinekesir. 10) und ״Das K*tul in der jüdischen Literatur“ (Dozent: Dr. Ch* Borodianski, Bcqirm am 25, Nov., Meinekestraße 10) werden gemeinsam mit der Frauen-Arbeitsßemcimchaft für Palästina veranstaltet. Sämtliche Vortragsabende beginnen um 20.30 Uhr. Arbeitsgemeinschaften. Im N.mmbi-r: K.׳A. Kurf I-ewin^i!m: ״Die klasb.-elum W’eike <!■■■, Z 1<י:u-mn M. iU־, ■ e r: ״Di׳' Ftvmo!.>uie der I1eb1ai"־׳i1en Kp: .1׳ he“. t'ir. 1' u! •: ii.!!! •k i: .,1 b־brm i.-elk•■» lhbeb seminar“. — S. ״Muh׳, I i ehm i •1 [׳!י e.- Mi,: Imo Snnnmr. S, Kah-ko, 1 lebt.iit'ehe•' 1.itiT.m1i Sem!!!.!r. . R.-A, Be!um Lohn: ,,Zi»>i11-rmi.s —־ «u'Dint am XIX. k׳>i>c;1 di״, Auhuiii!'! in 14 Anmeldung ini Sekieimiat: Ku'iurai'teihuig der BZ\*., Mri.'U'kvUr. 10. Kmfen: Buch- 11.tnd{ung S.dles, Gn-nadterMr. 30: Heim drr B/A’., Ivunt-tr. 54; Kon 11i 1 <> 1 c־i! lan-a, XW87. lHensburgcr Sn. 19: Aazei^waannahrm־ der ״lüdUrheü RnmiMdiau“. MeiiK-kedi. 19. - Laut dem Abkommen zwischen der BZV. und dem Jüdischen Kulturbund Berlin beträgt die Gebühr bei Belegen eines ganzen Kursus für Kulturbwndmitßiiedcr 25 Pf. pro Abend. (Für die drei Zyklen von Joachim Prinz 50 Pf« pro Abend). Einzelabcnde 40 Pf. (resp. 7 5 Pf.) pro Abend. Familien - Nach richten Herr Michael M e v 0 r, Berlin, Bayerische Str. 31, begeht am 27. Oktober den 50, Geburtstag. Bar Mizwah-Termine Am 26. Oktober -*■■•■■29 ׳. Ti>el!ri: Leopold II o r 11 i k, Sohn von Bernbard IJornik, ('iu: loticuhmg. Scldiiterstr. 13. Am 2. November — 6. Man hesdiwan: VYohgang Trans lat cur, Sülm, von Leo T1un׳,!j!em, I lahuH-'e, Fuul-i)0rner Str. 21. Linoleum tQr Treppen, Läden, Zimmer und Küchen Anschläge kostenlos Großes Lager in Cocos-, la Refer. / Gegr. 1892 Bouclöu. Velourläutern Fritz Stoehr Memhardstr. 15 frühere Milnzstr. 1? E1 Berolina1a66-67