Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 31-32 (17.4.1935)
- Date
- 1935-04-17
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2651273-2653827-2653858--26693-2688093- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
wwmmmmt-* PP mmmmßmmmmmmmm mmmmmmmmmm Nr. 31/32, 17. IV. 1935 40 JA HR E 1ÜMSCHE RUNDSCHAU Seile 7 im türkischen Palästina begann, gab es die „Hadassah" (amerikanische Fruuen-Organisation) noch nicht, d. h. also kaum ein jüdisches Krankenhaus; das Spital in Jaffa, die einzige Zuflucht für erkrankte Arbeiter aus den umliegenden Kolonien, war in sehr schlechtem Zustand. Außerdem gab es in Jerusalem drei Krankenhauser. Mädchenschulen gab es nur die der Alliance, in welchen die Kinder als Umgangssprache Französisch lernten, und die Schulen und Kindergärten des Hilfsvcrcins. Ausschließlich in dem damals gerade neu gegründeten Tel-Awiw gab es die Mädchenschule des Odessaer Komitees mit Hebräisch als Unterrichtssprache. Gleich im ersten Jahre des Bestehens des Kulturvcrbandes wurde das Krankenhaus in Jaffa teilweise neu eingerichtet; 1912 wurde noch ein kleines Krankenhaus in Haifa unter Leitung von Dr. Elias Auerbach gegründet und subventioniert, denn damals entstanden die ersten Kolonien in der Nähe (Daganiah, Merchawiah), und Haifa selbst begann sich zu entwickeln. Im zweiten Jahr des Bestehens des Kulturverbandes wurde in Jaffa eine Spitzen nähschule errichtet, der später weitere Schulen in Jerusalem, Tiberias und Safed folgten. Ein großer Teil der Schülerinnen der Spitzennähschulen entstammte den Chalukkah-Kreisen, ein anderer Teil kam von den neu eingewanderten Familien aus Rußland. Da bedeutete es viel, wenn die Mädchen außer dem Verdienst, den sie gleich fanden, hebräisch lernten und gezwungen wurden, in den Nähstuben hebräisch zu sprechen; da sie teilweise nie eine Schule besucht hatten, lernten sie dort auch Rechnen, Schreiben und Lesen. Zur Leiterin der Spitzenschule in Safed wurde damals die 17jährige Hadassah Perlmann (später Calvary) bestellt. Aus diesen Spitzenschulen ist dann im Laufe der Jahre die Werkstätte „Shani" hervorgegangen, die in Anlehnung an die „Histadruth nashim jwrioth" (die palästinensische Frauen-Organisation) hauptsächlich durch jemenitische Jüdinnen die allen Frauen bekannten palästinensischen Stickereien erzeugt. Im Jahre 1911 wurde unter Leitung von Frau Dr. Maisel-Schochat die erste Mädchenlehrfarm in Kinereth gegründet, wo 14 Mädchen in allen Zweigen der Haus- und Landwirtschaft ausgebildet wurden. Diese Schule mußte leider gegen Kriegsende geschlossen werden, da das Haus für militärische Zwecke beansprucht wurde. Einige der dort ausgebildeten Mädchen wurden später die Leiterinnen der Mädchenfarmen von Schchunath-Borochow und Petach Tikwah. Danach hatte der Kulturverband durch den Krieg seine Verbindung mit den ihm angeschlossenen Ländern verloren. Der Schwerpunkt der gesamten zionistischen Arbeit wurde nach England verlegt, und hier entstand die neue große zionistische Frauen-Organisation Wizo, die nun die Arbeit in größerem Maßstabe fortsetzte. Aber auch die innere jüdische Situation hatte sich geändert, und inzwischen war auch ein neues zionistisches Geschlecht herangewachsen. Frauen aus dem Blau-Weiß oder dem Jüdischen Studentinnenverein hervorgegangen, fanden kein Genüge mehr an der Arbeit des Ktilturverbandes. Die bloß durch soziale Arbeit hergestellte Verbindung mit Palästina genügte den jungen Zionistinnen nicht mehr, und es kam spontan, an mehreren Orten fast gleichzeitig, zur Bildung des „Bundes Zionistischer Frauen", dessen Mitglieder wohl zum großen Teil Mitglieder des Kulturvcrbandes waren. Dieser Bund schloß sich der Wizo an, die Aufbringung des Budgets, d. h. die Bereitstellung der Mittel für den Unterhalt der der landwirtschaftlichen Ausbildung der Mädchen in Palästina dienenden Institutionen wurde in Deutschland zunächst fast vollständig vom Kulturverband erfüllt, an dessen Arbeit sich die Zionistinnen nicht genügend »ktiv beteiligten. Von dieser Situation ausgehend, hatte man in Berlin im Jahre 1927 mit recht gutem Erfolg in einer aus Kulturverbind und Bund Zionistischer Frauen zusammengesetzten Frauen- Arbeitsgemeinschaft für Palästina gearbeitet. Gleichzeitig bahnte sich in Palästina die Vereinigung der Wizo mit der „Histadruth nashim iwrioth" an. Als sich die Fusionierung zur jetzigen „Histadruth nashim zionioth", der palästinensischen Landesföderation der Wizo, vollzog, als endlich das Statut der Wizo so geändert wurde, daß auch nicht rein zionistische Verbände wie der Kulturverband gleichberechtigt aufgenommen werden konnten, da war kein Grund mehr dafür vorhanden, die Schwierigkeiten der Arbeit in den beiden getrennt arbeitenden Frauenvfrbänden durch eine Fusion von „Kultlirverband" und „Bund zionistischer Frauen" nicht zu beseitigen. Die damals geschaffene Organisation war in kurzer Zeit bis zum Umbruch in Deutschland mit Entschlossenheit und Umsicht an ihre Arbeit herangegangen, die im wesentlichen in der Doppelaufgabe besteht, Geldmittel für die von der Wizo in Palästina unterhaltenen Institutionen bereitzustellen und Propaganda und Schulung in Deutschland zu treiben. Aulierdem hat sie damals durch Errichtung einer Stube und Einrichtung eines Kinderferienheims, jetzt durch Einrichtung einer Nähstubc zur Ausstattung von Chaluzim und Inangriffnahme der Versorgung der Bäte Chaluz praktische Aufgaben üi der Galuth übernommen. Nun haben wir durch die veränderten Verhältnisse in Deiiischland unsere besten und geschultesten Kräfte fast ausnahmslos nach Palästina abgegeben; es ist sehr schwer, diesen Verlust auch nur annähernd auszugleichen, denn es gab zu yenig geschulte, mit der Tradition der zionistischen Arbeit in Deutschland verbundene aktive Frauen. Trotzdem scheint uns, daß es viele wertvolle Frauen gibt, die die Notwendigkeit verstärkter Arbeit in einer Frauen-Arbeitsgemeinschaft für Pa- ZIONISMUS UND GEMEINDE Von Dr. Alfred Klee Vor 30 Jahren gründeten wir den „Neuen jüdischen Gemeindeverein" in Berlin, den Vorgänger der „Jüdischen Volkspartei" und des „Jüdischen Volksbundcs", Er stellte nicht die erste oppositionelle Regung gegenüber dem herrschenden Gemeindcfiberalismus dar. Aber nach Tendenz und Kampfmethode war er etwas absolut Neues. In der Tendenz, da die jung aufstrebende zionistische Bewegung durcli un* den ihr gebührenden Einfluß errang, und in der Kampfmethode, da hier zum erstenmal mit der Notabeln-Politik gebrochen wurde. Hinzu kam die starke Betonung des Rechts der religiös-konservativen Bevölkerung auf Gleichberechtigung in der Gemeinde. Will man sich den Zeitpunkt, in dem unsere Arbeit begann, recht vergegenwärtigen, so darf man nicht vergessen, daß bei der Einweihung der Synagoge in der Lindenstraße der damalige Gemeindevorsitzende noch erklären durfte, dies sei die letzte Synagoge der Gemeinde mit vorzugsweise hebräischer üebetssprachc; man wird dann leicht ermessen, welch verheerende Auflösung der Gedanke der Anpassung an die Umgebung mit sich gebracht hat. Aber wir sammelten nicht nur die Jungen um uns, uns selbst war es erstaunlich, wie die Aelteren und die Alten sich uns anschlössen in dem sicheren Gefühl, daß hier ein neuer Weg gezeigt werde, der Zusammenfassung an die Stelle der Auflösung, Pflege der Eigenart an die Stelle der Mimikry, kurz, Erhaltung und Neuaufbau an Stelle des Untergangs bedeutete. Viele, die zu uns kamen, wußten zunächst noch nichts von Palästina- Bewegung und Zionismus. Sic lernten es in unseren Versammlungen und verstanden bald, daß der ideale Schwung dieser neu-jüdischen Bewegung mit keiner jüdischen Tätigkeit ihrer bisherigen Umgebung vergleichbar war. Kampf tun die Gemeinden Irt den Gemeindestuben Deutschlands saßen Männer von hohem bürgerlichen Ansehen, denen aber zumeist ihre soziale Stellung, nicht ihre jüdische Leistung, die Tür zur Gemeinde geöffnet hatte. Im kleinsten Kreise wählte man die Kandidaten aus, persönliche Beziehungen entschieden häufig, von dem Gewählten erwartete man, daß er erst bei der Arbeit sein Interesse für die Gemeinde gewinnen werde. Es wurde korrekt verwaltet. Freilich trifft diese Charakteristik nicht auf alle Männer jener Zeit zu. Auch unter ihnen gab es Menschen jüdischer Bildung, die den Wunsch hatten, ernste Arbeit zu leisten; aber es fehlten ihnen konkrete Vorstellungen von jüdischer Zukunft. Sie empfanden und bedauerten wohl das Abbröckeln — Gegenkräfte konnten sie nicht entwickeln. Der Gedanke der Enthebraisierung, der Kultusreform als Mittel zur Heranziehung der Jugend, der falsch verstandene Gedanke von der Mission des Judentums durch seine Zerstreuung, die Verdünnung der jüdischen Thora zu einer blassen Ethik versagten und hemmten die jüdische Tat. Die wenigen Religiös-Konservativen alten Schlages drangen nicht durch, unterschieden sich auch in der Grundauflassung, mit der sie das Judenturq nur als „Konfession" ansahen, kaum von der Mehrheit, deren Tendenzen auf bürgerlicher Anpassung und Eliminierung a'ler national-jüdischen Werte sie sich ebenfalls zu eigen machten. Uns standen anfänglich die juristischen Grundlagen der Gemeindeverfassungen entgegen, unser erster Ansturm mußte am Pluralwahlrecht, an der fehlenden Gleichberechtigung der ausländischen Juden in vielen Gemeinden scheitern. Dem Zuge der Zeit aber konnte vor allem die Berliner Gemeinde sich nicht entziehen, und ali in Staat und Stadt das VcrhäRniswahlreeht durchgeführt wurde, kam es auch, hauptsächlich auf unser Drängen, für die Gemeindewahl zur Anwendung. Entwicklung und jüdische Grundhaltung der Berliner Jüdischen Gemeinde waren in nuce bereits entschieden, als der Schreiber dieser Zeilen dem Delegiertentag der Zionistischen Vereinigung für Deutschland im Jahre 1920 unter brausendem Jubel mitteilen konnte, daß Bresche gelegt sei in die bis dahin einheitliche Front des Gemeindeliberalismus, und daß er mit drei anderen Freunden — unseren Gesinnungsgenossen Heinrich Löwe, Abraham Lob und Max Lewit — jn die Repräsentantenversammlung der Berliner Jüdischen Gemeinde gewählt sei. Es ist schwer abzuschätzen, wieviel hingebungsvolle Mühe die Vorbereitung dieses Erfolges gekostet hat, in wieviel Hunderten von Zirkeln und Versammlungen wir Jahre hindurch hatten sprechen müssen, mit mir Isaac Zwirn und unser verewigter Freund Gustav Witkowsky. Einen starken Auftrieb hatte übrigens die Bewegung bekommen, als der junge zionistische Rabbiner Dr. Emil Cohn wegen seiner zionistischen Gesinnung seines Amtes entsetzt wurde. Es gesellte sich so zur Ideenpropaganda und zu den aktuellen Fragen, die die Zustände der Gemeinde boten, auch der Kampf gegen eine offenbare Ungerechtigkeit, die weithin auch außerhalb unserer Kreise als eine solche empfunden wurde. lästina erkennen. Zu notwendig braucht Palästina den Typ der Frau, den Nanuy Margu Ii es in der Zeitschrift der Wizo „Pioniere und Helfer" ausgezeichnet umrissen hat: „die verantwortliche, mitaufbauende und mitbestimmende bürgerliche Frau. Heute ist die Frage ihrer Erziehung zur Vollbürgerin, zur kulturellen Erzieherin der kommenden Generation eine Lebensfrage des Jischuw überhaupt." Edith Hirsch Wir sagten, daß mit dem ersten Erfolg schon die Entwicklungslinic sichtbar wurde. Bei der Nachwahl 1923 gesellte sich zu uns als fünfter Hans Goslar, 1925 errangen wir ein Drittel der Plätze. Gleichzeitig stärkte sich unser Einfluß im Vorstand (Kareski, Sandlcr, Kollenschcr), der Gemeinde, die ersten Wahlen zum Landesverband brachten uns auch draußen im Lande beachtliche Erfolge, nachdem schon vorher unsere Gesinnungsfreunde in den großen Gemeinden der Provinz dem zionistischen Einfluß v erstärkte Resonanz verschafft hatten. Dieser äußerlichen Neuformung entsprach der gedankliche Inhalt, den wir in die Gemeinden hineinzutragen uns bemühten. Sie waren für uns geschichtsbcwulite Juden, für die es keine Arbeit gab, die nicht an die Traditionen unseres Volkstums anknüpfte, die lebendigen und ewigen Träger des jüdischen Lebens überall in der Welt, die Formen unseres autonomen Seins in der Diaspora, die Kraftquellen für ein werdendes Palästina. Daraus ergab sich unsere programmatische Einstellung: Erziehung der Jugend durch vertiefte und lebendige Kenntnis des jüdischen Kulturgutes, insbesondere der hebräischen Sprache, Schaffung jüdischer Schulen. Erhaltung des Volkskörpers, indem aus der Armenpflege eine zur Produktivität führende Sozialpolitik wurde, Errichtung und Ausbau des Kredit- und Genossenschaftswesens unter dem Leitgedanken konzentrierter Selbsthilfe kleiner wirtschaftlicher Existenzen, Unterstützung und Schutz der Auswanderung, ganz besondere Fürsorge fur die Palästina-Wanderung, Erziehung auch der Erwachsenen zu einem Geist brüderlicher Solidarität, Ausmerzung des Begriffs „Ostjudentum" und „Westjudentum" in Ideologie und Praxis der Gemeinde und ihrer Mitglieder, Verständnis für den nationalen Gedanken und seine Konsequenzen, Ertü-.htigung der Jugend - Bar Kochba und Makkabi w eiß, wie w ir seit Jahren st.mdig um ihre Durchsetzung gerungen haben um es mit einem Wort zu sagen, Einordnung der jüdischen Gemeinde in den Kreis lebendig pulsierenden Judentunis der Welt auf der einen und Einbeziehung aller das jüdische Leben berührenden Aufgaben in den Arbeitskreis der Gemeinde auf der anderen Seite. Folgerichtig ergab sich hieraus, daß derselbe Geist und dieselbe Praxis von uns in den Zusammenfassungen der Gemeinden, vor allem in der wichtigsten, dem Preuß. Landesverband jüdischer Gemein, den, durchzusetzen versucht wurde. Steigender EinfluB Die letzten Etappen der Entwicklung unserer Arbeit sind bekannt. Es ist gewill nicht Aufgabe dieser Zeilen, eine genaue Geschichte ihrer Entwicklung bis heute zu geben. Eins steht fest: An Einfluß haben wir ständig gewonnen. 192b gaben uns IS (XX), 1930 30 0M Berliner Juden ihre Stimme. Und so unterscheidet sich der Geist, der in der Berliner Jüdischen Gemeinde heute herrscht, grundlegend von dem Geist der Jahre, in denen wir unsere Arbeit begonnen haben. Unnötig, hinzuzufügen, daß die allgemeine Entwicklung' seit 1933 auch den im anderen Lager stehenden Juden Ernst und Bedeutung unserer Arbeit zum Bewußtsein gebracht hat, so daß heute in fast allen Kreisen der Gemeinde Verständnis dafür herrscht, daß unsere zionistische Arbeit und Agitation der vergangenen Jahre ein Glück für die jetzt lebende Generation deutscher Juden ist. Und da es sich heute um einen Aufsatz, anläßlich des Jubiläums der „jüdischen Rundschau" handelt, so darf ich, der ich als Mitglied der Presse-Kommission mit Arthur Hantke und Löwe noch die einzelnen Nummern der „Israelitischen Rundschau" vorbereitet habe, auch der „Rundschau" für das, was sie für die Gewinnung jüdischer Menschen in Deutschland für unser Ideal geleistet hat, danken. War diese Arbeit sinnvoll oder nicht? Man hat in unserem Kreise oft, wie mir scheint, Unklarheit geschaffen durch die Begriffe „Bejahung oder Verneinung der Galuth", noch größere Verwirrung, wenn man von „Galuth-Zionismus" im Gegensatz zu „Palästina-Zionismus" sprach. Nicht alles Theoretisicren ist gut. Es schafft auch Verwirrung und kann lähmen. Es gibt kein Palästina ohne die Diaspora, und es gab es auch nicht im Zuge der Jahr tausende jüdischer Geschichte. Die Diaspora, die wir seit Nebukadne/ar kennen, hat das Judentum durch seine Gesamtgeschichte begleitet. Sie wurde steril, wenn sie Palästinas und der nationalen Hoffnungen vergaß. Philos Neffe war Tiberias Alexander! Sie war lebendig und kraftvoll immer dann, wenn sie in Gesinnung und Tat den Zusammenhang mit dem Gesamtjudentum und Erez Israel wahrte. Von Cordoba trat der Dichter der Zionide auch seine Zionswallfahrt an. — Auf Jahrhunderte, vielleicht auf immer, wird es eine jüdische Diaspora geben, Sie lebensfähig zu erhalten, sie vom Geist Palästinas durchdringen zu lassen, ihr aber auch die Aufgabe zuzuweisen, das nationale Leben in Palästina mit aller Kraft entwickeln zu helfen, ist die Aufgabe des Zionismus in der Galuth. So haben wir, die wir Träger der jüdischen Gemeindearbeit in Deutschland in all den Jahren waren, unsere Aufgabe aufgefaßt. Wir glauben, auf dem richtigen Wege zu sein, und glauben in voller Erkenntnis des Stückwerkscharaktcrs alier menschüi lien Arbeit doch auf Erfolge hinweisen zu können, deren wirklicher Sinn dann leicht erfaßt werden wird, wenn man Gemeindearbeit und Diasporapolitik unter der großen jüdisch-historischen Perspektive ständiger Wechselwirkung sieht.